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Als kleiner Hund legt man sich besser nicht mit einem schlecht gelaunten Zauberer an, denn sonst wird man womöglich, schneller als man blinzeln kann, in ein Spielzeug verwandelt... Das Abenteuer des frechen kleinen Roverandom gehört zum Schönsten, was J.R.R. Tolkien je geschrieben hat.
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Produktbeschreibung
Als kleiner Hund legt man sich besser nicht mit einem schlecht gelaunten Zauberer an, denn sonst wird man womöglich, schneller als man blinzeln kann, in ein Spielzeug verwandelt... Das Abenteuer des frechen kleinen Roverandom gehört zum Schönsten, was J.R.R. Tolkien je geschrieben hat.

(3 CDs, Laufzeit: 2h 38)

  • Produktdetails
  • Verlag: Dhv Der Hörverlag
  • Anzahl: 3 Audio CDs
  • Gesamtlaufzeit: 158 Min.
  • Altersempfehlung: ab 6 Jahren
  • Erscheinungstermin: 19. März 2003
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 9783899400984
  • Artikelnr.: 11265854
Autorenporträt
Tolkien, J.R.R.§John Ronald Reuel Tolkien wurde am 3. Januar 1892 in Bloemfontein in Südafrika geboren. Sein Vater starb, als er vier Jahre jung war, und so musste seine Mutter ihn und seinen jüngeren Bruder in bescheidenen Verhältnissen in England aufziehen. Früh zeigte sich seine Liebe zu Sprachen. Er erhielt ein Stipendium für das Exeter College in Oxford, wo er 1913 seinen B.A. mit Bravour bestand. In dieser Zeit lernte er Edith Bratt kennen, seine "Luthien", die er am 22. März 1916 heiratete. Das Ehepaar Tolkien hatte vier Kinder: 1917 wurde John geboren, 1920 kam Michael zur Welt. Der Herausgeber der kritischen Werkausgabe seines Vaters, Christopher, wurde 1924 und Nesthäkchen Priscilla 1929 geboren. Tolkiens akademische Laufbahn wurde vom ersten Weltkrieg unterbrochen. Er verlor im Laufe der Schlacht an der Somme binnen eines Tages fast alle seine Freunde. Diese Erfahrung prägte ihn für den Rest seines Lebens. 1919 legte er den M.A. ab, zwei Jahre später wurde er Professor
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 23.05.2003

Verwandelt
Ein Hörbuch von Tolkien
Die Stimme des Schauspielers Ulrich Noethen ist schlank. Nie lässt sie sich behäbig irgendwo nieder. Eher hat sie es manchmal allzu eilig, weiterzukommen. Und wenn ihr etwas zuwider ist, dann ist es das beschwörende Raunen. Einem Märchenonkel will sie nicht gehören. Und gerade weil das so ist, kann der große Mythenerfinder J. R. R. Tolkien (1892 - 1973) froh sein, dass diese Stimme sich seiner frühen Geschichte „Roverandom” angenommen hat. Denn die ist entstanden, als Tolkien noch nicht so recht wusste, wie man die Zuhörer am besten auf den Mond oder unter Wasser oder in irgendein Elfenreich entführt.
Tolkien war noch ein ziemlich junger Mann, als er sie um 1925 erstmals seinen Kindern erzählte. Der Sohn Martin hatte einen kleinen Spielzeughund verloren und musste getröstet werden. Also wird in dieser Vorübung für den „kleinen Hobbit”, die zu Lebzeiten Tolkiens nie veröffentlicht wurde, ein Hund namens Rover vom Zauberer Artaxerxes zur Strafe für sein allzu freches Benehmen in einen ziemlich kleinen Spielzeughund verwandelt. Zum Verzaubertwerden gehört die schließliche Rückkehr in die alte Gestalt, aber der Weg dahin führt natürlich durch allerlei Abenteuer, hinauf an den Himmel zum Mann im Mond und hinab in die Tiefen des Ozeans zum König des Meeres. Auf dem Mond und im Meer gibt es auch Hunde, die „Rover” heißen, also bekommt der kleine Held der Geschichte zur Abgrenzung den Namen „Roverandom”, und darin steckt das englische Wort für Zufall. Ulrich Noethens federnde Stimme ist auf dieser Seite der Tolkien – Welt in ihrem Element, dort, wo einem Zauberer in die Quere kommen heißt, dass man nicht weiß, was als nächstes geschieht. Ihr liegt das Lässig-Turbulente: Gern balanciert sie auf dem Grat, der das Ausreißen vom Verlorengehen trennt, oder kommt als ärgerliche Möwe daher, mit Lust lässt sie den Walfisch Uin überaus nasal sprechen.
Aber gegenüber der berühmten mythischen Tolkien-Welt mit ihren Mondpfaden, die an den Rand der Welt führen, ihren weißen Drachen, geheimnisvollen Inseln und gefährlichen uralten Seeschlangen ist sie machtlos. Denn diese Welt steckt trotz eines Großaufgebotes an Riesenspinnen und Schattenfledermäusen noch im Ei. Der Wortzauber, der ihr zur suggestiven Schein-Existenz verhelfen könnte, gelingt hier nur sporadisch. So liegen die Höhepunkte dieser Tolkien-Erzählung, die im Zuge der Durcharbeitung gewiss kürzer geworden wäre, nicht auf der „Fantasy”-Seite, sondern in trocken- lakonischen Sätzen wie diesem: „Hunde vergessen Felsklumpen nicht, mit denen man nach ihnen geworfen hat.” (ab 10 Jahre)
LOTHAR MÜLLER
J.R.R. Tolkien: Roverandom. Gelesen von Ulrich Noethen. Hörverlag 2003. 3 CD, 17,90 Euro
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 16.07.1999

Gut gelaunt
Ein Knigge für kleine Hunde

Wahrscheinlich ist das auch zuviel verlangt, besonders von einem so jungen und kleinen Hund wie Rover: dann noch den Überblick zu behalten, wenn man gerade selbstversunken mit einem gelben Ball spielt und unverhofft ein merkwürdiger Mensch vorbeikommt, der ihn wegnimmt. Rover knurrt jedenfalls den barschen Imperativ "Leg ihn hin!", doch der erweist sich als kontraproduktiv. Die Person, ein "bitte" vermissend, steckt den Ball ein und geht ungerührt weiter - bis der Hund ihn mindestens an der Hose erwischt: "Vielleicht war noch ein Stück vom Zauberer dabei." Den Beruf des Ballräubers hätte der Hund erkennen können an dessen grünem Hut mit blauer Feder, aber - das kennt man aus der Friedens- und Konfliktforschung - einmal gereizt, wird die Wahrnehmung sektoriell; nicht mehr der Diskurs wird gesucht, sondern ein Sieg mit Gewalt. Bei solcher Machtverteilung kann der Sieg nur an den Zauberer gehen.

So landet Rover als männchenmachender Spielzeughund in der Krabbelkiste eines Geschäftes, und von dort ist es ein langer und gefährlicher Weg, bis er sich wieder seiner Urgestalt erfreuen kann. Hilfreich beim Bestehen aller Abenteuer ist sein Naturell, das mit dem Namen "Rover", also "Vagabund", angedeutet ist. Aber auch die Unterstützung eines milder gestimmten Sandzauberers wird gebraucht, der Rover aus dem Einflußbereich des übellaunigen Artaxerxes herausholt und ihn auf dem Rücken der Möwe, die ihm sonst den Postverkehr versieht, zum Mann im Mond hinaufschickt. Der erweist sich als ausgesprochen umgänglich, die träumenden Kinder auf der dunklen Seite des Mondes - dort sind Kinder immer, wenn sie träumen - nennen ihn zärtlich "Vater Langbart"; mit seinem Hund hingegen ist es vorerst heikel. Der hört ebenfalls auf den Namen Rover und interpretiert das Auftauchen des namensgleichen Besuchs als Angriff auf sein angeblich jahrhundertealtes Vorrecht, den Mann im Mond begleiten zu dürfen. Sein Herrchen findet aber eine schlaue Lösung und verlängert den Namen des Nachzüglers in Roverandom; zudem versieht er beide Vierbeiner obendrein noch mit Flügeln, was ihren gemeinsamen Ausflügen eine überhündische Geschwindigkeit ermöglicht. Da gibt es Stippvisiten bei musizierenden Blumen, aber auch gefährliche Begegnungen wie die Konfrontation mit einem zürnenden Drachen, dem selbst fliegend nur knapp zu entkommen ist.

Es ist alles in allem kein übles Leben für einen kleinen Spielzeughund, aber Roverandom sehnt sich doch nach seiner früheren Existenz zurück. Sie ist nur durch einen Gnadenakt des Artaxerxes zu erreichen, der inzwischen auf den Meeresgrund umgezogen ist. Nach seiner Verheiratung mit der Tochter des Meereskönigs fungiert er dort als "pazifischer und atlantischer Magier". Seine Leistungen werden von den Untergebenen des Meereskönigs zwar durchaus kritisch gesehen, doch hindert ihn dies nicht daran, Roverandom, der untertänigst, couragiert und hartnäckig um eine Audienz nachsucht, lange Zeit unter Hinweis auf seinen angeblich übervollen Terminkalender abzuwimmeln. Ein Sinneswandel stellt sich erst ein, als sein Versuch fehlschlägt, den von der Seeschlange veranstalteten Tumult zu beenden, der selbst unter Wasser zu massenweiser Seekrankheit führte und der auf eine von Roverandom ausgelöste Kettenreaktion zurückgeht. Mit letzter Kraft zaubert ihn der resignierte Magier endlich wieder in seinen alten Zustand vor der unseligen Ballaffäre zurück. Jetzt revanchiert sich Rover gleich mit einer Überdosis Höflichkeit: "Danke, hat mich gefreut, Sie kennenzulernen!" Artaxerxes aber eröffnet anschließend in Strandnähe einen Tabak- und Süßwarenladen, ein frühes Beispiel für eine später sogenannte Patchwork-Karriere.

J. R. R. Tolkien hat diese Geschichte, so belehrt das kundige Nachwort der Herausgeber, erst seinen Kindern bei einem Urlaub am Meer 1925 erzählt, um vor allem seinen fünfjährigen Sohn Michael über den Verlust eines Spielzeughundes hinwegzutrösten. "Roverandom" ist so ein Märchen für Kinder. In seinem Tagebuch schreibt Tolkien, er habe die Geschichte auch geschrieben, "um mich selbst während ihrer Entfaltung zu amüsieren", und dieses Amüsement teilt sich auch dem Nichtkind vielfach mit. Nach dem Erfolg von "The Hobbit" 1937 verlangte der Verlag schnell nach weiteren Tolkien-Texten, "Roverandom" aus der Schublade überzeugte damals nicht. Daß er jetzt, 25 Jahre nach Tolkiens Tod, erstmals gedruckt vorliegt, dient nicht nur philologischem Interesse. Denn man wird durchaus angenehm unterhalten und bekommt den Anstoß zu mannigfaltigen Überlegungen, etwa zu der Frage, ob für Rover die biographische Bilanz seiner Unhöflichkeit gegenüber Artaxerxes mit dessen anschließendem Schadenszauber nicht eher positiv ausfällt. Ohne den Zwischenfall hätte er zwar weiter eine ruhige Welpenkugel schieben können mit einem Horizont, so weit die Nase reicht. Nun aber steht er da als erfahrener Jagdhund, der weiß, daß "das Land für einen Hund genauso gefährlich ist wie der Mond oder der Ozean, aber viel langweiliger."

BURKHARD SCHERER

J. R. R. Tolkien: "Roverandom". Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Christina Scull und Wayne G. Hammond. Aus dem Englischen übersetzt von Hans J. Schütz. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 1999. 144 S., geb., 24,80 DM.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Die Geschichte vom frechen kleinen Hund Roverandom, der zur Strafe von einem Zauberer in einen Spielzeughund verwandelt wird, hat Tolkien als "ziemlich junger Mann" geschrieben, erzählt Lothar Müller. Bei seinem Versuch, seine alte Gestalt wiederzufinden, erlebt Roverandom eine abenteuerliche Reise, die ihn hinauf zum Mann im Mond und hinab zum König des Meeres führt. Ulrich Noethen liest diese Geschichte mit "schlanker", "federnder" Stimme. "Ihr liegt das Lässig-Turbulente: Gern balanciert sie auf dem Grat, der das Ausreißen vom Verlorengehen trennt", lobt Müller. Nur bei der Beschreibung der mythischen Tolkien-Welt sei dieser Tonfall machtlos: Mondpfade oder weiße Drachen könne er nicht heraufzubeschwören.

© Perlentaucher Medien GmbH
»Mit Roverandom bringt Klett-Cotta die letzte unveröffentlichte Geschichte von Tolkien heraus, die lange als verschollen galt. Roverandom ist ein lustiger schwarzweißer Hund, der aber leider zuviel Übermut an den Tag legt und von einem Hexenmeister zur Strafe winzig klein gezaubert wird. Und weil der Hund das einfach nicht hinnehmen kann, macht er sich auf die Suche nach jenem besagten Zauberer und erlebt unterwegs einige Abenteuer. Tolkien hat die Geschichte von dem kleinen Hund Roverandum als einen Folgeband zum Kleinen Hobbit geschrieben und auch die Illustrationen dazu gemalt. Und wenn wir gerade bei Tolkien sind: bei Klett-Cotta erschien außerdem gerade Das Tolkien-Quizbuch für alle, die ihre Kenntnisse bezüglich Leben und Werk des Autors überprüfen wollen.« (Buchhändler heute, 01.03.1999) »Leichtigkeit der frühen Jahre "Roverandom" - Tolkiens letze unveröffentlichte Geschichte Wenn Ihr fünfjähriger Sohn beim Herumtollen sein über alles geliebtes Spielzeughündchen aufnimmerwiedersehen verliert, was machen Sie dann? Vielleicht erzählen Sie dem Untröstlichen eine Geschichte, die seine Trauer lindert. Vielleicht gelingt es Ihnen sogar, den Verlust als Mosaiksteinchen eines bis dato rätselhaften Geschehens zu erklären. "Es war einmal ein kleiner Hund und sein Name war Rover", beginnt "Roverandom", die phantastische Reise eines jungen, fröhlichen Hündchens. Wenn man nicht wüßte, daß sie J.R.R Tolkien erdacht hat, als er gerade mal 33 Jahre alt und Vater dreier Söhne war, würde man einfach nur bewundernd ausrufen: "Ja. Genauso muß es gewesen sein, mit unserem kleinen Spielzeughund, der eines Tages im Sand verschwand!" Aber leider - oder erfreulicherweise, je nach Standort - identifiziert man den Erzähler als Kultautor, Mythenforscher und Philologen. Wir denken an die Hobbits, wir denken an den Herrn der Ringe, an die geniale Erschaffung eines neuen Erdteils jenseits der gewöhnlichen Welt. Wir denken an die detailversessene, wissenschaftliche Konstruktion eines aktiven Universums. Aber wir denken nicht an eine aus dem Ärmel geschüttelte Story eines kleinen Hundes, der von einem Zauberer verhext wird, weil er ihn in die Hose gebissen hat. Tolkien wurde 1925 zu der Erzählung inspiriert, weil er seinem Sohn Michael (5) über den Verlust eines Spielzeughundes trösten wollte. In den folgenden Jahren beschäftigte sich der Oxford-Professor sporadisch immer wieder mit dem Stoff. Aus und in improvisierten Erzählungen entstanden relativ geschlossene Episoden. 1936 übergab Tolkien seinem Verlag ein 60seitiges Typoskript unter dem Titel Roverandom (so wird der "Zufalls-Vagabund" Rover von zwei namensgleichen Weggefährten genannt). Trotz Gefallen wurde die Geschichte nicht veröffentlicht, wahrscheinlich weil inzwischen alle Aufmerksamkeit auf den Hobbit und den Herrn der Ringe gerichtet war. Später gar soll der Autor seine früheren literarischen Spielereien bedauert haben. Das jedenfalls berichten die Tolkien-Experten Christina Scull und Wayne G. Hammond, die im 36seitigen Anhang die Entwicklungsgeschichte Roverandorns bis auf die i-Tüpfelchen von Meisters Handschrift erläutern. Wie die beiden Herausgeber die zahlreichen Verknüpfungen, Anspielungen und Besonderheiten des Textes herausarbeiten, macht eine zweite Lektüre spannend. Allerdings betrachtet man das Buch dann mit anderen Augen. Wer es mit väterlichem/kindlichem Blick liest, der fühlt sich sogleich verzaubert und fragt nicht nach gelegentlichen logischen Ungereimtheiten oder nach literarischen Implikationen. Man fliegt mit dem mausgroß geschrumpften Hund auf dem Rücken einer Möwe zum Mann im Mond. Erlebt aufregende Abenteuer auf der hellen und der dunklen Seite des Trabanten. Taucht mit Roverandom hinunter in das Reich des Meereskönigs. Übersteht auch dort Gefahren und erspäht sogar - verbotenerweise - am Horizont hinter den Schattenmeeren die große Bucht von Elbenland. Irgendwie kitzelt einen also schon eine Ahnung von der Magie dieser großartigen fremden Welt. Vor allem aber werden die Leser Vergnügen an Tolkiens schillernden Phantastereien, witzigen Wendungen, Wortspielen und Lautmalereien finden. Wer Roverandom mit literaturwissenschaftlichem Interesse liest, der findet eine Fülle von mehr oder weniger versteckten Längs- und Querverweisen auf Märchen, Mythen und Sagen, auf "Geklautes" aus Werken zeitgenössischer Autoren und auf Gestalten, Orte und Bilder aus Tolkiens zukünftigen Romanen. Es scheint so, als gehörten die phantastischen Abenteuer des kleinen Hundes zu den leicht-sinnigsten aller Fingerübungen für sein Jahrhundertwerk - die Erschaffung von Mittelerde. Wenn man die erhabene Schwere seines mythologischen Universums betrachtet, dann sehnt man sich manchmal - wenn's niemand sieht im Elbenland - zu der Leichtigkeit der frühen Jahre zurück. (Ab 6 Jahre)« Siggi Seuss (Süddeutsche Zeitung, 07.05.1999) »Kleiner Hund im Reich der Zauberer Unbekanntes Werk J.R.R. Tolkiens erschienen Nicht nur die Geschichte vom gewitzten, aber ganz schön unhöflichen Hund Rover, den ein Hexenmeister in ein winziges Spielzeug verwandelt, ist faszinierend. Auch die "Geschichte hinter der Geschichte" hat es in sich: "Roverandom" heißt eine Erzählung von J.R.R. Tolkien, die jetzt den Weg aus dem Nachlaß der Bodleian Library Oxford auf den Buchmarkt gefunden hat. Ausführlich kommentieren und ergänzen die beiden Herausgeber Christina Scull und Wayne G. Hammond ihre "Ausgrabungsarbeit". So gibt es zum interessanten Nachwort über die Entstehung von "Roverandom" auch einen Anhang, in dem bestimmte Bilder und Anspielungen auf andere Werke und für Tolkien wichtige Orte wie das Haus in Ripley (Yorkshire) beleuchtet werden. Kenner wissen natürlich, an wen der Zauberer, dem der Hund freche Sachen sagt, mit seiner "blauen Feder hinten am grünen Hut" erinnert. Klar, das ist Tom Bombadil, Figur aus "Der Herr der Ringe", der gleichfalls die blaue Feder trägt. Mit "Roverandom" setzte Tolkien dem heißgeliebten und am Strand verlorengegangenen Spielzeughund seines Sohnes Michael 1926 ein tröstendes Denkmal. Der Leser begleitet den winzigen Rover - eine Möwe nennt ihn irgendwann "Roverandom", und dabei bleibt's dann einfach - auf seinem Weg durch zauberhaft-vielschichtige Länder der Phantasie, die zudem in fünf zarten Illustrationen Gestalt annehmen. Der Vierbeiner sucht einen guten Zauberer, der ihm seine richtige Hundestatur wiedergeben kann - auf dem Mond, wo er mit dem Mond-Hund herumtollt, und tief unten im Meer, wo es den Meer-Hund gibt. Abenteuer gehören dazu, die Begegnung mit dem Feuer speienden weißen Drachen und mit dem weisen Wal. Tolkiens Buch ist ein filigranes Kunstwerk voller Poesie und Anmut, angefüllt mit Klängen, Licht, Spiegelungen und Farben, geprägt von schmunzelnder Ironie. Da taucht der Hund unter anderem ein in "Fiedergräser" und "Feenfarn, Zehenfarn, Hirschzunge und Knackfarn", umgeben von einer feinen Musik, die das gesamte Werk durchklingt. Das nächtliche Meer erhellen die Leuchtfische und "die Wälder waren voll von Silberglöckchen". Wird Rover, der sogar ein paar Manieren lernt, wieder entzaubert? Na sicher, doch es dauert ein Weilchen, und diese Zeit bedeutet Lesegenuß.« Sabine Rother (Aachener Zeitung, 02.02.1999)…mehr