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Wir sind keine Sklaven unserer Gene!
Ob wir an Krebs erkranken oder davon verschont bleiben - liegt das an unseren Genen? Ob wir temperamentvoll oder schüchtern sind - erben wir das von unseren Eltern? Ob wir ein hohes Alter erreichen oder in unseren besten Jahren sterben - wird das schon bei unserer Zeugung festgelegt? Dieses Buch zeigt: Wichtiger als die Gene sind fast immer unsere Erfahrungen und unser Lebensstil. Wir können das Erbgut steuern - und damit unser Leben selbst in die Hand nehmen.
"Eine kundige Einführung in die wundersamen Weiten der Epigenetik." Der Spiegel
"Wie
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Produktbeschreibung
Wir sind keine Sklaven unserer Gene!

Ob wir an Krebs erkranken oder davon verschont bleiben - liegt das an unseren Genen? Ob wir temperamentvoll oder schüchtern sind - erben wir das von unseren Eltern? Ob wir ein hohes Alter erreichen oder in unseren besten Jahren sterben - wird das schon bei unserer Zeugung festgelegt? Dieses Buch zeigt: Wichtiger als die Gene sind fast immer unsere Erfahrungen und unser Lebensstil. Wir können das Erbgut steuern - und damit unser Leben selbst in die Hand nehmen.

"Eine kundige Einführung in die wundersamen Weiten der Epigenetik." Der Spiegel

"Wie faszinierend dieses hochaktuelle Forschungsgebiet ist, vermittelt Spork mit ansteckender Begeisterung." Tages-Anzeiger

"Ein wichtiges und spannendes Buch."
WDR
  • Produktdetails
  • rororo Taschenbücher Nr.62440
  • Verlag: Rowohlt Tb.
  • 6. Aufl.
  • Seitenzahl: 304
  • 2010
  • Ausstattung/Bilder: 304 S. m. 16 Abb.
  • Deutsch
  • Abmessung: 188mm x 125mm x 25mm
  • Gewicht: 270g
  • ISBN-13: 9783499624407
  • ISBN-10: 3499624400
  • Artikelnr.: 29848929
Autorenporträt
Peter Spork, geboren 1965, ist promovierter Neurobiologe. Seit 1991 arbeitet er als freier Wissenschaftsjournalist und Autor. Er schreibt für viele deutschsprachige Zeitungen und Magazine, unter anderem für die "Süddeutsche Zeitung", "Die Zeit" und "Geo Wissen".
Rezensionen
Besprechung von 14.10.2009
Lange Hälse sehen uns an

An den Schalthebeln unseres Erbguts: Peter Spork und Bernhard Kegel sehen in der Epigenetik den Vorschein einer neuen Evolutionstheorie.

Von Joachim Müller-Jung

In der manchmal unbegreiflichen Häme, die inzwischen über die Genomforschung ausgeschüttet wird, schwingt meist auch ein auffallend beleidigter Ton mit. Die großen Erwartungen wurden enttäuscht, die Propheten der Revolution sind verstummt, und das "Buch des Lebens" - das Genom - scheint auf den hinteren Kapiteln immer rätselhafter statt erhellender zu werden. Peter Spork und Bernhard Kegel hätten mit ihrem Stoff einiges beitragen können, dieses postgenomische Trauma noch zu vertiefen. Denn die Epigenetik, eine in jüngerer Zeit regelrecht aufblühende Forschungsrichtung, hat wohl tatsächlich das Zeug dazu, den wahren Beitrag der Gene zu den diversen Lebensprozessen aufzuklären - ja, immer öfter auch zu relativieren.

Die Epigenetik ist es im Grunde sogar erst, die sich einen direkten Zugang zu den lebensentscheidenden Schnittstellen zwischen Genen, Umwelt und Psyche von der Embryonalentwicklung bis ins Alter verschafft. Und sie könnte, indem sie die - oft von außen gesteuerten - Kontrollinstanzen der Aktivitäten im Genom aufspürt, das häufig rätselhafte Missverhältnis zwischen innerer (Genotyp) und äußerer Erscheinung (Phänotyp) aufklären. Aber so weit ist es noch nicht. Es endgültig zu versprechen wäre auch wieder nur eine maßlose Übertreibung.

Und so darf man die beiden mit vielen neuen Forschungsergebnissen angereicherten Bücher von Spork und Kegel auch nicht wie die Protokolle einer neuen Biorevolution lesen. Wie die Ankündigungen einer solchen allerdings schon. Bei Kegel sicher etwas emphatischer und detailverliebter als in dem pragmatischeren, für viele Laien sicher leichter zugänglichen Buch von Spork. Ganz besonders deutlich wird der Unterschied im visonären Gehalt in der Aufarbeitung des Lamarckismus oder, wie Kegel schreibt, der "Lamarck'schen Dimension" einer erweiterten Evolutionstheorie. Jeder kennt das von Jean-Baptiste de Lamarcks Nachfolgern verspottete Beispiel der Giraffe, deren Hals angeblich nur deshalb so lang wurde, weil sich die Tiere immer wieder nach den höchsten Blättern an den Bäumen streckten.

Im Grunde, darin stimmen Spork und Kegel überein, war dieser Fehlgriff des Franzosen nur ein unbedeutendes Detail in dessen umfassender Evolutionstheorie, in der die Möglichkeiten der Vererbung von im Laufe des Lebens erworbenen Eigenschaften umfassend erörtert werden. Kegel hält eine Rehabilitation Lamarcks für dringend angebracht, Spork zumindest für möglich. Ausschlaggebend dafür sind die in den letzten Jahren in Patientenregistern und Mäuseexperimenten, in Laborkulturen von Pilzen und Bakterien zutage geförderten Beispiele, die zeigen, wie etwa Stressresistenz oder die nach Hungersnöten entstandene Neigung zu Fettsucht nicht etwa durch die Vererbung mutierter Gene, sondern offenkundig durch die Übertragung veränderter Aktivitätsmuster gleicher Gene an die nächsten Generationen weitergegeben wird. Dabei werden allerdings die Schwachpunkte dieser Befunde allenfalls angedeutet. Und die gibt es aus heutiger Sicht durchaus.

Einer der wichtigsten ist, dass eine wirklich stabile, damit über viele Generationen dauerhafte und für das evolutionäre Potential letztlich aussagekräftige Vererbung solcher erworbenen Eigenschaften bisher nicht dokumentiert ist. Ein anderer ist der Modus dieser Weitergabe. Niemand hat etwa nachgewiesen oder gezeigt, wie das von Kegel als "zweites System der Vererbung" bezeichnete und von Spork mit dem griffigeren Schlagwort "Der zweite Code" sogar in den Titel gehobene Konzept einer außergenetischen Vererbung, in der weniger die Genmutation als vielmehr die Genkontrolle zum Akteur wird, molekularbiologisch funktionieren soll. Klar ist: Im Laufe eines Lebens werden auf vielen Ebenen in den Zellen Akteure installiert, die Gene dosieren - sei es durch chemische Markierungen auf den Kontrollregionen der Erbanlagen oder ihres Verpackungsmaterials in den Chromosomen, sei es durch die Herstellung kleiner RNA-Nukleinsäureschnipsel, die die Durchschläge der Genbauanleitungen wie Tipp-Ex zu neutralisieren vermögen.

Das sind die Hebel des Epigenoms, um über extreme Umweltbedingungen, aber auch über unsere Psyche auf die Aktivität der Gene schon früh einzuwirken und Anpassungen des Körpers zu ermöglichen. Spork hat seinen Schwerpunkt in die Erkundung solcher "Epigenom-Manipulatoren" gelegt. Sie bilden ein eigenes "Gedächtnis der Zellen", das durch gesunde, ausgewogene Ernährung zum Guten wie Schlechten moduliert werden kann. Die Herren über unsere epigenetisch agierenden Genkontrolleure zu werden - und dauerhaft zu bleiben -, das ist für Spork einer der vielversprechendsten Zuganswege zu einer neuen Präventionsmedizin.

Auch Kegel warnt vor selbstverschuldeten Einwirkungen auf das Epigenom, die nachweislich etwa Krebs verursachen können. Aber ihm geht es weniger um die individuellen Eingriffsmöglichkeiten als um die Bekanntmachung einer "Theorie für das neue Jahrtausend". Einer Evolutionslehre, wer weiß, die eines fernen Tages vielleicht tatsächlich als modernisierte Fortschreibung Darwins, der Populationsgenetik und - ja warum nicht - sogar des Lamarckismus daherkommt. Das sicher zu sagen ist noch zu früh. Der Anteil jedenfalls, den die beiden Epigenetik-Autoren an der Popularisierung dieser wichtigen Debatte und der für Laien sicher nicht ganz leicht verständlichen Entwicklung haben, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.

Peter Spork: "Der zweite Code". Epigenetik - oder wie wir unser Erbgut steuern können. Rowohlt Verlag, Reinbek 2009. 304 S., geb., 19,90 [Euro].

Bernhard Kegel: "Epigenetik". Wie Erfahrungen vererbt werden. DuMont Verlag, Köln 2009. 368 S., geb., 19,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensent Joachim Müller-Jung schätzt Peter Sporks Buch "Der zweite Code" als gut verständliche Einführung in die Epigenetik, einen aufblühenden Forschungszweig, der sich mit den Schnittstellen zwischen Genen, Psyche und Umwelt befasst. Dem Autor gelingt es in seinen Augen, die Epigenetik als "Vorschein einer neuen Evolutionsbiologie" vorzustellen. Im Zentrum sieht der Rezensent die Idee einer außergenetischen Vererbung, bei der die Genkontrolle eine Hauptrolle spielt, sowie die Erkundung von "Epigenom-Manipulatoren". Müller-Jung findet das Buch verdienstvoll, weil es eine wichtige, noch junge Wissenschaft auch dem Laien näher bringe.

© Perlentaucher Medien GmbH