Die elf Fragebögen aus Max Frischs zweitem Tagebuch von 1966–1971 sind legendär und haben auch heute noch Kultstatus. Sechzig Jahre nach ihrer Entstehung antwortet die Autorin Julia Rüegger auf dieses Konvolut mit ihrer eigenen Version der Fragebögen. Neben Themen, die eins zu eins von Frisch übernommen sind – wie Liebesbeziehungen, Heimat, Geld, Besitz und Tod – greifen die frischen Fragebögen auch Themen auf, die in unserer Gegenwart an neuer Dringlichkeit gewonnen haben, so z.B. die Klimakrise und die Erosion von Demokratien, die Digitalisierung und veränderte Geschlechterverständnisse. Ausgewählte Fragen von Autor:innen wie Laure Wyss, Friedrich Dürrenmatt, Maggie Nelson und Audre Lorde erweitern Rüeggers Perspektive und weisen auf ein vielstimmiges Netzwerk von Fragenden hin. In Umfang und Form ganz an die Fragebögen von Frisch angelehnt, bietet der Band sowohl eine humorvolle Hommage an das Original als auch eine kritische Neudeutung.
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