Entscheide, was du isst, was du verkaufst, welche Ausrüstung du montierst und in wie weit du dein Gewissen über Bord wirfst. Aber Vorsicht: Bist du bereit, das Risiko einzugehen, den Verstand zu verlieren? Steuere einem aufregenden Abenteuer auf See entgegen … oder dem vorzeitigen Ende deiner Karriere.Ein unglücksseliges AngelspielInspiriert von Geschichten wie Schatten über Innsmouth, Der Angler von John Langans, der Hellboy-Reihe und Videospielen, wie Dredge und Bloodborne (und vielleicht einer Prise Scooby Doo), spielt Deep Regrets in einer fiktiven Version des Europas im frühen 20. Jahrhundert.Du begibst dich in eine düstere Welt, in der einsame und gebrochene Seelen Tag für Tag aufs Meer fahren und grausame Monstrositäten aus den Tiefen der See fischen. In den Gewässern tummeln sich reichlich unappetitliche Varianten der klassischen britischen und europäischen Folklore. Denn das Gleichgewicht der Meere wurde gestört und so wurde die See zu einem gefährlichen Ort für die Männer und Frauen, die jeden nebelverhangenen Morgen mit ihren Booten rausfahren müssen.In deinem Zug kannst du mit deinem Boot aufs Meer hinausfahren, um versuchen Fische zu fangen oder am Hafen deine Beute verkaufen, um Trophäen zu sammeln und dein Boot aufzurüsten. Die gefangenen Fische bieten unterschiedliche Effekte und je weiter du aufs Meer hinaus fährst desto wertvoller wird deine Beute aber auch die Gefahr…
Kundinnen und Kunden meinen
5.0/5.0
Bewertung
aus Kottgeisering
5/5
09.07.2025
„Deep Regrets“ – Fazit
Review-Fazit zu „Deep Regrets“, einem strategischen Horror-Fishing-Erlebnis.
[Infos]
für: 1-5 Spieler
ab: 14 Jahren
ca.-Spielzeit: 30-150min.
Autor: Judson Cowan
Illustration: Judson Cowan
Verlag: Tettix Games
Anleitung: englisch
Material: englisch
[Download: Anleitung/Übersichten]
engl., poln., chin.: -
[Fazit]
„DR“ ist ein Brettspiel, das sich wie ein düsterer Tauchgang in die Tiefen der menschlichen Psyche und des Ozeans anfühlt. Was auf den ersten Blick wie ein charmantes Angelspiel wirkt, entpuppt sich schnell als makaberer Trip voller grotesker Kreaturen, psychologischer Belastungen und skurriler Entscheidungen. Die Spielidee ist ebenso ungewöhnlich wie faszinierend. Man fischt nicht nur nach Meeresbewohnern, sondern auch nach den eigenen „Regrets“ – bedauerlichen Erinnerungen, die sich in Form von Karten manifestieren und das Spielgeschehen maßgeblich beeinflussen.
Der Spielablauf erstreckt sich über eine Woche, aufgeteilt in sieben Runden, in denen die Spieler täglich entscheiden, ob sie in See stechen oder lieber im sicheren Hafen verweilen. Wer sich für das Meer entscheidet, begibt sich in drei Tiefenzonen und versucht dort, mit Würfeln und Ausrüstung möglichst wertvolle (oder zumindest interessante) Fänge zu machen. Jeder Fisch hat einen Schwierigkeitsgrad, der mit Würfeln überwunden werden muss. Je tiefer man fischt, desto bizarrer und gefährlicher werden die Kreaturen – von mutierten Meerjungfrauen bis zu Fischwesen mit menschlichen Gliedmaßen. Manche Karten lösen sofortige Effekte aus, andere entfalten ihre Wirkung erst beim Fang oder beim „Verzehr“ – man kann manche Fische essen, was wiederum spezielle Boni oder Strafen mit sich bringt.
Im Hafen hingegen verkauft man seine Fänge gegen die Währung „Fishbucks“, rüstet sich in skurrilen Läden mit neuen Würfeln, Ruten oder einmaligen Gegenständen aus und kann besonders prächtige Fische als Trophäen auf seinem Spielertableau montieren – mit Multiplikatoren für die Endwertung. Doch das Spiel hat eine dunkle Seite. Mit jedem Fang steigt die Anzahl der „Regrets“-Karten, die den Wahnsinnsmarker auf dem eigenen Tableau vorantreiben. Mehr Wahnsinn bedeutet mehr Würfel und höhere Punktwerte für abscheuliche Fische, aber auch das Risiko am Ende des Spiels den wertvollsten Fang zu verlieren, wenn man die meisten „Regrets“ gesammelt hat.
Das Spielmaterial ist ein echter Hingucker. Handgezeichnete Illustrationen, liebevoll koloriert, verleihen jeder Karte eine einzigartige Atmosphäre. Die Würfel sind aus Holz und in Form von Angelködern gestaltet, die Meeples sind kleine Boote und selbst die Verpackung erinnert an eine Zeitungsschachtel – man kennt es vom Markt, wenn Fische in Zeitungen gewickelt werden^^; ein charmantes Detail, das den skurrilen Ton des Spiels perfekt trifft.
„DR“ ist kein klassisches Strategiespiel, sondern ein thematisch dichtes Erlebnis mit Push-your-luck-Mechanik, kuriosen Entscheidungen und einem Hauch Lovecraft’scher Beklemmung. Es spielt sich flott, ist leicht zugänglich und bietet dennoch genug Tiefe, um auch erfahrene Spieler zu unterhalten. Die Solo-Variante verwandelt das Spiel in eine entspannte Entdeckungsreise, bei der man versucht, alle Fischarten zu katalogisieren – fast wie ein wissenschaftliches Abenteuer mit einem Hauch Wahnsinn.
Kurzum, wer Lust auf ein Brettspiel hat, das sich traut, anders zu sein – kreativ, makaber, humorvoll und wunderschön produziert – sollte „DR“ unbedingt anschauen.
[Note lt. Kompetenz-Team]
6 von 6 Punkten.
[Links]
BGG: -
HP: -
Ausgepackt: n/a
[Galerie: 31 Fotos]
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