Er mag divenhaft und launisch sein - als Musiker ist Elton John eine Bank: Sein 43. Studioalbum ist eine weitere Lehrstunde in cleverer Pop-Musik. Reginald Kenneth Dwight kann es nicht lassen. Trotz 200 Millionen verkaufter Tonträger und einer Karriere, in der er nahezu alles erreicht hat: Der 57-jährige Jetset-Pianist macht einfach immer weiter. Und "Peachtree Road" gibt ihm Recht. Sein 43. Studio-Album zählt zweifellos zu den besten seit Jahren. Ganz einfach, weil sich Sir Elton seiner Wurzeln als klassischer Singer/Songwriter besinnt und auf jede Form von Synthesizern, Keyboards, Vokodern und sonstige technische Spielereien verzichtet. Stattdessen setzt er ganz auf seine Stimme, sein Spiel und seine Band. Mit der hat er sämtliche Tracks live eingespielt und auch erstmals eigenhändig produziert. Außerdem schreibt er endlich wieder überzeugende Songs, die zumeist so romantisch-verträumt ausfallen wie "Weight Of The World", aber auch schon mal richtig flott und peppig daherkommen wie "Answer In The Sky". Klar, Sir Elton hat auch seine kitschigen Momente, in denen er an der Schmerzgrenze agiert ("Turn The Lights Out When You Leave"), aber die orientierungslosen 80er/90er Jahre scheinen endgültig vorbei. "Peachtree Road" zeigt einen Altmeister, der endlich wieder Spaß an der Musik hat. Und das hört man diesem Werk in wirklich jeder Note und jedem Song an. Spiel's noch einmal, Reg! (Quelle/Copyright: G+J Entertainment Media)