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Die Erinnerung an Massenverbrechen konstituiert die Parameter einer universellen Ethik. Hierfür war das Gedächtnis des Holocaust begründend. Der Vernichtung der europäischen Juden kam eine paradigmatische Bedeutung zu. Inzwischen fordern auch andere Gedächtnisse an Massenverbrechen öffentliche Erinnerung und damit Anerkennung ein. Ein solcher Pluralismus der Gedächtnisse birgt ein nicht unerhebliches Konfliktpotential, vor allem dann, wenn die unterschiedlichen Leiderfahrungen auf ein und dasselbe historische Ereignis zurückgeführt werden - den Zweiten Weltkrieg. Dann stellen sich gegenläufige…mehr

Produktbeschreibung
Die Erinnerung an Massenverbrechen konstituiert die Parameter einer universellen Ethik. Hierfür war das Gedächtnis des Holocaust begründend. Der Vernichtung der europäischen Juden kam eine paradigmatische Bedeutung zu. Inzwischen fordern auch andere Gedächtnisse an Massenverbrechen öffentliche Erinnerung und damit Anerkennung ein. Ein solcher Pluralismus der Gedächtnisse birgt ein nicht unerhebliches Konfliktpotential, vor allem dann, wenn die unterschiedlichen Leiderfahrungen auf ein und dasselbe historische Ereignis zurückgeführt werden - den Zweiten Weltkrieg. Dann stellen sich gegenläufige Konstellation und Konkurrenzen der Erinnerung ein - nicht nur zwischen den politischen Kulturen des westlichen und des östlichen Europas, sondern auch und gerade zwischen europäischen und kolonialen Gedächtnissen.Dan Diners Essay nimmt das Problem gegenläufiger Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust begrifflich und gedächtnisgeschichtlich auf. Indem er sich nochmals der Bedeutung von 'Auschwitz' als Zivilisationsbruch versichert, werden vor eben diesem Hintergrund die Voraussetzungen historischen Urteilens und der Anerkennung in der Erinnerung reflektiert. Dramatisch kündigen sich hier Unterschiede, ja Gegensätze zwischen westlichen und außereuropäischen Kulturen an - vor allem der des Islam.
  • Produktdetails
  • Toldot. Essays zur jüdischen Geschichte und Kultur Bd.7
  • Verlag: Vandenhoeck & Ruprecht
  • Seitenzahl: 128
  • Erscheinungstermin: September 2007
  • Deutsch
  • Abmessung: 206mm x 118mm x 12mm
  • Gewicht: 160g
  • ISBN-13: 9783525350966
  • ISBN-10: 3525350961
  • Artikelnr.: 22794716
Autorenporträt
Diner, Dan
Dan Diner ist Professor für moderne und zeitgenössische europäische Geschichte an der Hebräischen Universität in Jerusalem sowie Professor für jüdische Geschichte am Historischen Seminar der Universität Leipzig. Von 1999 bis 2014 war er Direktor des Simon-Dubnow-Instituts für jüdische Geschichte und Kultur. Als ordentliches Mitglied der Philologisch-historischen Klasse der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig steht er dem in Verbindung mit dem Simon-Dubnow-Institut durchgeführten Forschungsprojekt 'Europäische Traditionen - Enzyklopädie jüdischer Kulturen' vor. 2006 wurde Dan Diner mit dem Ernst Bloch-Preis der Stadt Ludwigshafen am Rhein ausgezeichnet; im Jahr 2007 erhielt er den italienischen Premio Capalbio in der Sektion Internationale Politik. Als Gastprofessor wirkte er an Universitäten und Forschungsinstituten in Kassel, München, Wien, Urbana-Champaign, Luzern, Oxford und Princeton.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Den Rezensenten Martin Meyer hat Dan Diners Schrift über die weltgeschichtliche Geltung des Holocausts zu einigen grundsätzlichen Überlegungen über den Holocaust und die Conditio humana angeregt, was insofern etwas bedauerlich ist, als sich leider nicht immer ganz erkennen lässt, was nun von Meyer stammt und was von Diner. Es geht um die Frage, ob sich die Ermordung der europäischen Juden besser historisch oder philosophisch begreifen lässt. Diner plädiert - unter Meyers Zustimmung - dafür, den Holocaust nicht als Ereignis zu lesen, das uns philosophisch begreiflich macht, wozu Menschen fähig sind, sondern als historisch klar einzuordnendes Geschehen. Erst so werde der Holocaust als Zivilisationsbruch in seiner Einzigartigkeit begreiflich. Der Titel des Essays bezieht sich nun darauf, dass diese Einzigartigkeit in der Perspektive der Osteuropäer oder der Araber wegen ihrer eigenen Leiderfahrungen nicht solche Gültigkeit besitzt. Als eine weitere These Diners referiert Meyer die Idee, dass sich erst einem säkularen Denken die ganze Tragweite des Holocaust erschließe, denn die Voraussetzung eines lieben Gottes erlaubt Verdrängung.

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