Das Dritte Reich - Herbert, Ulrich
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Keine andere Zeit ist in den letzten Jahrzehnten gründlicher erforscht worden als die Jahre von 1933 bis 1945. Ulrich Herbert bietet mit diesem Band eine knappe Gesamtdarstellung des Dritten Reiches auf dem neuesten Stand. Nach einer Analyse der Faktoren, die den Aufstieg des Nationalsozialismus und die Etablierung der Diktatur ermöglicht haben, ist der größere Teil des Buches den Jahren von 1939 bis 1945 gewidmet, in denen sich die deutsche Geschichte in eine europäische und welthistorische Dimension ausweitet. Klar und prägnant im Urteil informiert der Band über Hitlers Krieg gegen die…mehr

Produktbeschreibung
Keine andere Zeit ist in den letzten Jahrzehnten gründlicher erforscht worden als die Jahre von 1933 bis 1945. Ulrich Herbert bietet mit diesem Band eine knappe Gesamtdarstellung des Dritten Reiches auf dem neuesten Stand. Nach einer Analyse der Faktoren, die den Aufstieg des Nationalsozialismus und die Etablierung der Diktatur ermöglicht haben, ist der größere Teil des Buches den Jahren von 1939 bis 1945 gewidmet, in denen sich die deutsche Geschichte in eine europäische und welthistorische Dimension ausweitet. Klar und prägnant im Urteil informiert der Band über Hitlers Krieg gegen die Sowjetunion, die deutsche Besatzungsherrschaft in Europa und die Ermordung der europäischen Juden.
  • Produktdetails
  • C.H. Beck Wissen Bd.2859
  • Verlag: Beck
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 133
  • 2016
  • Ausstattung/Bilder: 134 S. 180 mm
  • Deutsch
  • Abmessung: 180mm x 118mm x 12mm
  • Gewicht: 141g
  • ISBN-13: 9783406697784
  • ISBN-10: 340669778X
  • Best.Nr.: 44877090
Autorenporträt
Ulrich Herbert, geb. 1951, ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Freiburg. Er hat zahlreiche Publikationen insbesondere zur Geschichte der Fremdarbeiter und der Zeit des Nationalsozialismus vorgelegt. 1996 erschien die vielbeachtete Biographie Best. 1999 erhielt er den Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Inhaltsangabe
Vorwort

Erster Teil

Kaiserreich und Drittes Reich

Nachkriegsjahre

Die Rechte in Weimar

Zweiter Teil

"Machtergreifung"

Verfolgung

Wirtschaft und Gesellschaft

Expansion

Novemberpogrome

Kriegskurs

Dritter Teil

Erste Kriegsphase 1939 - 1941

Explosion der Gewalt

Barbarossa

Vernichtungspolitik

Krieg und Besatzung

Volksgemeinschaft im Krieg

Widerstand

Das Ende

Schluss

Zitatnachweise

Literaturhinweise
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Gregor Schöllgen spricht vonn einem großen Wurf auf kleinem Raum. Wie Ulrich Herbert auf gerade mal 130 Seiten die Geschichte des "Dritten Reiches" aufschreibt, findet er gelungen. Für das Gelingen des riskanten Unterfangens findet Schöllgen einen Grund: Herberts Zugriff. Über das Kaiserreich und die Widerlegung der Rede vom deutschen Sonderweg komme der Autor zu einer Kritik der Nationalismus-These und zeige, dass auch der Antisemitismus kein spezifisch deutsches Phänomen gewesen sei. Sodann belegt der Autor laut Schöllgen den Systemwechsel, indem er die Wucht der Komplizenschaft zwischen Führer und Volk erörtert. Dass der Autor dabei stets alle Bereiche, von der Politik bis zur Kultur im Blick hat, trägt für Schöllgen maßgeblich zur Überzeugungskraft seiner Thesen bei. Auch wenn die Genauigkeit bei diesem Zugriff auf diesem Raum mitunter leidet, wie Schöllgen feststellt, Herberts Buch erscheint ihm doch differenziert genug, um vorbildlich genannt zu werden. Die Darstellung des Zweiten Weltkriegs scheint dem Rezensenten sogar zum Besten zu gehören, was es in diesem Format gibt.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 17.10.2016
Präzisionswerk
Ulrich Herbert seziert das Dritte Reich auf 125 Seiten
Allein das Personenregister wirkt wie ein Witz. Eine Seite und darauf fünfmal Göring, viermal Goebbels und achtmal Himmler. Hitler kommt ein bisschen öfter vor, immerhin. Und das in einem Buch, das das gesamte „Dritte Reich“ beschreiben soll. Der Freiburger Historiker Ulrich Herbert ist sich dieser Problematik natürlich voll bewusst, im Vorwort schreibt er von einem „Wagnis“ und einer „knappen Skizze“. Auch auf den zweiten Blick scheint das Projekt dann aber nicht nur ein Wagnis zu sein, sondern ein riesengroßes Wagnis. „Das dritte Reich. Geschichte einer Diktatur“ umfasst gerade mal 125 Textseiten.
  Herbert, Autor der viel gerühmten „Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert“ (2014), kennt die Ereignisse und Zusammenhänge der Zeit zwischen 1933 und 1945 aus seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit wie wenige andere in Deutschland. Nur diese breite Kenntnis verleiht offenbar die Souveränität, das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte auf kleinstem Raum zu analysieren – fast ohne etwas Wichtiges auszulassen. Und es sind einige Kniffe nötig, die der Darstellung allerdings sehr zugute kommen.
  Zum ersten ist da der schon erwähnte fast völlige Verzicht auf Personalisierung. Die NS-Größen kommen nur da vor, wo es für die Erzählung unerlässlich ist. Zum zweiten gibt es recht wenige Zitate, auch dies ist dem Lesefluss förderlich. Und zum dritten wird die Geschichte schlicht und ergreifend auf Basis des neuesten Forschungsstandes präsentiert – die oft über Jahrzehnte geführten Fachdebatten über die Deutung und Gewichtung einzelner Aspekte der NS-Geschichte kommen mit Ausnahme eines kurzen Exkurses über die „Sonderweg“-These nicht vor. Das mag für Historiker ein Graus sein und manches Urteil von Herbert könnte auch auf Widerspruch stoßen.
  Trotz der Kürze wirkt die Lektüre nicht wie ein Schnelldurchgang, im Gegenteil. Faktengesättigt, nüchtern und sicher im Urteil faltet der Autor alle wichtigen Aspekte der braunen Diktatur auf, wobei ein Schwerpunkt auf der Interaktion der Deutschen mit der NS-Führung liegt. Zu jeder Phase seit dem Ende der Kaiserzeit wird ein Blick auf die Deutschen geworfen, die zum Ende der Weimarer Zeit die Demokratie mehrheitlich ablehnten, zum Beginn der Diktatur die „Legitimationsvokabel“ von der „Volksgemeinschaft“ gerne annahmen und auch während des Krieges von sozialpolitischen Leistungen profitierten. Der Autor zeigt, wie wenig Interesse die Deutschen dem Schicksal der Juden, aber auch dem der Zwangsarbeiter im Reich entgegenbrachten, und dass die, die wissen wollten, was in den Vernichtungslagern im besetzten Polen geschah, es zumindest erahnen konnten. „Die deutsche Gesellschaft funktionierte während der NS-Zeit als Herrschaft der rassisch Privilegierten und Bevorrechtigten, und indem dies zur alltäglichen Routine, zur sozialen Praxis wurde, stabilisierte sich dieser Mechanismus.“ Bei Teilen der Bevölkerung konstatiert Herbert zusammenfassend eine „Art von Komplizenschaft“ mit Hitlers Staat.
  Der Schwerpunkt der Darstellung liegt bewusst auf der Phase des Zweiten Weltkriegs, dem Vernichtungsfeldzug im Osten, den diversen Überlegungen zur Vertreibung der Juden, später der Debatte über die „Endlösung“ der Judenfrage und schließlich der Ausführung des Menschheitsverbrechens. Zahllose Zahlen und Zusammenhänge halten sich dabei die Waage. Themen wie Widerstand und alliierte Kriegspolitik bleiben allerdings Randaspekte. Bei aller Knappheit fehlt jedoch der Hinweis auf zahllose Widersprüche im Handeln der NS-Führung nicht.
  Ulrich Herberts schmaler Band ist darum auch nicht nur eine Einführung ins Thema. Er beinhaltet alle wichtigen Informationen, um mitreden zu können. Kurzum: Hier liest man eine präzisere Diagnose als in manchem dicken Wälzer zur NS-Geschichte.
ROBERT PROBST
  
  
  
  
Ulrich Herbert:
Das Dritte Reich.
Geschichte einer Diktatur. Verlag C.H. Beck München 2016, 133 Seiten, 8,95 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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"Faktengesättigt, nüchtern und sicher im Urteil [...] Hier liest man eine präzisere Diagnose als in manchem dicken Wälzer zur NS-Geschichte" Robert Probst, Süddeutsche Zeitung, 17. Oktober 2016 "Ulrich Herbert ist auf kleinem Raum ein großer Wurf gelungen" Gregor Schöllgen, FAZ, 11. Oktober 2016 "Herberts 'Geschichte des Dritten Reichs' [...] verdient bei der Auseinandersetzung mit den Deutschen im zurückliegenden Jahrhundert zur Standard-Lektüre zu werden." Matthias Arning, Frankfurter Rundschau, 13. September 2016