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"In Mexiko ist es das Beste, wenn man ein hässliches Mädchen ist." Ladydi wächst in einem Dorf in den mexikanischen Bergen auf. Es ist eine karge und harte Welt. Eine Welt, in der verzweifelte Mütter ihre Töchter als Jungen verkleiden oder in Erdlöchern verstecken, sobald am Horizont die Geländewagen der Drogenhändler auftauchen. Aber Ladydi träumt von einer richtigen Zukunft. Ein Job als Hausmädchen in Acapulco verspricht die Rettung, doch dann verwickelt ihr Cousin sie in einen Drogendeal ……mehr

Produktbeschreibung
"In Mexiko ist es das Beste, wenn man ein hässliches Mädchen ist." Ladydi wächst in einem Dorf in den mexikanischen Bergen auf. Es ist eine karge und harte Welt. Eine Welt, in der verzweifelte Mütter ihre Töchter als Jungen verkleiden oder in Erdlöchern verstecken, sobald am Horizont die Geländewagen der Drogenhändler auftauchen. Aber Ladydi träumt von einer richtigen Zukunft. Ein Job als Hausmädchen in Acapulco verspricht die Rettung, doch dann verwickelt ihr Cousin sie in einen Drogendeal …

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  • Produktdetails
  • Verlag: Random House Audio
  • Originaltitel: Prayers for the Stolen (Hogarth, Crown Publishing Group)
  • Gesamtlaufzeit: 354 Min.
  • Erscheinungstermin: 15.09.2014
  • ISBN-13: 9783837127836
  • Artikelnr.: 41487246
Autorenporträt
Jennifer Clement, 1960 in Connecticut geboren, wuchs in Mexiko-Stadt auf, studierte in New York und Paris Literaturwissenschaft und hat Lyrik und zwei Romane veröffentlicht. Für "Ein Gebet für die Verlorenen" recherchierte sie über zehn Jahre lang in der mexikanischen Provinz und führte Hunderte Interviews mit betroffenen vom Drogenkrieg betroffenen Mädchen und Frauen.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Rezensent Paul Ingendaay ist begeistert über Jennifer Clements Roman über die Mädchenräuber und Drogenkartelle von Mexiko. Dass die junge Autorin ohne pädagogischen und dokumentarischen Eifer erzählt, dafür dem deutschen Leser mit scharfem Blick und mittels großer Rechercheleistung knallharte Frauenschicksale in der indigenen Bevölkerung Mexikos vor Augen führt, scheint Ingendaay so neu wie lehrreich. Als guten Ersatz für den Lifestyle der Literatursalons empfindet das der Rezensent, räumt aber ein, dass Clement durchaus hohe poetische Kraft entwickelt. Dem Einwand, die Story lasse das "Fleisch" vermissen, hält Ingendaay Tradition entgegen: Clement schreibe in der Tradition Juan Rulfos, so eine Art mexikanischer Kafka, wie der Rezensent erläutert, und biete eine voraussetzungslose Geschichte. "Es geschieht, was geschieht", schreibt Ingendaay. Betreffend den Stoff erinnert Ingendaay ferner an die Nähe zu Roberto Bolano, auch wenn Clement ihren Stoff sehr viel knapper fasst und aus Kinderperspektive erzählt, wie der Rezensent erklärt. Die Schockwirkung sei die gleiche, meint Ingendaay.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 11.10.2014

Eine Dichterin studiert die Gewalt

Mädchenräuber, Dealerbanden, Exzesse der Gewalt: Jennifer Clements Roman "Gebet für die Vermissten" schildert Frauenschicksale in Mexikos gnadenlosem Drogenkrieg.

Eine arme Siedlung auf einem Hügel im mexikanischen Bundesstaat Guerrero. Es ist heiß. Hier gibt es kaum etwas außer Leguanen, Ameisen und Skorpionen. Die Männer sind in die Vereinigten Staaten abgehauen oder tot. Eine Handvoll Frauen und Kinder überlebt unter kargsten Bedingungen. Ein Mädchen, Ladydi García Martínez, erzählt diese Geschichte vom Aufwachsen, von Verlust und Gewalt, und selbst wenn man sich größte Mühe gäbe, ließe sich die Lakonik ihrer Sprache, die Nicolai von Schweder-Schreiner mit außerordentlichem Gespür übersetzt hat, kaum übertreffen. "Ein Reisebus tötete die Mutter meiner Mutter, als sie über die Straße wollte, um ihrer eigenen Mutter, meiner Urgroßmutter, einen Krug Milch zu bringen. An jenem Tag war die Straße voll von rotem Blut und weißer Milch."

Die Schnellstraße ist der Highway zwischen Mexiko-Stadt und Acapulco, der in neuerer Zeit den kleinen Ort zerschnitten und die Männer davongetrieben hat. Übrig bleiben Frauen, die ihre Kinder "hässlich machen" und die Mädchen als Jungen verkleiden, damit sie nicht von Drogen- und Menschenhändlern entführt werden. Sind die schweren, dunklen Autos zu hören, ist es meist schon zu spät, die Mädchen verschwinden für immer. Einmal kehrt eines, Paula, nach genau einem Jahr zurück. Kaum ein Wort kommt der Fünfzehnjährigen über die Lippen, ihr Körper ist von Brandnarben übersät. Sie stammen von Zigaretten. "Prayers for the Stolen" heißt Jennifer Clements Roman im Original, im Deutschen etwas zahmer "Gebete für die Vermissten". Es geht aber wirklich um Diebstahl von Menschen, um straffreie Gewalt und wie sie das Leben von Jugendlichen deformiert.

Jennifer Clement schreibt ohne pädagogischen Eifer, und man sollte sie vor falschen Erwartungen in Schutz nehmen: Diese Autorin erzählt als Dichterin, in Bildern, die nicht aus Reportagen und Dokumentationen stammen: "Es war Paulas Mutter, die die geniale Idee hatte, die Löcher zu graben. Sie wohnte gegenüber, in einem kleinen Haus mit einem Stück Land, auf dem Papayabäume wuchsen. Meine Mutter meinte, Guerrero verwandle sich langsam in einen Kaninchenbau, überall versteckten sich junge Mädchen in Erdlöchern. Sobald jemand einen SUV kommen hörte oder einen schwarzen Punkt in der Ferne sah oder auch zwei oder drei schwarze Punkte, rannten sie alle in ihre Löcher. ... Wir waren wie Kaninchen, die sich vor hungrigen streunenden Hunden verkrochen, Hunden, die das Maul nicht zubekamen und schon das Fell auf der Zunge schmeckten. Kaninchen stampfen bei Gefahr mit den Hinterläufen auf, und diese Warnmeldung geht dann durch den Boden und alarmiert die anderen Kaninchen im Bau. Bei uns in der Gegend war das schlecht möglich, da wir zu weit auseinander lebten."

"Gebete für die Vermissten" ist Jennifer Clements erste Veröffentlichung auf Deutsch. Frühere Bücher der 1960 geborenen Amerikanerin umfassen zwei schmale Romane, einen Band Lyrik und eine Erinnerung an den 1987 gestorbenen Künstler Jean-Michel Basquiat. Der wahre Grund dafür, dass Clements Werk erst jetzt zu uns gelangt, dürfte aber wohl anderswo zu suchen sein. Ihre Romane handeln von knallharten Mädchen- und Frauenschicksalen in Mexiko, bevorzugt unter der benachteiligten indigenen Bevölkerung. Weniger Lifestyle, weniger Schick für die Literatursalons der entwickelten Welt ist kaum denkbar. Die Autorin selbst, in New York und Paris aufgewachsen, hat den größeren Teil ihres Künstlerlebens in Mexiko-Stadt verbracht, ein Lyrikfestival ins Leben gerufen und dem mexikanischen PEN-Club als Präsidentin gedient. Der Klappentext verrät, Clement habe für ihren Roman mehr als zehn Jahre an Ort und Stelle recherchiert und "Hunderte Interviews mit vom Drogenkrieg betroffenen Mädchen und Frauen geführt".

Sollte das stimmen, ist ihre Leistung umso bemerkenswerter. Denn die Stille zwischen den Wörtern ist ihr so wichtig wie die Wörter selbst. Clement destilliert das Gehörte und Erfahrene in eine schlanke, wie hingetuschte Erzählung von hoher poetischer Kraft. Die Zeitebenen wechseln sprunghaft, Jahreszeiten rauschen vorbei, Menschen kommen und gehen. Doch immer wieder diese Bilder. Wie Sequenzen aus Kinderträumen beleuchten sie die wüstenartige Szenerie und beweisen, dass die Wirklichkeit für Kinder nicht nur aus Wirklichkeit besteht. Am Ende macht man die Rechnung auf und stellt fest, dass die allermeisten Figuren tot oder verschwunden sind. Auch den Weg von Ladydi bestimmt der böse Zufall. Eigentlich soll sie weg von der saufenden Mutter, die ihre Tage vor dem History Channel verdämmert, und im Haus reicher Leute in Acapulco als Kindermädchen arbeiten, doch dann gerät sie in einer Drogen- und Mordgeschichte zwischen die Fronten und landet minderjährig im Gefängnis. Kein Mitleid!, scheint der Erzählstil uns zu sagen. Lernt lieber das Staunen. "Es gibt sowieso schon genug Mädchen", meint eine freundliche Frau im Knast, die ihre Kinder ermordet hat. "Wir brauchen wirklich nicht noch mehr."

Manche Leser könnten an der Story, die Clement in 27 kurzen Kapiteln entfaltet, das Fleisch vermissen, die große Epik. Aber die Autorin schreibt auch in der Tradition des bedeutendsten mexikanischen Erzählers des letzten Jahrhunderts, Juan Rulfo, der mit einem Gesamtwerk von wenigen hundert Seiten die lateinamerikanische Literatur revolutionierte und für den Kontinent in etwa das darstellt, was Kafka bei uns ist. Clement setzt nichts voraus und erwähnt noch nicht einmal, dass ihre Figuren der indigenen Bevölkerung angehören. Es geschieht, was geschieht. Schutzlose Menschen werden hier von den Mädchenräubern der Drogenkartelle, dort von der Polizei bedrängt, die in den gleichen aufgemotzten Autos oder mit Helikoptern aus dem Nichts auftaucht und mit derselben gesichtslosen Anmaßung überfällt, brandschatzt, mordet. Wer weiß, in wessen Händen die erbeuteten Drogen enden?

Wer Roberto Bolaños fulminanten Roman "2666" gelesen hat, wird um den Vergleich kaum herumkommen: Zwischen dem dicken und dem schmalen Buch existiert eine Verwandtschaft im Stoff, auch wenn die narrativen Mittel nicht unterschiedlicher sein könnten. Der 2003 gestorbene Chilene legt im Mittelteil seines in Mexiko angesiedelten Riesenromans ein Archiv der in den neunziger Jahren getöteten Frauen an, trägt wie ein Forensiker ihre Spuren, Todesarten oder die Umstände ihres Verschwindens zusammen, als hätte ein besessener Romanschriftsteller kommen müssen, um auf den staubigen Highways seiner inneren Landschaft eine unendliche Reihe von Gedenksteinen zu setzen. Jennifer Clement beschreitet die mexikanischen Killing Fields von der anderen Seite und hält dem Schrecken über die marode Gesellschaft, in der indifferent getötet und nichts aufgeklärt wird, die scheinbar naive, trotz allem verzauberungsbereite Wahrnehmung eines Kindes entgegen. Als die Drogenpolizei die Szene betritt, um Ladydis kurzes Liebesidyll mit dem Gärtner Julio zu beenden und das Mädchen mitzunehmen, wird die alte Hausangestellte umstandslos erschossen. Ladydi wagt nicht einmal einen Blick zurück.

Die Schockwirkung bei Clement steht der von Bolaño in nichts nach. Beide Autoren fliehen vor dramatischen oder sentimentalisierenden Effekten, nur in entgegengesetzte Richtungen. Am Ende allerdings schummelt die Autorin, denn es ist wenig glaubhaft, dass die Ich-Erzählerin ihre Schwangerschaft vor sich selbst und ihren weiblichen Mithäftlingen verheimlicht. Die Nachricht, mit der sich das Kind der ersten Buchseiten in eine junge Erwachsene verwandelt und ein biologischer Zyklus sich schließt, passte wohl zu schön als Schlussakkord. Ist es Hoffnung? Ein Immer-so-weiter? Mit dieser Frage werden wir entlassen, während die unerhörten Bilder dieses Romans im Hinterkopf fortglühen.

PAUL INGENDAAY.

Jennifer Clement: "Gebete für die Vermissten". Roman. Aus dem Amerikanischen von Nicolai von Schweder-Schreiner.

Suhrkamp Verlag, Berlin 2014. 230 S., geb., 19,95 Euro.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Ein herzzerreißender Roman, messerscharf beobachtet."
The Guardian