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'Die 1842 erschienene Novelle von Jeremias Gotthelf hat auch im 21. Jahrhundert nichts von ihrer Faszination verloren. Sie ist schlechthin ein Thriller! Es ist Sonntag, ein Kind wird getauft, die Taufgesellschaft lagert sich um einen Baum. Auf den "wüsten, schwarzen Fensterpfosten" seines Hauses angesprochen, erzählt der Großvater die Geschichte vom Satanspakt der Christine, die die Seele eines noch ungetauften Kindes dem Teufel verspricht und in eine Spinne verwandelt wird.…mehr

Produktbeschreibung
'Die 1842 erschienene Novelle von Jeremias Gotthelf hat auch im 21. Jahrhundert nichts von ihrer Faszination verloren. Sie ist schlechthin ein Thriller!
Es ist Sonntag, ein Kind wird getauft, die Taufgesellschaft lagert sich um einen Baum. Auf den "wüsten, schwarzen Fensterpfosten" seines Hauses angesprochen, erzählt der Großvater die Geschichte vom Satanspakt der Christine, die die Seele eines noch ungetauften Kindes dem Teufel verspricht und in eine Spinne verwandelt wird.
  • Produktdetails
  • Verlag: Hörbuch Hamburg
  • Gesamtlaufzeit: 218 Min.
  • Erscheinungstermin: Februar 2006
  • ISBN-13: 9783899037043
  • Artikelnr.: 20773483
Autorenporträt
Gotthelf, Jeremias
Albert Bitzius, so hieß Jeremias Gotthelf mit seinem bürgerlichen Namen, wurde am 4. Oktober 1797 in Murten, Schweiz, geboren. Schon früh, als junger Pfarrvikar, sah er sich mitten in dem Kampf zwischen christlicher Lebensordnung und der drohenden Zersetzung durch den Zeitgeist gestellt: Hochmut, Geiz, Ichsucht und Hartherzigkeit auf der Seite der Besitzenden, Trägheit, Schlendrian, Auflehnung und Armennot bei der ländlichen Bevölkerung. Jeremias Gotthelf hielt den Schweizern einen wahren Spiegel der Zustände auf dem Land vor. Er starb 1854 in Litzelflüh/Emmental.

Lichtenhahn, Fritz
Fritz Lichtenhahn, geboren 1932 in Arosa, spielte an vielen großen deutschsprachigen Bühnen, bis 1997 am Hamburger Thalia Theater. Großen Erfolg erlebte Lichtenhahn als Familienvater Bruno Semmeling in Dieter Wedels Fernsehproduktionen Einmal im Leben, Alle Jahre wieder und Die Affäre Semmeling.
Rezensionen
Besprechung von 08.05.2006
DAS HÖRBUCH
Warze des Teufels
Ein Geniestreich: Fritz Lichtenhahn liest Gotthelf
Christine hat die Seele eines ungetauften Kindes, dessen Geburt noch gar nicht in Aussicht steht, dem Teufel versprochen. Weil sie ihr Versprechen nicht hält, verwandelt sie der Teufel in eine schwarze Spinne, die das Übel über die Menschen und Tiere bringt. Von Tod, Pest und Teufel erzählt die Novelle von Jeremias Gotthelf, zuerst erschienen 1842 – und 164 Jahre später kaum weniger beängstigend, wofür auf der Sprechplatte sorgt: Fritz Lichtenhahn.
Ja, wer mit einem Fläschchen und einer Knabberei es sich gemütlich macht vor den Filmen der zeitgenössischen Gruseler wie Stephen King, um nur einen für alle zu nennen, dem werden bei Gotthelf-Lichtenhahn die Knabberkrümel aus dem Mund fallen. Dafür sorgt Mehreres: Freilich ist die aus der Handlung sprechende Phantasie spürbar begründet durch schreckliche Erfahrung, des Schwarzen Todes nämlich: der Pest, welche auch die Schweiz im Mittelalter heimsuchte und manchen Landstrich entvölkerte und die in der volkstümlichen Weitergabe bis 1842 bildreicher erhalten geblieben sein mag als heutige Katastrophen sich auch nur für Tage bewahren, weil unsereins übersättigt ist davon.
Das miasmatische Grauen hat Gotthelf in seinen Text gemischt wie die Kopfnote in ein penetrantes Parfüm: man wird’s nicht los. Eine zweite Qualität bringt Fritz Lichtenhahn – im Wortsinn – kongenial zu Gehör, die geniale Prosa nämlich, die verheißungsvoll zu fatalistischem, bedrohlichem Stabreim schon am Anfang in der Schilderung einer Landschaft sich gestaltet, aber nicht durch den Text an sich, dem diese Möglichkeit lediglich innewohnt, sondern weil Lichtenhahn die Konsonanten und Vokale so auseinander nimmt und wieder zusammensetzt, als wären es wirkliche Stabreime, die er vorzutragen hat. Das ist unheimlich! Lichtenhahn produziert hier einen eigenen Magnetismus: er versetzt den Hörer in eine Daueranspannung, aus welcher man erst am Ende jeder der drei Platten nur noch erschöpft zusammensinken kann – um bald die nächste bis zur letzten zu hören, um zu erfahren, ob der furchtbare Teufel, ein grün gewandeter vollbärtiger Rotschopf, die Warze in Christines Gesicht tatsächlich in eine sich rasch vermehrende Spinne verwandelt hat, ob er schließlich tatsächlich Christine selbst in eine Monsterspinne verwandelt, deren lange schwarze Beine sich tatsächlich durch eiserne Helme und Schädelknochen hindurchglühen können bis in die Gehirne von Rittern hinein, die sonst jeden Feind mit dem Schwert zerschmettern.
Eine teuflische Spinne, die über Generationen hinweg gefangen wird in einem hölzernen Fensterstock, bis sie tatsächlich ein Tollkühner befreit – das Grauen scheint kein Ende zu finden – sie neues Elend an der neuen Generation anrichtet, bis sie wieder gefangen wird – und manchmal in ihrem hölzernen Verlies schnurrt wie eine Katze – und den Hörer von der Wahrheit der Geschichte fast zu überzeugen vermag.
Wahr ist sie im übertragenen Sinne. Denn ein Weiteres versetzt den Hörer in Unruhe: Das Ursächliche. Der Teufel kommt nicht von allein, als irgendeine zufällige Krankheit, er ist auch nicht allmächtig. Er kommt, weil die Menschen, geängstigt vor dem Bösen, die Gottesfurcht verlieren, die hier nicht nur eine Schaumblase ist, sondern die steht für den Glauben in uns selbst, für das Vertrauen, für die Liebe und den Glauben an die Liebe.
Der Zweifel kann allerdings ansteckend sein wie der Keim einer Krankheit, und wenn eine Dorfgemeinschaft, eine Solidarität, auseinander fällt, weil man einem Menschen mehr traut als dem eigenen Gewissen, hier der armen Christine (welch ein Name!), die nichts Böses wollte und trotzdem schuldig wurde und mit der alten Moral bricht, dann greift ein Krankheitskeim über.
Bevor Bücher geschrieben wurden, war Literatur gesprochenes Wort. So alt ist das Buch von Jeremias Gotthelf nicht, aber Lichtenhahn lässt die Verzauberung wieder erstehen, die vom gesprochenen Wort aus- und in den Hörer hineingeht, in diesem Falle ihm Schauerwellen des Gruselns unter das Nervenkostüm jagt. Diese Sprechplatte ist von überwältigender Herrlichkeit. MARTIN Z. SCHRÖDER
JEREMIAS GOTTHELF: Die Schwarze Spinne. Gelesen von Fritz Lichtenhahn. Hörbuch Hamburg, Hamburg 2006. 3 CD, 218 Min., 9,90 Euro.
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Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Martin Z. Schröder ist geradezu außer sich vor Entzücken über diese Hörbuchfassung von Jeremias Gotthelfs 1842 erstmals erschienenen Novelle "Die Schwarze Spinne". Selbst an Stephen King geschulte Gruselfreunde werden bei diesen drei CDs vor Entsetzen die "Knabberkrümel aus dem Mund fallen", da ist sich der Rezensent sicher, was er nicht zuletzt auch dem Sprecher Fritz Lichtenhahn anrechnet. Denn das "miasmische Grauen", das dem Text über Christine innewohnt, die vom Teufel in eine schwarze Spinne verwandelt wird und zur tödlichen Gefahr für Menschen und Tiere wird, setzt der Sprecher "kongenial" um und hält damit seine Hörer in "Daueranspannung". Damit lasse Lichtenhahn die "Verzauberung wieder erstehen", die zu Zeiten der mündlichen Überlieferung die Hörer von Geschichten in Bann geschlagen habe, lobt Schröder, der schließlich vollends entzückt von der "überwältigenden Herrlichkeit" dieses Hörbuchs schwärmt.

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