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Joseph Conrads berühmtes Meisterwerk ist die packende und abenteuerliche Erzählung von Kapitän Marlows Reise in den Kongo und diente Francis Ford Coppola als Vorlage zu seinem Film Apocalypse Now.

Produktbeschreibung
Joseph Conrads berühmtes Meisterwerk ist die packende und abenteuerliche Erzählung von Kapitän Marlows Reise in den Kongo und diente Francis Ford Coppola als Vorlage zu seinem Film Apocalypse Now.
Autorenporträt
Joseph Conrad, geboren am 3.12.1857, wuchs als Waise bei seinem Onkel in Krakau auf. 1874 ging er zunächst nach Frankreich, wurde 1886 britischer Staatsbürger und machte als Seemann seine Leidenschaft zum Beruf. Als er 1890 aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf aufgeben musste, verarbeitete er seine Reiseerlebnisse in seinen Erzählungen, unter denen "Lord Jim" (1900) und "Herz der Finsternis" (1902) zu den berühmtesten zählen. Joseph Conrad starb am 3.8.1924 in England. Manfred Zapatka ist einer der großen deutschen Charakterdarsteller. Große Popularität erlangte er u.a. durch seine gefeierten Rollen in Heinrich Breloers Doku-Drama Todesspiel, in Das Himmler-Projekt und in der Serie KDD - Kriminaldauerdienst. 2009 wurde er als Bester Interpret mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 03.12.2007

DAS HÖRBUCH
Beunruhigend anders
Hörbücher zum 150. Geburtstag von Joseph Conrad
Die See war dem Kapitän schon mit Mitte Dreißig verwehrt. Ein chronisches Fieber, das er sich auf dem Kongo eingefangen hatte, zwang ihn 1893 zum Landleben – und machte den Seemann Joseph Conrad zum Schriftsteller. Diesem Fieber verdanken wir jene Romane, die Stichworte für einige von Hollywoods bösesten Alpträumen gaben.
Conrads Leben hatte ihm sein literarisches Material geliefert. Schon lange, bevor er als Kapitän zwischen Afrika und Ostindien fuhr, hatte er eine europäische Odyssee hinter sich. Am 3. Dezember 1857 nahe Kiew geboren, musste der sechsjährige Józef seinen polnischen Eltern in nordrussische Verbannung folgen. Mit sechzehn heuerte er in Marseille
an, 1886 wurde er britischer Staatsbürger, bald Kapitän – die englische Sprache hatte er erst mit 21 Jahren gelernt. An Conrads 150. Geburtstag erinnern einige Hörbuch-Lesungen, denen sein Werk schon deshalb sehr entgegenkommt, weil Conrad oft durch einen Erzähler einen Abstand zur Handlung setzt – einen Sicherheitsabstand. Denn das verstörend Fremde, Unbekannte ist hier oft regelrecht physisch präsent. Conrad ist ein Meister der Unmittelbarkeit, Analytiker ist er nicht. Deshalb ist vor allem seine Darstellung von Schwarzen nicht frei von Rassismus – doch die Irritation, die das unbegreiflich Andere hier auslöst, ist
existenziell, und sie fällt stets auf Europa und den Kolonialismus zurück.
Man stolpert heute über den Titel „Der Nigger von der Narzissus” (1897), einen Roman, den Charles Brauer für den sich auch sonst um Conrad verdient machenden Mare-Verlag liest. Die „Narcissus” ist ein ruhiges, die Besatzung gut bezahlendes Handelsschiff, hier drohen keine Meutereien oder weißen Wale. Und doch verwandeln es zwei Neumatrosen in kurzer Zeit in ein Labor menschlicher Krisen. Da ist der Halunke Donkin, ein kalter Verbrecher, feige und intrigant. So konkret und exemplarisch zugleich, wie Conrad diesen Kerl schildert, muss er vielen solcher modernen Verdammten begegnet sein. Und dann ist da der „Nigger” Wait, der „schwarze Gentelman”, der als edler Wilder die Szene betritt.
Der Teufel ist ein netter Mann
Damit scheint das Spiel aufgestellt – aber es kommt anders. Wait liegt bald, angeblich todkrank, in seiner Kajüte, und treibt die Besatzung mit kapriziösen Ansprüchen zum Wahnsinn. In dieser erhitzten Stimmung kommt es nach einer beinahe-Havarie fast zu Meuterei und Mord. Nur fast – doch die Verzahnung von Bosheit, Verhetzung und Dummheit erzeugt eine Beunruhigung, die weit über die Situation hinaus nachwirkt. Das hört man auch dem Erzähler an, einem einfachen Matrosen. Charles Brauer gibt ihm einen besonnenen Grundton, entsprechend der immer wieder in stilles Fahrwasser gleitenden Handlung – um davon umso schärfer die tumulthaften, grellen Szenen im unübersichtlichen Schiffsdunkel abzuheben.
Noch mehr ins Ohr geht „Herz der Finsternis” (1902), eine Geschichte, die Ver-düsterung und Sichtlosigkeit zum Prin-zip hat. So unmitteilbar „wie ein Traum”, sagt der Seemann Marlow, sei, was er im Kongo erlebt habe – es ist ein Alptraum, eine danteske Höllenvision in Zeiten des brutalsten Kolonialismus. Zugrunde liegt ihr eine barbarische Wirklichkeit, nämlich die Ausbeutung des Kongogebiets als Privatbesitz des belgischen Königs Leopold II., bei der 10 Millionen Menschen ermordet wurden. An Handlung passiert nicht viel mehr als eine Dampferfahrt den Kongo hinauf, zum Elfenbeinagenten Kurtz. Doch die haltlose Bedrohtheit des Schiffs im schlammigen, felsenreichen Wasser des vor Urwald uferlosen Flusses entwickelt sich zu einer surrealen Szenerie. Sie hat Momente absurder Komik, vor allem aber zeigt sie eine extreme sittliche Verwahrlosung, die in Kurtz gipfelt, mit dem Conrad einen Archetypen des charismatischen, modernen Bösen geschaffen hat.
Unter mehreren Aufnahmen sticht die mit Manfred Zapatka hervor . Der ruhige
Extremschauspieler Zapatka ist hier genau der richtige. Aus Kurtzens Anhängern macht er kleine Wahnstudien, Fanatiker, denen das Gift blinden Glaubens auf die Stimme schlägt. Kurtz aber, das finsterste aller Herzen, gibt er undämonisch, fest, überzeugend – man muss sich den Teufel schließlich als einen netten Mann vorstellen. Und in Marlow, dem Erzähler, lässt Zapatka stets jene leichte Naivität durchklingen, ohne die der seine Reise gar nicht hätte durchstehen können. Wer „Heart of Darkness” im Original hören möchte, kann zu Scott Bricks Lesung greifen
Man muss ehrlich sein: Mit Zapatkas Tiefenbohrung hat das nichts zu tun. Doch ist Brick ein routinierter, sehr gu-ter Sprecher, dessen robuste Art in ihrer Weise dem Schiffer Marlow, der seine Erlebnisse selbst nicht recht begreift, gut entspricht. Und darin sind Conrads Leser und Zuhörer mit dem Autor ohnehin vereint: Das erstaunliche, beunruhigende Fremde nicht ganz zu begreifen. WILHELM TRAPP
JOSEPH CONRAD: Der Nigger von der Narzissus. Sprecher: Charles Brauer. Mare-Hörbuch, Hamburg 2007, 4 CDs, 288 Min., 19,95 Euro.
JOSEPH CONRAD: Herz der Finsternis. Sprecher: Manfred Zapatka. Argon Verlag, Berlin 2007, 4 CDs, 310 Min., 19,95 Euro.
JOSEPH CONRAD: Heart of Darkness. Sprecher: Scott Brick. Bertz & Fischer, Berlin 2007, 1 MP 3 mit englischem Text, 264 Min., 19,90 Euro.
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 28.08.2004

»HERZ DER FINSTERNIS«

Eigentlich ist es immer gerade das, was ich als nächstes lesen will. Meist kommt irgend etwas dazwischen, das keinen Aufschub duldet, etwas Wichtigeres, Aktuelles, das ich mir unbedingt gleich vornehmen muß. Bei meinem Lieblingsbuch dagegen weiß ich ja schon, was drinsteht. Wozu es also nochmals lesen? Weil es mir jedesmal aufs neue fremd und aufregend und anders vorkommt. Vielleicht verhält es sich mit Büchern tatsächlich wie im Leben: Das wahrhaft Liebste ist so unwahrscheinlich, daß man nie aufhört, darüber zu staunen.

Bei der zweiten Lektüre war mir die erste ziemlich peinlich. Schon erstaunlich, dachte ich, wie mich dieses Seemannsgarn dermaßen fesseln konnte. Reiseabenteuer vor Urwaldkulisse - was man halt in jungen Jahren so mag. Doch wieso hätte ich es später wohl noch einmal lesen wollen, wären mir darin nicht so viele unbehagliche Momente düster in Erinnerung geblieben, die so gar nicht in das populäre Muster passen. Erst beim dritten Mal begriff ich: Diese irrsinnige Flußfahrt, von der hier erzählt wird, führt nicht ins Innere irgendeines fremden Kontinents, sondern geradewegs ins eigene Grauen, den blinden Fleck unserer Zivilisation. Beim vierten Lesen dann, ich war inzwischen besser informiert, sah alles anders aus. Wie hatte ich übersehen können, daß diese psychologische Parabel ihre schnöde Voraussetzung in der kolonialen Weltsicht hat, die den weißen Mann ins Zentrum und alle anderen an den Rand stellt? Kein Wunder, daß im zwanzigsten Jahrhundert große Autoren aus Afrika oder der Karibik diese befremdliche Geschichte vielfach neu und anders erzählt haben. Kein Wunder aber auch, daß ich mir den kurzen Text, der soviel Widerspruch herausfordert, immer wieder vornehme.

Erst neulich schien es mir dabei, als sei die zentrale Figur nur ein notdürftiger Platzhalter, der für uns einsteht, während alles Wichtige sich ganz am Rand vollzieht. Zum Beispiel gibt es da jene erstaunliche Stelle, wo der Held mitten im Urwald, in der schrecklichsten Einöde, ausgerechnet auf ein Buch stößt. Darin muß irgend etwas Entscheidendes gesagt sein, aber was genau, bleibt unklar. Eigentlich muß ich Joseph Conrads "Herz der Finsternis" demnächst dringend wieder einmal lesen.

TOBIAS DÖRING

Informationen zu "Unsere Besten - Das große Lesen", einer gemeinsamen Aktion von ZDF und F.A.Z., finden sich im Internet unter www.faz.net/lesen.

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"César Rendueles nimmt uns mit auf einen Assoziationstrip in das Herz des mörderischen Kapitalismus."
Klaus Bittermann, taz. die tageszeitung 15.12.2018

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Rezensent Martin Z. Schröder ist beeindruckt von den Nuancen, die der Vorleser Manfred Zapatka in seine Interpretation von Joseph Conrads "Herz der Finsternis" legt. Er geht in seiner Meinung nach in bemerkenswerter Weise auf den Text ein, passt seine Stimme dessen Stimmungen an und belegt damit " dass der Vortrag des Gedruckten eine Art Übersetzung ins Gesprochene sein kann." Zugleich gelingt es ihm, den in schriftlicher Form sehr "gedankendichten" Text, den man sich als Leser mit hoher Konzentration zu Gemüte führen muss, aufzulockern, indem er sich beim Vortrag "die Zeit nimmt", die der Kurzroman braucht, um seine Wirkung zu entfalten.

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