Die Alte Welt (eBook, ePUB) - Barceló, Pedro
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  • Format: ePub


Die Begriffe Universalität und Globalisierung sind heute in aller Munde, aber sie sind nicht neu, ihre Wurzeln reichen bis in die Antike, in den durch Hellenismus und das Römische Reich geschaffenen Kulturraum. Der große Althistoriker Pedro Barceló entwirft, als Summe seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit der alten Welt, das Panorama der wichtigsten Faktoren der politischen, ökonomischen, sozialen und religiös-kultischen Entwicklungen der Antike. Dabei arbeitet er die prägenden räumlichen Begebenheiten und kulturellen und mentalen Konstanten heraus, die die antike Geschichte über…mehr

  • Geräte: eReader
  • mit Kopierschutz
  • eBook Hilfe
  • Größe: 14.85MB
Produktbeschreibung
Die Begriffe Universalität und Globalisierung sind heute in aller Munde, aber sie sind nicht neu, ihre Wurzeln reichen bis in die Antike, in den durch Hellenismus und das Römische Reich geschaffenen Kulturraum. Der große Althistoriker Pedro Barceló entwirft, als Summe seiner jahrzehntelangen Beschäftigung mit der alten Welt, das Panorama der wichtigsten Faktoren der politischen, ökonomischen, sozialen und religiös-kultischen Entwicklungen der Antike. Dabei arbeitet er die prägenden räumlichen Begebenheiten und kulturellen und mentalen Konstanten heraus, die die antike Geschichte über zweitausend Jahre bestimmten: Welche überzeitlichen Mythen durchziehen die griechisch-römische Mittelmeerkultur? Welche gemeinsamen Vorstellungen von Göttlichem, von Herrschaft oder Feindschaft? Denn es sind vor allem diese anthropologischen Phänomene, die den Kulturraum von Ägyptern, Griechen und Römern zu einem großen Ganzen machten, und die uns heute noch prägen - weil wir in ihren Fußstapfen wandern.

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  • Produktdetails
  • Verlag: wbg Philipp von Zabern
  • Seitenzahl: 700
  • Erscheinungstermin: 25. Februar 2019
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783805351874
  • Artikelnr.: 55449943
Autorenporträt
Pedro Barceló, geb. 1950, war bis 2015 Professor für Alte Geschichte an der Universität Potsdam. Innerhalb der griechisch-römischen Antike beschäftigte sich der international renommierte Historiker unter anderem mit der Geschichte von Religion und religiösem Wandel, von Randgruppen und der Rolle des Christentums. Bei der WBG erschien von ihm u.a. die Biographie "Alexander der Große" (2007) sowie "Kleine griechische Geschichte" und "Kleine römische Geschichte".
Inhaltsangabe
Einleitung 11I Land und Meer 171 Land als Lebensraum und Quelle der Macht 182 Oikos und Polis 233 Das Meer als Hindernis, Verkehrsweg und Siedlungsraum 384 Magie fremder Länder 455 Rom: Von einer italischen Landmacht zum Mittelpunkt der Oikumene 526 Politisierung des Meeres 647 Antike Wasser- und Landgrenzen 708 Orbis terrarum und Okeanos als variable Größen 789 Phöniker und Griechen im Westen 85II Mythos und Historie 941 Homer und kein Ende 952 Zwischen Realität und Zauber 1053 Demokratischer Mythos 1134 Der Mythos Alexander 1195 Vergangenheit als Ideal 1306 Mythologische Verklärungen 1347 Konstruktion des Barbaricum 150III Kult und Erlösung 1691 Erschaffung des Olymp 1702 Religiöser Eifer 1733 Grundzüge römischer Religionsausübung 1834 Christentum und römischer Staat 1925 Handeln im göttlichen Auftrag 2026 Durchsetzung des Christentums 2247 Fundamentalistische Tendenzen im römischen Kultbetrieb 2338 Herrscherkult im Christentum 2459 Paradigmenwechsel: Zur Entgöttlichung christlicher Herrscher 250IV Herrschen und Dienen 2551 Sklaverei zwischen Regelerscheinung und Massenphänomen 2562 Die Stimme des Ich: Archilochos, Sappho, Alkaios, Theognis, Pindar 2633 Verblendung der Macht 2694 Militärverfassung als Spiegelbild der Gesellschaft 2795 Markante Profile 2886 Soziale Machtgruppen 3287 Gescheiterte Machtmenschen 347V Krieg und Gewalt 3601 Gewaltsame Exzesse 3612 Epochale militärische Konfrontationen 3693 Präventivkriege? 3844 Kriegsschuldfrage 3925 Zwischen Gewalt und Staatsstreich 4006 Geld und Krieg 4097 Urbane Pulverfässer: Antiochia, Alexandria, Rom, Thessalonike, Constantinopel 425VI Regierungsstile - Herrschaftsformen 4321 Solonischer Bürgerstaat 4332 Kalifat oder Zivilgesellschaft 4413 Politische Diskurse 4454 Caesarismus als Macht der Worte, Bilder und Bajonette 4715 Fortschreibung des Ausnahmezustandes: Augusteisches Principat 4806 Spätantikes Herrschertum 4957 Zur Erosion kaiserlicher Machtgrundlagen 504VII Monotheismus als politisches Problem 5131 Das Christentum wird salonfähig 5142 Christliche Heterogenität 5183 Konkurrierende Diskurse 5214 Einbettung des Monotheismus in eine polytheistische Welt 5345 Klerikale Machtkämpfe 5416 Tauziehen um die religiöse Deutungshoheit 5487 Imperator christianissimus 5558 Neue Räume der Macht: Christliche Gotteshäuser 560VIII Ikonographie der Macht 5711 Bausteine für eine Phänomenologie des antiken Herrscherbildes 5722 Früheste Beispiele 5793 Machtmenschen der archaischen Welt 5884 Herausragende Individuen der Poliswelt 5935 Brückenschlag zum Hellenismus: Zwischen Kontinuität und Wandel 5976 Hellenistische Potentaten 6017 Karthagische Machtmenschen 6228 Auftrumpfende Bilder der späten römischen Republik 6249 Herrscherrepräsentation in augusteischer Zeit 62810 Kaiserliche Repräsentation in der Spätantike 63111 Christusdarstellungen 646Anmerkungen .654Bibliographie 681Abbildungsnachweis 703
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 28.05.2019

Mit Herodot zum richtigen Patriotismus
Pedro Barceló versucht sich in Brückenschlägen von der Alten Welt in die Gegenwart

Einbändige Darstellungen der griechischen und römischen Geschichte werden seit Generationen immer wieder vorgelegt. Um auf diesem Feld noch einen guten Platz zu finden, bedarf es in erster Linie einer überzeugenden Konzeption. Die traditionelle, chronologisch verfahrende Erzählung mit einigen starken Gesichtspunkten legt eine linear-kontinuierliche Lektüre nahe. Aber wer liest heute noch dicke Bücher ganz durch? Wohl auch aus diesem Grund hat sich der Potsdamer Emeritus Pedro Barceló für ein eher mosaikartiges Verfahren entschieden, eine "Sammlung von Impressionen zur Geschichte und zu Geschichten der Alten Welt". Das kommt weniger autoritativ daher, man kann mittendrin anfangen und hat im besten Fall bereits nach fünfzig Seiten ein Bild.

Die Kapitel zu Großthemen wie "Land und Meer", "Kult und Erlösung", "Herrschen und Dienen" sowie "Krieg und Gewalt" schreiten jeweils die gesamte Antike ab. Wer sich in den elementaren Tatsachen einigermaßen auskennt, findet in den folgenden Abschnitten unter Überschriften wie "Ikonographie der Macht", "Regierungsstile - Herrschaftsformen" oder "Monotheismus als politisches Problem" überraschende Zuspitzungen.

So stellt der Autor dem Entwurf Solons, den gesamten Bürgerverband in die politische Verantwortung für Athens Gedeihen zu nehmen, das islamische Kalifat gegenüber, das als theokratisches System "keine Verfassung, keinen Wandel, im Grunde genommen auch keinen Staat und keine Politik" benötigte. Dabei erinnert Barceló daran, dass der auf eine Eliminierung der Politik zielende Platon bei der Konstruktion eines politischen Islams eine viel größere Rolle spielte als Aristoteles mit seinem Denken von Ordnung in Varianzen. Diese Gegenüberstellung ist pointiert gedacht (und geeignet, Gegenrede zu provozieren) - aber die präziseren Argumente dafür finden sich bei Egon Flaig (F.A.Z. vom 28. Dezember 2007).

Auch sonst schätzt der Autor Analogien und Brückenschläge in unsere Gegenwart, wenn er etwa die wirtschaftliche Erholung Karthagos nach dem Hannibalkrieg mit dem Aufschwung der jungen Bundesrepublik vergleicht. Dem "konstitutionellen Patriotismus" in der attischen Tragödie und bei Herodot komme im einundzwanzigsten Jahrhundert gar eine Vorbildfunktion zu, da angesichts des tiefgreifenden Integrationsprozesses der Europäischen Union der Patriotismus nationaler Prägung im Vergleich zum Verfassungspatriotismus veraltet sei. Das kann man auch anders sehen.

Generell lässt sich Barceló in humanistischer Manier von der Absicht leiten, aus der Antike als einer "Quelle der Inspiration und Erfahrung für menschliche Grenzsituationen" Funken der Erkenntnis herauszuschlagen. Die Epoche ist ihm Archiv der Erinnerung, Katalysator unseres kulturellen Erbes und Vorbild für die zivilisatorische Entwicklung der nachfolgenden Epochen.

Der Anlage des Buches entsprechend sucht der Autor auch sprachlich zu differenzieren: Neben beschreibenden oder erzählenden Passagen stehen eher locker skizzierte Beispiele sowie biographische Vignetten. So wird etwa ein Brief Caesars aus der Frühphase des Bürgerkriegs als kaum verschlüsseltes Programm einer monarchischen Herrschaft interpretiert. Auch Bildzeugnisse kommen in exemplarischen Interpretationen zur Evidenz. Hin und wieder lässt der Autor zudem den Forscher durchscheinen, der sich in einem "investigativen Duktus" zu offenen oder strittigen Fragen äußert und auf diese Weise zugleich deutlich macht, wie es mit unseren vermeintlich gesicherten Einsichten oft steht. Lesenswert ist, wie Barcélo die Finanzierung des Zweiten Punischen Krieges auf beiden Seiten vergleicht. Und in welcher anderen Darstellung dieses Formats finden sich Unterkapitel zu Tartessos, dem Hasdrubal-Vertrag, zu Numantia oder vornehmen Karthagern?

Leider pflegt der Autor einen schwerfälligen Nominalstil, referiert zu viele Fakten und ist begrifflich häufig unpräzise, wenn etwa die attischen Phylen als Landbezirke bezeichnet oder die Grundprinzipien der athenischen Demokratie schief formuliert werden. Den Peloponnesischen Krieg als griechischen Bürgerkrieg anzusprechen setzt Hellas als politische Nation voraus, was offenkundig falsch ist. Seine Summe einer langjährigen, passionierten Forschungs- und Lehrtätigkeit ist dennoch nicht uninteressant, weil sie zumindest in der Disposition gewandelten Lesegewohnheiten Rechnung zu tragen sucht und ein Wissensfundament zu legen bemüht ist. Seltsamerweise konterkariert der Verlag diese Absicht, indem Register und Zeittafel fehlen.

UWE WALTER

Pedro Barceló: "Die Alte Welt". Von Land und Meer, Herrschaft und Krieg, Mythos, Kult und Erlösung.

Wbg/Philipp von Zabern Verlag, Darmstadt 2019. 704 S., Abb., geb., 35,- [Euro].

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»Generell lässt sich Barceló in humanistischer Manier von der Absicht leiten, aus der Antike als einer "Quelle der Inspiration und Erfahrung für menschliche Grenzsituationen" Funken der Erkenntnis herauszuschlagen. Die Epoche ist ihm Archiv der Erinnerung, Katalysator unseres kulturellen Erbes und Vorbild für die zivilisatorische Entwicklung der nachfolgenden Epochen.« (Frankfurter Allgemeine Zeitung)