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Der Dreizehnjährige, der auf die Waage stieg und sich um den Verstand verliebte "Mit vier Jahren brach ich mir zum ersten Mal das Bein. Mein großer Bruder hatte zusammen mit seinen noch größeren Freunden und deren noch größeren Brüdern eine Sprungschanze gebaut. Eine Schanze baute man, indem man eine Schaufel organisierte und Schnee auf einen Haufen schaufelte. Dann trampelte man darauf herum. Dann fuhr der Beste los und sprang am weitesten. Nach ihm der Zweitbeste am zweitweitesten. Zuletzt mein Bruder. Dann ich." Auf diese Weise lernt der junge Mann früh den Vorteil von Unfällen schätzen:…mehr

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Produktbeschreibung
Der Dreizehnjährige, der auf die Waage stieg und sich um den Verstand verliebte "Mit vier Jahren brach ich mir zum ersten Mal das Bein. Mein großer Bruder hatte zusammen mit seinen noch größeren Freunden und deren noch größeren Brüdern eine Sprungschanze gebaut. Eine Schanze baute man, indem man eine Schaufel organisierte und Schnee auf einen Haufen schaufelte. Dann trampelte man darauf herum. Dann fuhr der Beste los und sprang am weitesten. Nach ihm der Zweitbeste am zweitweitesten. Zuletzt mein Bruder. Dann ich." Auf diese Weise lernt der junge Mann früh den Vorteil von Unfällen schätzen: Trostschokolade. Und er lernt den Nachteil von Trostschokolade kennen: Übergewicht. Mit 13 beginnt er in den Sommerferien eine radikale Abmagerungskur. Weil ihn unvorbereitet dieses zauberhafte Lächeln getroffen hat. Das Gute am Verlieben: Die Elsa. Das Problem am Verlieben: Ihr Ehemann. Der Lastwagenfahrer Tscho. Mit jedem Kilo, das der junge Mann abnimmt, sieht er seine Chancen bei ihr steigen. Als sie mit ihm auch noch eine Spazierfahrt in ihrem neuen Renault 5 unternimmt, heizt das seinen Kalorienverbrauch weiter an. Und der Ferienjob auf der Tankstelle hat den großen Vorteil, dass er immer genau weiß, wann Elsas Mann gerade nach Griechenland oder in ein noch ferneres Land aufgebrochen ist. Eines Tages taucht der gefürchtete Lastwagenfahrer aber doch überraschend zwischen Diesel-Zapfsäule und Tankstellenshop auf und macht dem jungen Mann ein Angebot, das er nicht ablehnen kann.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, BG, CY, CZ, D, DK, EW, E, FIN, F, GB, GR, HR, H, IRL, I, LT, L, LR, M, NL, PL, P, R, S, SLO, SK ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
  • Seitenzahl: 192
  • Erscheinungstermin: 15.09.2018
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783455003895
  • Artikelnr.: 52608839
Autorenporträt
Wolf Haas gehört zu den erfolgreichsten Krimiautoren des deutschsprachigen Raums. Einem großen Publikum wurde er vor allem durch seine Reihe um Privatdetektiv Simon Brenner bekannt. Bereits für seinen ersten Brenner-Krimi, der 1996 unter dem Titel "Auferstehung der Toten" erschien, wurde er mit dem Deutschen Krimipreis geehrt. Viele weitere Preise sollten folgen, unter anderen 2006 der Wilhelm-Raabe-Literaturpreis für "Das Wetter vor 15 Jahren". Bevor er literarische Erfolge feierte, hatte sich der 1960 im österreichischen Maria Alm geborene Haas bereits als Werbetexter einen Namen gemacht. Eigentlich wollte Haas nach sechs Brenner-Krimis die Serie beenden, zur Freude seiner Fans erschien jedoch 2009 Krimi Nummer sieben mit dem sympathischen Antihelden.

Das meint die buecher.de-Redaktion: In den Krimis um Privatdetektiv Brenner geht es zur Sache, sie bestechen durch ihre schnodderige Sprache, durch schrägen Witz und bösen Humor. Für die wachsende Lesergemeinde ist Brenner längst zur Kultfigur geworden.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 17.09.2018

Dicker Wuzel
Wolf Haas schreibt mit „Junger Mann“ einen Coming-of-Age-Roman
Jetzt ist schon wieder nix passiert. Richtig gelesen, nix passiert. Lange hat Wolf Haas seine Romane über den Privatermittler Simon Brenner mit diesem einen Satz angefangen und sich damit in den Kanon der ersten Sätze geschrieben, mindestens in den alpenländischen: „Jetzt ist schon wieder was passiert“, lautet die erste Assoziation eines jeden, der Haas auch nur ein bisschen kennt (oder eine der Verfilmungen gesehen hat mit Josef Hader in seiner Paraderolle).
Aber der 57-jährige Wiener kann auch anders, es gibt ja nicht nur Brenner-Krimis von ihm. Nachdem er in „Das ewige Leben“ (2003) seinen markanten Ich-Erzähler geopfert hatte, erschien 2006 „Das Wetter vor 15 Jahren“, sein erster Roman als etablierter Autor, der ohne Mörder und Ermittler auskommt. Dem folgte 2012 das formal-experimentelle Schelmenstück „Verteidigung der Missionarsstellung“.
Und jetzt ist eben wieder nix passiert, also wieder kein Mord für den Brenner. Stattdessen ist – nach Haas-typischer langer Pause und der Kriminalkomödie „Brennerova“ (2014) – ein Roman erschienen, der seinem Werk eine neue Note hinzufügt. Ein Text, der ausschert aus seinen sprachlich vertrackten, erzählerisch versponnen Nicht-Krimis.
Wolf Haas hat ein Coming-of-Age-Buch geschrieben. Die Geschichte eines dicken Jungen, der sich in eine erwachsene Frau verliebt, auf dem österreichischen Land der frühen Siebzigerjahre. Und ob du es glaubst oder nicht (um eine weitere geflügelte Formulierung des ehemaligen Werbetexters zu zitieren), „Junger Mann“ ist nicht nur ein ziemlich gutes Buch, es ist seine bis dato zugänglichste Arbeit, stringent und auf einer Ebene durcherzählt, aus der Ich-Perspektive eines 93 Kilogramm schweren Dreizehnjährigen.
Haas bleibt Haas, da können Bewunderer ganz beruhigt sein. Form und Inhalt fordern sich wieder als gleichberechtigte Partner heraus. Gerade einmal 14 Sätze braucht der Autor, bis die erste der zahlreichen hintersinnigen Formulierungen sich ins Leserhirn schraubt, für die man den studierten Germanisten so schätzt (oder verteufelt): „Rückwärts durch die Knie betrachtet war die Welt immer am interessantesten.“
Der andere Blick, das Spiel mit den Perspektiven, darin ist nicht nur sein kleiner Protagonist ein Meister, wenn er beim improvisierten Skispringen mit gesenktem Kopf tief in die Hocke geht. Sondern vor allem sein Schöpfer selbst. Wolf Haas muss, das betont er oft, sich selbst immer ein bisschen überraschen, damit er sich beim Schreiben nicht langweilt. Sein Sprachmotor muss schnurren, wie durch den seine Leser duzenden, fidel ungrammatisch plaudernden Brenner-Chronisten. In „Junger Mann“ schlägt Haas einen anderen Ton an. Die Sätze sind kürzer denn je. So schlank wie der Bub dick. Passt eh.
Der Ich-Erzähler berichtet vom Österreich des Jahres 1973, dem Jahr der ersten Ölkrise, mit Energieferien und autofreien Tagen. Ausgerechnet da jobbt der Teenager als Tankwart. Dabei hat er es nicht nur mit „Teheranfahrern“ wie dem elf Jahre älteren Lastwagenlenker Tscho zu tun, sondern erblickt auch bald die Frau, die sein Leben (und seine Essgewohnheiten) durcheinanderbringt. „Noch nie hatte ich so ein Lächeln gesehen. Überhaupt noch nie so ein Gesicht. Diesem Gesicht sah man unzweifelhaft an, dass meine fensterputzerische und eiskratzerische Hingabe geschätzt und gewürdigt wurde.“ Blöd für ihn, dass jene Elsa zu Tscho gehört, dem er alle naselang auf der Tankstelle begegnet.
Der zeitlichen und räumlichen Verortung seiner Geschichte nähert sich Haas über die Kraft der Wörter, genauer: über Dialektschmeichler. In der Luft hängt die „Betonwatschn“, bei Pannen hilft das „Radlpick“, meist gibt sich der Bub („ein dicker Wuzel“) „lässig“, sagt „geh“ oder „gehgeh“ als Synonym für „ach, komm“. Beim Analysieren der Länderkennzeichen albert er: „D für Durist“. Der Haas-Humor blitzt auf wie Grübchen im Gesicht des Schelms. Nach einer weiteren Begegnung mit Elsa rechnet der stets um gutes Benehmen bemühte Internatsschüler vor: „Zu 80 Prozent lag das Zittern an meinem Hunger, schätzte ich. Zu 20 Prozent vielleicht woanders. Aus unerfindlichen Gründen fiel mir jetzt ein, dass wir dieses Wort in Englisch gelernt hatten. Elsewhere.“
Es wäre kein gutes Wolf-Haas-Buch, wenn der Autor den Plot nicht ein paar Mal herumdrehen würde – in diesem Wieder-nix-passiert-Roman passiert natürlich jede Menge. Mehr als das Leitmotiv, wonach sich der Bub für die Anfang zwanzigjährige Elsa schlank hungern will (mit der Fernsehdiät „Schlank mit ‚Wir‘“). Es soll nicht zu viel verraten werden, aber Haas biegt – wie der Lastwagenfahrer Tscho – bald schon in eine Richtung ab, die nicht vorhersehbar war, und die Geschichte des verknallten Englisch-Talents wird zur Buddy-Tragikomödie, in der Nylonstrümpfe, Spaghetti, eine Pistole und diverse menschliche Dramen eine Rolle spielen. Die Roadnovel eignet sich ja, um Horizonte jeder Art zu eröffnen. Einmal nach Griechenland und zurück muss der Ich-Erzähler reisen, um Wegweisendes über sich, den Tscho, die Elsa und seinen Vater zu lernen.
Letzterer wird im Buch einmal en passant „Herr Haas“ genannt. Weitere Parallelen zur Biografie des Schriftstellers lassen sich leicht entdecken: Wolf Haas, geboren in der Gemeinde Maria Alm im Bundesland Salzburg, war wie seine Figur Internatsschüler und im Jahr 1973 dreizehn Jahre jung. Seine Eltern arbeiteten als Kellner. Im Buch befindet sich der Vater des Ich-Erzählers in der Nervenheilanstalt (oft heißt es nur „Irrenhaus“). Er soll dort lernen, unhöflich zu sein und sich nicht so oft zu entschuldigen. Der Alkohol und die „muffigen Saisonkellnerzimmer“ haben ihn und seine Frau mürbe gemacht. Inwieweit Wolf Haas in seinem Coming-of-Age-Roman Fiktives und Autobiografisches mischt und künstlerisch damit spielt, weiß nur er selbst. Eines lernt man als Leser aus diesem Roman mit Sicherheit: den Unterschied zwischen Spinner und Depp.
BERNHARD BLÖCHL
Wolf Haas: Junger Mann. Roman. Hoffmann und Campe, Hamburg 2018. 240 Seiten, 22 Euro.
Parallelen zur Biografie
des Schriftstellers lassen
sich leicht entdecken
Nostalgische Erinnerungen, gerade für Automobilisten: Der neue, womöglich zum Teil autobiografische Roman von Wolf Haas spielt 1973 während der ersten Ölkrise.
Foto: Josef Perndl
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 31.01.2019

Elsa, ich liebe dich

Die drei von der Tankstelle: Wolf Haas liest in Frankfurt aus seinem Roman "Junger Mann".

Von Florian Balke

Bei uns im Bad hing ein Garfield-Cartoon, in dem der Kater einen seiner vielen Zweikämpfe mit der Waage ausfocht. Auseinandersetzungen, die er im Gegensatz zu denen mit seiner heißgeliebten Lasagne stets verlor. Nur diesmal nicht. Nachdem ihm die Waage zusätzlich zur Zählung der Pfunde einmal mehr ein paar ausgesucht demütigende Scheußlichkeiten an den Kopf geworfen hat, steigt Garfield mit sehr spitzen Spikes zurück auf die Waagfläche. Und wer jault jetzt? Eben.

Der Titelheld des neuen Romans von Volker Haas tut heroisch das, wozu Garfield nie in der Lage war. Er nimmt ab. Von 93 auf 78 Kilo will sich der knapp 14 Jahre alte Aushilfstankwart in "Junger Mann" herunterhungern. Und das alles nur, weil er an der Tankstelle hinter der Windschutzscheibe Elsa gesehen hat. Die ist zwar mit Tscho verheiratet, der mit seinem Lastwagen in ferne Länder fährt und es bis nach Teheran schafft, hat aber trotzdem nichts gegen einen heftigen Flirt mit dem verliebten jungen Mann an der Zapfsäule.

Die Liebe ist eben der Treibstoff, der die Welt zusammenhält, gerade für junge Männer, die beides erst entdecken. Und an Elsas Seite wie bei Wagner der starke Lohengrin sein wollen. Das neue, im Herbst bei Hoffmann und Campe erschienene Buch von Wolf Haas, das der Autor am Dienstag im Schauspiel Frankfurt vorstellt, ist dabei endlich einmal wieder kein Kriminalroman. So wie es die zahlreichen Bestseller der Reihe um den Polizeibeamten und Privatdetektiv Simon Brenner waren, die der 1960 in Maria Alm am Steinernen Meer geborene Haas zwischen 1996 und 2014 vorlegte, zum Entzücken seiner Fans und zur Befriedigung der Gefühle älterer Leser, denen das Verbrechen und skurrile Männlichkeit die Welt zusammenzuhalten scheinen.

"Junger Mann" wirkt demgegenüber etwas frischer und erinnert eher an den Band "Das Wetter vor fünfzehn Jahren", der 2006 ein großer Erfolg war. Im Schauspiel Frankfurt, in dem vor zehn Jahren eine Bühnenadaption des Brenner-Krimis "Komm, süßer Tod" und ein Jahr später eine Fassung des Folgebandes "Silentium!" zu sehen war, ist Haas jetzt selbst zu hören. Und wird davon erzählen, wie der junge Mann mit Tscho auf Fahrt geht. Und was aus der Liebe wird, wenn die Zeit voranschreitet. Auch wenn die Pfunde schmelzen. Noch gibt es Karten.

WOLF HAAS

5. Februar, 19.30 Uhr, Schauspiel Frankfurt

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Die Story ist so herrlich erzählt, und am Ende lächelt leise die feine Melancholie, weil sie doch Spaß versteht - triumphierend." Rose-Marie Gropp Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.10.2018