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In Das Porträt erweist sich das Bildnis eines Wucherers, das der arme, begabte Maler Tschartkow im Trödelladen erwirbt, als verhängnisvoll. So wie der Wucherer alle, denen er Geld lieh, mit seinem bösen Geist erfüllte, werden auch die Besitzer seines Porträts ihres Lebens nicht mehr froh. Gogol ist in dieser Erzählung noch der hoffmannesken Schauerromantik ergeben. - In den beiden anderen Novellen des Bandes - Die Nase und Der Mantel - geht es grotesker und noch unheimlicher zu. Am Morgen des 25. März findet der Barbier Jakowlewitsch die Nase seines Kunden Kowaljow in seinem Frühstücksbrot. Im…mehr

Produktbeschreibung
In Das Porträt erweist sich das Bildnis eines Wucherers, das der arme, begabte Maler Tschartkow im Trödelladen erwirbt, als verhängnisvoll. So wie der Wucherer alle, denen er Geld lieh, mit seinem bösen Geist erfüllte, werden auch die Besitzer seines Porträts ihres Lebens nicht mehr froh. Gogol ist in dieser Erzählung noch der hoffmannesken Schauerromantik ergeben. - In den beiden anderen Novellen des Bandes - Die Nase und Der Mantel - geht es grotesker und noch unheimlicher zu. Am Morgen des 25. März findet der Barbier Jakowlewitsch die Nase seines Kunden Kowaljow in seinem Frühstücksbrot. Im Glauben, sie Kowaljow im Rausch abgeschnitten zu haben, eilt der Barbier aus dem Haus und wirft sie in die Neva. Er wird dabei von einem Polizisten beobachtet, der ihn festnimmt und einem Verhör unterzieht. Kowaljow unterdessen stellt bei der Morgentoilette erschrocken fest, dass dort, wo seine Nase sitzen müsste, sich eine glatte Stelle befindet ... Der Ministerialbeamte Akakijewitsch spart auf einen dringend benötigten neuen Wintermantel, den er sich einiges kosten lässt. An dem triumphalen Tag, da er das ersehnte Stück vom Schneider erhält, wird er vom Bürovorsteher sogar zu einem Festessen eingeladen. In der Nacht auf dem Rückweg überfallen ihn Diebe und entreißen ihm den Mantel. Der Verlust richtet ihn nach und nach seelisch und physisch zugrunde.
Autorenporträt
Nikolai Gogol (1809-1852) wurde in Welyki Sorotschynzi, knapp 300 Kilometer östlich von Kiew, in eine wohlhabende ukrainische Gutsbesitzerfamilie geboren. Nach dem Studium zog er 1828 nach St. Petersburg, wo der zehn Jahre ältere Alexander Puschkin sich seiner als Freund und Förderer annahm. Bereits Gogols erste Erzählungen aus dem ukrainischen Volksleben Abende auf dem Gutshof Dikanka (1831/32) wurden ein großer Erfolg. Nachdem 1836 das Theaterstück Der Revisor erschienen war - laut Egon Friedell die »beste Komödie der Welt« - reiste Gogol die nächsten Jahre durch Deutschland, Frankreich und Italien. 1842 erschien der Roman Die Toten Seelen, dessen zweiten Teil er in einem Anfall religiösen Wahns zu großen Teilen verbrannte. 1848 unternahm er eine Pilgerreise nach Jerusalem. Vier Jahre später, in einer schöpferischen und religiös induzierten Krise, hungerte er sich in der Nähe von Moskau während eines strengen Fastenregiments zu Tode.