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Dank Ich bedanke mich bei Lisa Mankowsky und Shawn Moorhead für ihre außerordentliche Arbeit bei der Betreuung des vorliegenden Buchs. Ein Buch ist praktisch immer ein Gemeinschaftsprojekt. Ein Autor verdankt seine Effektivität zu einem Gutteil den Mitarbeitern am Manuskript. Mr. Moorhead und Ms. Mankowsky sind ein Dream-Team. Mr. Moorheads besondere Aufmerksamkeit galt der folgerichtigen Integration von Themen und konzeptuellen Details; Ms. Mankowsky sorgte für den glatten Erzählfluss und die Konsistenz der Darstellung. Beider Engagement für das Projekt, ihre klugen Vorschläge wie ihr…mehr

Produktbeschreibung
Dank
Ich bedanke mich bei Lisa Mankowsky und Shawn Moorhead für ihre außerordentliche Arbeit bei der Betreuung des vorliegenden Buchs. Ein Buch ist praktisch immer ein Gemeinschaftsprojekt. Ein Autor verdankt seine Effektivität zu einem Gutteil den Mitarbeitern am Manuskript. Mr. Moorhead und Ms. Mankowsky sind ein Dream-Team. Mr. Moorheads besondere Aufmerksamkeit galt der folgerichtigen Integration von Themen und konzeptuellen Details; Ms. Mankowsky sorgte für den glatten Erzählfluss und die Konsistenz der Darstellung. Beider Engagement für das Projekt, ihre klugen Vorschläge wie ihr scharfsichtiger redaktioneller Rat gaben dem Inhalt seine endgültige Form. Ihre Beiträge finden sich auf jeder Seite des fertigen Werks.
Außerdem geht ein Dankeschön an Christian Pollard, der mir nicht nur bei den redaktionellen Vorbereitungen zur Seite stand, sondern auch für die elegante Marketingkampagne und die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich zeichnet.
Wir konnten während der zweijährigen Vorbereitungszeit für Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft auf die Hilfe einiger ausgesprochen talentierter Praktikanten zählen, deren Beiträge wesentlich zum Wert des fertigen Werks beigetragen haben. Ich bedanke mich in diesem Sinne bei Dan Michell, Alexandra Martin, Jared Madden, Elizabeth Ortega, James Partlow, Shuyang "Cherry" Yu, James Najarian, Daniel McGowan, Gannon McHenry, Kevin Gardner, Justin Green und Stan Kozlowski.
Außerdem bedanke ich mich bei meiner Lektorin Emily Carleton bei Palgrave Macmillan für ihre Begeisterung für das Projekt und die vielen scharfsichtigen redaktionellen Vorschläge während der Entstehung des Manuskripts. Ein Dankeschön außerdem an Cheflektorin Karen Wolny für ihren unermüdlichen Beistand während des ganzen Projekts.
Und schließlich bedanke ich mich wie immer bei meiner Frau
Carol Grunewald für die vielen fruchtbaren Gespräche während der Vorbereitung zu diesem Buch, die mir bei der Ausformung meiner Gedanken ebenso halfen wie bei der Straffung der Argumentation im Text. Schlicht, aber ergreifend: Carol versteht sich nicht nur auf den Umgang mit Worten, sie ist auch die beste Lektorin der Welt.
Ich hatte großen Spaß an der Arbeit an diesem Buch; es ist buchstäblich aus Liebe zur Sache geschrieben. Ich hoffe, der Leser hat nicht weniger Freude bei der Lektüre als ich bei der Arbeit daran.
1 Der große Paradigmenwechsel - Vom Marktkapitalismus zu den kollaborativen Commons
Ein neues Wirtschaftssystem - die Kollaborativen Commons - betritt die ökonomische Weltbühne. Sie sind das erste neue ökonomische Paradigma seit dem Aufkommen von Kapitalismus und Sozialismus im frühen 19. Jahrhundert, das tatsächlich Wurzeln zu fassen vermag. Und sie bringen einen grundlegenden Wandel in der Organisation unseres Wirtschaftslebens, der sowohl die Möglichkeit einer drastischen Verringerung der Einkommenskluft als auch einer Demokratisierung der Weltwirtschaft und die Chance zum Aufbau einer ökologisch nachhaltigen Gesellschaft in Aussicht stellt. Bereits heute werden wir Zeugen der Herausbildung eines Wirtschaftshybriden aus kapitalistischem Markt und kollaborativen Commons. In der Regel arbeiten die beiden Wirtschaftssysteme im Gespann; zuweilen stehen sie miteinander in Konkurrenz. Beide finden sie in ihren Randbereichen Synergien, die es ihnen ermöglichen, einander zu Mehrwert zu verhelfen und zugleich davon zu profitieren. Ansonsten sind sie erbitterte Gegner, die einander zu ersetzen versuchen - oder wenigstens zu absorbieren.
Beim Konkurrenzkampf zwischen den beiden ökonomischen Paradigmen wird keine Seite der anderen etwas schenken. Und er wird sich hinziehen. Aber selbst heute, in der Anfangsphase, wird bereits deutlich, dass das kapitalistische System, das uns - seit mehr als zehn Generationen - sowohl ein schlüssiges Narrativ der menschlichen Natur an sich als auch einen übergreifenden organisatorischen Rahmen für den geschäftlichen, sozialen und politischen Alltag unserer Gesellschaft liefert, seinen Höhepunkt überschritten hat und im langsamen Niedergang begriffen ist. Obwohl ich persönlich von der Vermutung ausgehe, dass der Kapitalismus auch auf lange Sicht Teil des gesellschaftlichen Entwurfs bleiben wird, bezweifle ich, dass er sich über den Beginn der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts hinaus noch als dominantes ökonomisches Paradigma hält. Die Indikatoren des groß angelegten Umstiegs auf ein neues Wirtschaftssystem mögen noch nicht robust genug und eher sporadisch sein, Collaborative Commons jedoch sind groß im Kommen und werden bis 2050 aller Wahrscheinlichkeit nach so gut wie überall auf der Welt wesentlicher Mittler wirtschaftlichen Miteinanders sein. In den Randbereichen der neuen Wirtschaft wird ein zunehmend entschlackter, perfektionierter Kapitalismus unbeirrt seinen Weg gehen und genügend Schwachstellen finden, die sich ausbeuten lassen, vor allem bei Organisation und Problemlösung im Netzwerkbereich. Er wird in der neuen ökonomischen Ära entsprechend als einflussreicher Nischenplayer florieren; herrschen wird er jedoch nicht mehr.
Ich kann verstehen, dass das den meisten meiner Zeitgenossen ganz und gar unglaublich erscheint, so sehr, wie wir auf die Überzeugung konditioniert sind, der Kapitalismus sei für unser Wohl so unerlässlich wie die Luft zum Atmen. Aber trotz jahrhundertelanger erheblicher Anstrengungen seitens Philosophie und Wirtschaftswissenschaft, ihre Leitsätze auf der Basis von Naturgesetzen zu formulieren: Ein ökonomisches Paradigma ist kein Naturphänomen, sondern lediglich ein vom Menschen erdachtes Konstrukt.
Was ökonomische Paradigmen anbelangt, war der Kapitalismus ausgesprochen erfolgreich. Bedenkt man, dass er relativ jung ist, kann man wohl getrost sagen, dass seine Auswirkungen auf die Entwicklung des Menschen, in negativer wie in positiver Hinsicht, dramatischer und weitreichender waren als die irgendeiner anderen ökonomischen Ära; nur der Wechsel von der Jäger-und-Sammler- hin zur Ackerbaukultur stellt hier eine Ausnahme dar.
Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass der Niedergang des Kapitalismus nicht unter dem Wirken feindlicher Kräfte beginnt. Mitnichten stehen Horden vor den Toren der kapitalistischen Festung, um sie zu schleifen. Ganz im Gegenteil. Was das kapitalistische System untergräbt, ist der spektakuläre Erfolg der grundsätzlichen Annahmen, die es bestimmen. Es ist der immanente Widerspruch in jener treibenden Kraft im Herzen des Kapitalismus, die ihn erst in schwindelnde Höhen hat aufsteigen lassen und ihn jetzt zu Tode hetzt.
Der Niedergang des Kapitalismus
Raison d?être des Kapitalismus ist es, jeden Aspekt menschlichen Daseins in die ökonomische Arena einzubringen, wo er als zur Ware gemachtes Eigentum zum Tauschobjekt wird. Kaum ein Lebensbereich blieb von dieser Verwandlung verschont. Was wir essen, was wir trinken, unsere Gebrauchsgegenstände, die Beziehungen, die wir eingehen, die Ideen, die wir hervorbringen, die Zeit, die wir aufwenden, ja selbst die DNS, die unser Wesen in so hohem Maße bestimmt, alles ist im Kessel des Kapitalismus gelandet, wo es - neu geordnet - einen Preis bekommt, bevor man es auf den Markt wirft. Den größten Teil der Geschichte hindurch waren Märkte Treffpunkte, auf denen man gelegentlich zum Austausch von Gütern zusammenkam. Heute ist fast jeder Aspekt unseres Alltags auf irgendeine Art und Weise durch eine Wirtschaftsbeziehung miteinander verbunden. Wir sind durch den Markt definiert.
Aber genau hier liegt besagter Widerspruch. Schon die Grundprinzipien des Kapitalismus implizieren sein Scheitern durch den Erfolg. Lassen Sie mich das erklären.
In seinem Hauptwerk Der Wohlstand der Nationen postuliert der Vater des modernen Kapitalismus Adam Smith, der Markt funktioniere praktisch auf dieselbe Art und Weise wie die von Isaac Newton entdeckten Gesetze der Schwerkraft. Wie in der Natur, wo jeder Kraft eine Gegenkraft von gleicher Größe entspricht, gleichen auf einem sich selbst überlassenen Markt Angebot und Nachfrage einander aus. Steigt auf Konsumentenseite die Nachfrage nach Waren und Dienstleistungen, heben die Verkäufer ihre Preise entsprechend an. Wird die Ware zu teuer, sinkt die Nachfrage, was die Verkäufer zur Senkung der Preise zwingt.
Jean-Baptiste Say, Ökonom und Philosoph der französischen Aufklärung, ein weiterer früher Architekt der klassischen Nationalökonomie, fügte dem eine zweite Annahme hinzu, auch er mithilfe einer Metapher aus Sir Isaacs Physik. Seiner Ansicht nach entwickeln ökonomische Aktivitäten ein Eigenleben; sind ökonomische Kräfte erst einmal in Bewegung gesetzt, bleiben sie - ganz im Sinne von Newtons erstem Gesetz - in Bewegung, solange keine externe Kraft auf sie wirkt. Er vertrat die Ansicht, "daß jedes Product vom Augenblick seiner Erzeugung an für den ganze Betrag seines Werthes anderen Producten einen Absatzweg eröffnet …, daß die bloße Thatsache der Bildung eines Productes, sogleich wie sie erfolgt ist, für andere Producte einen Absatz herbeyführt."1 Eine spätere Generation neoklassischer Ökonomen präzisierte das Say'sche Theorem durch die These, dass neue Technik zu erhöhter Produktivität führe, indem sie dem Hersteller erlaube, mehr Güter zu geringeren Stückkosten zu produzieren. Das erhöhte Angebot an billigen Gütern schaffe seine eigene Nachfrage und zwinge, als Nebeneffekt, die Wettbewerber zur Erfindung eigener Techniken, um ihre Güter noch billiger verkaufen und so die Kundschaft zurück- oder neue dazugewinnen zu können (oder beides). Niedrigere Preise infolge neuer Technik und gesteigerter Produktivität führten dazu, dass dem Verbraucher mehr Geld übrig bleibe, das sich anderweitig ausgeben lasse, was zu einer weiteren Wettbewerbsrunde zwischen den Herstellern führe.
Einen Vorbehalt freilich gibt es dabei: Diese Funktionsprinzipien setzen einen Wettbewerbsmarkt voraus. Wenn einer oder mehrere Hersteller ihrer Konkurrenz über den Kopf wachsen oder diese gar eliminieren und auf dem Markt - vor allem im Falle lebensnotwendiger Güter und Dienstleistungen - für ein Monopol oder Oligopol sorgen, können sie die Preise künstlich hochhalten in dem Wissen, dass der Käufer kaum Alternativen hat. In einer solchen Situation sieht der Monopolist sich weder genötigt, noch verspürt er die Neigung, sich um Produktivitätssteigerung und niedrigerer Preise willen nach arbeitssparender neuer Technik umzutun, da er sich keinem Wettbewerb ausgesetzt sieht. Wir haben das im Lauf der Geschichte immer wieder erlebt, und sei es auch jeweils nur für kurze Zeit.
Letztlich tauchten in jedem dieser Fälle unweigerlich neue Mitbewerber auf, die für technische Durchbrüche sorgten und diese wieder für einen Anstieg der Produktivität und ein Sinken der Preise für ähnliche oder alternative Güter und Dienstleistungen. Sie befreiten den Markt vom Würgegriff des Monopols.
Aber denken wir diese Leitsätze kapitalistischer Wirtschaftstheorie doch einmal durch bis zu ihrem logischen Schluss. Man stelle sich ein Szenario vor, bei dem der Erfolg der dem kapitalistischen System zugrunde liegenden Logik selbst die kühnsten Erwartungen übersteigt und der Wettbewerb zu "extremer Produktivität" führt und, wie der Ökonom sagen würde, "optimalem gesellschaftlichem Wohl". Denken wir uns mit anderen Worten ein Endspiel, bei dem intensivster Wettbewerb zur Einführung immer schlankerer Technologien führt und damit die Produktivität auf einen optimalen Punkt zwingt, an dem jede zusätzlich zum Verkauf gebrachte Einheit Grenzkosten von "nahezu null" entgegengeht. Anders gesagt, die Produktionskosten jeder weiteren Ausbringungseinheit liegen - wenn wir die Fixkosten mal außen vor lassen - im Grunde bei null, was das Produkt nahezu kostenlos macht. Falls es dazu tatsächlich kommen sollte, blieben der Profit und damit der Lebenssaft des Kapitalismus aus.
In einer Marktwirtschaft wird Profit über Margen, d.h. Handelsspannen erzielt. Ich als Autor, um nur ein Beispiel zu nennen, verkaufe das Produkt meiner geistigen Arbeit an einen Verleger für einen Vorschuss und eine Beteiligung am Verkauf des Buchs. Dieses durchläuft auf dem Weg zum Endverbraucher mehrere Stationen, darunter Redakteur, Schriftsetzer, Drucker, Groß- und Einzelhändler. Jeder an diesem Prozess Beteiligte schlägt den Transaktionskosten eine Gewinnspanne in einer Höhe auf, die sein Beitrag zu rechtfertigen vermag.
Was wäre jedoch, fielen die Grenzkosten von Produktion und Vertrieb des Buchs auf nahezu null? Nun, genau genommen passiert das bereits. Eine wachsende Zahl von Autoren schreibt Bücher und verkauft sie unter Umgehung von Redakteuren, Schriftsetzern, Druckern, Groß- und Einzelhändlern für einen fast zu vernachlässigenden Preis im Internet, manche verschenken sie gar. Die Kosten für Marketing und Vertrieb pro Exemplar liegen bei nahezu null. Kosten entstehen letztlich nur durch die Zeit, die es braucht, das Produkt zu schaffen, sowie durch Rechnerzeit und die Zeit online. Die Grenzkosten für Produktion und Vertrieb eines E-Books liegen mit anderen Worten bei nahezu null.
Dieses Phänomen der Nahezu-null-Grenzkosten hat in den Verlags-, Kommunikations- und Entertainmentbranchen bereits enorme Schäden angerichtet, seit Milliarden von Menschen sich zunehmend zu nahezu Null-Grenzkosten mit Information versorgt sehen. So produziert heute mehr als ein Drittel der Menschheit seine eigenen Informationen auf relativ billigen Mobiltelefonen und Personal Computern und teilt sie über Video, Audio und Text zu Grenzkosten von nahezu null in einer kollaborativen, vernetzten Welt. Und mittlerweile beginnt sich die Null-Grenzkosten-Revolution auch auf andere Wirtschaftssektoren auszuwirken, etwa erneuerbare Energien, 3-D-Druck im Herstellungssektor und Online-Studium. Es gibt bereits Millionen von "Prosumenten" ­- Konsumenten, die ihre eigenen Produzenten geworden sind -, die bei nahe null Grenzkosten ihren eigenen grünen Strom produzieren. Man schätzt, dass weltweit bereits etwa 100?000 Hobbyisten mit 3-D-Druckern zu Grenzkosten von nahezu null ihre eigenen Güter produzieren.2 Darüber hinaus machen mittlerweile sechs Millionen Studenten in kostenlosen, hart an der Nahezu-null-Grenzkosten-Marke operierenden Offenen Online-Massen-Seminaren (MOOC*-Seminaren) ihre Seminar-Scheine bei einigen der renommiertesten Professoren der Welt. Trotz der Höhe der Vorlaufkosten bei diesen drei Beispielen bewegen sich diese Sektoren auf einer Kurve exponentiellen Wachstums nicht unähnlich der Exponentialkurve, die im Lauf der letzten Jahrzehnte die Grenzkosten des Computerwesens auf praktisch null gedrückt hat. Innerhalb der nächsten zwei, drei Jahrzehnte werden Prosumenten in riesigen kontinentalen und weltweiten Netzen nicht nur grüne Energie zu praktisch Null-Grenzkosten produzieren und teilen, sondern auch materielle Güter und Dienstleistungen sowie Bildung in virtuellen Klassenzimmern online - was uns wirtschaftlich ein Zeitalter praktisch kostenloser Güter und Dienstleistungen bringt.
Auch wenn die nahezu kostenlosen Güter und Dienstleistungen massiv in den Vordergrund treten, werden diese nach Ansicht vieler führender Player der Nahezu-null-Grenzkosten-Revolution eine Menge neuer Möglichkeiten zur Schaffung anderer Güter und Dienstleistungen bringen, die durch ausreichend große Profitmargen weiterhin für Wachstum sorgen und sogar dafür, dass das kapitalistische System auch weiterhin blüht. Chris Anderson, ehemals Redakteur des Magazins Wired, erinnert uns daran, dass verschenkte Produkte seit Langem schon dazu eingesetzt werden, potenzielle Kunden anzuziehen, die dann andere Güter kaufen. Als Beispiel dafür führt er Gillette an, den ersten Massenproduzenten von Einwegrasierern. Gillette hatte mit diesen verschenkten Rasierern die Verbraucher zum Kauf der Geräte für diese Klingen gebracht.3
Ähnlich erlauben heute auch Bühnenkünstler das kostenlose Sharing ihrer Musik online in der Hoffnung, sich eine treue Fangemeinde heranzuziehen, die in ihre Konzerte geht. Sowohl die New York Times als auch der britische Economist stellen online kostenlos Artikel zur Verfügung in der Hoffnung, dass ein gewisser Prozentsatz der Leser sich für detailliertere Informationen in Form eines Abonnements entscheidet.
"kostenlos" - oder "frei", wie es heute heißt - ist als Marketingstrategie darauf ausgerichtet, eine Kundschaft heranzuziehen, die irgendwann auch bezahlt. Diese Bemühungen sind verständlich, aber kurzsichtig und womöglich sogar naiv. Je mehr Güter und Dienstleistungen, die das Wirtschaftsleben unserer Gesellschaft ausmachen, sich in Richtung Nahezu-null-Grenzkosten bewegen und fast kostenlos zu haben sind, desto mehr wird sich der kapitalistische Markt in schmale Nischen zurückziehen, in denen Unternehmen, die Profit abwerfen, nur am Rande der Wirtschaft überleben. Und sie verlassen sich auf einen schwindenden Kundenstamm für ausgesprochen spezialisierte Produkte und Dienstleistungen.
Die zögerliche Art und Weise, mit der wir uns dem Problem der Nahezu-null-Grenzkosten stellen, ist verständlich. Viele, wenn auch nicht alle aus der alten Wirtschaftsgarde können sich schlicht nicht vorstellen, wie wirtschaftliches Leben sich in einer Welt gestalten sollte, in der fast alle Güter und Dienstleistungen nahezu kostenlos sind, in der es keinen Profit mehr gibt, in der Eigentum bedeutungslos und der Markt überflüssig geworden ist. Was dann?
Der eine oder andere beginnt sich ebendiese Frage zu stellen. Er mag sich damit trösten, dass einige der großen Architekten des modernen ökonomischen Denkens das Problem schon vor langer Zeit ausgemacht haben, John Maynard Keynes zum Beispiel, Robert Heilbroner und Wassily Leontief. Sie haben sich Gedanken über den kritischen Widerspruch gemacht, der den Kapitalismus treibt. Sie haben sich überlegt, ob in ferner Zukunft neue Technologien die Produktivität derart anheben und die Preise damit derart senken könnten, dass es zu ebender Situation kommt, die uns jetzt ins Haus steht.
Oskar Lange, im frühen 20. Jahrhundert Professor an der University of Chicago, hat das Problem im Kern eines reifen Kapitalismus ausgemacht. Er verstand, dass die Suche nach technologischer Innovation zur Förderung der Produktivität und Senkung der Preise das System in Konflikt mit sich selbst bringen muss. 1936, mitten in den Wirren der Weltwirtschaftskrise, warf er die Frage auf, ob das Prinzip privater Produktionsmittel dazu angetan sei, den wirtschaftlichen Fortschritt auf ewig voranzutreiben, oder ob in einem bestimmten Stadium der technischen Entwicklung gerade der Erfolg des Systems zu einer Fessel würde, die seiner Weiterentwicklung hinderlich sei.4
Wenn ein Unternehmer, so schrieb Lange, zur Senkung der Preise für seine Waren und Dienstleistungen technische Innovationen einführt, verschafft er sich einen vorübergehenden Vorteil über Konkurrenten, die noch den Klotz veralteter Produktionsmethoden am Bein haben, was zu einer Entwertung der älteren Investitionen führt, an die sie gebunden sind. Die Konkurrenz sieht sich gezwungen, mit eigenen technologischen Innovationen zu reagieren, was zu einer neuen Runde von Produktivitätssteigerung und Preissenkung führt und so weiter. In reifen Industrien jedoch, in denen es eine Handvoll Unternehmen geschafft haben, einen Großteil des Marktes an sich zu reißen und ihm ein Monopol beziehungsweise ein Oligopol aufzuzwingen, hätten diese ein erhebliches Interesse daran, den wirtschaftlichen Fortschritt zu hemmen, um den Wert des Kapitals zu schützen, das noch in veraltete Technologie investiert ist. Lange bemerkt, dass in dem Augenblick, "in dem der Werterhalt investierten Kapitals zur Hauptsorge des Unternehmers wird, jeder weitere wirtschaftliche Fortschritt zum Stillstand kommen oder sich zumindest beträchtlich verlangsamen muss … Verschärft werden diese Folgen noch, wenn ein Teil der Industrien von Monopolen bestimmt ist."5
Führende Unternehmen mit entsprechender Macht unterbinden nicht selten den Marktzugang neuer Unternehmen und die Einführung von Innovationen in ihrer Branche. Aber die Einführung neuer, produktiverer Technologien zum Schutz älterer Kapitalinvestitionen zu drosseln oder gar zu stoppen sorgt für einen Kopplungseffekt, da so die Investition von Kapital in profitable neue Geschäfte verhindert wird. Und wenn Kapital nicht in neue profitable Investments migrieren kann, bringt das die Wirtschaft längerfristig zum Stehen.
Völlig ungeschminkt schilderte Lange den Kampf zwischen Kapitalisten untereinander:
"Die Stabilität des kapitalistischen Systems wird zum einen durch wechselnde Versuche erschüttert, den wirtschaftlichen Fortschritt zum Schutz alter Investitionen zu hemmen, zum anderen durch gewaltige Zusammenbrüche im Falle eines Scheiterns solcher Versuche."6
Versuche, den wirtschaftlichen Fortschritt zu hemmen, sind unweigerlich zum Scheitern verurteilt, da am Rande des Systems ständig neue Unternehmer lauern, die Augen offen für Innovationen, die die Produktivität erhöhen und die Kosten reduzieren, was es ihnen erlaubt, mit niedrigeren Preisen als denen der Konkurrenz auf Konsumentenfang zu gehen. Der von Lange umrissene Wettlauf ist auf lange Sicht unerbittlich, da der Zuwachs an Produktivität fortwährend auf Kosten und Preise drückt, was eine unaufhaltsame Schmälerung der Gewinnspannen zur Folge hat.
Auch wenn heutige Ökonomen einer Ära nahezu kostenloser Waren und Dienstleistungen mit einem eher unguten Gefühl entgegensehen, haben einige frühere Ökonomen angesichts dieser Aussicht durchaus, wenn auch verhaltene, Begeisterung zum Ausdruck gebracht. John Maynard Keynes, einer der großen Ökonomen des 20. Jahrhunderts, dessen wirtschaftswissenschaftliche Theorien nach wie vor beträchtliches Gewicht haben, schrieb 1930 einen kleinen Essay mit dem Titel "Ökonomische Möglichkeiten für unsere Enkel", der zu einer Zeit erschien, in der Millionen von Amerikanern sich des Gefühls nicht erwehren konnten, mit dem plötzlichen wirtschaftlichen Abschwung von 1929 könnte ein langer Sturz ins Bodenlose begonnen haben.
Neue Technologien, so Keynes, beförderten die Produktivität und senkten so die Kosten für Güter und Dienstleistungen in einem nie gekannten Maß. Außerdem reduzierten sie dramatisch die Zahl menschlicher Arbeitskräfte, die zur Produktion von Gütern und Dienstleistungen nötig seien. Keynes führte sogar einen neuen Begriff ein, den seine Leser, wie er schrieb, "in kommenden Jahren oft hören werden - nämlich technologische Arbeitslosigkeit. Das ist Arbeitslosigkeit, die dadurch entsteht, dass wir schneller Mittel und Wege zur Einsparung von Arbeitskräften entdecken als neue Einsatzbereiche für Arbeitskräfte." Keynes beeilte sich, hinzuzufügen, dass diese technologische Arbeitslosigkeit, so beunruhigend sie auch auf kurze Sicht sein möge, auf lange Sicht ein großer Segen sei, weil sie nichts anderes bedeute, als "dass die Menschheit ihr ökonomisches Problem löst".7
Keynes glaubte, dass "bald ein Punkt erreicht ist, viel früher vielleicht, als irgendeinem von uns bewusst ist, an dem diese Bedürfnisse in dem Sinne befriedigt sind, dass wir unsere Energien fürderhin lieber anderen als wirtschaftlichen Zielen widmen".8 Er blickte erwartungsvoll einer Zukunft entgegen, in der Maschinen einen Überfluss an nahezu kostenlosen Gütern und Dienstleistungen produzieren, sodass der Mensch, von Plackerei und Härten befreit, sein Geist von der Konzentration auf rein pekuniäre Interessen erlöst, sich mehr auf die "Künste des Lebens" und die Suche nach Transzendenz konzentrieren kann.
Sowohl Lange als auch Keynes haben bereits in den 1930ern die Schizophrenie im Kern des kapitalistischen Systems erkannt: die wettbewerbsorientierten Märkten inhärente unternehmerische Dynamik, die die Produktivität nach oben und die Grenzkosten nach unten treibt. Ökonomen verstehen seit Langem, dass die effizienteste Wirtschaft die ist, in der die Verbraucher nur für die Grenzkosten der Waren bezahlen, die sie erstehen. Aber wenn Verbraucher nur für die Grenzkosten bezahlen und diese in rasendem Tempo gegen null gehen, könnten die Unternehmen weder die Renditen für ihre Investitionen garantieren noch ausreichende Profite, um ihre Aktionäre zufriedenzustellen. Das würde dazu führen, dass Marktführer den Markt zu dominieren versuchen, um sich ein Monopol zu sichern, das es ihnen ermöglicht, dem Markt höhere Preise abzutrotzen als lediglich die Grenzkosten der Produkte, die sie verkaufen. Einzig das würde verhindern, dass die unsichtbare Hand den Markt in Richtung der effizientesten Wirtschaft treibt, einer Wirtschaft mit nahezu null Grenzkosten und der Aussicht auf nahezu kostenlose Güter und Dienstleistungen. Und genau das ist der unlösbare Widerspruch im Herzen aller kapitalistischen Theorie und Praxis.
Achtzig Jahre nach den Beobachtungen von Lange und Keynes beschäftigen sich zeitgenössische Ökonomen einmal mehr mit diesem Widerspruch in der Funktionsweise des kapitalistischen Systems, und keiner von ihnen weiß, wie die Marktwirtschaft funktionieren soll, ohne im Gefolge neuer Technologien, die uns in eine Nahezu-null-Grenzkosten-Ära treiben, zu implodieren.
Lawrence Summers, ehemals Präsident der Harvard University und Finanzminister unter Bill Clinton, und J. Bradford DeLong, Professor für Volkswirtschaft an der University of California in Berkeley, widmeten sich im August 2001 dem kapitalistischen Dilemma in einem gemeinsamen Referat vor einem Symposium der amerikanischen Notenbank in Kansas City mit dem Thema "Wirtschaftspolitik für die Informationsökonomie". Diesmal stand weit mehr auf dem Spiel, da die neuen Informationstechnologien und die einsetzende Revolution bei der Internetkommunikation drohten, das kapitalistische System in einigen Jahrzehnten in eine Nahezu-null-Grenzkosten-Realität zu treiben.
Summers' und DeLongs Sorgen konzentrierten sich auf die eben aufkommenden Technologien im Bereich der EDV und der Kommunikation. Diese "kataklystischen Innovationen", so schrieben sie, erzwängen ein grundlegendes Umdenken im Wirtschaftsleben mit potenziellen Auswirkungen, deren Tragweite denen der Einführung der Elektrizität gleichzustellen seien. Summers' und DeLongs Ansicht, dass die technologischen Veränderungen, die da in Gang gesetzt waren, die Grenzkosten dramatisch senken dürften, wurde zum Ausgangspunkt ihrer Diskussion. "Die fundamentalste Bedingung für wirtschaftliche Effizienz" besteht ihrer Ansicht nach darin, "dass der Preis gleich den Grenzkosten" sei.9 Darüber hinaus seien, so räumten sie ein, "die sozialen und die Grenzkosten bei Waren im Kommunikationsbereich nahezu null".10 Und jetzt kommt das Paradox:
"Wenn Informationsgüter zu ihren Grenzkosten - die bei null liegen - vertrieben werden sollen, können sie nicht von Unternehmen geschaffen und produziert werden, die ihre [fixen Rüst-]Kosten über Einkünfte aus dem Verkauf an Konsumenten decken. Wenn Informationsgüter [von Unternehmen] geschaffen und produziert werden sollen, müssen [diese] damit rechnen können, ihre Produkte mit Profit zu verkaufen." 11
Summers und DeLong sprachen sich gegen staatliche Subventionen zur Deckung der Vorlaufkosten aus, da die Unzulänglichkeiten von "administrativer Bürokratie", "Gruppendenken" und "Amtsschimmel … die unternehmerische Energie des Marktes zerstören".12
Statt staatlicher Intervention legten die beiden renommierten Ökonomen widerwillig nahe, die beste Methode, die innovativen Kräfte einer Wirtschaft zu schützen, die "Güter unter der Bedingung erheblich zunehmender Skalenerträge produziert", bestehe darin, kurzfristig natürlichen Monopolen den Vorzug zu geben.13 "Vorübergehende Monopolmacht und Profite", so argumentieren Summers und DeLong, "sind die Belohnungen, die es braucht, um das private Unternehmertum zu solchen Innovationen anzuspornen."14 Beide erkennen sie die Zwickmühle, in die sie das private Unternehmertum mit dem Eingeständnis bringen, dass "das natürliche Monopol nicht der fundamentalsten Bedingung wirtschaftlicher Effizienz - Preis gleich Grenzkosten - entspricht."15 Es gehört nun einmal, wie jeder Ökonom weiß, zum Modus operandi des Monopols, potenziellen Konkurrenten die Einführung jeder Innovation zu verleiden, die die Produktivität steigert, die Grenzkosten reduziert und den Preis für die Kundschaft senkt. Nichtsdestoweniger kommen Summers und DeLong zu dem Schluss, dies sei in der "New Economy" womöglich der einzige Schritt nach vorn. Die beiden räumten erstaunlicherweise ein, "die richtige Betrachtungsweise dieses komplexen Problembereichs ist unklar, klar ist jedoch, dass das Wettbewerbsparadigma nicht ganz und gar angemessen sein kann … nur wissen wir noch nicht, wie das richtige Ersatzparadigma auszusehen hat."16
Summers und DeLong sahen sich hoffnungslos in der Falle. Obwohl es weder Ökonomen noch Unternehmer auf die Selbstzerstörung des kapitalistischen Systems abgesehen haben (man hat erwartet, es würde ewig regieren), zeigt ein sorgfältiger Blick auf die Logik seiner Funktionsweise die Unvermeidlichkeit einer Nahezu-null-Grenzkosten-Zukunft. Eine Nahezu-null-Grenzkosten-Gesellschaft ist der Zustand optimaler Effizienz, was die Beförderung des Allgemeinwohls angeht, und damit der Triumph des Kapitalismus schlechthin. Sein Augenblick des Triumphs freilich markiert auch sein unausweichliches Verschwinden von der Weltbühne. Auch wenn der Kapitalismus noch weit davon entfernt ist, sich selbst abzuschaffen, so ist doch eines deutlich abzusehen: Je näher er uns einer Na­hezu-null-Grenzkosten-Gesellschaft bringt, desto geringer wird seine einst unangefochtene Leistungsfähigkeit und weicht in einer Zeit, die sich eher durch Überfluss auszeichnet als durch Knappheit, einer ganz und gar neuartigen Organisationsform des Wirtschaftslebens.
Die Ablösung des ökonomischen Paradigmas
Die interessanteste Passage in Summers' und DeLongs Referat über die Widersprüche und Herausforderungen kapitalistischer Theorie und Praxis im sich entfaltenden Informationszeitalter ist die Bemerkung, sie wüssten noch nicht, wie das richtige Ersatzparadigma auszusehen habe. Allein die Tatsache, dass sie auf die Wahrscheinlichkeit eines neuen Paradigmas als Ersatz für das alte anspielen, deutet auf die sich abzeichnenden Anomalien und den finsteren Schatten, den sie auf die langfristige Lebensfähigkeit der derzeitigen Wirtschaftsordnung werfen.
Wir befinden uns allem Anschein nach in der Anfangsphase einer alles verändernden Ablösung des ökonomischen Paradigmas. In der Abenddämmerung der kapitalistischen Ära zeichnet sich ein neues Wirtschaftsmodell ab, das sich besser zur Organisation einer Gesellschaft eignet, in der mehr und mehr Güter und Dienstleistungen nahezu kostenlos sind.
Der Begriff des Paradigmenwechsels wurde in den vergangenen Jahren derart strapaziert, dass er schier synonym zu "Veränderung" schlechthin geworden ist; es dürfte hier also durchaus hilfreich sein, noch einmal bei Thomas Kuhn nachzulesen, dessen Buch Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen für die Übernahme des Begriffs Paradigma in den allgemeinen Diskurs verantwortlich ist. Kuhn definierte ein Paradigma als System von Überzeugungen und Annahmen, die zusammenwirkend eine integrierte und geschlossene Weltsicht ergeben, die so überzeugend und unwiderstehlich ist, dass wir sie als die Realität selbst ansehen. Er benutzte den Begriff für herkömmliche und nahezu universell akzeptierte Wissenschaftsmodelle wie etwa die Newton?sche Physik und Darwins Evolutionstheorie.17
Die Kraft des Paradigmas als Narrativ beruht in seiner allumfassenden Beschreibung der Realität. Einmal akzeptiert, wird es schwierig, wenn nicht gar unmöglich, seine zentralen Annahmen infrage zu stellen, schließlich scheinen sie die natürliche Ordnung der Dinge zu reflektieren. Alternative Erklärungen der Welt werden selten auch nur in Betracht gezogen, da sie in krassem Widerspruch zu dem stehen, was man als unzweideutige Wahrheit akzeptiert. Aber dieses kritiklose Akzeptieren und die Weigerung, sich alternative Erklärungen auch nur vorzustellen, führt zu schwärenden Widersprüchen, die sich anhäufen bis zu einem Punkt, an dem das existierende Paradigma zerschlagen und durch ein neues Erklärungsparadigma ersetzt wird, das die Anomalien, Einsichten und neuen Entwicklungen effektiver in einem umfassenden neuen Narrativ zu arrangieren vermag.
Das kapitalistische Paradigma, lange Zeit als der beste Mechanismus zur Förderung einer effizienten Organisation ökonomischen Handelns akzeptiert, wird jetzt von zwei Seiten angegriffen.
An der ersten Front steht eine neue Generation interdisziplinärer Wissenschaftler, die ganz unterschiedliche, vormals voneinander unabhängige Disziplinen miteinander verbunden haben: Chemie, Biologie, Ökowissenschaften, Ingenieurswesen, Architektur, Stadtplanung und Informationstechnologie. Diese Wissenschaftler stellen die herkömmliche - mit Metaphern aus Newtons Physik verbundene - Wirtschaftstheorie mit einer neuen theoretischen Ökonomie infrage, die auf die Gesetze der Thermodynamik gegründet ist. Über die unauflösliche Beziehung zwischen ökonomischer Aktivität und den durch die Energiegesetze diktierten ökologischen Zwängen schweigt sich die klassische kapitalistische Theorie im Grunde genommen aus. Der klassischen wie der neoklassischen Wirtschaftstheorie stehen die Kräfte, die die Biosphäre der Erde regieren, außerhalb der Sphäre wirtschaftlichen Handelns - kleine korrigierbare Faktoren von geringer Bedeutung für die Funktionsweise des kapitalistischen Systems an sich. Konventionelle Ökonomen übersehen ganz einfach, dass die Gesetze der Thermodynamik jede wirtschaftliche Aktivität regieren. Die ersten beiden Gesetze der Thermodynamik besagen, dass "der gesamte Energiegehalt des Universums konstant ist und die gesamte Entropie fortwährend zunimmt".18 Dem ersten Hauptsatz der Thermodynamik oder Energieerhaltungssatz zufolge kann Energie weder geschaffen noch vernichtet werden - anders gesagt, die Energiemenge im Universum bleibt vom Anbeginn bis zum Ende aller Zeit gleich. Während die Menge an Energie konstant bleibt, ändert sich fortwährend ihre Erscheinungsform, allerdings immer nur in eine Richtung, von verfügbar zu nicht verfügbar. Und hier kommt der zweite Hauptsatz der Thermodynamik ins Spiel. Laut diesem ändert Energie sich stets von warm nach kalt, von einer konzentrierten Form in eine verstreute, von einer geordneten in eine ungeordnete Form. Verbrennen wir zum Beispiel ein Stück Kohle, bleibt die Gesamtmenge der Energie konstant, sie wird jedoch in Form von Kohlendioxid, Schwefeldioxid und anderen Gasen über die Atmosphäre verteilt. Auch wenn Energie nie verloren gehen kann, diese verstreute Energie ist nicht mehr in der Lage, sinnvolle Arbeit zu verrichten. Physiker bezeichnen diesen Verlust an nutzbarer Energie als Entropie.
Jedwede ökonomische Aktivität basiert darauf, sich in der Natur - in Form von Feststoffen, Flüssigkeiten oder Gasen - verfügbare Energie nutzbar zu machen und sie in Produkte und Dienstleistungen zu verwandeln. In jeder Phase von Produktion, Lagerung und Vertrieb verwandelt man mithilfe von Energie natürliche Ressourcen in fertige Güter und Dienstleistungen. Was immer an Energie in Produkt und Dienstleistung steckt, es wurde Energie darauf verwendet, die ökonomische Aktivität die Wertschöpfungskette entlangzubewegen, und diese Energie ging dabei - so präsentiert sich uns die entropische Rechnung - für immer verloren. Und schließlich werden die Güter, die wir produzieren, verbraucht, weggeworfen, gehen zurück in die Natur, womit wiederum ein Zuwachs an Entropie einhergeht. Ingenieure und Chemiker weisen darauf hin, dass es bei ökonomischen Aktivitäten nie einen Nettoenergiegewinn geben kann; die Umwandlung von natürlichen Ressourcen in ökonomische Werte führt immer zu einem Verlust an verfügbarer Energie. Die Frage ist nur, zu welchem Zeitpunkt man uns die Rechnung dafür präsentiert.
Nun, die entropische Rechnung für das Industriezeitalter liegt vor. Die durch das Verbrennen ungeheurer Mengen fossiler Brennstoffe in der Atmosphäre akkumulierten Kohlendioxidemissionen haben einen Klimawechsel sowie die Zerstörung der gesamten Biosphäre in Gang gesetzt, was so manche Frage an unser herkömmliches ökonomisches Modell aufwerfen muss. Die Ökonomie hat sich im Großen und Ganzen noch der Tatsache zu stellen, dass ökonomische Aktivitäten von den Gesetzen der Thermodynamik bestimmt sind. Gerade das eklatante Unverständnis der ganzen Disziplin gegenüber seinem eigenen Gegenstand zwingt zum Umdenken des Paradigmas durch Akademiker anderer Disziplinen über das ganze Spektrum der Natur- und Gesellschaftswissenschaften hinweg. Ich habe mich damit eingehender in meinem vorhergehenden Buch Die dritte industrielle Revolution befasst, speziell in dem Kapitel "Aufs Altenteil mit Adam Smith".
An der zweiten Front entwickelt sich aus den Eingeweiden der Zweiten Industriellen Revolution eine gewaltige neue technologische Plattform, die den Widerspruch im Kern der kapitalistischen Ideologie auf besagtes Endspiel zutreibt. Das Verschmelzen des Kommunikationsinternets mit einem eben in der Entwicklung begriffenen Energie- und Logistikinternet zu einer nahtlosen intelligenten Infrastruktur des 21. Jahrhunderts - dem Internet der Dinge (Internet of Things) - hat eine Dritte Industrielle Revolution eingeleitet. Dieses Internet der Dinge fördert jetzt schon die Produktivität in einem Maße, dass die Grenzkosten vieler Güter und Dienstleistungen nahezu null sind, was sie praktisch kostenlos macht. Die Folge davon ist, dass die Profite wirtschaftlicher Unternehmen auszutrocknen beginnen, Eigentumsrechte ausgehöhlt werden und eine auf Knappheit gegründete Ökonomie langsam einer Ökonomie des Überflusses Platz macht.
Das Internet der Dinge
Das Internet der Dinge (IdD) wird eines Tages alles und jeden verbinden, und das in einem integrierten, weltumspannenden Netz. Natürliche Ressourcen, Produktionsstraßen, Stromübertragungs- und logistische Netze, Recyclingströme, Wohnräume, Büros, Geschäfte, Fahrzeuge, ja selbst Menschen werden mit Sensoren versehen, und die so gewonnenen Informationen werden als Big Data in ein globales neurales IdD-Netz eingespeist. Prosumenten können sich in dieses Netz einklinken und erreichen mithilfe von Big Data, Analysesoftware und Algorithmen eine dramatische Steigerung von Effizienz und Produktivität. Damit gehen die Marginalkosten, wie wir das schon bei Informationsgütern gesehen haben, auch bei Produktion und gemeinsamer Nutzung einer breiten Palette von Produkten und Dienstleistungen gegen nahezu null.
Der Internet of Things Research Cluster, ein von der Europäischen Kommission ins Leben gerufener Forschungsverbund zur Förderung des Übergangs in die neue Ära des "ubiquitären Computings", hat eine Unzahl von Beispielen für die Art und Weise vorgelegt, in der man das Internet der Dinge bereits jetzt zur globalen dezentralen Vernetzung des Planeten einsetzt.
Die Implementierung des IdD über alle Sektoren von Industrie und Handel hinweg hat längst begonnen. Über den gesamten Weg von Produktion, Vertrieb, Verbrauch und Wiederverwertung installiert man Sensoren, die den Fluss von Gütern und Dienstleistungen überwachen und registrieren. So setzt zum Beispiel UPS Big Data zur Echtzeitüberwachung seiner 60?000 Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten ein. Der Logistikriese baut Sensoren in seine Fahrzeuge ein, um Einzelteile auf eventuelle Verschleißerscheinungen zu kontrollieren, sodass man sie ersetzen kann, bevor das Fahrzeug kostspielig liegen bleibt.19

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  • Produktdetails
  • Verlag: Campus Verlag
  • Seitenzahl: 525
  • 2014
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783593425160
  • ISBN-10: 3593425165
  • Best.Nr.: 41295459
Autorenporträt
Jeremy Rifkin ist einer der bekanntesten gesellschaftlichen Vordenker. Zahlreiche Regierungen haben ihn als Berater konsultiert, seine Bücher sind internationale Bestseller. Jetzt prophezeit der Visionär den Untergang des Kapitalismus. Seine Deutung erhellt den Blick in die Zukunft.
Inhaltsangabe
Inhalt

Dank 7

1. Der große Paradigmenwechsel

Vom Marktkapitalismus zu den kollaborativen Commons? 9

Teil 1

Die verschwiegene Geschichte des Kapitalismus

2. Die europäischen Einhegungen und die Geburt der Marktwirtschaft 49

3. Das Werben zwischen Kapitalismus und vertikaler Integration 63

4. Die menschliche Natur aus der Sicht des Kapitalismus 88

Teil 2

Die Nahezu-null-Grenzkosten-Gesellschaft

5. Extreme Produktivität, das Internet der Dinge und kostenlose Energie 105

6. 3-D-Druck: Von der Massenproduktion zur Produktion durch die Massen 133

7. MOOCs und eine Nahezu-null-Grenzkosten-Bildung 163

8. Der letzte Arbeiter macht das Licht aus 179

9. Der Aufstieg des Prosumenten und der Ausbau der Intelligenten Ökonomie 198

Teil 3

Der Aufstieg der kollaborativen Commons

10. Die Komödie der Commons 227

11. Die Kollaboratisten rüsten zur Schlacht 254

12. Das Ringen um Definition und Kontrolle der intelligenten Infrastruktur 283

Teil 4

Sozialkapital und Sharing Economy

13. Der Umstieg von Eigentum auf Zugang 329

14. Das Crowdfunding von Sozialkapital, die Demokratisierung der Werbung, die Humanisierung des Unternehmertums und das Überdenken der Arbeit 373

Teil 5

Die Überflusswirtschaft

15. Das nachhaltige Füllhorn 397

16. Ein Lifestyle für die Biosphäre 432

Nachwort: Eine ganz persönliche Bemerkung zum Schluss?443

Anmerkungen 453

Literatur 507

Personenregister 518

Sachregister 520
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Jeremy Rifkins Fortschrittsoptimismus geht Fritz Göttler runter wie Öl: dass das Internet die Welt dahingehend verändert, dass nicht mehr Arbeit und Eigentum, sondern Teilen und Partizipation künftig das Zusammenleben prägen werden, hört sich für ihn ausgesprochen gut an - aber leider auch zu schön, um wahr zu sein. Carsharing und Couchsurfing schön und gut, meint Göttler, aber stehen hinter Uber und Airbnb nicht knallhart gewinnorientierte Unternehmen, und lassen sich nicht diejenigen, die ihr Gästezimmer und ihren Beifahrersitz hergeben, gerne dafür entlohnen? Und wo kommen die Autos und Sofas überhaupt her, wenn sich nicht irgendjemand die Arbeit macht, sie herzustellen? Die Vision des Prosumenten, in dem Produktion und Konsum zusammenfallen, scheint Göttler doch nur in wenigen Bereichen realistisch. Die Begeisterung Rifkins hat ihm dennoch gut gefallen.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 14.09.2014
Und jetzt alle zusammen!

Der Ökonom Jeremy Rifkin liebt große Thesen, jetzt verkündet er den Niedergang des Kapitalismus und den Beginn einer sozialen Gemeinschaft. Das klingt nach einer naiven Utopie. Aber ist es überhaupt eine?

Es hat ein bisschen gedauert, bis die Zukunft aussieht, wie wir sie uns einmal vorgestellt haben, wie eine Welt voller hilfreicher Roboter und Wunscherfüllungsautomaten, eine Welt also, in der sich nicht nur Nullen und Einsen steuern lassen, sondern auch Dinge, jene aus Holz und Stahl und Stein oder wenigstens solche aus Plastik. Zurzeit aber vergeht kein Tag mehr, an dem nicht eine neue Wundernachricht vom sogenannten Internet der Dinge zu hören ist, von schlauen Häusern und selbstfahrenden Autos, von T-Shirts, die unseren Schlaf steuern, und Pflastern, die unseren Puls messen, von Kühlschränken, die Milch nachbestellen, oder von Zimmern, die sich mit ein paar Wischbewegungen umbauen lassen. Auch in dieser Woche wurde der futuristische Maschinenpark wieder um zwei aufsehenerregende Neuheiten erweitert. Von der niedlichen Armbanduhr von Apple, jener als modischer Schnickschnack verharmlosten Disziplinierungsmaschine, dürften inzwischen auch Menschen ohne Smartphone gehört haben. Erstaunlich wenig Aufmerksamkeit dagegen bekam ein Menschheitstraum, der gestern auf einer Industriemesse in Chicago, nun ja, eben nicht vom Band lief: der "Strati", das erste Auto aus dem 3-D-Drucker. Die amerikanische Firma Local Motors fertigte den zweisitzigen Buggy innerhalb einer Woche, Kernstück ist ein Chassis aus schnelltrocknendem Carbon-Plastik-Gemisch, Schicht für Schicht aufgetragen von einem riesigen 3-D-Drucker. Der Strati ist das Gegenmodell zur Apple-Uhr, designt von einem italienischen Amateur aus der Crowd, ein basisdemokratisch entworfener Volkswagen sozusagen. Und natürlich kann man darüber spotten, dass er so auch aussieht. Die interessantere Frage ist aber, warum er überhaupt noch Sitze hat. Damit aber der Drucker einen fahrerlosen Wagen ausspuckt, müsste man nur eine andere Software einlegen.

Wie all diese neuen Apparate die Welt verändern, verbunden in einem gigantischen Netz; was sie mit ihren Benutzern machen, die unaufhörlich analysiert und optimiert werden, und auch mit jenen, die glauben, sich den Veränderungen durch Nichtbenutzung entziehen zu können, darüber kann man derzeit gar nicht so schnell spekulieren, wie der Wandel Wirklichkeit wird. Während man sich noch wundert, wer sich freiwillig eine elektronische Wanze anlegt, die den Pulsschlag an einen Großkonzern sendet, prophezeien Marktforscher 60 Millionen Käufer. Und 26 Milliarden Geräte, die bis zum Jahr 2020 ans Internet angeschlossen sein werden. Was das für die Wirtschaft bedeutet, das fassen die Analysten von Gartner, die diese Zahl ermittelt haben, so zusammen: "Milliarden Dinge, Billionen Dollar."

Ungefähr hier aber ist der Punkt, an dem die Utopien aufeinanderprallen, die momentan über die digitale Zukunft im Umlauf sind. Man muss nämlich gar kein Skeptiker sein, um Einwände gegen die kommerziellen Chancen zu haben, die das Internet der Dinge eröffnet; es reicht, die Apple Watch ein bisschen vorzustellen und die ökonomische Entwicklung auf die Spitze zu treiben. Die Frage nämlich, ob die Versprechen einer sozialen Weltgemeinschaft, ohne die kein Werbespot aus dem Silicon Valley auskommt, vielleicht tatsächlich eintreffen und damit all den schönen Profitphantasien ein Ende machen, wird mittlerweile von immer mehr Menschen mit Ja beantwortet. "Sharing Economy" heißt der Begriff, unter dem diese Vision kursiert, und es sind längst nicht mehr nur ein paar schweißfüßige Couchsurfer, die daran glauben.

Nun hat auch einer der berühmtesten Berufsvisionäre der Gegenwart, der amerikanische Ökonom Jeremy Rifkin, seine umfangreiche Analyse über den Siegeszug des neuen Wirtschaftssystems vorgelegt, das er die "kollaborativen Commons" nennt. Vor kurzem ist das Buch auch auf Deutsch unter dem Titel "Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft" erschienen. In der Ökonomie des Teilens und Tauschens sieht Rifkin ein neues Paradigma, und zwar eines im Sinne des Philosophen Thomas S. Kuhn, eines also, das alles verändern wird: die Wirtschaft, die Gesellschaft, unsere Art zu leben und zu denken. Der Kapitalismus, meint Rifkin, wird spätestens in ein paar Jahrzehnten nur noch in einigen Nischen stattfinden.

Rifkin neigte schon immer zu den ganz großen Entwürfen, er ist eher der Mann für die Szenarien von übermorgen, was tendenziell zur Folge hat, dass man ihn immer erst nach Jahrzehnten widerlegen kann, dann also, wenn es dummerweise zu spät ist, an den Entwicklungen etwas zu ändern. Auch diesmal ist seine Großthese, die, wenn auch nicht den sofortigen Tod, dann doch zumindest den unaufhaltsamen Niedergang des Kapitalismus voraussagt, so radikal, dass einem sämtliche Einwände an ihrer Plausibilität schnell wie kleingeistige Spielverderberei vorkommen. Seine Hoffnung auf eine kooperative Wirtschaft, das ist die Pointe des Buches, wird weder durch reinen Idealismus angetrieben, noch ist sie der Slogan einer jener neokapitalistischen Sharing-Unternehmen wie die Zimmervermittlung AirBnB oder die Privattaxizentrale Uber, die alles andere als gemeinnützige Vereine sind. Es ist die Logik des Kapitalismus, die "Schizophrenie" in seinem Kern, wie Rifkin schreibt, die dazu führt, dass er sich selbst auffrisst: Im freien Wettbewerb steigt die Produktion ständig, die Preise fallen, bis sie keine Gewinne mehr einbringen. Am Ende liegen die Grenzkosten, die Kosten für jede zusätzlich produzierte Einheit, fast bei null.

In der Unterhaltungsindustrie ist diese Entwicklung längst offensichtlich, und dass sie vor der Welt der Atome nicht haltmacht, wird allmählich absehbar. In der Energiewirtschaft macht die Solartechnik Kunden zu Produzenten, in China werden nicht nur Autos ausgedruckt, sondern ganze Häuser. Die Frage aber ist nicht nur, ob damit auch der Kapitalismus gefährdet ist, auch da, wo er längst sein Heil nicht mehr in der Produktion, sondern in Dienstleistungen, Datenbankmanagement und irgendwelchen anderen aufwendigen "Solutions" sucht. Die Frage ist auch, ob man sich überhaupt wünschen soll, dass Rifkin wieder einmal recht behält; ob es tatsächlich ein Versprechen ist, wenn das, was vorher dem Kreislauf der kommerziellen Verwertbarkeit entzogen war, von der eigenen Wohnung bis zum nachbarschaftlichen Gefallen, einen Tauschwert bekommt, in welcher utopischen Währung auch immer. Wenn jeder Mensch funktionieren muss wie eine durchrationalisierte Fabrik.

In der vergangenen Woche war Rifkin in Berlin, um seine These in Interviews und Talkshows auszuführen. Auch im Gespräch kann er nicht alle Zweifel ausräumen, und doch wird, wenn man ins Detail geht, viel deutlicher als in seinem atemlosen Buch, dass er schon sehr genau weiß, wo die Hürden auf dem Weg zur globalen Digitalkommune stehen. Natürlich, sagte er, werde der Wandel, den er beschreibt, "ein langer, qualvoller Prozess", schließlich entstehe nicht alle paar Jahre ein neues Wirtschaftssystem. Er ist auch nicht blind für die Macht monopolistischer Firmen und die Notwendigkeit ihrer Regulierung, für die Angst vorm Verlust der Privatsphäre und vor Datenmissbrauch oder für das drohende Ende der Netzneutralität, jenem Prinzip, dass im Internet alle Daten gleich schnell verschickt werden, ob sie von Großkonzernen oder Einzelpersonen kommen. All dies seien Kämpfe, die ausgetragen, Probleme, die geklärt werden müssen, es werde "ziemlich schmutzig". Am Ende aber werde es nicht nur einem Giganten wie Google schwerfallen, der Macht der Milliarden zum Prosumer gewordenen Kollaborateure standzuhalten, sondern auch Unternehmen wie Uber, die glauben, daran mitverdienen zu können. "Die Fahrer in der ganzen Welt werden sagen: ,Warum sollte ich mich von Uber ausnehmen lassen?' Ich könnte im direkten Umkreis dieses Platzes zehn Programmierer finden, die so eine Seite bauen können, und eine Kooperative gründen. Kann man sich vorstellen, dass die Milliarden von Menschen bis zum Ende der Welt dasitzen werden und sich ihre Ideen und Daten wegnehmen und für kommerzielle Zwecke benutzen lassen? Und niemand wird etwas dagegen tun? Das widerspricht der Geschichte!"

In Rifkins Zeitrafferaufnahme sind nicht nur Internettraditionsunternehmen wie Ebay, Amazon oder Facebook, sondern auch die gerade noch gehypten Unternehmen der Sharing-Ökonomie lediglich Akteure einer Übergangsphase, einer "hybriden Ökonomie", in der Kapitalismus und soziale Commons nebeneinander existieren. In der neuen Wirtschaftsordnung wird man sie genauso wenig brauchen wie Plattenfirmen, Kaufhäuser, Stromkonzerne und all die anderen Zwischenhändler des analogen Kapitalismus. Ein bisschen dürfen sie noch mitverdienen am Aufbau des "Super-Internets", das die Bereiche Kommunikation, Energie und Logistik integriert. Doch wenn es halbwegs von alleine läuft, glaubt Rifkin, wird die Crowd anfangen, auch die Steuerung und Kontrolle dieser Weltmaschine zu übernehmen. Dass die Macht der Internetmonopolisten gerade darin besteht, den allgemeinen Zugang zu den Daten, also gewissermaßen zum Rohmaterial der neuen Ökonomie, zu verhindern; dass also nicht einfach jeder dahergelaufene Datenschneider in seinem Heimatelier eine neue Suchmaschine oder ein soziales Netzwerk zusammenschnipseln kann, ist für ihn kein Gegenargument, im Gegenteil: Wie die Fabrikarbeiter der industriellen Revolution werden sie sich, wenn sie sich erst einmal ihrer Macht bewusst sind, zusammenschließen und ihre Rechte erkämpfen.

Rifkin kann ohne Punkt und Komma erzählen von dieser idealen neuen Welt, in der sich jeder in das globale Nervensystem einklinken kann, um irgendeine Idee einzuspeisen, die dann am anderen Ende als 3-D-Ausdruck wieder herauskommt. Natürlich klingt das alles nach einer Neuausgabe des "Whole Earth Catalogue", und spätestens wenn Rifkin irgendwann ins Transzendentale abdriftet, wenn er den "Übergang zum Biosphärebewusstsein mit einer Ausweitung unserer Empathie auf die ganze Menschheit als unserer Familie und auf unsere Mitgeschöpfe als evolutionäre Großfamilie" ankündigt, ist der Moment gekommen, wo auch die Staatschefs und Minister, die sich so gern von ihm beraten lassen, die Augen verdrehen.

Es ist aber der Punkt, an dem es interessant wird. So falsch, naiv, geschwätzig man Rifkins Digitalromantik finden kann, so wenig hat sie mit den Slogans zu tun, die in der Ideologie des Silicon Valley davon übrigbleiben, einer Ideologie, die man ja vor allem daran erkennt, dass sie das Grand Design, die politischen und ökonomischen Effekte ihrer Spielzeuge verschweigt. Statt großer Gesellschaftsentwürfe formuliert sie Floskeln und glaubt, die Welt retten zu können, indem sie Apps gegen Alltagsprobleme programmiert.

Es sind vielleicht nicht immer die richtigen Interpretationen, die Rifkin liefert, es sind aber die richtigen Kategorien. Das gilt auch für den wichtigsten Aspekt seiner Überlegungen, seine Kulturanthropologie. Das interessanteste Kapitel ist jenes, in dem er sich, wenn auch nur skizzenhaft, mit der Frage der Freiheit beschäftigt. Dass die herrschenden Vorstellungen von Privatsphäre eben auch nur die lieb gewonnenen Anpassungen an eine Welt des Privateigentums sind, "wo alles auf die Dichotomie ,mein' und ,dein' reduziert war", dass es sich dabei also um Errungenschaften handelt, nicht um ein Menschenrecht, das sollte man eben auch im Hinterkopf haben, wenn man sie verteidigen möchte. Wenn man das eine ohne das andere haben will, die Autonomie ohne das Automobil gewissermaßen, reicht Technologiekritik allein nicht aus. Die Kraft der Autonomie, hat Theodor W. Adorno einmal gesagt, ist die Kraft des Nicht-Mitmachens. In einer Ökonomie der Kollaboration ist sie nicht vorgesehen.

Umso wichtiger ist es, dass ab und zu jemand wie Rifkin kommt, der die Fenster aufreißt und die richtigen Begriffe reinlässt. Am Donnerstag war er zu Gast bei Maybrit Illner. Auch dort sollte es um die Zukunft gehen. Stattdessen diskutierte die Runde über Entlassungen bei Karstadt und die 35-Stunden-Woche.

HARALD STAUN

Jeremy Rifkin: "Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft. Das Internet der Dinge, kollaboratives Gemeingut und der Rückzug des Kapitalismus". Campus-Verlag, 528 Seiten, 27 Euro

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Besprechung von 10.09.2014
Die Komödie
der Allmenden
Jeremy Rifkin über die digitale Ökonomie
Der Kapitalismus ist nah an der Kapitulation im neuen Buch von Jeremy Rifkin. Das System ist nicht am Ende, aber es muss sich anpassen, an die neue Dynamik, die das Internet ihm verpasst. Das totale Internet, das Super-Internet, das Internet der Dinge, wie es sich gerade mit gewaltiger Geschwindigkeit entwickelt und unser aller Leben erfasst und ändert.
  Rifkin ist der Starprophet und -propagandist der tapferen neuen Welt, die bei ihm wie ein Paradies ausschaut, weil alle Probleme, mit denen wir uns heute abplagen – gesellschaftliche Ungleichheit, ökonomische Desaster und sogar die Klimakatastrophen – sich wie von selbst lösen werden. Seit Jahren begleitet er diesen Prozess, und im neuen Buch sind gewissermaßen die Bücher der vergangenen 20 Jahre fulminant zusammengeführt, es geht um das „Ende der Arbeit“ (1995) und „Access – Das Verschwinden des Eigentums“ (2000), die „empathische Zivilisation“ (2010) und die „dritte industrielle Revolution“ (2011). Das Buch ist die reine Begeisterung, atemlos, und wo die harte Faktenlage der Realität die These noch nicht so ganz unterstützen mag, ist immerhin von Hoffnung auf sinnvolle Lösungen die Rede.
  Seit dem Internet, das ist Rifkins Überzeugung, ist es mit dem Habenwollen vorbei, mit dem Eigentum und den Deformationen, die es nach sich zieht, die Menschen sehen nun ihre Gemeinschaft durchs Teilen konstituiert, was enorme ökonomische und kreative Potenziale freisetzen wird. In seinem Buch „Access“ hat Rifkin das erstmals vorgestellt, nun sieht er die Tendenz, dadurch dass die Grenzkosten in der industriellen Produktion immer mehr gegen null gehen, nachdrücklich bestätigt: „Je mehr Güter und Dienstleistungen, die das Wirtschaftsleben unserer Gesellschaft ausmachen, sich in Richtung Nahezu-null-Grenzkosten bewegen und fast kostenlos zu haben sind, desto mehr wird sich der kapitalistische Markt in schmale Nischen zurückziehen, in denen Unternehmen, die Profit abwerfen, nur am Rande der Wirtschaft überleben.“
  Das ist ein Traum, der sich zwischen Kapitalismus und Kommunismus bewegt und zu keinem von beiden dezidiert sich bekennen mag. Im Internet – einem, das alles regeln wird, Information und Energie und Transporte, wissenschaftliche Lehre und medizinische Versorgung – sieht Rifkin ein altes gesellschaftliches Modell der Feudalzeit reaktiviert, das der Commons, der kollaborativen Allmenden, die man, in Erinnerung an den Geschichtsunterricht, exemplarisch mit den Viehweiden assoziiert, die einst gemeinsam genutzt und gepflegt wurden. Die Tragödie dieser Allmenden begann, als der Gemeinschaftsgedanke korrumpiert wurde durch Vorstellungen von privatem Profitstreben, Verschleiß- und Regenerationsprobleme. Rifkin hat selbst die alte Idee überleben sehen, in der Gemeinde Törbel etwa im Schweizer Kanton Wallis. Und er sieht die Tragödie allgemein rückgängig gemacht durch die neue Mentalität der Share Community des Internets und seiner Prosumenten – die Produzieren und Konsumieren zusammenbringen. Die Komödie der Commons!
  Die Komödie hat Swing, und fasziniert folgt man, wie Rifkin ihre einzelnen Szenen skizziert, Tausch, Eigeninitiative, Unabhängigkeit von staatlichen Instanzen und den Zwängen der industriellen Konzerne. Selbst ist der Produzent, der Arzt. Und doch werfen immer wieder Neben- und Hintergedanken Schatten aufs Idyll. Die beiden zugkräftigsten Share-Initiativen, in denen Autos und Wohnungen geteilt werden, sind knallharte kapitalistische Unternehmen – sie werden deshalb hoch taxiert und mit Kapital zugeschüttet. Das Unternehmen Uber, das gerade die Taxi-Firmen der ganzen Welt vernichten will, und Airbnb, das weltweit Zimmer vermittelt, kassieren immer mit, ohne große Gegenleistung oder Verantwortung. Auch die Teilenden kassieren für die Nutzung, und sind glücklich über jeden Mehrwert, der dabei anfällt – wenn man durch die aufgenommenen Gäste fremde Menschen und Kulturen erleben und soziales Verhalten üben kann. Von wirklich radikalem, gänzlich profitunorientiertem Sharing, in philanthropischem, christlichem, kommunistischem Sinne, ist das himmelweit entfernt – müsste es dann nicht ein Airbnb für Asylanten, Migranten, Verfolgte geben?
  Für den einzelnen Menschen interessiert sich Rifkin – der sehr gerne Gandhi zitiert – in seiner Euphorie nur am Rande, ihn fasziniert die große Bewegung, und vor allem die Billionen Sensoren, die in wenigen Jahren unser aller Leben gestalten werden. Sein Buch ist zu dicht dran an den einzelnen Initiativen, und zugleich zu weit abgehoben, um die Struktur der Gesellschaft in den Blick zu kriegen. Die Produktions- und Schaffungsprozesse, ohne die es auch in Zukunft nicht gehen wird, ignoriert es. Und die Produktionsverhältnisse – Reflexionen darüber, was die Arbeit und das Leben miteinander zu tun haben. Von der konkreten Arbeit, an Materie und Rohstoffen, Häusern und Straßen, auf Feldern und Wäldern ist nicht die Rede. Auch nicht von der Lust an Arbeit, am Wirken des Menschen.
  Nur die menschliche Arbeit, hat Marx gesagt, schafft Wert. Wenn Rifkin vom Musik-, Film- und Buchgeschäft spricht, die zuerst von den Null-Grenzwert-Praktiken des Internets betroffen wurden, sind die Künstler kaum der Rede wert. Die Prosumenten, die sie ablösten und von denen er so begeistert ist, sind eine merkwürdig wesenlose Masse, wenig individualistisch. Dialektik ist nicht Rifkins Ding, er orientiert sich an einfachsten rationalen Handeln. Die Komödie der Commons, die er inszeniert, verspricht am Ende weniger Leichtigkeit als Leichtfertigkeit.
FRITZ GÖTTLER
Jeremy Rifkin: Die Null Grenzkosten Gesellschaft. Das Internet der Dinge, kollaboratives Gemeingut und der Rückzug des Kapitalismus. Aus dem Englischen von Bernhard Schmid. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2014. 525 Seiten, 27 Euro. E-Book 22,99 Euro.
Jeremy Rifkin , geb. 1945, Kämpfer für die gerechte Gesellschaft und die Rettung der Biosphäre. Von Gandhi inspiriert: „Die Erde bietet genug für die Befriedigung der Bedürfnisse aller, nicht aber genug für aller Gier.“
Foto: AFP/E. LALMAND
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Systemwechsel "Steht der Kapitalismus vor dem Aus? Nicht ganz. Aber er wird massiv an Bedeutung verlieren, sagt der amerikanische Bestsellerautor Jeremy Rifkin in seinem neuen Buch voraus." Benjamin Reuter (über die amerikanische Ausgabe) (Wirtschaftswoche, 26.05.2014) "Der Anfang einer Revolution" "Während der vom materiellen Gewinn getriebene kapitalistische Markt auf Eigennutz basiert, charakterisiert die neue, auf wirtschaftliche Kollaboration beruhende Welt das Interesse an der Zusammenarbeit." Jeremy Rifkin im SPIEGEL-Gespräch mit Thomas Schulz (DER SPIEGEL, 04.08.2014) Die Welt von übermorgen"Eine gewinnbringende Lektüre" Torsten Riecke (Handelsblatt, 08.08.2014) Auf ins Schlaraffenland "Man darf wohl von einem Best-of-Rifkin sprechen: Das Ende der Arbeit verbindetsich mit dem Verschwinden des Eigentums und der Dritten Industriellen Revolution zum umfassenden Panorama einer künftigen Welt, die nicht mehr rein kapitalistisch ist." Konstantin Richter (Die Welt, 16.08.2014) Die Vision vom modernen Schlaraffia "Das Buch ist spannend und wichtig und bietet interessante Analysen sowie inspirierende Gedanken" Caspar Dohmen in "Andruck - Das Magazin für politsche Literatur" (Deutschlandfunk, 18.08.2014) Sachbuch der Woche "Rifkins Buch erweist sich dort, wo es von den enormen Auswirkungen neuer Technologien auf unser Leben erzählt - trotz mancher Übertreibung - als eine lohnende Lektüre." Holger Heimann (MDR Wissen, 03.09.2014) Das Super-Internet der Dinge "Jeremy Rifkin beschreibt in seinem Buch eine Welt voller smarter Geräte und Maschinen. Man kann sich davor gruseln oder darüber freuen, wie der Autor. In jedem Fall bietet Rifkin auf mehr als 500 Seiten eine Fülle von wertvollen Anregungen darüber, wie unsere Welt in nicht allzu ferner Zukunft aussehen könnte." Rebecca Hillauer (ORF, 13.09.2014) Und jetzt alle zusammen! "In der Ökonomie des Teilens und Tauschens sieht Rifkin ein neues Paradigma, und zwar eines im Sinne des Philosophen Thomas S. Kuhn, eines also, das alles verändern wird: die Wirtschaft, die Gesellschaft, unsere Art zu leben und zu denken." Harald Staun (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 14.09.2014) "Der Kapitalismus hat sich zu Tode gesiegt" "Unser Wirtschaftsmodell funktioniert nicht mehr, weil die Menschen lieber teilen statt besitzen - der Soziologe Jeremy Rifkin beschreibt eine neue industrielle Revolution." (Süddeutsche Zeitung, 16.09.2014) Die Zukunft des Kapitalismus "Eines der bedeutendsten Wirtschaftsbücher dieses Jahres." Thorsten Giersch (Handelsblatt Online, 04.10.2014) Jeremy Rifkins gewagter Blick in die Glaskugel "Jeremy Rifkin schreibt leicht verständlich, hat gründlich recherchiert, nennt zahlreiche beeindruckende Details, ist einfach ein bestens informierter Erzähler. Er weiß gut zu begründen, warum uns eine dritte Industrielle Revolution bevorsteht." Johannes Kaiser (NDR, 14.10.2014) Was uns nach Kapitalismus und Sozialismus antreiben wird "Rifkin fügt wie immer brillant Mosaiksteinchen um Mosaiksteinchen zu einem bereicherndem und anregendem Buch zusammen." (KURIER, 20.11.2014) Die Wirtschaft trägt sich von selbst "Wir erleben den größten Umbruch seit Beginn des Kapitalismus, sagt der Zukunftsforscher Jeremy Rifkin - und Deutschland ist ganz vorne mit dabei!" (Die Zeit, 04.12.2014) Sharing-Economy "Rifkin zeichnet ein beeindruckendes Panorama der Zukunft." (Neue Zürcher Zeitung, 05.01.2015) Adieu Kapitalismus "Kaum jemand zeichnet die Welt der Zukunft so klar und nachvollziehbar wie der US-Ökonom Jeremy Rifkin." Birk Grüling (UNICUM.de, 17.04.2015) Der große Paradigmenwechsel? "Eine anregende Lektüre, die hilft, über den Tellerrand der operativen Aspekte des Internets und der Industrie 4.0 hinauszuschauen." Prof. Dr. Dr. h.c.mult. Péter Horváth, Stuttgart (Controlling, 01.06.2015)…mehr