Weltgeschichte der Zahlen - Haarmann, Harald
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Harald Haarmann schildert knapp und anschaulich die Geschichte des Zählens, der Ziffern und der Zahlensymbolik von den frühestens Spuren in der Altsteinzeit über die Anfänge des Kalenderwesens bis hin zum weltweiten Siegeszug der Ziffer Null und zum binären System des Computerzeitalters. Zur Sprache kommen auch untergegangene Zählsysteme wie das altamerikanische oder die einzigartige chinesische Zahlenschreibung, die bis heute in Ostasien eine Rolle spielt.…mehr

Produktbeschreibung
Harald Haarmann schildert knapp und anschaulich die Geschichte des Zählens, der Ziffern und der Zahlensymbolik von den frühestens Spuren in der Altsteinzeit über die Anfänge des Kalenderwesens bis hin zum weltweiten Siegeszug der Ziffer Null und zum binären System des Computerzeitalters. Zur Sprache kommen auch untergegangene Zählsysteme wie das altamerikanische oder die einzigartige chinesische Zahlenschreibung, die bis heute in Ostasien eine Rolle spielt.
  • Produktdetails
  • Beck'sche Reihe Bd.2450
  • Verlag: Beck
  • Seitenzahl: 128
  • Erscheinungstermin: September 2008
  • Deutsch
  • Abmessung: 181mm x 118mm x 12mm
  • Gewicht: 116g
  • ISBN-13: 9783406562501
  • ISBN-10: 3406562507
  • Artikelnr.: 23843635
Autorenporträt
Dr. phil. habil. Harald Haarmann, geb. 1946, studierte Allgemeine Sprachwissenschaft und verschiedene philologische Einzeldisziplinen an den Universitäten Hamburg, Bonn, Coimbra (Portugal) und Bangor (Wales). Er lehrte und forschte an verschiedenen deutschen und japanischen Universitäten. Er ist Mitglied im Forscherteam des Research Centre on Multilingualism (Brüssel). Für seine Arbeit erhielt er diverse Preise: Prix logos (1999) der Association européenne des linguistes et des professeurs de langues (Paris) und den Premio Jean Monnet (1999) im Bereich Essayliteratur. Harald Haarmann lebt und arbeitet in Finnland.
Inhaltsangabe
Einleitung

1. Anfänge des abstrakten Denkens in der Altsteinzeit

Die Frühmenschen und ihr Umgang mit Zahlen

Frühes Rechen- und Kalenderwesendes Homo sapiens sapiens

2. Jenseits von Zählen und Rechnen: Symbole, Mythen und Magie

Paläolithische Spuren

Symbolische Konnotationen: Zahlen von 1 bis 13

3. Zahlwortsysteme im Vergleich

Sprachen ohne Zahlwortsysteme

Restringierte Zahlwortsysteme

Quinärsysteme

Dezimalsysteme

Vigesimalsysteme

Vigesimal-dezimales Mischsystem

Systeme mit hoher Basiseinheit

Komplexe Mischsysteme

Systeme mit komplementären Zahlwortdubletten

Systeme mit rivalisierenden Zahlwortdubletten

4. Der chinesische Kulturkreis

Anfänge des Umgangs mit Zahlen in China

Die Entwicklung der chinesischen Mathematik und Astronomie

Das chinesische Zahlensystem in Japan und Korea

5. Die Hochkulturen Altamerikas

Zahlwortsysteme in den Sprachen Mittelamerikas

Die Maya und das präkolumbische Rechen- und Kalenderwesen

Die Schnurtechnik in der Andenregion

6. Diefrühen Hochkulturen der Alten Welt

Erste Notationen in der Donauzivilisation

Inventarisierung im Alten Ägypten

Sumerische Piktographie und Keilschrift

Innovationen in Elam

Fernwirkungen babylonischen Wissensgutes

7. Hebräische Zahlenschreibung und Zahlenmystik

Das System der Zahlbuchstaben

Zahlenmystik: Jenseits des sprachlich Ausdrückbaren

Die kabbalistische Weltordnung

8. Die europäische Antike

Griechisch-etruskisch-römische Gemeinsamkeiten

Phönizisch-griechische Traditionen

Kulturtransfer zu den Goten und Slawen

Die Zahlenschreibung der Etrusker

Die "römischen" Zahlen

9. Der Weg der indisch-arabischen Ziffern nach Europa

Von Indien nach Bagdad

Die Entwicklung eines Positionssystems mit der Null

Die aramäischen Ursprünge des indischen

Zahlensystems

Die Übernahme der Ziffern in Europa

Die Null als exotischer Nachzügler

10. Das binäre System

Literaturhinweise

Register
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 14.10.2008

Eins, zwei, viele
Harald Haarmanns kleine Weltgeschichte der Zahlen
Nicht genug kann man die Reihe „C. H. Beck – Wissen” loben. In so knapper wie lebendiger Form stellt sie jeweils ein weites, aber umschriebenes Gebiet dar und orientiert den Neuling in wenigen Stunden über den Hellenismus, über Himmel und Hölle oder, wie jetzt, über die „Weltgeschichte der Zahlen”. Der Verlag hat es verstanden, die fassliche Darstellung in kleiner Broschur den Experten als Herausforderung schmackhaft zu machen. Vom Ergebnis profitieren beide, das Fach und die Allgemeinheit. Am besten wäre es, man abonnierte die ganze Reihe und ließe sich dann in regelmäßig Abständen überraschen. Diesmal also geht es um die Weltgeschichte der Zahlen, dargestellt von Harald Haarmann, Sprachwissenschaftler und „Archäomythologe” – ein Berufsbild, das Neugier weckt. Wie kommt bei einem anscheinend so klaren, sich selbst erklärenden System wie den Zahlen Mythologie ins Spiel, ja wie selbst Geschichte? Die Lektüre des Buchs (eine überaus spannende Lektüre!) lässt alsbald erkennen, was für eine mühsame und späte Errungenschaft das war, was uns so selbstverständlich vorkommt. Auf der einen Seite reicht das Zahlenhafte – wenn man es einmal provisorisch so bezeichnen will – bis in die Altsteinzeit zurück, Zigtausende von Jahren, wie systematische Knochenritzungen beweisen; andererseits harren bis heute Kulturen aus, die buchstäblich nicht bis drei zählen können, denn hier geht es so: eins – zwei – viele. Es gibt Sprachen, die ganz ohne Zahlwörter auskommen, etwa die der Kobon in Neuguinea. Wenn sie 1 meinen, weisen sie den kleinen Finger der linken Hand, bei 2 den Ringfinger und so weiter, der Weg führt über Handgelenk, Ellenbogen, Schulter, Halsbeuge den rechten Arm hinab – und bei Bedarf denselben Weg nochmals zurück. Das System bringt es mit sich, dass zum Beispiel 14 und 33 auf identische Weise angegeben werden. Es ist dies ein interessanter Befund: dass die Begabung zur Zahl, wie die zur Sprache, offenbar allen Menschen gemeinsam ist, aber kulturell in hohem Maß modelliert wird. Welchen Kampfs hat es bedurft, bis die Null durchgesetzt war! Sie galt dem europäischen Mittelalter als teuflische Verneinung. Dass man im Zweistromland Sklaven und Tiere anders zählte als Krüge oder Getreidemengen, dass es in Japan bis heute ein eigenes System zur Zählung „dünner Gegenstände” gibt, also etwa Eintrittskarten, welchen Scharfsinn die Zahlenmystik der jüdischen Kabbala entfaltete und warum die Franzosen bis heute nicht „neunzig” sagen, sondern „viermal zwanzig plus zehn” – das alles und noch viel mehr erfährt man aus Haarmanns Buch, das die Japaner gewiss den dünnen Gegenständen zurechnen würden. BURKHARD MÜLLER
Harald Haarmann
Weltgeschichte der Zahlen
Verlag C. H. Beck, München 2008. 128 Seiten, 7,90 Euro.
C. H. Becks Reihe „Wissen” kann man gar nicht genug loben
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 12.11.2008

Die Welt der Zahlen
Ein kultureller Ausflug

Zahlen sind, wenn sich Menschen verständigen wollen, oft von besonderer Bedeutung. Ohne sie sind Kalender, nach denen Saat und Ernte geregelt werden, kaum denkbar. Und wer wollte eine Familie verpflegen, wenn er nicht wüsste, wie viele Mitglieder sie hat? Da mag es überraschen, dass die Menschen in einigen Kulturen nur bis drei zählen. Schaut man ein wenig hinter die Kulissen, kann man allerdings Erstaunliches erkennen. Da ist zum Beispiel die Volksgruppe der Kobon in Papua-Neuguinea, die zwar kein System abstrakter Zahlwörter hat, aber die verschiedenen Körperteile mit Zahlen assoziiert. So steht etwa der Oberarm für "neun". Harald Haarmann hat eine lehrreiche "Weltgeschichte der Zahlen" verfasst, die bis zum Homo erectus zurückführt. Dieser hat schon in Knochen erlegter Tiere Zeichen eingeritzt, deren Anordnung nicht willkürlich entstanden sein kann. Der Autor geht auch auf so exotische Systeme wie die Quipus der Inkas und erste Notationen in der Donauzivilisation ein.

G.P.

Harald Haarmann: "Weltgeschichte der Zahlen". Verlag C. H. Beck, München 2008. Taschenbuch, 128 S., 7,90 Euro.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Freudig begrüßt Burkhard Müller diese "Weltgeschichte der Zahlen", die der Sprachwissenschaftler Harald Haarmann vorgelegt hat. Er attestiert dem Buch den großen Vorzug der von ihm sehr geschätzten Reihe "C.H. Beck - Wissen": eine profunde, kompakte, anschauliche, verständliche Darstellung. Haarmanns Geschichte der Zahlen, des Zählens und der Ziffern von der Steinzeit bis ins Computerzeitalter hat erscheint ihm ebenso spannend wie lehrreich. Deutlich wird für ihn, wie beschwerlich der Weg zu den uns bekannten Zahlen war. Außerdem hat er eine Menge mitunter kurioser Fakten über Zahlen und Zählen in den unterschiedlichen Kulturen erfahren.

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