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Ist die Zwiebel die Krone der Schöpfung? Immerhin hat sie wesentlich mehr Gene als der Mensch. Wie hat es die Menschheit dennoch geschafft, alle anderen Arten zu übertreffen? Martin Lercher und Itai Yanai, "zwei der klügsten Köpfe ihres Forschungsbereichs" (Eric Lander, MIT), zeigen, wie sich das aktive Zusammenspiel der Gene und der Evolution tief in uns abspielt - und was uns zum Menschen macht.
Ein bahnbrechendes Buch. Pointiert, gedankenreich und fesselnd geschrieben.
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Produktbeschreibung
Ist die Zwiebel die Krone der Schöpfung? Immerhin hat sie wesentlich mehr Gene als der Mensch. Wie hat es die Menschheit dennoch geschafft, alle anderen Arten zu übertreffen? Martin Lercher und Itai Yanai, "zwei der klügsten Köpfe ihres Forschungsbereichs" (Eric Lander, MIT), zeigen, wie sich das aktive Zusammenspiel der Gene und der Evolution tief in uns abspielt - und was uns zum Menschen macht.

Ein bahnbrechendes Buch. Pointiert, gedankenreich und fesselnd geschrieben.
  • Produktdetails
  • Verlag: Quadriga
  • 1. Aufl.
  • Seitenzahl: 304
  • Erscheinungstermin: 7. September 2016
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 143mm x 28mm
  • Gewicht: 483g
  • ISBN-13: 9783869950938
  • ISBN-10: 3869950935
  • Artikelnr.: 57708555
Autorenporträt
Martin Lercher lehrt und forscht als Professor für Bioinformatik an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Bevor er sich an der Universität von Bath und dem europäischen Molekularbiologie-Forschungszentrum Heidelberg der Genomforschung zuwandte, promovierte er in Cambridge in theoretischer Physik. Lercher erhielt für seine Forschungsarbeit renommierte Stipendien der Britischen Royal Society und der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Itai Yanai
Rezensionen
Wer braucht schon den Menschen?

Früher waren sie schlicht egoistisch, nun sind sie raffinierte Netzwerker: Zwei Systembiologen erklären, was wir über die Gene wissen.

Von Joachim Müller-Jung

Es wird den großen Advokaten des Evolutionskonzepts und Querdenker der kulturellen Evolution, Richard Dawkins, nicht sehr schmerzen, wenn man den Größenwahn und die Hinterlistigkeit, die der Genforschung heute allenthalben unterstellt werden, auf das Erscheinen seines Buchs "Das egoistische Gen" vor gut vierzig Jahren datiert. Seitdem ist viel passiert. Für Dawkins war der Mensch noch die Hülle, die "Überlebensmaschine", die im Dienste der genetischen Vervielfältigung stand und einen tieferen, nämlich darwinistischen Zweck verfolgte: Fitness und nochmal Fitness. Gene, ja die bloße Information, die Gene biochemisch transportieren, wurden so zu den Hauptakteuren der Evolution. Kleine dunkle Gestalten, die sich an die Eroberung des Planeten machten. Vielen mag diese Sicht der Molekularbiologie damals schon suspekt gewesen sein. Die reiche Bildsprache jedoch, die Dawkins verwendete, um seine evolutionäre Idee unters Publikum zu bringen, war stilbildend und eindrücklich zugleich - und sie ist es bis heute.

Das zeigen die beiden Genforscher Itai Yanai und Martin Lercher, Systembiologe in New York der eine, Bioinformatiker in Düsseldorf der andere. In ihrem Buch über "Das geheime Leben im Menschen" haben sie sich etwas vorgenommen, das nur im englischen Original und auf den ersten Blick wie die Antithese zu Dawkins' egoistischen Genen daherkommt. "The Society of Genes" - die Gesellschaft der Gene - ist eben keine Degradierung selbstverliebter Gene, nicht die Dekonstruktion eines evolutionstheoretischen Machwerks, als das viele Kritiker Dawkins' Buch angesehen hatten. Es ist keine molekularbiologische Entmachtung. In Wirklichkeit steckt dahinter eine viel harmlosere Idee. Es ist die Idee, dass der Netzwerkgedanke sich nicht technophilen Informationsexperten verdankt, sondern ein zutiefst evolutionäres Phänomen ist.

Vernetzung steckt in unseren Genen. Mit allem, was dazugehört: Kooperation, Kommunikation, Konkurrenz. Lercher und Yanai haben sich eine große Mühe gemacht, unser aktuelles Wissen über Gene in eine Prosahülle zu verpacken, die sich, was den evolutionstheoretischen Anspruch angeht, auf der Höhe von Dawkins bewegt und zugleich stilistisch wie eine populäre Variante des Vordenkers wirkt.

Man liest über das Zerstörungswerk von Genmutationen, als ginge es nicht um die Krankheit Krebs, sondern um die Kriegsstrategien moderner Despoten. Über die Vorzüge von Sex, nämlich die Durchmischung der Genvarianten und des evolutionären Potentials, kann man auf diese Weise molekulare Details über das Geschlechtsleben erfahren die allzu leicht aus den Augen verlieren lassen, welche menschlichen Erfahrungen der Einsatz der Geschlechter so mit sich bringen kann. Mit einem Wort: Den Menschen braucht es eigentlich gar nicht.

Es braucht den Menschen jedenfalls nicht, um alle die Naturphänomene, für die sich die beiden in ihrer metaphernreichen Sprache begeistern, schildern zu können. Es genügen Taufliege, Laborratte, Bakterien oder Viren, um die "Legosteine" der Gen-Gesellschaften präzise und anschaulich zu beschreiben. Man ist dann froh, wenn der Bezug der Gene zu unserer Welt doch hin und wieder hergestellt wird. Lercher und Yanai haben mit ihren genetischen Exkursen und ihrem - glücklicherweise oft grafisch illustrierten - molekularen Tiefgang unbestritten eines der anschaulichsten Lehrbücher für die oft abstrakten und allzu komplexen Lebenswissenschaften vorgelegt. Es wird auch jeden, der sich für die evolutionären Wunder interessiert, ebenso wie für die Fehltritte, die sich als Krankheiten manifestieren, fesseln.

Das Buch beweist: Man braucht kein Spezialwissen, um die molekularbiologischen Umbrüche unserer Zeit verfolgen zu können. Wer allerdings eine kritische Neufassung von Dawkins' Vorlage erwartet, eine modernisierte Erweiterung gar, wird sicher enttäuscht. Zu großen Teilen fehlt eine substantielle philosophische Reflexion. Die Naturgeschichte des Genoms wie die beiden Autoren als Problemlösungen von Gengesellschaften zu betrachten wirkt sympathisch und hilft zum Verständnis der molekularen Vorgänge, die das Leben prägen. Aber es hilft unserer Gesellschaft leider wenig, um die Konflikte, die ihr etwa mit der angewandten Gentechnik ins Haus stehen, aufzulösen.

Itai Yanai, Martin Lercher: "Das geheime Leben im Menschen". Ein faszinierender Blick auf die Gesellschaft unserer Gene.

Aus dem Englischen von Martin Lercher. Quadriga Verlag, Köln 2016. 304 S., geb., 24,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 26.11.2016

Wer braucht schon den Menschen?

Früher waren sie schlicht egoistisch, nun sind sie raffinierte Netzwerker: Zwei Systembiologen erklären, was wir über die Gene wissen.

Von Joachim Müller-Jung

Es wird den großen Advokaten des Evolutionskonzepts und Querdenker der kulturellen Evolution, Richard Dawkins, nicht sehr schmerzen, wenn man den Größenwahn und die Hinterlistigkeit, die der Genforschung heute allenthalben unterstellt werden, auf das Erscheinen seines Buchs "Das egoistische Gen" vor gut vierzig Jahren datiert. Seitdem ist viel passiert. Für Dawkins war der Mensch noch die Hülle, die "Überlebensmaschine", die im Dienste der genetischen Vervielfältigung stand und einen tieferen, nämlich darwinistischen Zweck verfolgte: Fitness und nochmal Fitness. Gene, ja die bloße Information, die Gene biochemisch transportieren, wurden so zu den Hauptakteuren der Evolution. Kleine dunkle Gestalten, die sich an die Eroberung des Planeten machten. Vielen mag diese Sicht der Molekularbiologie damals schon suspekt gewesen sein. Die reiche Bildsprache jedoch, die Dawkins verwendete, um seine evolutionäre Idee unters Publikum zu bringen, war stilbildend und eindrücklich zugleich - und sie ist es bis heute.

Das zeigen die beiden Genforscher Itai Yanai und Martin Lercher, Systembiologe in New York der eine, Bioinformatiker in Düsseldorf der andere. In ihrem Buch über "Das geheime Leben im Menschen" haben sie sich etwas vorgenommen, das nur im englischen Original und auf den ersten Blick wie die Antithese zu Dawkins' egoistischen Genen daherkommt. "The Society of Genes" - die Gesellschaft der Gene - ist eben keine Degradierung selbstverliebter Gene, nicht die Dekonstruktion eines evolutionstheoretischen Machwerks, als das viele Kritiker Dawkins' Buch angesehen hatten. Es ist keine molekularbiologische Entmachtung. In Wirklichkeit steckt dahinter eine viel harmlosere Idee. Es ist die Idee, dass der Netzwerkgedanke sich nicht technophilen Informationsexperten verdankt, sondern ein zutiefst evolutionäres Phänomen ist.

Vernetzung steckt in unseren Genen. Mit allem, was dazugehört: Kooperation, Kommunikation, Konkurrenz. Lercher und Yanai haben sich eine große Mühe gemacht, unser aktuelles Wissen über Gene in eine Prosahülle zu verpacken, die sich, was den evolutionstheoretischen Anspruch angeht, auf der Höhe von Dawkins bewegt und zugleich stilistisch wie eine populäre Variante des Vordenkers wirkt.

Man liest über das Zerstörungswerk von Genmutationen, als ginge es nicht um die Krankheit Krebs, sondern um die Kriegsstrategien moderner Despoten. Über die Vorzüge von Sex, nämlich die Durchmischung der Genvarianten und des evolutionären Potentials, kann man auf diese Weise molekulare Details über das Geschlechtsleben erfahren die allzu leicht aus den Augen verlieren lassen, welche menschlichen Erfahrungen der Einsatz der Geschlechter so mit sich bringen kann. Mit einem Wort: Den Menschen braucht es eigentlich gar nicht.

Es braucht den Menschen jedenfalls nicht, um alle die Naturphänomene, für die sich die beiden in ihrer metaphernreichen Sprache begeistern, schildern zu können. Es genügen Taufliege, Laborratte, Bakterien oder Viren, um die "Legosteine" der Gen-Gesellschaften präzise und anschaulich zu beschreiben. Man ist dann froh, wenn der Bezug der Gene zu unserer Welt doch hin und wieder hergestellt wird. Lercher und Yanai haben mit ihren genetischen Exkursen und ihrem - glücklicherweise oft grafisch illustrierten - molekularen Tiefgang unbestritten eines der anschaulichsten Lehrbücher für die oft abstrakten und allzu komplexen Lebenswissenschaften vorgelegt. Es wird auch jeden, der sich für die evolutionären Wunder interessiert, ebenso wie für die Fehltritte, die sich als Krankheiten manifestieren, fesseln.

Das Buch beweist: Man braucht kein Spezialwissen, um die molekularbiologischen Umbrüche unserer Zeit verfolgen zu können. Wer allerdings eine kritische Neufassung von Dawkins' Vorlage erwartet, eine modernisierte Erweiterung gar, wird sicher enttäuscht. Zu großen Teilen fehlt eine substantielle philosophische Reflexion. Die Naturgeschichte des Genoms wie die beiden Autoren als Problemlösungen von Gengesellschaften zu betrachten wirkt sympathisch und hilft zum Verständnis der molekularen Vorgänge, die das Leben prägen. Aber es hilft unserer Gesellschaft leider wenig, um die Konflikte, die ihr etwa mit der angewandten Gentechnik ins Haus stehen, aufzulösen.

Itai Yanai, Martin Lercher: "Das geheime Leben im Menschen". Ein faszinierender Blick auf die Gesellschaft unserer Gene.

Aus dem Englischen von Martin Lercher. Quadriga Verlag, Köln 2016. 304 S., geb., 24,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Lercher und Yanai haben mit ihren genetischen Exkursen und ihrem [...] molekularen Tiefgang unbestritten eines der anschaulichsten Lehrbücher für die abstrakten und allzu komplexen Lebenswissenschaften vorgelegt." Joachim Müller-Jung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.11.2016 "Lebendig und detailreich beschreiben zwei führende Wissenschaftler eine abstrakte Welt. Sie erleichtern den Einstieg mit anschaulichen Beispielen und Metaphern, einfachen Grafiken und kleinen Geschichten." Deutschlandradio Kultur, 09.09.2016 "[...] eine kurzweilige und enorm informative Lektüre, die neben Fachbiologie auch teils philosophische Denkanstöße liefert." Hamburger Abendblatt, 27.02.2017