Melancholie - Tellenbach, H.
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Diese Erfahrungsweise ist eine dezidiert geschichtliche, wie dies auch im Begriff der "kinetischen Typologie" zum Ausdruck kommt. Das gilt in gleichem Maße für die situationspsychologische Pathogenetik, die sich als eine Erfahrung der Geschichtlichkeit des in die psychotische Abwandlung einmündenden Lebensweges nicht mit dem indukti ven Verfahren der Naturwissenschaften zur Wissenschaft erheben läßt. Akzentuiert wird diese Geschichtlichkeit nicht zuletzt in dem an den Anfang des Buches gestellten problemgeschichtlichen Kapitel. Dagegen hebt sich die empiristische Erfahrungsweise durch ihre…mehr

Produktbeschreibung
Diese Erfahrungsweise ist eine dezidiert geschichtliche, wie dies auch im Begriff der "kinetischen Typologie" zum Ausdruck kommt. Das gilt in gleichem Maße für die situationspsychologische Pathogenetik, die sich als eine Erfahrung der Geschichtlichkeit des in die psychotische Abwandlung einmündenden Lebensweges nicht mit dem indukti ven Verfahren der Naturwissenschaften zur Wissenschaft erheben läßt. Akzentuiert wird diese Geschichtlichkeit nicht zuletzt in dem an den Anfang des Buches gestellten problemgeschichtlichen Kapitel. Dagegen hebt sich die empiristische Erfahrungsweise durch ihre eine entscheidende Wesensbestimmung des Menschseins verfehlende extreme Ungeschichtlichkeit ab. Diese Gegenüberstellung statuiert freilich nicht nur ein Exempel für den Allein Anspruch des Empirismus auf die Kybernetes-(d. h. Steuermanns-)rolle in der Psychia trie. Ignoriert wird. V. v. Weizsäckers Einsicht: "Um Lebendes zu erforschen, muß man sich am Leben beteiligen" (S. V); denn in der Sphäre des Empirismus findet sich der alleinige Anspruch auf Wissenschaftlichkeit des Erkennens gebunden an das "Diagnosti zieren" durch Instrumente, das "Therapieren" durch Psychopharmaka; das Prognostizie ren" vermittels kybernetischer Methoden, die Befunderhebung durch Test-Batterien: kurzum, das Qualifizieren durch Quantifizieren. Dergestalt ist das Sensorium des forschenden Psychiaters gebunden an LaCKEs Thesis "Nihil est in intellectu, quod non fuerit in sensu"; keinesfalls aber untersteht es LEmNIZens sieghafter Ergänzung: "Nisi intellectus ipse". Es hat seine erschließende Erfahrungsmacht an anonyme Apparate und Institutionen abgetreten. Nirgends ist der Ruf nach Anti-Autoritärem so autoritär befolgt worden.
  • Produktdetails
  • Verlag: Springer, Berlin
  • 4. Aufl.
  • Seitenzahl: 280
  • Erscheinungstermin: 7. Dezember 2011
  • Deutsch
  • Abmessung: 244mm x 170mm x 15mm
  • Gewicht: 487g
  • ISBN-13: 9783642684081
  • ISBN-10: 3642684084
  • Artikelnr.: 36122207
Inhaltsangabe
I. Geschichtliche Perspektiven der Problemlage. Ein Rückblick als Vorblick.- 1. Historiologische Bemerkungen zum Melancholieproblem.- 2. Typus melancholicus und Melancholie im Corpus Hippocraticum.- 3. Platons Manialehre und die zirkuläre Antinomik.- 4. Melancholie und Genialität - eine epochale Konzeption des Aristoteles.- 5. Melancholie als Bedingung der Genialität bei W. Szilasi.- 6. Der Kontext von imaginativer Genialität und Melancholie bei Heinrich von Gent.- 7. Die Characteristica des griechischen Aspektes der Melancholie.- II. Endogenitätais Ursprung.- 1. Die Ursachenfelder der klinischen Psychiatrie.- 2. Methodologische Begründung des Ganges der Untersuchung.- 3. Spektrum des Endogenen.- a) Das Rhythmische als Grundgestalt des Lebensgeschehens.- b) Abwandlungen des Geschehensrhythmus.- c) Abwandlung der Kinesis des Lebensgeschehens.- d) Das Globale der Abwandlung.- e) Bindung an Reifungsstufen.- f) Reversibilität.- g) Der Aspekt der Erblichkeit: Gen-installierte Möglichkeit eines spezifischen Phänotypus - spezifische kosmogene Verwirklichung - typogene "Situierung" pathogener Situationen.- 4. Ganzheitlicher Aspekt der Endogenität.- 5. Versuch einer philosophischen Standortbestimmung der Endogenität durch privative Interpretation von "Dasein" im Sinne Heideggers.- 6. Die Korrelation von Geworfenheit und situativer (vitaler) Bedeutsamkeit.- 7. Die regionale Bestimmung des Endon.- 8. Endologie: Forschung in der Seins-Region der Endogenität.- III. Der Typus melancholicus. Kinetische Typologie: Methode der Wesenserschließung des Typus melancholicus.- A. Vorlaufende Typologien in ihrem Bezug zum Problem der Pathogenese.- 1. Zur prämorbiden Charakterstruktur Manisch-Melancholischer bei K. Abraham und S. Freud.- 2. Die cycloiden Temperamente E. Kretschmers.- 3. Die prämorbiden Typen und die Typologie der Melancholien bei F. Mauz.- 4. Der sensitive Beziehungswahn (E. Kretschmer) - ein Modell für eine Typologie in pathogenetischer Absicht.- 5. "Shuchaku-Seikaku" ("Statothymie") - der prämorbide Charakter der Manisch-Melancholischen bei M. Shimoda.- B. Zur Wesensstruktur des Typus melancholicus und ihrer konditionalen Bedeutung für die Entwicklung der prämelancholischen Situation.- 1. Das Festgelegtsein auf Ordentlichkeit - ein konstitutiver Wesensgrundzug des melancholischen Typus.- 2. Die Ordnung der Arbeitswelt.- 3. Die Bedrohung durch einen perniziösen Zirkel von Umfang und Genauigkeit des Leistens.- 4. Die Ordnung der mitmenschlichen Bezüge.- 5. Die Bedrohung des melancholischen Typus durch Störungen der Ordnung mitmenschlicher Bezüge.- 6. Die Gewissenhaftigkeit des melancholischen Typus.- 7. Die Bedrohung durch Gewissensbelastung und Gewissenskollision.- 8. Das Bedrohliche des eigenen Krankseins.- Exkurs über die Bedeutung des Schlafentzugs für das Hineingeraten wie für das Herausgeraten aus einer Melancholie.- 9. Bedrohliche Situationen bei Generationsvorgängen.- 10. Die Verfassung der Ordnung des Typus melancholicus.- 11. Objektivierende Untersuchungen zur prämorbiden Persönlichkeit endogen Melancholischer.- 12. Die Verwirklichung Manisch-Melancholischer in den Medien von Rolle und Identität bei A. Kraus.- IV. Zur Pathogenese der endogen-melancholischen Abwandlung.- 1. Bemerkungen zu einer Situationspsychologie.- 2. Die Konstellation "Inkludenz".- 3. Die Konstellation "Remanenz".- 4. Kinetische Typologie: Der Typus melancholicus "situiert" die Umwelt zu "seiner" Situation.- Exkurs zur Konfrontation des "psychopathologischen" mit dem "soziologischen" Situationsbegriff in der "Allgemeinen Psychopathologie" (1978) und "Spezièllen Psychopathologie" (1981) von J. Glatzel.- Exkurs zur P. Kiwmbecks Kritik der Life-event-Forschung.- 5. "Verzweiflung" - Nenner der melancholisch-psychotischen Initialsituation.- 6. Der "Augenblick" der Abwandlung: endotrope (prämelancholische) Situation- Endokinese- endogene (melancholische) Situation.- V. Klinische Erörterungen.- A. Zur Klinik und Psychopathologie