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"Intersexualität" - Sammelbegriff für eine Reihe von Diagnosen, die das Geschlecht eines Menschen als uneindeutig bestimmen - stellt noch immer ein Tabu dar. Damit geht das Verschweigen der Existenz von intersexuellen Menschen einher: Zwitter haben keinen Namen. Der Verhandlung von Intersexualität im medizinisch- psychologischen Diskurs stellt Kathrin Zehnder den medizinkritischen Gegendiskurs gegenüber, der vor allem die frühe Zuweisung zu einem Geschlecht und die Pathologisierung von Intersexualität kritisiert. Die Studie zeigt: Selbstbestimmung in Bezug auf Körper und Fokussierung…mehr

Produktbeschreibung
"Intersexualität" - Sammelbegriff für eine Reihe von Diagnosen, die das Geschlecht eines Menschen als uneindeutig bestimmen - stellt noch immer ein Tabu dar. Damit geht das Verschweigen der Existenz von intersexuellen Menschen einher: Zwitter haben keinen Namen. Der Verhandlung von Intersexualität im medizinisch- psychologischen Diskurs stellt Kathrin Zehnder den medizinkritischen Gegendiskurs gegenüber, der vor allem die frühe Zuweisung zu einem Geschlecht und die Pathologisierung von Intersexualität kritisiert. Die Studie zeigt: Selbstbestimmung in Bezug auf Körper und Fokussierung leiblicher Erfahrung statt Funktionalität können dem "Zwitter-Sein" zu einer Existenzweise verhelfen.
  • Produktdetails
  • Gender Studies
  • Verlag: Transcript
  • Seitenzahl: 448
  • Erscheinungstermin: Mai 2010
  • Deutsch
  • Abmessung: 229mm x 139mm x 37mm
  • Gewicht: 630g
  • ISBN-13: 9783837613988
  • ISBN-10: 3837613984
  • Artikelnr.: 28875333
Autorenporträt
Kathrin Zehnder lehrt und forscht zur Thematik der Intersexualität an Universitäten und Fachhochschulen der Schweiz.
Rezensionen
Besprechung von 30.07.2010
Geschlechterfragen

Intersexuelle leben in unserer Gesellschaft und tun es doch nicht, denn Intersexualität stellt nach wie vor ein Tabu dar. Menschen, die weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht oder eben beiden Geschlechtern angehören, bekommen früh ein Geschlecht zugewiesen. Im medizinisch-psychologischen Diskurs herrscht Konsens darüber, dass jeder einzelne Aspekt des Geschlechts - die Gonaden, die Chromosomen, die Hormone, die Psyche und das Sozialverhalten - entweder männlich oder weiblich ist. Lassen sich die Merkmale insgesamt nicht eindeutig zuordnen, wird das "abweichende" Merkmal als pathologisch eingestuft, um ein eindeutiges Geschlecht festlegen zu können. Diesem medizinisch-psychologischen Diskurs stellt Kathrin Zehnder den Gegendiskurs von Betroffenen gegenüber, die sich bis heute kaum Gehör verschaffen konnten. Mit einer ebenso naheliegenden wie neuartigen Idee erhebt die Autorin ihre Daten nicht aus gewöhnlichen Befragungen oder Interviews, sondern wertete Foren und Blogs aus. Der Vorteil liegt auf der Hand: Intersexuelle tauschen sich dort frei und ehrlich aus. Kathrin Zehnders Studie eröffnet dadurch einen einzigartigen Einblick in das Seelenleben betroffener Menschen, und sie zeigt: Frühkindliche Geschlechtszuweisung durch Genitaloperationen, Kastration oder Hormonvergabe bedeuten den Verlust der Selbstbestimmung über den eigenen Körper. Weshalb die Autorin am Ende ihres Buches Wahlfreiheit für die Betroffenen fordert, die Anerkennung des dritten Geschlechts und im Idealfall die juristische Aufhebung von Geschlechtskategorien. (Kathrin Zehnder: "Zwitter beim Namen nennen". Intersexualität zwischen Pathologie, Selbstbestimmung und leiblicher Erfahrung. transcript Verlag, Bielefeld 2010. 445 S., br., 33,80 [Euro].)

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"Ein gelungener Beitrag zur Erforschung des 'doing sex' von Geschlechtlichkeit im medizinischen Diskurs und den Kritiken an dieser Praxis. Zehnder präsentiert eine vielseitige und vielschichtige Analyse intersexueller Lebensrealitäten." Anja Gregor, Freiburger GeschlechterStudien, 25 (2011) "Die Studie kann sowohl wissenschaftlichen Laien wie auch Natur -und Geisteswissenschaftlern gleichermaßen empfohlen werden. Sie dokumentiert nicht nur die Ebene eines wichtigen und bisher in dieser Ausführlichkeit und Sensibilität kaum behandelten biologisch-medizinischen Aspekts, sondern benennt nebenbei auch Formen der Wissens- und Sprachkultur sowie des Umgangs miteinander und [...] dokumentiert den heutigen Stand der Wissenschaft." Uwe Hoßfeld, Zeitschrift für Geschichtswissenschaft (ZfG), 59/9 (2011) "Zehnders Schilderungen der Online-Community sind insbesondere durch die zitierten Stimmen erhellend [...]." Bettina Enzenhofer, an.schläge, 2 (2011) "Die Ausführungen zu den Internet-Medien