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Obwohl die Frankfurter Schule als eine der einflussreichsten Theorieströmungen des 20. Jahrhunderts gilt, greift die Geschlechterforschung eher selten auf sie zurück. Dieses Buch bietet nun die erste profunde Rekonstruktion der Entwicklung der Frankfurter Schule aus feministischer Perspektive. Anhand der Schriften von Horkheimer, Adorno, Marcuse, Fromm und anderen wird gezeigt, wie Geschlechterverhältnisse, Familie und Sexualität in der Kritischen Theorie reflektiert wurden. Dabei deckt die Studie nicht nur Schwächen auf, die durch die Geschlechterforschung bearbeitet wurden. Sie skizziert…mehr

Produktbeschreibung
Obwohl die Frankfurter Schule als eine der einflussreichsten Theorieströmungen des 20. Jahrhunderts gilt, greift die Geschlechterforschung eher selten auf sie zurück. Dieses Buch bietet nun die erste profunde Rekonstruktion der Entwicklung der Frankfurter Schule aus feministischer Perspektive. Anhand der Schriften von Horkheimer, Adorno, Marcuse, Fromm und anderen wird gezeigt, wie Geschlechterverhältnisse, Familie und Sexualität in der Kritischen Theorie reflektiert wurden. Dabei deckt die Studie nicht nur Schwächen auf, die durch die Geschlechterforschung bearbeitet wurden. Sie skizziert auch, wie sich Desiderate feministischer Theorie mithilfe der Kritischen Theorie gesellschaftstheoretisch fassen lassen.
  • Produktdetails
  • Politik der Geschlechterverhältnisse .61
  • Verlag: Campus Verlag
  • Seitenzahl: 409
  • Erscheinungstermin: 13. März 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 141mm x 30mm
  • Gewicht: 522g
  • ISBN-13: 9783593510651
  • ISBN-10: 3593510650
  • Artikelnr.: 54457370
Autorenporträt
Barbara Umrath hat Erziehungswissenschaften, Soziologie und Psychologie studiert. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschlechter-Studien des TH Köln.
Inhaltsangabe
Inhalt
1. Einleitung 11
Aufbau des Buches 19
Hinweise für Leser innen 21
2. Die Geschlechterthematik in der Rezeption der Kritischen Theorie 25
Zur Darstellung des grundlegenden Ansatzes der Kritischen Theorie 27
Die Geschlechterthematik in der Einführungsliteratur und den Studien zu Geschichte und Entwicklung der Kritischen Theorie 31
Die Geschlechterthematik in der Rezeption Herbert Marcuses 38
Überblick über die geschlechterthematische Rezeption der Kritischen Theorie 41
(Homo-)Sexualität in der Rezeption der Kritischen Theorie 45
Schwerpunkte der feministischen Rezeption Kritischer Theorie 48
Perspektivverschiebungen in der feministischen Rezeption 51
Vorgehensweise und Material 58
3. Geschlecht, Geschlechterdifferenz und patriarchale Geschlechterordnung als Momente der bürgerlichen Gesellschaft 65
Die Debatten zu Mutterrecht und Männerbund als Bezugspunkte der Kritischen Theorie 70
Horkheimer zur Genese und Wirkmächtigkeit des Charakters 75
Fromm zur Historizität und Gesellschaftlichkeit der menschlichen 'Triebnatur' 81
Das Mutterrecht und die Notwendigkeit einer historisch- materialistischen Situierung psychoanalytischer Überlegungen in der bürgerlich-vaterrechtlichen Gesellschaft 85
Die patriarchale Geschlechterordnung als konstitutives Moment bürgerlicher Gesellschaft und die affektive Abwehr der Mutterrechtstheorie 87
Fromms dialektisches Verständnis von Emanzipation 89
Psychische Veränderung als genuiner Bestandteil von Emanzipation 92
Gleichheit, Differenz und die Notwendigkeit eines alternativen Verständnisses von Geschlecht 94
Bedingungslose Mutterliebe und psychische Bisexualität 99
Zwischen Konkurrenz und 'Kolonialisierung': Löwenthal zum Verhältnis von Erwerbs- und Privatsphäre 105
Zum emanzipatorischen Potenzial der Liebe 108
Adornos These der Entwicklung spezifisch weiblicher bürgerlicher Züge 111
Odysseus oder: Die Konstitution des bürgerlichen Subjekts in herrschaftsförmigen Klassen-, Geschlechter- und Naturverhältnissen 115
Problematisierungen der 'Emanzipation der Frau' in der spätbürgerlichen Gesellschaft 127
Horkheimers Sorge um das Schwinden von Sorge 130
Marcuses Emanzipationsperspektive: Androgynität und feministischer Sozialismus 133
Adornos Analyse von Weiblichkeit und Männlichkeit als Produkt 'männlicher' Gewalt 139
Das Ringen um und mit (Geschlechter-)Differenz bei Adorno und Horkheimer 142
Zusammenfassung 146
4. Familie als Zugang einer kritischen Gesellschaftstheorie und das Problem des Autoritarismus 155
Gesellschaftstheorie als Zusammenhangsanalyse: Von den Arbeiter(-inne)n und Angestellten zur Familie 161
Die Konzeption eines gesellschaftstheoretisch orientierten Forschungsprojekts zur Familie 164
Die Umsetzung des Forschungsvorhabens als Projekt zu Autorität und Familie 167
Die Notwendigkeit einer Differenzierung zwischen Zwang, Herrschaft und Autorität 174
Autorität in der bürgerlichen Gesellschaft 177
Exkurs: Reproduktion und Verschiebung eurozentrischer Perspektiven in Marxismus und Kritischer Theorie 182
Karl August Wittfogel: Geschlechtliche Arbeitsteilung und androzentrisch verengter Arbeitsbegriff 186
Veränderung von Geschlechter- und Generationenverhältnissen mit Entstehung des Privateigentums 188
Zur Klassenspezifik familiärer Autoritätsverhältnisse in der bürgerlichen Gesellschaft 194
Zur Bedeutung von Hausarbeit für die Gestaltung familiärer Autoritätsverhältnisse 199
Die Antizipation einer feministischen Rechtskritik bei Ernst Schachtel 203
Zur Bedeutung ökonomischer Faktoren und gesellschaftlicher Anschauungen für die rechtliche Regulierung patriarchaler Geschlechterverhältnisse 205
Intermezzo: Horkheimers und Fromms Beiträge zu Autorität und Familie in der feministischen Rezeption 212
Horkheimers dialektische Betrachtung von Familie in der bürgerlichen Gesellschaft 214
Fromms Konzeption des sado-masochistischen Charakters zwischen Situierung und androzentrischer De-Thematisierung 2
Rezensionen
"Eine ebenso interessante wie lesenswerte Arbeit, die nicht nur eine beeindruckende Menge Material aufbereitet und es im Hinblick auf ein Erkenntnisinteresse systematisiert, das in der Sekundärliteratur bis dato vernachlässigt wurde. Die Autorin zeigt auch, warum eine kritische Geschlechterforschung auch heute noch sowohl an der feministischen Kritik der gesellschaftlichen Verhältnisse insgesamt als auch am umfassenden Emanzipationsverständnis der kritischen Theorie festhalten sollte." Mario Wolf, Soziopolis, 26.06.2019 "Dank aufwendiger Recherchen und umfangreicher Analysen ist Umraths Darstellung gelungen. Sie bildet ein Fundament für die Aktualisierung der Kritischen Theorie in wissenschaftlichen wie politischen Auseinandersetzungen." Christoph Panzer, iz3w, 14.10.2019