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»Prosa, wie mit einem rostigen Nagel auf eine Kanne geritzt« The New York Times
Eine Frau um die dreißig wird nach zehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen und erkämpft sich einen Platz in der Gesellschaft. Ein literarisches Meisterwerk, das von der Kritik international als beeindruckende Neuentdeckung gefeiert wird. Mehr als einen neuen Namen besitzt Louise Adler, genannt Lulu, nicht, als sie nach zehn Jahren endlich in die Freiheit entlassen wird. Mit Gelegenheitsjobs hält sie sich über Wasser, doch brechen sich die Erinnerungen an Kindheit und Jugend immer wieder Bahn: an die…mehr

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Produktbeschreibung
»Prosa, wie mit einem rostigen Nagel auf eine Kanne geritzt« The New York Times

Eine Frau um die dreißig wird nach zehn Jahren aus dem Gefängnis entlassen und erkämpft sich einen Platz in der Gesellschaft. Ein literarisches Meisterwerk, das von der Kritik international als beeindruckende Neuentdeckung gefeiert wird. Mehr als einen neuen Namen besitzt Louise Adler, genannt Lulu, nicht, als sie nach zehn Jahren endlich in die Freiheit entlassen wird. Mit Gelegenheitsjobs hält sie sich über Wasser, doch brechen sich die Erinnerungen an Kindheit und Jugend immer wieder Bahn: an die egozentrische Mutter und den gewalttätigen Vater, an die erste Liebe und Zusammenbrüche. Als Lulu Wiedergutmachung für die abgesessene Zeit im Gefängnis erhält, reist sie an den Sehnsuchtsort ihrer Kindheit, die Mondberge in Zentralafrika. In dieser großartigen Landschaft versucht sie, die Teile ihrer zerrütteten Seele wieder zusammenzusetzen. I.J. Kay ist ein besonderer Roman gelungen, der sprachlich an William Faulkner, in der Kompromisslosigkeit seiner Frauenfigur an Stieg Larsson und in seiner Unbarmherzigkeit an Sarah Kane erinnert und doch etwas ganz Eigenes ist: ein großartiger Text über ein Leben jenseits der gesellschaftlichen Ordnung.

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  • Produktdetails
  • Verlag: Kiepenheuer & Witsch GmbH
  • Seitenzahl: 464
  • Erscheinungstermin: 11. Mai 2015
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783462309201
  • Artikelnr.: 42655240
Autorenporträt
I. J. Kay (der Name ist ein Pseudonym) wurde 1961 in Suffolk geboren. Sie lebt in Bristol und Gambia und am liebsten auf einem Boot, mit dem sie schreibend die Wasserstraßen Englands bereist. »Nördlich der Mondberge« ist ihr erster Roman; er wurde u. a. mit dem Authors' Club Best First Novel Award 2013 ausgezeichnet und von der englischen und amerikanischen Kritik gefeiert.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 23.05.2015

Ein Leben aus lauter losen Enden

Die Autorin schreibt unter Pseudonym, die Erzählerin sucht ihren Namen - aber gerade das macht den zwischen England und Afrika pendelnden Selbstfindungsroman "Nördlich der Mondberge" so reizvoll.

Mit Pseudonymen ist es so eine Sache. Immer wieder ist zu hören, es sei enorm schwierig, Bücher zu verkaufen, deren Autoren nicht an die Öffentlichkeit treten wollten - weil Leser gerne wissen möchten, wie Schriftsteller so sind; weil man es hierzulande gewohnt ist, Autoren bei Lesungen und Festivals in extenso über ihre Werke reden zu hören; auch weil man es mit der Trennung von Autorendasein und Fiktionalität sowieso nicht immer so genau nehmen möchte. Richtig interessant wird es also erst, wenn trotzdem, so wie jetzt, ein Buch unter Pseudonym erscheint.

Der Roman heißt "Nördlich der Mondberge", stammt von einer Engländerin, die sich den Künstlernamen I. J. Kay gegeben hat, und bestätigt die ungeschriebenen Regeln im Umgang mit Pseudonymen sofort. Nämlich erstens: Bücher, die ihr Publikum ohne die unterstützende Werbung ihrer Autoren erreichen wollen, müssen wenigstens so gut sein wie dieses. Und zweitens: Man will trotzdem sofort wissen, wer der Mensch ist, der es geschrieben hat! Dass über "I. J. Kay" nicht mehr zu erfahren ist, als dass sie 1961 in Suffolk geboren wurde, in Bristol und Gambia lebt und eine Vorliebe für Bootstouren auf englischen Flüssen hegt, stellt die Leser ihres Debütromans somit vor die schöne Herausforderung, sich ganz ihrem Werk widmen zu müssen: Alles, was uns zu interessieren hat, steht in diesem Buch. Woher es kommt, spielt keine Rolle.

"Nördlich der Mondberge" ist eine Überlebensgeschichte. Geschrieben aus der Ich-Perspektive einer jungen Frau, die von Kindertagen an gelernt hat, dass es im Leben um nichts anderes geht als um das "Weiteratmen", wie es einmal heißt. Ihre Mutter, die das Dasein mit dem mal trotzigen, mal traurigen, dafür immer betrunkenen Schmettern von Songs verbringt, die sie eigentlich lieber auf Musicalbühnen zum Besten gegeben hätte, überlässt die Tochter sich selbst - auch wenn deren Stiefvater wieder einen seiner Gewaltausbrüche hat. Um sich zu schützen, flieht die Zehnjährige in eine imaginäre Welt: Die feuchten Wiesen um das mittelenglische Kaff verwandeln sich unter ihrem Blick in die afrikanische Masai Mara, in den Wipfeln der Bäume baut sie sich ein Baumhaus, in das sie den kleinen Bruder mitnimmt, den sie sich nach Art afrikanischer Mütter auf den Rücken bindet. Einmal macht die Familie mit dem Auto einen Ausflug zum Meer: "Ich guck ausm Fenster raus. Seh mich am Straßenrand rennen, mit roten Kleidern an und Kastanien: hab Bemalung, hab Speer, hab nackte Füße, Trommeln sind so leicht und weich wie Atmen." Nur wenig später heißt es: "Hin und wieder guck ich nach, ob ich immer noch im Auto sitz und ausm Fenster guck."

In der Entfremdung, die das Wegträumen mit sich bringt, und zwar sowohl von der Welt als auch von sich selbst, lauert für das Kind also die größte Gefahr. Sie liefert den psychologischen Grund dafür, dass bei der Lektüre immer wieder der Eindruck entsteht, man habe es eigentlich mit mehreren Erzählerstimmen zu tun - denn die Protagonistin erzählt ihre Geschichte in Vor- und Rückblenden, mal in kindlich-fehlerhafter, mal in erwachsener Sprache. Dass bis zum Ende nicht einmal ihr selbst klar wird, wie sie tatsächlich heißt, ob Catherine Clark, Kim Hunter, Beverly Woods oder doch Louise Adler, genannt Lulu King, erscheint da nur konsequent. Auch dass die Autorin ihre Figur in manchen besonders brenzligen Situationen von der ersten in die dritte Person wechseln, dass sie diese Frau auch im Erwachsenenalter nie ihr eigenes Spiegelbild, sondern immer "die Frau im Spiegel" erkennen lässt, sind gute erzählerische Hinweise auf das gebrochene Verhältnis, das Louise Adler (so wollen wir sie nennen) zur Wirklichkeit entwickelt hat.

Und diese Wirklichkeit war zumutungsreich genug: Eine abgefrorene Fußzehe, vier Narben im Gesicht, sechs Tote und zehn Jahre Gefängnis - das ist die Zwischenbilanz, mit der Louise ihre Erzählung beginnt. Sie ist gerade entlassen worden, dreißig Jahre alt und in ein winziges Apartment gezogen, in dem sie vor allem von der Armut empfangen wird. Das Geld, das sie in einer Fabrik verdient, in der sie Marmelade in Donuts füllt, reicht für gar nichts. Erst als ihr aus einem früheren Gerichtsverfahren achttausend Pfund zugesprochen werden, ergibt sich die Gelegenheit, einen selbstgewählten Weg einzuschlagen, der sie zunächst nach Uganda und dann "auf dem Landweg", also sehr langsam, dorthin führt, wo Quentin lebt. Ihm hat Louise vor zehn Jahren (vermeintlich) das halbe Gesicht weggeschossen. Afrika bedeutet für die junge Frau somit eine doppelte Form von Erinnerung - an frühkindlich-gelungene und an spätpubertär-gescheiterte Fluchtversuche.

Linderung oder gar Heilung müssen aber auch in Afrika erst erkämpft werden. Das wird ein wenig leichter, als Louise in den Mondbergen auf Lynn Robertson trifft, die ein anderes Leiden, aber eine ähnliche Sehnsucht in die Gegend trieb. Lynn gehört zu den wenigen Figuren, die nicht als böse Gespenster, sondern als gute Geister in Louises Leben treten. Denn auch wenn man über sie nicht viel mehr erfährt als über all die anderen, etwa über Pete, den Louise mal geliebt hat, über Heath und dessen Freundin Gwen, von denen Louise verraten wurde, als über Anton, der die damals Zehnjährige auf ihrer Flucht von zu Hause unter seine nicht nur behütende Fittiche nahm; auch wenn all diese Freundschaften über Anfänge also nie hinauskommen, hebt sich die Begegnung mit Lynn doch deutlich von den anderen ab. Denn mit ihr breitet sich in dem Roman zum ersten Mal so etwas wie Würde aus. Und die hat mit der Freiheit zu tun, die beide in Afrika entdecken - mit einer Freiheit des Blicks: Wie zwei Schwindsüchtige taumeln diese Frauen auf ihrer Reise jedenfalls an den Abgründen entlang, deren Gefahren sie erst bannen, als sie lernen, auch auf die Schönheiten zu schauen, die auf den sicheren Seiten des Weges wachsen.

Die Zuflucht, die vor allem Louise in der Natur findet, durchzieht somit den gesamten Roman und hinterlässt in ihm auch sprachlich deutliche Spuren. Die auf Vernachlässigung und äußerste Zerrüttung sich gründende Unsicherheit des Kindes, die sich in fragwürdigen Wortschöpfungen und Satzkonstruktionen niederschlägt, bleibt Louise teils bis ins Erwachsenenalter erhalten, in dem sie Dinge sagt wie "ein Couchtisch aus Mohogani" und "ein Oberteil aus schwarzem Satäng" (beides Details, die in der klugen Übersetzung von Steffen Jacobs erhalten bleiben). Aber wenn es um die Benennung von Bäumen und Blumen geht, kennt sich Louise eben aus wie niemand sonst.

Die Aneignung der Natur verschafft ihr Halt und Orientierung. Aus dem Wolfskind, dem das Alleinsein früh zur Heimat geworden ist, wird auf diese Weise eine Frau, die Kommunikation spät als etwas begreift, das nicht trennen muss, sondern verbinden kann. Erst dies eröffnet einen Weg aus der suggestiven Welt des Tagtraums, der über weite Teile des Buches dafür verantwortlich ist, dass Beziehungen, aber auch die Ursachen des sozialen Elends mehr evoziert als erklärt, mehr fühl- als nachvollziehbar werden. Genau darin liegt aber die große Stärke dieses Buches. Statt von einem Leben am Abgrund nur zu erzählen, geht der Roman das Wagnis ein, sich diesem Leben stilistisch auszuliefern - auf die Sicherheiten von Chronologie, Grammatik und Syntax also zu verzichten, um sich einem Rhythmus anzuvertrauen, auf den kein Verlass ist. So entsteht das grandiose Porträt einer Frau, deren Dasein nicht nur ihr, sondern auch uns vorkommen muss wie lauter loser Enden. Wie eine elend lange Reise ins Offene. Und wer wollte da noch fragen, ob es ein Happy End gibt?

LENA BOPP.

I. J. Kay: "Nördlich der Mondberge". Roman.

Aus dem Englischen von Steffen Jacobs. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2015. 459 S., geb., 22,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Laut Bernadette Conrad rettet die Sprache die Leserin vor der Qual der Lektüre des Romans von  I. J. Kay. Qual, weil Kay die Geschichte einer von Gewalt in der Familie geprägten Kindheit für Conrad reichlich drastisch erzählt, erschütternd und mit einem Fluchtpunkt in der Ferne: Afrika! Schuldgefühle, Selbstverachtung, Unterwerfung, solche Themen packt die Autorin an. Conrad ist froh über Momente im Text, wenn die verschiedenen Erzähler-Ichs, die der Zersplitterung der Hauptfigur Rechnung tragen, einmal zur Ruhe kommen oder die originelle Sprache sie berauscht, sodass das Mitleiden kurz aufhört.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Ein Roman mit Schwung in hartes Material gehauen. Grandios!" ORF 20151004