solange noch Liebesbriefe eintreffen - Novak, Helga M.
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Neu in einer zweibändigen Ausgabe: solange noch Liebesbriefe eintreffen vereint Helga M. Novaks gesamtes lyrisches Werk, vom ersten Gedichtband über die Bücher, die den Rang der großen Lyrikerin begründeten und über die Jahrzehnte bestätigten: Ballade von der reisenden Anna, Colloquium mit vier Häuten, Balladen vom kurzen Prozeß, Margarete mit dem Schrank, Legende Transsib, Märkische Feenmorgana, Silvatica.…mehr

Produktbeschreibung
Neu in einer zweibändigen Ausgabe: solange noch Liebesbriefe eintreffen vereint Helga M. Novaks gesamtes lyrisches Werk, vom ersten Gedichtband über die Bücher, die den Rang der großen Lyrikerin begründeten und über die Jahrzehnte bestätigten: Ballade von der reisenden Anna, Colloquium mit vier Häuten, Balladen vom kurzen Prozeß, Margarete mit dem Schrank, Legende Transsib, Märkische Feenmorgana, Silvatica.
  • Produktdetails
  • Verlag: Schöffling
  • 2., Neuausg.
  • Seitenzahl: 832
  • Erscheinungstermin: 22. Februar 2008
  • Deutsch
  • Abmessung: 225mm x 144mm x 79mm
  • Gewicht: 1265g
  • ISBN-13: 9783895611162
  • ISBN-10: 3895611166
  • Artikelnr.: 23319744
Autorenporträt
Novak, Helga M.
Helga M. Novak wurde 1935 in Berlin-Köpenick geboren. Für ihr Werk, das bei Schöffling & Co. erscheint, erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Sie starb im Dezember 2013.
Rezensionen
"Die Gedichte von Helga M. Novak gehören zum Grundbestand deutschsprachiger Lyrik." Michael Lentz, Welt am Sonntag "Ein existenzieller Furor spricht aus diesen Texten, wie ihn nur wenige Dichter haben - oder eben nur Dichter." Neue Zürcher Zeitung "Eine der wahren Dichterinnen unserer Zeit." Die Zeit "Ihre Verse bieten ein sprachliches und philosophisches Feuerwerk ohnegleichen." Märkische Allgemeine "Sowohl Lyrik als auch Prosa aus Novaks Feder gehören zum Feinsten der deutschen Literatur." Mitteldeutsche Zeitung "Man möchte der Dichterin einen Liebesbrief schreiben und ihr sagen, dass ihre Gedichte einzigartig sind, dass ihr Werk (...) unvergleichlich ist in der deutschen Nachkriegsliteratur." Hanne Kulessa, hr2

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 02.02.2007

Geschichtsgedichte
Ein Abend für Helga M. Novak im Literaturhaus Frankfurt

Lyrik ist immer präzise. Gerade deshalb kann sie in knapper Form von geschichtlichen Ereignissen und politischem Handeln berichten und zur gleichen Zeit auch Unausgesprochenes miterzählen. Die deutsche Dichterin, die das besonders gut kann, lebt heute schwerkrank in einem polnischen Dorf südlich von Danzig. Helga M. Novak, die 1935 in Berlin geborene Dichterin, die 1979 Stadtschreiberin von Bergen-Enkheim war, hat dem deutschen Literaturbetrieb nie richtig angehört. Umso willkommener, dass die Schauspielerin Doris Wolters im Literaturhaus Frankfurt nun die Gedichte las, die SWR-Redakteur Gerwig Epkes für sein kürzlich erschienenes Novak-Hörbuch ausgewählt hat. "Solange noch Liebesbriefe eintreffen" ist für den deutschen Hörbuchpreis 2007 nominiert, die beim Frankfurter Schöffling Verlag unter dem gleichen Titel erschienene Gesamtausgabe von Novaks Gedichten allerdings ist seit kurzer Zeit vergriffen. Immerhin ist "Wo ich jetzt bin", ein von Michael Lentz bei Schöffling herausgegebener Auswahlband, weiterhin erhältlich.

Bei ihrem Frankfurter Novak-Abend las Doris Wolters Liebeslyrik und Geschichtsgedichte, Texte, denen der scharfe Blick und das genaue Wort gemein sind. Denn Novak hat die dichterische Parsifalfähigkeit, Gewesenes oder Sinnloses in ein erhellendes neues Licht zu rücken. In "Margarete mit dem Schrank" lässt sie eine schwachsinnige fahrende Händlerin mit einem Schränkchen auf dem Kopf von Dorf zu Dorf ziehen. Erst im letzten Satz des Gedichts stellt eine beiläufige Bemerkung der Verrückten das Verhältnis von Wahnsinn und Vernunft auf den Kopf. Denn die Nichtwahnsinnigen unterlassen das Wesentliche: "Aber niemand fragt: Margarete, was ist in dem Schrank?"

Novak sieht es als Aufgabe der Dichter, diese Frage zu stellen. Es ist die Haltung, mit der sie sich in der "Ballade von der reisenden Anna" schon 1965 des Schicksals der Deutschen annimmt, die vor den "braunen Possen" der Nazis zu den "roten Fahnen" der Sowjetunion flohen, nur um vom Terrorapparat der UdSSR bis zu Stalins Tod in die sibirische Verbannung geschleudert zu werden. Kaum ein Künstler hat sich dieser vielsagenden Nebenhandlung deutscher, sowjetischer und linker Geschichte so früh und auf solchem Niveau gewidmet. Überhaupt Deutschland. Das Land, das Novaks Freiheitsdrang in Gestalt gleich dreier Staaten behinderte. Zunächst das Nazireich, das sie als unglückliches Adoptivkind überstand. Dann die DDR, die sie mitaufbauen wollte und sehr früh sehr scharf kritisierte, das Land, das sie ausbürgerte. Schließlich die Bundesrepublik, die der in Polen lebenden deutschen Dichterin mit der durch eine frühe Ehe erworbenen isländischen Staatsbürgerschaft heute zwar eine Aufenthaltserlaubnis erteilt, den deutschen Pass aber verweigert. Was Staaten mit Dichtern machen, ist meist dümmer als das, was die Dichter mit ihren Ländern tun.

FLORIAN BALKE

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