Mir platzt der Kotzkragen - B a m b o r s c h k e , T o b i a s

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Tobias Bamborschke macht Musik mit der Gruppe »Isolation Berlin«. Dort entwirft er mit großer Genauigkeit Bilder, wie man sie auch in der Literatur nicht oft findet, da singt Bamborschke unverbraucht und klug und ohne Distanz zu einer Welt, die es ihm nicht leicht macht. Jetzt liegt mit »Mir platzt der Kotzkragen« sein erster Gedichtband vor; die Gedichte und Kurzgeschichten darin sind eine Orgie der Gefühle. Zerbrechlichkeit, Sehnsucht und Befriedigung, Hass, Trauer, Liebe, Leiden - Bamborschke schafft es mit erstaunlicher Leichtigkeit, dem Leser die Welt durch die Augen eines um Glück ringenden Ichs zu zeigen.…mehr

Produktbeschreibung
Tobias Bamborschke macht Musik mit der Gruppe »Isolation Berlin«. Dort entwirft er mit großer Genauigkeit Bilder, wie man sie auch in der Literatur nicht oft findet, da singt Bamborschke unverbraucht und klug und ohne Distanz zu einer Welt, die es ihm nicht leicht macht. Jetzt liegt mit »Mir platzt der Kotzkragen« sein erster Gedichtband vor; die Gedichte und Kurzgeschichten darin sind eine Orgie der Gefühle. Zerbrechlichkeit, Sehnsucht und Befriedigung, Hass, Trauer, Liebe, Leiden - Bamborschke schafft es mit erstaunlicher Leichtigkeit, dem Leser die Welt durch die Augen eines um Glück ringenden Ichs zu zeigen.
  • Produktdetails
  • Verlag: Wohlrab, Lutz / Wohlrab, Lutz Verlag
  • Seitenzahl: 80
  • Erscheinungstermin: 1. September 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 186mm x 128mm x 13mm
  • Gewicht: 195g
  • ISBN-13: 9783981429688
  • ISBN-10: 3981429680
  • Artikelnr.: 48957796
Autorenporträt
Der 1988 in Köln geborene und in Berlin aufgewachsene Bamborschke studierte von 2008 bis 2011 Schauspiel am Europäischen Theaterinstitut in Berlin. Während dieser Zeit gründete er mit Max Bauer die Band »Isolation Berlin«. 2016 veröffentlichte sie das Debütalbum »Und aus den Wolken tropft die Zeit« und die EP-Kollektion »Berliner Schule/Protopop«.
Rezensionen
Besprechung von 12.12.2017
Berlin gefällt sich im Trauertragen
Seitensprung: Der Musiker Tobias Bamborschke gibt sein Belletristikdebüt

Depression als Chance: Der Musiker Tobias Bamborschke fühlt sich nicht wohl in seiner Wahlheimat Berlin, leidet unter der Anonymität der Großstadt, der Unmöglichkeit enger menschlicher Beziehungen, kurz: der Isolation. Ebenjenes Empfinden reflektiert er in der Musik wie auch schlicht im Namen der Band, deren Frontmann er ist: Isolation Berlin. Im vergangenen Jahr sorgten deren Alben "Berliner Schule/Protopop" und "Und aus den Wolken tropft die Zeit" für ordentlich Aufsehen. Besonders Bamborschkes offene Texte werden von Kritik wie Publikum goutiert.

Nun schließt der beim Wohlrab Verlag erschienene Band "Mir platzt der Kotzkragen - Gedichte, Gedanken und Spelunken" nahtlos an die Themen der Lieder von Isolation Berlin an: Bamborschke schreibt über Einsamkeit und Selbsthass, über Liebe und Zuneigung und davon, wie schwer letztere beide zu finden sind. Der Neunundzwanzigjährige übertragt diese spätjugendliche Verlorenheit konsequent in die gedruckte Form: In lose angeordneten Gedichten und Kurzgeschichten schreibt Bamborschke von Alltagshürden ("S-Bahn"), brotlosen Jobs ("Ein Gedicht") oder Alkoholkonsum ("Alleinsam"). Dabei scheut er sich nicht vor Ausrufezeichen oder Kraftausdrücken; er kanalisiert seine Wut und lässt den Schmerz über die Unvollkommenheit seines Daseins heraus. Die derben Wörter werden aber in melodische Verse gepackt. Trotz fehlender Reimschemata klingt alles melodisch, man könnte es sich gut gesungen vorstellen. So etwa im Gedicht "Annabelle", das von einer verflossenen Liebe erzählt: "Ich sitze vorm Café und warte auf den Regen. / Nicht zuletzt deinetwegen." Dass hier allerdings Künstlerklischees wie das Café und ein altbewährtes romantisches Motiv wie der Regen benutzt werden, kann man nicht ignorieren.

Was den Band besonders gewinnend macht, ist seine Aufmachung: Die Texte wurden von Bamborschke auf der Schreibmaschine getippt und dann auf dickem Papier abgedruckt. Dazu gibt es schwarzweiße, oft nur skizzenhaft gezeichnete Illustrationen des Autors.

Die auf schmalen achtzig Seiten ausgebreiteten Gedichte, Kurzgeschichten und Zeichnungen des Sängers weisen untereinander keinen direkten Zusammenhang auf; es sind eher Meditationen über menschliche Sinnsuche an einem Ort, an dem man sich nicht aufgehoben fühlt: typische "Erste-Welt-Probleme". Der Musiker überzeugt als Autor also vorrangig durch die Gestaltung des Buchs, das "wie" ist wichtiger als das "was" - wie bei so manchem aus Berlin.

FLORIAN KÖLSCH.

Tobias Bamborschke: "Mir platzt der Kotzkragen". Gedichte, Gedanken und Spelunken.

Wohlrab Verlag. Berlin 2017. 80 S., Abb., geb., 12,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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