20,00 €
versandkostenfrei*

inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln
    Buch mit Leinen-Einband

Flüchtig und unbeschwert wie eine Flaumfeder könnten Gedichte sein, schrieb Albrecht Goes. Zugleich waren sie für ihn "ein Kosmos, eine ganze Welt. Eine unversehrte Welt? Vielleicht. Vielleicht auch die Sehnsucht nach einer unversehrten Welt, oder die Forderung nach ihr, oder die Erinnerung oder der Dank." Dem Leser werde es zukommen, "unablässig zu fahnden nach der Zone, in welcher Denken und Fühlen, Träumen und Wachen beisammen sind, nach der Zone des Geheimnisses und der Verwandlung." Dieser Band enthält eine Auswahl letzter Hand aus seinem gesamten lyrischen Werk.…mehr

Produktbeschreibung
Flüchtig und unbeschwert wie eine Flaumfeder könnten Gedichte sein, schrieb Albrecht Goes. Zugleich waren sie für ihn "ein Kosmos, eine ganze Welt. Eine unversehrte Welt? Vielleicht. Vielleicht auch die Sehnsucht nach einer unversehrten Welt, oder die Forderung nach ihr, oder die Erinnerung oder der Dank." Dem Leser werde es zukommen, "unablässig zu fahnden nach der Zone, in welcher Denken und Fühlen, Träumen und Wachen beisammen sind, nach der Zone des Geheimnisses und der Verwandlung." Dieser Band enthält eine Auswahl letzter Hand aus seinem gesamten lyrischen Werk.
  • Produktdetails
  • Verlag: S. FISCHER
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 199
  • Erscheinungstermin: 12. Februar 2008
  • Deutsch
  • Abmessung: 161mm x 114mm x 18mm
  • Gewicht: 168g
  • ISBN-13: 9783100265234
  • ISBN-10: 3100265238
  • Artikelnr.: 23270187
Autorenporträt
Goes, Albrecht
Albrecht Goes, am 22. März 1908 in Langenbeutingen geboren. Er absolvierte die theologische Ausbildung in Urach und im Tübinger Stift, wurde 1933 Pfarrer. 1932 erschien sein erster Gedichtband, dem zahlreiche Lyrikbände, Erzählungen und Essays folgten. Der vielfach ausgezeichnete Autor lebte in Stuttgart-Rohr, bis zu seinem Tod am 23. Februar 2000.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 20.03.2008

Burg in unruhigen Nächten
Neuausgaben des christlichen Dichters Albrecht Goes

Nicht eben zahlreich unter den nennenswerten deutschsprachigen Schriftstellern des zwanzigsten Jahrhunderts sind die Autoren, die sich als "christliche Dichter" im engeren Sinne verstanden. Auf Anhieb fallen einem ein: auf katholischer Seite Ruth Schaumann, Christine Busta, Christine Lavant und Stefan Andres, Gertrud von Le Fort und Reinhold Schneider (nach ihrer Konversion), auf protestantischer Seite Jochen Klepper und der vor acht Jahren in Stuttgart gestorbene Albrecht Goes, an den jetzt Neuausgaben erinnern.

Der Sohn aus alter Pfarrersfamilie wurde wiederum Pfarrer im Württembergischen. Mit Eduard Mörike teilte er den Wunsch, vorzeitig vom Druck der vielfältigen Amtspflichten loszukommen, um Freiheit für die Literatur zu gewinnen. Immer begleitete ihn die große lutherische Kirchenliedtradition. So wurde das Gedicht zu seiner Domäne: Die Schöpfung Gottes offenbarte ihm ihre Lebendigkeit in den immer fortwirkenden Kräften der Natur und des Geistes. Aber wenn er vom "Land Hernach" spricht, so mögen sich in die Paradiesvorstellung wohl auch Züge von Mörikes utopischem Traumland "Orplid" mischen. Zwischen Christentum und Poesie klafft in Goes' Gedichten kein Riss. Mozart vor allem schlägt ihm die Brücke zur Musik. Eine künstlerische Antwort eigener Art übrigens auf Goes' lyrische Huldigungen an Fra Angelico, Albrecht Dürer und Gerhard Marcks sind die Holzschnitte Andreas Felgers zu Gedichten von Goes im schmalen Band "Lebensspur".

Klassisches und humanistisches Erbe gehen in die protestantische Religiosität ein. Eine seiner Erzählungen widmet er dem jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber, "dem Lehrer, dem Vater, dem Freund". Eine Originalausgabe erlaubt nun - nimmt man die leider fehlende vielgelesene Geschichte "Unruhige Nacht" aus - eine Überschau über das Werk des Erzählers Goes. Vom "Reisetagebuch" des Tübinger Studenten führen die Erzählungen in den Erfahrungsraum des Dorfpfarrers. In diese Prosastücke wirft die Dorfgeschichte des neunzehnten Jahrhunderts ihren Schimmer. Da bleibt dann das Erzählen in seiner Redlichkeit ein wenig hausväterlich und altbacken. Die Judenverfolgung im "Dritten Reich" und die Erfahrungen des Lazarettpfarrers auf dem östlichen Kriegsschauplatz erweitern das Motivfeld in eine andere Dimension. In "Brandopfer" wird einer Fleischersfrau die Erniedrigung jüdischer Menschen so unerträglich, dass sie keinen anderen Ausweg weiß, als sich selbst als Sühneopfer anzubieten. Vom brutalen Eindringen der SS ins Lazarett, in dem ein jüdischer Junge Unterschlupf gefunden hat, handelt die Geschichte "Das Löffelchen".

Nicht weniger eindringlich als diese beiden vielgelobten Erzählungen erscheint mir eine dritte, kürzere, "Begegnung in Ungarn", in der Goes die lastende Atmosphäre in einer ungarischen Stadt kurz vor der Zusammentreibung der Juden im Jahre 1944 wieder heraufbeschwört. Am Karsamstag wäre der Dichter, dem gegen alle Teufel der Zeitgeschichte Gott "ein feste Burg" geblieben ist, hundert Jahre alt geworden.

WALTER HINCK.

Albrecht Goes: "Gedichte". S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2008. 200 S., geb., 14,- [Euro].

Albrecht Goes: "Was wird morgen sein?". Erzählungen. S. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2008. 367 S., br., 9,95 [Euro].

Albrecht Goes / Andreas Felger: "Lebensspur". Gedichte und Holzschnitte. Herausgegeben von Oliver Kohler. Präsenz Kunst & Buch Verlag, Hünfelden 2007. 64 S., geb., 14,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Rezensent Manuel Karasek begrüßt diesen Band mit den Gedichten des Dichters und Pfarrers Albrecht Goes (1908-2000) als Beitrag zur Mentalitätsgeschichte der Bundesrepublik. Denn diese Lyrik verhandelt seinem Eindruck zufolge nicht nur "die Metaphysik des deutschen Anstandes" in Zeiten der Diktatur, sondern auch Moralprobleme der Nachkriegszeit. Auch als Reaktionen auf den von der Moderne erzeugten "Sinnerdrutsch" hat Goes? Lyrik aus Sicht des Rezensenten Bedeutung. Die Texte haben für seinen Geschmack manchmal zwar einen "ziemlich langen Bart" und lesen sich auf Grund ihrer Religiosität und inneren Rückkehr manchmal wie Mitteilungen aus einer Zeit, die man gar nicht mehr richtig verstehen würde. Trotzdem beeindrucken die Gedichte Karasek durch handwerkliche Makellosigkeit.

© Perlentaucher Medien GmbH