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Jaschin erzählt sein Leben - und wie er es beendete. Mit acht Brüdern wächst er in Sidi Moumen auf, einer Barackensiedlung vor den Toren Casablancas. Er und seine Freunde schlagen sich mit allerlei Gelegenheitsarbeiten durch, durchwühlen die Abfallberge und verkaufen das Brauchbare oder putzen die Schuhe der Touristen. Sie stehlen auch mal und prügeln sich. Der Fußball ist einer der wenigen Lichtblicke in ihrem Leben. In dieser Lage kommt Abu Subair gerade recht: Er unterstützt die Jungen mit Geld und Jobs. Sie freunden sich mit ihm an und lauschen seinen Einflüsterungen. Abu Subair verheißt…mehr

Produktbeschreibung
Jaschin erzählt sein Leben - und wie er es beendete. Mit acht Brüdern wächst er in Sidi Moumen auf, einer Barackensiedlung vor den Toren Casablancas. Er und seine Freunde schlagen sich mit allerlei Gelegenheitsarbeiten durch, durchwühlen die Abfallberge und verkaufen das Brauchbare oder putzen die Schuhe der Touristen. Sie stehlen auch mal und prügeln sich. Der Fußball ist einer der wenigen Lichtblicke in ihrem Leben.
In dieser Lage kommt Abu Subair gerade recht: Er unterstützt die Jungen mit Geld und Jobs. Sie freunden sich mit ihm an und lauschen seinen Einflüsterungen. Abu Subair verheißt ihnen das Paradies, dessen Pforte ganz nahe sei - was hätten sie denn schon zu verlieren? Angesichts von Armut und Gewalt, von unerfüllten Träumen, von Enttäuschungen, Wut und Trauer hat der Fanatismus der bärtigen Extremisten leichtes Spiel.
Mahi Binebine hat einen Roman voller Humor und voller Tragik geschrieben, der zum Nachdenken anregt.
  • Produktdetails
  • LP 188
  • Verlag: Lenos
  • Originaltitel: Les étoiles de Sidi Moumen
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 183
  • Erscheinungstermin: Februar 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 185mm x 113mm x 18mm
  • Gewicht: 176g
  • ISBN-13: 9783857877889
  • ISBN-10: 385787788X
  • Artikelnr.: 47144565
Autorenporträt
Mahi Binebine, geboren 1959 in Marrakesch. Studium der Mathematik in Paris. Lehrer. Hinwendung zur Literatur und Malerei. Heute gilt er als bekanntester Maler Marokkos, seine Bilder hängen u.a. im New Yorker Guggenheim-Museum. Sein schriftstellerisches Werk - er schrieb acht Romane - wurde in verschiedene Sprachen übersetzt und mehrfach ausgezeichnet. Nach Jahren in Frankreich und den USA lebt Mahi Binebine seit 2002 wieder in Marrakesch. www.mahibinebine.com.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Sehr beeindruckt zeigt sich die Rezensentin Angela Schader von diesem knappen Roman des marokkanischen Autors Mahi Binebine. Er rekonstruiert darin die Vorgeschichte einer von Islamisten verübten Serie von Anschlägen in Casablanca im Jahr 2003. Erzählt wird die Geschichte der Attentäter, und zwar, das ist ein für Schader voll und ganz überzeugender Kniff, aus der posthumen Perspektive eines der Täter. Anders als die eher privilegierten Selbstmordattentäter vom 11. September entsprechen die Mörder von Casablanca, so Schader, dem Klischee: Sie leben in einer stinkenden, finsteren Müllhaldenwelt, im Slum des Vorstadtquarties Sidi Moumen. Hier werden sie von ihren Anstiftern erst aus dem Elend geholt und dann indoktriniert. Wie der Autor das "glasklar und knapp" zu schildern versteht, ohne falschen Ton und analytisch genau, das nötigt der Rezensentin großen Respekt ab.

© Perlentaucher Medien GmbH
Katharina Borchardt hat die Geschichte um sechs marokkanische Jugendliche, die durch Gehirnwäsche zu Selbstmordattentätern gemacht werden, offenbar sehr gefesselt. Postum berichtet Jaschin vom harten Leben in einem Slum bei Casablanca, erinnert sich an Fußballspiele, Schläge und Gewalt, bis ein gewisser Abu Subair saubere Kleidung und Jobs vermittelt und ihnen nebenbei "Hass auf die Ungläubigen" und Gottesfurcht eintrichtert, erklärt die Rezensentin. Gerade von der Wirkung der steten Manipulation, die die sechs Jugendlichen zum Selbstmordattentat treibt, hätte Borchardt gern Genaueres erfahren. Trotzdem empfiehlt sie diesen Roman nachdrücklich und findet, dass der marokkanische Autor Mahi Binebine hier, wie schon in seinen Gemälden, ein faszinierend verdichtetes Porträt zeichnet.

© Perlentaucher Medien GmbH