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Zum 100. Geburtstag am 25. Mai 2011.
Max Frisch gehört zu den Klassikern der modernen Literatur. Seine Romane, Tagebücher und Theaterstücke sind von hoher Aktualität. Sie zeigen den Menschen auf der Suche nach dem eigenen Ich - im Spannungsfeld von Pflicht und Neigung, von den Ansprüchen der Gesellschaft und der Angst vor Festlegung. Frisch war ein politisch aufmerksamer Autor jenseits der gängigen Ideologien und Moden: ein später Aufklärer und Moralist. Volker Hage porträtiert den Schweizer Autor auch als Privatperson und stellt seine wichtigsten Werke vor, einschließlich derjenigen aus…mehr

Produktbeschreibung
Zum 100. Geburtstag am 25. Mai 2011.
Max Frisch gehört zu den Klassikern der modernen Literatur. Seine Romane, Tagebücher und Theaterstücke sind von hoher Aktualität. Sie zeigen den Menschen auf der Suche nach dem eigenen Ich - im Spannungsfeld von Pflicht und Neigung, von den Ansprüchen der Gesellschaft und der Angst vor Festlegung. Frisch war ein politisch aufmerksamer Autor jenseits der gängigen Ideologien und Moden: ein später Aufklärer und Moralist. Volker Hage porträtiert den Schweizer Autor auch als Privatperson und stellt seine wichtigsten Werke vor, einschließlich derjenigen aus dem Nachlass, wie das erst kürzlich publizierte Fragment eines dritten Tagebuchs.
Autorenporträt
Hage, VolkerVolker Hage, 1949 in Hamburg geboren, arbeitet seit 1992 als Literaturkritiker beim «Spiegel». Zuvor war,er (1975 -1986) im Literaturblatt der «Frankfurter Allgemeinen» und im «FAZ-Magazin» tätig, anschließend (1986-1992) als verantwortlicher Literaturredakteur der «Zeit». Herausgeber zahlreicher Anthologien und Auswahlbände, zuletzt: «Max Frisch. Sein Leben in Bildern und Texten» (2011). Eigene Bücher u. a.: «Alles erfunden. Porträts deutscher und amerikanischer Autoren» (1988, erweitert 1995), «Auf den Spuren der Dichtung. Reisen zu berühmten Schauplätzen der Literatur» (1997), «Propheten im eigenen Land. Auf der Suche nach der deutschen Literatur» (1999), «Zeugen der Zerstörung. Die Literaten und der Luftkrieg» (2003, erweitert 2008), «Letzte Tänze, erste Schritte. Deutsche Literatur der Gegenwart» (2007, erweitert 2010),«Philip Roth» (2008), «Walter Kempowski» (2009), «Schiller» (2009), «Kritik für Leser. Vom Schreiben über Literatur» (2009). Bei Rowohlt: «John Upd

ike» (2007, NA 2013), «Max Frisch» (rowohlts monographie 1983, NA 2011).
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 14.05.2011

„Ich probiere Geschichten an wie Kleider“
Eine Fotografie von Max Frisch ist ein Widerspruch in sich. Dass jedes Bild immer ein falsches sei, eine Biografie ohnehin nicht möglich, war schließlich, was er unermüdlich lehrte. „Ich habe nie etwas gesammelt. Es ist wenig da, auch an Bildern. Ich bin ja oft umgezogen“, hat er denn auch gesagt, 1982, in jenen Interviews, die Volker Hage einst für seine rororo-Monographie geführt hat und die er nun vollständig dem ersten großen Bildband zu Max Frisch beigegeben hat ( Volker Hage: Max Frisch. Sein Leben in Bildern und Texten. Suhrkamp Verlag, Berlin 2011. 257 S., 24,90 Euro). Denn Hage hat seitdem unermüdlich gewühlt, nicht nur im Max Frisch-Archiv an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, sondern vor allem auch im privaten Umfeld Frischs, hat den Band zudem aufgelockert mit Abbildungen von Briefen und Erstausgaben, von Skizzen auch des Architekten Frisch.
Das einzige „Bildnis“, die echte Porträtfotografie stammt denn in der Tat auch schon aus dem Jahr 1934. Die vielen fremden Länder, vielen verschiedenen Wohnungen, das alles bedeutete für Frisch die Möglichkeit zur Flucht vor der Festlegung. Dass von Ingeborg Bachmann und ihm kein einziges gemeinsames Foto überliefert ist, erzählt mehr über ihre Beziehung, als es das Gegenteil täte. In der gemeinsamen protzigen Wohnung in Rom, 1962 im weißen Anzug (unsere Abb.) fühlte Frisch sich einsam. „Ich probiere Geschichten an wie Kleider“, schrieb er in „Mein Name sei Gantenbein“ (1964). Denn es blieb ja bei Frisch gleichzeitig immer schon jeder verdammt zu seiner Biografie, zum Bild, das man von ihm hat.
Wenn Hage die vielfältigen autobiographischen Äußerungen zu den Fotos gruppiert, wird der innere Widerspruch deutlich zwischen Sich-verbergen und Erkannt-werden-Wollen. „Die Pfeife ist ein Tarnobjekt geworden. Ich kann mich verstecken. Dafür genügt auch eine kalte Pfeife.“ Vor allem die Deutschen wollen den wiedererkennbaren Staatsdichter: Frisch mit Unseld, dem Verleger, bei Preisverleihungen, beim Signieren, mit Brecht, Walser, Johnson, Dürrenmatt natürlich, mit Grass auf dem SPD-Parteitag, mit Helmut Schmidt in China. Das Literaturhaus in München war von dem Band so begeistert, dass es etwa 60 der knapp 300 Bilder, kombiniert mit Gegenständen aus dem Nachlass, sogleich ins Zentrum seiner derzeitigen Max-Frisch-Ausstellung gerückt hat.
MICHAEL STALLKNECHT
„Max Frisch. Heimweh nach der Fremde.“ Bis 29. Juni. Literaturhaus München, Salvatorplatz 1.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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„Ich probiere Geschichten an wie Kleider“

Eine Fotografie von Max Frisch ist ein Widerspruch in sich. Dass jedes Bild immer ein falsches sei, eine Biografie ohnehin nicht möglich, war schließlich, was er unermüdlich lehrte. „Ich habe nie etwas gesammelt. Es ist wenig da, auch an Bildern. Ich bin ja oft umgezogen“, hat er denn auch gesagt, 1982, in jenen Interviews, die Volker Hage einst für seine rororo-Monographie geführt hat und die er nun vollständig dem ersten großen Bildband zu Max Frisch beigegeben hat ( Volker Hage: Max Frisch. Sein Leben in Bildern und Texten. Suhrkamp Verlag, Berlin 2011. 257 S., 24,90 Euro). Denn Hage hat seitdem unermüdlich gewühlt, nicht nur im Max Frisch-Archiv an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich, sondern vor allem auch im privaten Umfeld Frischs, hat den Band zudem aufgelockert mit Abbildungen von Briefen und Erstausgaben, von Skizzen auch des Architekten Frisch.

Das einzige „Bildnis“, die echte Porträtfotografie stammt denn in der Tat auch schon aus dem Jahr 1934. Die vielen fremden Länder, vielen verschiedenen Wohnungen, das alles bedeutete für Frisch die Möglichkeit zur Flucht vor der Festlegung. Dass von Ingeborg Bachmann und ihm kein einziges gemeinsames Foto überliefert ist, erzählt mehr über ihre Beziehung, als es das Gegenteil täte. In der gemeinsamen protzigen Wohnung in Rom, 1962 im weißen Anzug (unsere Abb.) fühlte Frisch sich einsam. „Ich probiere Geschichten an wie Kleider“, schrieb er in „Mein Name sei Gantenbein“ (1964). Denn es blieb ja bei Frisch gleichzeitig immer schon jeder verdammt zu seiner Biografie, zum Bild, das man von ihm hat.

Wenn Hage die vielfältigen autobiographischen Äußerungen zu den Fotos gruppiert, wird der innere Widerspruch deutlich zwischen Sich-verbergen und Erkannt-werden-Wollen. „Die Pfeife ist ein Tarnobjekt geworden. Ich kann mich verstecken. Dafür genügt auch eine kalte Pfeife.“ Vor allem die Deutschen wollen den wiedererkennbaren Staatsdichter: Frisch mit Unseld, dem Verleger, bei Preisverleihungen, beim Signieren, mit Brecht, Walser, Johnson, Dürrenmatt natürlich, mit Grass auf dem SPD-Parteitag, mit Helmut Schmidt in China. Das Literaturhaus in München war von dem Band so begeistert, dass es etwa 60 der knapp 300 Bilder, kombiniert mit Gegenständen aus dem Nachlass, sogleich ins Zentrum seiner derzeitigen Max-Frisch-Ausstellung gerückt hat.

MICHAEL STALLKNECHT

„Max Frisch. Heimweh nach der Fremde.“ Bis 29. Juni. Literaturhaus München, Salvatorplatz 1.

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