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Als Paul sich damals gleichzeitig in Katharina Himmelfahrt und seine Lehrerin Frau Zucker verliebte, schien alles in die richtige Richtung zu gehen. Jetzt sitzt er in einem alten japanischen Sportwagen, auf der Flucht vor der Polizei, und fragt sich, wie das alles kommen konnte. - Rocko Schamoni stellt in seinem neuen Roman die existenziellen Fragen. Und findet darauf so poetische wie unnachsichtige Antworten. "Fünf Löcher im Himmel - sein bisher bester." Hamburger Morgenpost…mehr

Produktbeschreibung
Als Paul sich damals gleichzeitig in Katharina Himmelfahrt und seine Lehrerin Frau Zucker verliebte, schien alles in die richtige Richtung zu gehen. Jetzt sitzt er in einem alten japanischen Sportwagen, auf der Flucht vor der Polizei, und fragt sich, wie das alles kommen konnte. - Rocko Schamoni stellt in seinem neuen Roman die existenziellen Fragen. Und findet darauf so poetische wie unnachsichtige Antworten. "Fünf Löcher im Himmel - sein bisher bester." Hamburger Morgenpost
  • Produktdetails
  • Piper Taschenbuch Bd.30824
  • Verlag: Piper
  • Seitenzahl: 189
  • Erscheinungstermin: 14. Januar 2016
  • Deutsch
  • Abmessung: 187mm x 121mm x 20mm
  • Gewicht: 202g
  • ISBN-13: 9783492308243
  • ISBN-10: 3492308244
  • Artikelnr.: 42777880
Autorenporträt
Schamoni, Rocko
Rocko Schamoni, 1966 geboren, ist Musiker, Autor, Humorist und Schauspieler. Literarisch hervorgetan hat er sich zuletzt mit dem Roman »Fünf Löcher im Himmel«.
Rezensionen
»Schamonis großes Geschick liegt darin, bei der Rückschau nicht nur die eigenen, persönlichen Erinnerungen ohne falsche Nolstalgie auszuloten, sondern auch verschiedene zeitspezifische Stile für seine Arbeit fruchtbar zu machen.«, taz, 15.06.2015
Besprechung von 03.02.2015
Literarischer
Verkehrsunfall
Rocko Schamonis Road-Novel
„Fünf Löcher im Himmel“
Alle glücklichen Romanhelden sind einander ähnlich, jeder unglückliche Romanheld ist unglücklich auf seine Weise. Paul hat es besonders hart erwischt. Die Mutter ist mit einem fremden Mann durchgebrannt, was der Vater mit Trunksucht quittierte. Später führte die erste Liebe zunächst zu Problemen und dann geradewegs in eine Katastrophe. Nun ist Paul aus seiner Wohnung geflogen und muss improvisieren. Bewaffnet mit einer Pistole und dem Tagebuch, das er als Jugendlicher führte, begibt sich der inzwischen 67-jährige Protagonist von Rocko Schamonis neuem, diesmal überhaupt nicht lustigem Roman „Fünf Löcher im Himmel“ auf eine Reise ins Ungewisse. Schlecht für ihn, schlecht für den Leser.
  Pauls Unglück, so merken wir bald, ist zu verkraften, gemessen am Unglück der Schilderung seines Unglücks. Die Erzählökonomie gerät fortwährend aus den Fugen, etwa wenn die immer gleiche Mimik immer neu beschrieben wird, ohne, dass irgendetwas daraus folgt: „Sein Blick war leer“ – „Sein Gesichtsausdruck blieb regungslos“ – „Er (. . .) ließ die Fotos durch seine Finger gleiten und betrachtete sie mit ausdrucksloser Miene“. Genauso seltsam mutet an, dass Charaktere aufgebaut und sofort wieder fallen gelassen werden, dass wir Details erfahren, die im Weiteren funktionslos bleiben. Wirklich prekär wird es, sobald Reflexionen ins Spiel kommen. Denn da ist zum einen die in der dritten Person erzählte Reise des alten Paul, und da sind zum anderen die in der ersten Person dargebotenen Journaleinträge seiner Teenagerausgabe. Merkwürdig, dass sich beide in puncto Empfindungshaushalt und Gedankenreichweite kaum unterscheiden – obwohl ein halbes Jahrhundert zwischen ihnen liegt.
  So ist im Tagebuch kritisch vermerkt, die meisten Menschen seien zufrieden mit „Beruf, Familie, Geld, Karriere und dann Rente“. Sinn- und selbstsuchend grübelt der jugendliche Paul: „Gibt es noch etwas zu entdecken in dieser Welt? Und wer werde ich sein, wenn ich endlich weiß, wer ich bin?“ Vergleichbare Adoleszenz-Meditationen stellt der alte Paul an, während er den Frühverkehr betrachtet. Da seien Leute „auf dem Weg zu Räumen und Betätigungen, die ihren Leben einen vermeintlichen Sinn zu geben versprachen und in Wahrheit nur für Brot und das sogenannte Dach über dem Kopf sorgten“. Ähnlich gedrechselt dann die Frage nach Ich und Welt: „Gibt es irgendjemanden, der sich meiner erinnert?“
  Solche stilistischen Unfälle sind keine Ausnahme. Autos werden als „Blechkammern“ bezeichnet, Figuren mit „Alterchen“ angeredet, Dialoge durch Interjektionen („Tja“, „Na ja“, „He“) zerhackt oder kraft affirmativer Einlassungen („Genau so ist es“) abgewürgt. Hinzu kommen etliche Klischees, die so abgegriffen sind, dass sie beinahe wie Parodien wirken: eine Kneipenszene mit Schlägerei; eine blonde Geschäftsfrau, die Porsche fährt, kratzbürstig ist und über Pferde redet; zwei gelangweilte und deswegen gewaltbereite Rechte auf dem Land; ein alter Mann, der sein Spiegelbild betrachtet und nicht fassen kann, was er sieht. Obendrein wird im Duktus von Ratgeberliteratur über das „ewige Sichfallenlassen in den Strom des Seins“ schwadroniert und besonders unelegant über Frauen gelästert, die zur Belastung gerieten „mit ihren Unklarheiten, mit ihren permanenten Versuchen, beständige Strukturen und Sicherheitsmodelle zu entwickeln“.
  Und der Plot? Ist schnell erzählt: Paul fährt mit dem Sportwagen des Kneipiers Pocke und in Begleitung eines Wellensittichs ziellos durch Norddeutschland und Dänemark. Er begeht Straftaten und erinnert sich an die Proben zur Schulaufführung von Goethes „Werther“, in der er damals den Albert spielte. Dabei hatte er sich in Katharina verliebt, die eine großartige Lotte war, und war regelmäßig mit Franz aneinander geraten, der die Hauptrolle übernommen hatte. Diese Dreierkonstellation, so wird sich herausstellen, bildete den Ausgangspunkt für Pauls verpfuschtes Leben. Da nicht mehr viel zu verlieren ist, tun sich Paul und Pocke am Ende zusammen, um gemeinsam kriminell durchzustarten.
  Eine gelungene Road-Novel – etwa Thomas Klupps „Paradiso“ oder Wolfgang Herrndorfs „Tschick“ – zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass ihre Handlung, obwohl sie von Station zu Station führt, wie aus einem Guss erscheint. „Fünf Löcher im Himmel“ zerfällt dagegen in disparate Szenen, die sich ausnehmen wie Importe aus der Ideensammlung einer gymnasialen Schreibwerkstatt. „Ich dachte“, notiert der junge Paul in seinem Tagebuch, „man müsste sensibel sein für die Kunst, aufmerksam und feinsinnig“. In diesem Roman eine wahrlich ironische Feststellung.
KAI SPANKE
Pauls Unglück ist verkraftbar,
gemessen am Unglück der
Schilderung seines Unglücks
      
  
  
  
  
Rocko Schamoni: Fünf
Löcher im Himmel. Roman. Piper Verlag, München 2014. 192 Seiten, 16,99 Euro. E-Book 12,99 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Mit Rocko Schamonis neuem Buch "Fünf Löcher im Himmel" hat Rezensent Kai Spanke nicht viel zu Lachen. Er findet den Roman nicht nur überraschend unlustig, sondern auch noch ziemlich schlecht geschrieben: Die Handlung um den inzwischen 67-jährigen Paul, der in seinem Jugendtagebuch seine unglückliche Kindheit nachliest, schließlich seine Wohnung verliert, ziellos und zunehmend kriminell mit einem Sportwagen durch Norddeutschland und Dänemark irrt, erscheint dem Rezensenten ein wenig dünn. Schlimmer aber empfindet er die zahlreichen sprachlichen Fehlgriffe: Ratgeberphrasen wechseln sich ab mit platten Reflexionen, Dialoge werden durch Interjektionen jäh abgebrochen, und die Schilderungen des alten Paul unterscheiden sich in ihrer dünnen Stilistik leider nicht von den Jugendtagebuch-Einträgen, berichtet der genervte Kritiker.

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