Schamlos - Bile, Amina; Srour, Sofia N.; Herz, Nancy
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7 Kundenbewertungen

Für Mädchen ab 12 Jahren. Und für alle Interessierten und Toleranten, die sich mit anderen Kulturen beschäftigen wollen.
Drei junge Frauen - Muslimas, Bloggerinnen, Feministinnen - beziehen Position: Wie fühlt es sich an, ständig zwischen den Erwartungen ihrer Familien, ihrer kulturellen Identität und ihrem Selbstverständnis, als Jugendliche in einem westlichen Land zu leben, hin- und hergerissen zu sein? Sie haben Diskussionen angeregt, Tabu-Themen öffentlich gemacht und zahlreiche sehr persönliche Geschichten gesammelt. Dabei ist ein bemerkenswertes Buch entstanden, ein mutiges…mehr

Produktbeschreibung
Für Mädchen ab 12 Jahren. Und für alle Interessierten und Toleranten, die sich mit anderen Kulturen beschäftigen wollen.

Drei junge Frauen - Muslimas, Bloggerinnen, Feministinnen - beziehen Position: Wie fühlt es sich an, ständig zwischen den Erwartungen ihrer Familien, ihrer kulturellen Identität und ihrem Selbstverständnis, als Jugendliche in einem westlichen Land zu leben, hin- und hergerissen zu sein? Sie haben Diskussionen angeregt, Tabu-Themen öffentlich gemacht und zahlreiche sehr persönliche Geschichten gesammelt. Dabei ist ein bemerkenswertes Buch entstanden, ein mutiges Buch.

Dieses Buch ist ein Plädoyer für eine multikulturelle Gesellschaft!
  • Produktdetails
  • Verlag: Gabriel In Der Thienemann-Esslinger Verlag Gmbh
  • Originaltitel: Skamløs
  • 2. Aufl.
  • Seitenzahl: 159
  • Altersempfehlung: ab 12 Jahren
  • Erscheinungstermin: 11. Februar 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 160mm x 23mm
  • Gewicht: 528g
  • ISBN-13: 9783522305211
  • ISBN-10: 3522305213
  • Artikelnr.: 54245212
Autorenporträt
Herz, Nancy§Nancy Herz (1996) ist Feministin, Bloggerin und Co-Autorin von "Schamlos". Gemeinsam mit Amina Bile und Sofia Nesrine Srour startete sie in ihrem Heimatland Norwegen eine Bewegung, die in den Medien als "Die schamlosen Mädchen" bekannt wurde und die dem Thema "Negative Sozialkontrolle", v.a. junge Frauen aus kulturellen Minderheiten betreffend, erstmals breite öffentliche Aufmerksamkeit verschaffte. Für ihren Einsatz für die Meinungsfreiheit wurden Herz, Bile und Srour u.a. 2017 mit dem Fritt Ord Honnør-Preis ausgezeichnet.
Rezensionen

buecher-magazin.de - Rezension
buecher-magazin.de

In den Debatten um die Zugehörigkeit des Islams in der westlichen Welt ist kaum eine Gruppe so sehr im Fokus wie die der jungen Frauen. Als ein Beispiel von vielen wurde der Hidschab als sichtbares Zeichen nicht nur Ausdruck von Zugehörigkeit, sondern in der Kopftuchfrage zum Politikum. Ob sie es tragen oder nicht, garantiert findet sich jemand in der eigenen Familie, in der Schule oder einfach auf der Straße, dem das eine oder das andere gegen den Strich geht. Zu viel angepasst oder zu wenig - eine Art Garantie, alles verkehrt zu machen. Dabei wird vor allem über junge Muslimas gesprochen, kaum kommen sie selbst zu Wort. Für drei norwegische Muslimas in ihren Zwanzigern war dies Anlass, ihre persönlichen und die gesammelten Erfahrungen anderer Mädchen in einem Blog zu veröffentlichen. In Interviews, kurzen Erzählungen und Listen schreiben sie entwaffnend offen über ihren Alltag mit Freunden und Familie, über soziale Kontrolle, Kleiderordnungen und vor allem über unerträgliche Doppelmoral. Das wird in Buchform und der ansprechenden Gestaltung mit zahlreichen Illustrationen und Fotos den Nerv vieler junger Leserinnen treffen - empowernd für die einen und informativ für die anderen.

© BÜCHERmagazin, Jana Kühn (jk)

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 02.08.2019

Regelwerk
Musliminnen und die Erfahrung von Freiheit
Manchmal wissen Bücher Dinge, nach denen man niemanden fragen kann. Diese Sorte Buch will „Schamlos“ sein. Es geht da um das Selbstbewusstsein und die Freiheiten, die für Mädchen nicht selbstverständlich sind, ganz besonders dann nicht, wenn sie der permanenten sozialen Kontrolle einer Gemeinschaft ausgesetzt sind, die findet, Mädchen hätten nicht das gleiche Anrecht auf Freiheit und Selbstbewusstsein wie Jungen.
„Schamlos“ ist aufgebaut wie ein Gespräch, das die Mädchen, um die es da geht, nicht führen können: Drei junge Frauen, allesamt als Musliminnen in Norwegen aufgewachsen, tauschen ihre Erfahrungen aus, geben einander Ratschläge. Dazwischen stehen kurze Geschichten, die ihnen andere Mädchen und junge Frauen erzählt haben – über anstrengende Verwandte, das Tabu psychischer Krankheiten, ein Mädchen berichtet gar, wie ihr Freund sie mit der hypersensiblen Familienehre unter Druck setzt. Das sind Aspekte, auf die man als Außenstehender gar nicht so schnell kommt.
Die Entwicklungen der drei Autorinnen Amina Bile, Sofia Nesrine Srour und Nancy Herz sind unterschiedlich. Nancy stammt aus einer Familie, die sich um Integration bemühte und ihr verboten hat, einen Hidschab zu tragen; Sofia und Amina sind mit traditionellen Vorstellungen aufgewachsen. Sie haben aber alle irgendwann gemerkt, dass sie erst einmal selbst herausfinden müssen, was sie für richtig halten, und was ihre Freiheit einschränkt. Dass Mädchen permanent erzählt wird, was sich nicht gehört, das ist grundsätzlich eine Einschränkung. In allen Kulturen. Auf andere Regeln für Mädchen hat der Islam kein Monopol. Knie zusammen, Blick nach unten, lach nicht so laut! Dagegen wehren sich die drei, ein Hidschab, das ist ihre Erkenntnis, verleiht seiner Trägerin weder einen besonderen Schutz noch eine magische moralische Überlegenheit. Die Moral als Maßstab stellen sie infrage. Das Recht auf Schamlosigkeit gehört schließlich zu den grundlegenden Errungenschaften des Feminismus.
Die Gesprächsform ist deswegen klug gewählt, weil sie zur Streitbarkeit anregt – wie sollte man sich auch über die eigene Identität klar werden, ohne das Streiten gelernt zu haben? „Schamlos“ entscheidet sich nicht für Nancy als integriertes Ideal. In dem Gespräch wird eingeräumt, dass natürlich jeder Mensch ein Schamgefühl hat, dessen er sich auch nicht einfach entledigen kann. Wer dazu erzogen ist, sich für einen Strandbesuch mehrere Lagen Stoff überzuwerfen, wird nicht von einem Tag auf den anderen im Trägerhemdchen gehen. Sofia beschreibt, wie sie ihre Kleider nach Tagesform aussucht, Amina, der Tradition am meisten verhaftet, erzählt, wie sie beim Hidschab blieb – aber in ihrer eigenen Variante, die man als in die Frisur eingearbeitetes Tuch beschreiben könnte. „Schamlos“ wendet sich nicht nur an Mädchen aus einem muslimischen Umfeld – viele Kontroll- und Unterdrückungsmechanismen werden auch Mädchen wiedererkennen, die gar keinen sogenannten Migrationshintergrund haben. Und selbst wenn nicht: Es wird ihnen helfen zu verstehen, was das Mädchen in der Klasse bewegt, das plötzlich ein Kopftuch trägt oder nicht mit zum Schwimmunterricht geht. (ab 12 Jahre)
SUSAN VAHABZADEH
Amina Bile, Sofia Nesrine Srour und Nancy Herz: Schamlos. Aus dem Norwegischen von Maike Dörries. Gabriel Verlag, Stuttgart 2019. 168 Seiten, 15 Euro.
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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"Inhaltlich geht es kämpferisch, informativ und an den richtigen Stellen frech zur Sache. [...] Wer sich durch die einzelnen Kapitel liest, merkt schnell: Eine solches Buch ist schon lange überfällig. Es macht Mädchen ab 12 Jahren und Frauen Mut und gewährt allen anderen - unabhängig von Geschlecht, Alter oder Religion - aufrüttelnde und erhellende Einblicke in den Alltag und die Konflikte junger Musliminnen." Katja Sembritzki n-tv 20191018
In den Debatten um die Zugehörigkeit des Islams in der westlichen Welt ist kaum eine Gruppe so sehr im Fokus wie die der jungen Frauen. Als ein Beispiel von vielen wurde der Hidschab als sichtbares Zeichen nicht nur Ausdruck von Zugehörigkeit, sondern in der Kopftuchfrage zum Politikum. Ob sie es tragen oder nicht, garantiert findet sich jemand in der eigenen Familie, in der Schule oder einfach auf der Straße, dem das eine oder das andere gegen den Strich geht. Zu viel angepasst oder zu wenig - eine Art Garantie, alles verkehrt zu machen. Dabei wird vor allem über junge Muslimas gesprochen, kaum kommen sie selbst zu Wort. Für drei norwegische Muslimas in ihren Zwanzigern war dies Anlass, ihre persönlichen und die gesammelten Erfahrungen anderer Mädchen in einem Blog zu veröffentlichen. In Interviews, kurzen Erzählungen und Listen schreiben sie entwaffnend offen über ihren Alltag mit Freunden und Familie, über soziale Kontrolle, Kleiderordnungen und vor allem über unerträgliche Doppelmoral. Das wird in Buchform und der ansprechenden Gestaltung mit zahlreichen Illustrationen und Fotos den Nerv vieler junger Leserinnen treffen - empowernd für die einen und informativ für die anderen.