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Zeitlebens hat Olof im Schatten seines selbstbewussten Bruders Carl gestanden. Carl war der Liebling der Mutter, der allerdings in Ungnade fiel, als er mit seiner Frau Klara (mit der Olof seine eigene Geschichte hat) und den beiden Söhnen aus Karrieregründen in die USA auswanderte. Viele Jahre später nun treffen die ungleichen Brüder am Sterbebett der Mutter wieder aufeinander, in ihrem Landhaus in den südfinnischen Schären - und mit ihnen ihre Familien, alte Rivalitäten und Träume, Fehler und Versäumnisse. Es dauert nicht lange, bis der Frieden des Spätsommers, der über der Insel liegt,…mehr

Produktbeschreibung
Zeitlebens hat Olof im Schatten seines selbstbewussten Bruders Carl gestanden. Carl war der Liebling der Mutter, der allerdings in Ungnade fiel, als er mit seiner Frau Klara (mit der Olof seine eigene Geschichte hat) und den beiden Söhnen aus Karrieregründen in die USA auswanderte. Viele Jahre später nun treffen die ungleichen Brüder am Sterbebett der Mutter wieder aufeinander, in ihrem Landhaus in den südfinnischen Schären - und mit ihnen ihre Familien, alte Rivalitäten und Träume, Fehler und Versäumnisse. Es dauert nicht lange, bis der Frieden des Spätsommers, der über der Insel liegt, brüchig wird. Gerade noch rechtzeitig erkennt Olof, dass der Moment gekommen ist, um aus dem Schatten seines Bruders herauszutreten.
  • Produktdetails
  • Verlag: mareverlag
  • Originaltitel: Sensommar
  • Seitenzahl: 142
  • Erscheinungstermin: 13. Februar 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 212mm x 134mm x 18mm
  • Gewicht: 256g
  • ISBN-13: 9783866482609
  • ISBN-10: 3866482604
  • Artikelnr.: 49901988
Autorenporträt
Johan Bargum, geboren 1943 in Helsinki, lebt in Espoo und gilt als einer der prominentesten finnlandschwedischen Autoren. Er veröffentlichte mehrere Romane, Erzählungen, Drehbücher, Hörspiele und zahlreiche Theaterstücke, die weltweit aufgeführt werden. Im mareverlag erschien 2014 seine »Septembernovelle«.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 19.04.2018

Hört denn die Bruderrivalität nie auf?
Johan Bargum verschreibt sich in "Nachsommer" der Familienpsychologie

Familienstudien geraten gerne zu dicken Wälzern. In diesem Fall ist das anders. Das Büchlein "Nachsommer", das Johan Bargum, ein zur schwedischsprachigen Minderheit zählender finnischer Autor, im Original bereits 1993 vorlegte, ist kaum 140 Seiten lang und trotz des aufgesetzten philosophischen Auftakts so leicht erzählt, dass man es in wenigen Stunden durchliest.

Die Handlung spielt in einer Zeit, in der an der Ostseeküste die Stille einkehrt. Zwei Brüder, die sich lange nicht sahen und in einem schwierigen Konkurrenzverhältnis zueinander stehen, treffen aufeinander. Ihr Leben wurde einst durch den frühen Tod ihres Vaters erschüttert, ohne dass "Onkel" Tom, ein gutmütiger Arzt, diese Lücke als Ersatzvater ausfüllen durfte: "Mutter und er waren nicht richtig zusammen, nicht so, wie sie und Papa es gewesen waren." Er hat es trotzdem versucht.

Nun ist die Mutter alt und todkrank. Sie wird aus dem Krankenhaus entlassen, um in ihrem Sommerhaus am Meer sterben zu können. Tom ist bei ihr. Auch eine strickende Krankenschwester namens Heidi. Vor allem aber die erwachsenen Söhne Olof, der die Geschichte erzählt, und Carl, der in Amerika lebt und etwas später eintrifft.

Diese Brüder könnten unterschiedlicher nicht sein. Hier der Geisteswissenschaftler, der sein Geld mit Konzertkritiken verdient, philosophisch veranlagt ist und daran knabbert, dass man das Leben nicht einmal rückwärts verstehen kann, aber vorwärts leben soll. Dort der betont rationale, bei einem amerikanischen Großkonzern arbeitende Computerexperte, ein Mann der neuen Zeit.

Olof ist der zögerliche Alleinstehende, der auch nach Jahren noch grübelt, weshalb er sich in bestimmten Situationen nicht verhalten hat, wie es für alle besser gewesen wäre. Carl wiederum ist der Familienvater, der gleich bei Ankunft die Modernisierung des alten Hauses durchdenkt und augenblicklich anpackt, sobald ihm die abblätternde Farbe am Fahnenmast auffällt: "Ich durfte den Handlanger spielen."

Momente wie dieser setzen Olof ordentlich zu. Er ist älter als Carl. Aber selbst körperlich hat ihn sein Bruder schon früh überholt; das dokumentieren etwa die Bleistiftstriche an der alten Kinderzimmertür. Carl wurde auch von Mutter immer bevorzugt (was nicht unbedingt heißt, dass das Verhältnis zwischen der Mutter und ihm unbeschwert wäre). Und auch Carls Verlobte Klara, mit der Olof mal im Bett gelandet ist, sah in diesem damals eher den kleinen als den großen Bruder. Damit war der Moment hin, in dem Olof seinen Minderwertigkeitskomplex für einige Minuten abgestreift hatte.

Klara begleitet ihren Mann ins Häuschen am Meer. Ihre Kinder streifen durch den verwachsenen Garten, während sich die Brüder begegnen, Olof in Erinnerungen versinkt und Carl, der Kühle, eine unterschwellige Aggressivität mit sich bringt, von der man weder weiß, ob sie wirklich ausbrechen wird, noch woher genau sie eigentlich stammt. Vielleicht hat diese Aggressivität mit Carls Kindheit mehr als mit Klara zu tun, mit Olofs Verhalten nach dem Tod des Vaters mehr als mit der Situation am Sterbebett der Mutter, die für jeden eine Herausforderung ist. Olof hat vor seinem Bruder jedenfalls "noch immer so eine Heidenangst". Und die Story damit sogar noch einen Hauch Spannung, der das stille Geschehen im Haus, im Garten und auf dem Wasser fortwährend durchzieht und die sterbende Mutter zu einer Hintergrundfigur werden lässt.

Wie Johan Bargums "Septembernovelle", die 2014 auf Deutsch erschien, besticht auch "Nachsommer" durch eine sehr aufgeräumte, sehr klare und bewusst knapp gehaltene Sprache. Die Szenen sind prägnant, die psychologischen Beobachtungen fein. Und ja, der Schluss driftet etwas zu stark ins Gefühlige ab. Aber das ist eben so, im Spätsommer, wenn die Schatten länger und die Geräte in die Schuppen geräumt werden und selbst die Gänse angesichts der Kälte die Küste verlassen. Irgendwann muss man sich einen Ruck geben, abschließen und aufbrechen.

MATTHIAS HANNEMANN

Johan Bargum: "Nachsommer". Roman.

Aus dem Schwedischen von Karl-Ludwig Wetzig. Mare Verlag, Hamburg 2018. 144 S., geb., 18,- [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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"Eine sehr feine Geschichte, in der es um die eine, die große Chance im Leben geht."
Christine Westermann, WDR5

"'Nachsommer' ist ein Buch von schwebender Leichtigkeit."
NEUE ZÜRICHER ZEITUNG

"Enthält alles, was man sich von wirklich guter Literatur erhofft: Wahrhaftigkeit und Magie. Klugheit. Ernsthaftigkeit und Witz."
BRIGITTE WOMAN

"Selten werden Sie eine Geschichte erzählt bekommen, in der so wenige Striche ausreichen, um die Seele so tief zu berühren."
NDR KULTUR

"'Nachsommer' [besticht] durch eine sehr aufgeräumte, sehr klare und bewusst knapp gehaltene Sprache. Die Szenen sind prägnant, die psychologischen Beobachtungen fein."
FAZ

"Ein schmaler und doch höchst reichhaltiger Roman [...]. Bargum ist ein Meister des sprechenden Details. Da steht kein Satz zu viel."
NEUE ZÜRICHER ZEITUNG

"Eine betörend schön erzählte Geschichte. [...] Sprachlich wie geschliffen. [...] Ein ausgesprochen lesenswertes Buch, das sehr viel Menschlichkeit ausstrahlt."
Rainer Moritz, NDR KULTUR

"Der Autor kombiniert melancholische Passagen mit Szenen leichtfüßiger, teilweise absurder Komik und wunderbar unaufdringlichen, atmosphärischen Beschreibungen der finnischen Schärenlandschaft."
DEUTSCHLANDFUNK

"Gerade mal 142 Seiten braucht Johan Bargum, um die ganz großen Themen des Lebens aufzurollen: Liebe und Familie; Rivalität und Trauer."
EMOTION

"Es sind nicht die großen laut und emotional ausgetragenen Gefühlskonflikte, die uns Bargum vor Augen führt, sondern eher leise, versteckte Emotionen. Wie im richtigen Leben [...]. Psychologisch ist das meisterhaft erzählt."
DEUTSCHE WELLE

"Johan Bargum braucht wenige Worte für eine tiefgründige Familiengeschichte und es bleibt viel Platz für eigene Gedanken "
SRF 1

"Johan Bargum [...] ist ein bittersüßes Buch über die Ungleichheit gelungen, über die Abgründe zwischen Menschen, die sich nahestehen, doch einander im Wege."
NÜRNBERGER ZEITUNG

"Behutsam entwirft Johan Bargums Sprache Bilder von Hass und Gewalt, lässt verkümmerte Gefühle ihrer Protagonisten wieder aufblühen, wagt Witz und Doppeldeutigkeit [...]."
MÜNCHENER MERKUR

"Mit viel Gefühl für seine Figuren [...] erzählt der Autor in klarer und knapper Sprache von den Geschehnissen in diesem Nachsommer, der für alle Beteiligten ein Wendepunkt in ihrem Leben wird."
DIE PRESSE AM SONNTAG

"Ein melancholisches, auch humorvolles, nordisch klares Kammerspiel."
HAMBURGER ABENDBLATT

"Ein großartiges Familienstück, melancholisch, sensibel, ernsthaft und humorvoll über die existenziellen Themen des Lebens. Sehr lesenswert."
AACHNER ZEITUNG

"Kurzer, aber intensiver Roman des gefeierten finnischen Autors."
BILD UND FUNK

"Eine Geschichte voller Melancholie, voll verpasster Gelegenheiten, zart und ganz fein gesponnen."
RADIO KLASSIK STEPHANSDOM

"Mit schnörkellos starker Sprache erzählt der Roman von verdrängten Sehnsüchten und dem Schmerz des ungelebten Lebens."
SALON

"Johan Bargum verlegt seine nüchtern-poetische Handlung auf eine Schäreninsel, wo die Familie ein letztes Mal zusammenkommt, um die Mutter beim Sterben zu begleiten."
KÖLNISCHE RUNDSCHAU

"Ein Roman über verschiedene Lieben - ungewöhnliche, gelebte und ungelebte -, voller Geheimnisse und Konflikte. [...]. Ein Roman wie das Leben."
DIE RHEINPFALZ

"Mit 'Nachsommer' ist Johan Bargum ein kleines Kunststück gelungen, das wie eine leichte Fingerübung daherkommt, aber substanziell bleibt."
WESTFÄLISCHER ANZEIGER
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