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Im Zuge der Finanzkrise von 2009 ist die Virtualität der Geldwirtschaft zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit geraten – und damit auch die Fiktionalität der Finanzwelt. In der Wirtschaftspresse sowie in einschlägigen Publikationen ist von einer Entkoppelung der internationalen Finanzmärkte die Rede, das Verhalten mancher Propheten der Finanzwirtschaft ähnelt eher dem von Magiern und Taschentrickspielern. Dominierten in der interdisziplinären Forschung zum Thema "Literatur und Wirtschaft" bisher Ansätze, die sich für die Darstellung ökonomischer Sachverhalte in der Literatur interessierten,…mehr

Produktbeschreibung
Im Zuge der Finanzkrise von 2009 ist die Virtualität der Geldwirtschaft zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit geraten – und damit auch die Fiktionalität der Finanzwelt. In der Wirtschaftspresse sowie in einschlägigen Publikationen ist von einer Entkoppelung der internationalen Finanzmärkte die Rede, das Verhalten mancher Propheten der Finanzwirtschaft ähnelt eher dem von Magiern und Taschentrickspielern. Dominierten in der interdisziplinären Forschung zum Thema "Literatur und Wirtschaft" bisher Ansätze, die sich für die Darstellung ökonomischer Sachverhalte in der Literatur interessierten, so ist es nun der fiktionale Charakter der Ökonomie selbst, mit dem sich der Band auseinandersetzt.
  • Produktdetails
  • Verlag: Campus Verlag
  • Seitenzahl: 287
  • Erscheinungstermin: 14. November 2011
  • Deutsch
  • Abmessung: 217mm x 141mm x 19mm
  • Gewicht: 375g
  • ISBN-13: 9783593394619
  • ISBN-10: 3593394618
  • Artikelnr.: 33379728
Autorenporträt
Christine Künzel, Dr. phil., und Dirk Hempel, PD Dr. phil., lehren am Institut für Germanistik II der Universität Hamburg.
Inhaltsangabe
Inhalt

Vorwort 7

Finanzen und Fiktionen: Eine Einleitung
Christine Künzel 9

I. Theoretische Ansätze und Perspektiven

Fiktion und Realität im Finanzwesen
Max Otte 27

Vielfalt der Deutungen statt exakter Modelle? Möglichkeiten und Grenzen des interdisziplinären Dialogs
zwischen Ökonomik und Kulturwissenschaft
Michael Horvath 45

Semantiken der Entkopplung, Performativität, Klassifikationsregime: Aspekte einer Soziologie ökonomischen Wissens
Hanno Pahl 67

Dr. Real and Mr. Hype: Die Konstrukte der Kaufleute
Eva Kormann 91

Virtualität und Fiktionalität - Überlegungen zur Finanzwelt als "Vorstellungsraum"
Anna Burgdorf 107

II. Sprache und Ökonomie - Sprache der Ökonomie

Im Zauberkreis der Sprache
Justin Stagl 121

Kollabierende Sprachsysteme: Zwei Strategien sprachlicher Verarbeitung der Geldwirtschaft
Nina Peter 137

"Es fehlt an Geld, nun gut, so schaff es denn" - Geldzauber und die Sehnsucht nach Überfluss
Stefan Frank 155

III. Lektüren

Der Börsendiskurs im ausgehenden 19. Jahrhundert: Fiktion und Stigma
Franziska Schößler 165

Finanzblasen, Schwarzmärkte, fehlende Böden oder "Virtuelle" Geschäfte und ihre Akteure - jung, smart und dynamisch
Evelyne Polt-Heinzl 181

Die unwirkliche Poesie des Zinseszinses: Fiktionalität der Geldwirtschaft in Martin Walsers Roman Angstblüte
Manuel Bauer 201

"Wollte man ihr etwas über Geld sagen, mußte man sich bildlich ausdrücken" - Literarische Diskursintegration der Ökonomie am Beispiel von Walsers Angstblüte und Timms Kopfjäger
Alexander Preisinger 217

"Aber ich weiß nicht mehr, was Geld ist" - Mensch, Geld und Markt in Don DeLillos Cosmopolis (2003) aus der Sicht des New Economic Criticism
Katja Urbatsch 235

Navigationssinn - Zur literarischen Problemreflexion ökonomischen Wissens
Daniel Lutz 251

Ohnmacht und Narration in Alexander Kluges fiktionalen Wirtschaftsszenarien
Peter Schäfer 267

Autorinnen und Autoren 283
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Ulrike Müller findet die kulturellen und literarischen Betrachtungen von Ökonomie in "Finanzen und Fiktionen" hoch aktuell. Literatur kann die überkomplex gewordene Wirtschaft verständlicher machen, ist sich die Rezensentin sicher. Von ihr erfahren wir, dass die Autoren der Aufsätze aber nicht nur die Abbildung der Wirtschaft untersuchen, sondern auch das Fiktionale in ihr selbst: im Grunde sei jede Ökonomie ganz wie die Literatur "Konstruktion von Wirklichkeit". Ausführlich beschreibt Müller, wie beispielsweise Michael Horvath die Möglichkeiten eines interdisziplinären Dialogs untersucht und Joseph Vogl die anthropologischen Grundlagen des homo oeconomicus. Das Buch ist ein Anfang, den amerikanischen Forschungsansatz des New Economic Criticism auch nach Deutschland zu holen, weiß die Rezensentin.

© Perlentaucher Medien GmbH
Fiktionen in der Krise
"Die Herausgeber verstehen ihr Buch als einen Beitrag, die Konzentration der deutschsprachigen interdisziplinären Forschung auf die bloße Darstellung ökonomischer Themen wie Arbeitslosigkeit oder Unternehmertum zu überwinden. Mit der Betonung des Fiktionalen ist ihnen das gelungen." (Süddeutsche Zeitung, 07.03.2012)