Das Ende der Finanzmärkte und deren Zukunft - Soros, George
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Investor George Soros ist der Meinung, dass die aktuelle, durch das Platzen der Immobilienblase in den USA ausgelöste Finanzkrise das Ende des Zeitalters der Kreditexpansion markiert. Diese gegenwärtige Krise ist weit gravierender als alle, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auftraten. Diese gegenwärtige Krise ist weit gravierender als alle, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auftraten. Zwar widersprechen viele Notenbankchefs und Politiker den Thesen des unbequemen Megaspekulanten, doch die jüngsten Ereignisse bestätigen die Erkenntnisse von Soros auf erschreckende Weise. In seinem…mehr

Produktbeschreibung
Investor George Soros ist der Meinung, dass die aktuelle, durch das Platzen der Immobilienblase in den USA ausgelöste Finanzkrise das Ende des Zeitalters der Kreditexpansion markiert. Diese gegenwärtige Krise ist weit gravierender als alle, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auftraten. Diese gegenwärtige Krise ist weit gravierender als alle, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs auftraten. Zwar widersprechen viele Notenbankchefs und Politiker den Thesen des unbequemen Megaspekulanten, doch die jüngsten Ereignisse bestätigen die Erkenntnisse von Soros auf erschreckende Weise. In seinem neuen Buch beschreibt er detailliert die Ursachen des Debakels, die gravierenden Fehler der Bänker und warum die Kreditkrise noch lange nicht ausgestanden ist. Aufschlussreich, durchdacht - absolut lesenswert!
  • Produktdetails
  • Verlag: Finanzbuch Verlag
  • Originaltitel: The New Paradigm for Financial Markets
  • Seitenzahl: 220
  • Erscheinungstermin: 25. August 2008
  • Deutsch
  • Abmessung: 15mm x 154mm x 15mm
  • Gewicht: 411g
  • ISBN-13: 9783898794138
  • ISBN-10: 389879413X
  • Artikelnr.: 23876530
Autorenporträt
George Soros wurde 1930 in Budapest geboren. Als Kind jüdischer Eltern überstand er die Deportationen des 2. Weltkriegs nur dank falscher Papiere und glücklicher Umstände. 1946 ging er nach London, wo er ein Studium an der London School of Economics and Political Science absolvierte. Bereits im Jahr 1969 übernahm er die Leitung eines Hedgefonds. Ein Jahr später, 1970, gründete George Soros gemeinsam mit James »Jim« Rogers den Hedgefonds Quantum, der der Grundstein für seine späteren Erfolge war.
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 10.08.2008

Lehren aus der Krise

Die Turbulenzen an den Finanzmärkten verlangen nach Erklärungen. Hier sind die besten Bücher zum Thema.

VON PATRICK BERNAU

Wer wissen will, wie die Finanzkrise entstanden ist, muss sich die amerikanischen Soldaten ansehen. Schon 2006 seien viele so arm gewesen, dass sich das Pentagon Sorgen um ihre Konzentration machte: Ihre Geldschwierigkeiten könnten sie ablenken. Das schreibt Wolfgang Köhler in dem Buch "Wall Street Panik". Viele andere Amerikaner waren in einer ähnlichen finanziellen Lage. Dann fielen sie auf Kredithaie herein, finanzierten zu teure Häuser - und konnten später die Raten nicht zahlen.

Diese insolventen amerikanischen Häuslebauer haben Banken rund um die Welt ins Trudeln gebracht. Wie konnte es so weit kommen? Und wie lässt sich das nächstes Mal verhindern? Das sind die wichtigsten Fragen, die sich nach rund einem Jahr aus der Finanzkrise ergeben. Inzwischen haben viele Autoren ihre Antwort zwischen Buchdeckel gepresst.

Wie Wolfgang Köhler: Der deutsche Journalist zeichnet die Entwicklung der Finanzkrise anekdotenreich und spannend nach, so dass auch Laien verstehen, wo die Finanzkrise eigentlich herkam. Er kommt zu dem Schluss: Der ganze Schlamassel wäre möglicherweise nicht passiert, wenn das amerikanische Finanzministerium die Banken herzhafter reguliert und ihr Kreditgeschäft eingeschränkt hätte.

Da hat der Ökonom Robert Shiller die originellere Lösung. Er betrachtet das Problem nicht von den Banken her, sondern von deren Kunden, den amerikanischen Bauherren. Die hätten sich erst gar nicht überschuldet, wenn sie mehr Ahnung von Geld gehabt hätten, schreibt Shiller und plädiert dafür, dass der Staat in Zukunft eine kostenlose Finanzberatung bereitstellt. Dann sollten neue Börsen geschaffen werden, auf denen jeder Mensch Finanzprodukte kaufen kann, die ihn gegen wichtige Risiken absichern können: gegen einen Verfall der Immobilienpreise zum Beispiel oder dagegen, dass er arbeitslos wird und eine schlechtbezahlte Arbeit annehmen muss. Dann könnten sich kleine Störungen nicht mehr so weit ausbreiten.

Dafür hätten aber im derzeitigen System auch schon die Zentralbanken sorgen können, glauben Wirtschaftswissenschaftler des "Centre for Economic Policy Research" (Zentrum für Wirtschaftspolitik-Forschung, CEPR). Dazu hätten sie zum Beispiel faule Hypothekenkredite aufkaufen sollen, ist die These von Willem Buiter und Anne Siebert. Aber wie kam es überhaupt so weit, dass die Hypothekenbanken so viele schlecht gesicherte Kredite vergaben?

Auch daran ist die Zentralbank schuld, und zwar die amerikanische unter der Führung von Alan Greenspan, schreiben Tito Boeri und Luigi Guiso. Sie hat nach dem Platzen der New-Economy-Blase die Zinsen zu weit gesenkt, erst dadurch wurden die Hypothekenkredite für schlechte Schuldner überhaupt attraktiv. Das CEPR besteht aus Wirtschaftswissenschaftlern von vielen europäischen Universitäten, das Buch setzt sich aus Beiträgen der Forscher zusammen. Die Artikel sind lange nicht so spannend geschrieben wie die in anderen Büchern, aber analysieren das Thema deutlich tiefer.

Die Greenspan-Schelte des CEPR allerdings findet sich viel ausführlicher bei William Fleckenstein und Frederick Sheehan. In ihrem Buch beschreiben die beiden Vermögensverwalter detailliert, wie Greenspan jede Krise innerhalb kürzester Zeit mit zusätzlichem Geld heilte und so schon den Grundstein für die nächste Blase legte: vom "schwarzen Montag" 1987 über den Zusammenbruch der New Economy bis zur Subprime-Krise jetzt. So kommen sie zu dem Schluss: "In der ganzen Finanzgeschichte haben Märkte gelegentlich übertrieben. Aber die Blasen am amerikanischen Aktien- und Immobilienmarkt wurden zu einem größeren Teil als bisher gedacht von Alan Greenspans Zentralbank angezettelt und finanziert."

Dem würde George Soros vermutlich nicht widersprechen. Der Spekulant sieht die Schuld aber nicht bei Alan Greenspan, sondern bei einem falschen Weltbild: Die Ökonomen dächten nicht genug daran, wie ihre Theorien und die Handlungen der Menschen auf die Märkte zurückwirken. Darum seien Märkte immer instabil - schreibt Soros, der in den 90er Jahren mit seinen Spekulationen gegen das britische Pfund Milliarden verdient und Großbritannien aus dem europäischen Währungssystem gestoßen hat. "Meine Theorie ist schon seit 20 Jahren bekannt, bisher aber noch nicht ernst genommen worden", klagt er. Vielleicht liegt das auch daran, dass seine grundsätzlichen Überlegungen zwar bedenkenswert sind, aber sich seine Schlussfolgerungen nicht zwingend ergeben. Mit der Subprime-Krise sei nun nicht einfach eine weitere Blase geplatzt, vermutet Soros, sondern die Superblase des 20. und 21. Jahrhunderts. Er beschreibt aber nicht, was nach dem Platzen passieren kann.

Vielleicht liegt es am Ende gar nicht an fehlerhaften Markttheorien, dass es immer wieder Blasen gibt, sondern an den Menschen selbst. Das ist jedenfalls die Folgerung der amerikanischen Ökonomen Carmen Reinhart und Kenneth Rogoff. Sie analysieren Finanzkrisen seit dem 14. Jahrhundert und folgern: "Regierungen und Investoren scheinen fähig zu bleiben, sich selbst zu täuschen. Daraus entstehen regelmäßig Phasen der Euphorie, die meist mit Tränen enden." Es stimmt eben nicht, wenn es in jeder Euphorie wieder heißt: "Dieses Mal ist alles anders."

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 27.09.2008

Die Sorgen des Spekulanten Soros
George Soros ist einer der berühmtesten Investoren der USA, sein Wort hat Gewicht. In seinem neuen Buch malt er ein düsteres Bild der globalen Finanzmärkte, wie es sich schlimmer kaum zeichnen ließe. Es beginnt ganz harmlos. Soros schreibt, dass unser Verständnis der Welt unvollkommen ist, weil wir Teil dieser Welt sind, die wir zu verstehen suchen.
Gefährlich klingen dann bereits Aussagen über die Unfähigkeit derjenigen, die die Verantwortung für unsere Finanzmärkte tragen. Schon vermittelt der ungarisch-amerikanische Star-Investor, warum wir in der schwersten Finanzkrise seit den dreißiger Jahren stecken. Damals führte das Beben an den Finanzmärkten zu einer Weltwirtschaftskrise ungeahnten Ausmaßes, in der der weltweite Handel zum Erliegen kam.
Soros hat bereits zehn Bücher geschrieben. Schon zweimal hat er eine weltweite Rezession prophezeit, die dann aber nicht eintrat. Aber dieses Mal scheint doch etwas anders zu sein, wie die jüngsten Banken-Rettungsversuche der US-Regierung zeigen. Daher lesen sich Soros’ Worte mit Unbehagen; konnte er doch von der aktuellen Finanzkrise nichts wissen, als er sein Buch im Mai 2008 in den USA veröffentlichte.
Soros sieht einen entscheidenden Unterschied zu den Krisen der Vergangenheit. Die aktuelle Misere bedeutet für ihn auch das Ende der Kreditexpansion mit dem US-Dollar als internationaler Reservewährung. Bis vor kurzem erntete der Autor dafür heftigen Widerspruch von Notenbankchefs und Währungsexperten – das könnte sich nun ändern. Die Thesen von Soros bleiben unbequem, aber dieses Mal könnten sie zutreffender sein und beim Verständnis der Krise helfen.
Der Investor analysiert in seinem Buch neben den Finanzmärkten auch die Wechselbeziehungen zwischen Denken und Realität. Seine sogenannte Theorie der Reflexivität hat Soros schon in älteren Büchern erläutert: Er widerspricht der Auffassung, dass aus dem Ruder geratene Finanzmärkte automatisch wieder ins Gleichgewicht finden. Vielmehr führe die Psychologie der Marktteilnehmer, ihr Hoffen und Bangen und das daraus entstehende Handeln zu Fehleinschätzungen. Akteure auf dem Markt handeln laut Soros nicht auf der Basis dessen, was wohl das Beste für sie ist, sondern danach, was sie als das Beste für sich wahrnehmen. Das ist ein großer Unterschied.
Soros hat mit seinem Quantum-Fonds schon früh auf eine nun einsetzende Rezession in den USA spekuliert und gehört zu den reichsten Männern der Welt. Dennoch fordert er eine Abkehr von der Lehre des freien Marktes. Finanzinstitute sollten neben dem Geldumlauf auch die Geldschöpfung kontrollieren, meint er.
Insgesamt liest sich sein Buch wie ein Horrorszenario. Und darin liegt vielleicht auch eine Gefahr. Wirtschaftslaien mögen solchen Szenarien vielleicht gerne glauben. Denn die Finanzmärkte sind ohnehin oft unverständlich und unheimlich, Marktmechanismen selten richtig nachvollziehbar. Soros, der sich gerne nicht nur als Mega-Investor, sondern auch als Philosoph profiliert, schreibt, dass die Menschen doch nur wissen wollen, was die Zukunft bereithält. Der Autor sagt von sich, dass er das den Menschen auch nicht mitteilen könne, aber er ist nahe dran dieses Mal.
Wer sein Buch liest, könnte daher zu einem anderen Urteil kommen. Denn Soros schlussfolgert, dass die amerikanische Regierung das Geld der Steuerzahler dafür verwenden wird, um die Immobilienkrise zu stoppen. Und das tun die Politiker gerade mit ihrem 700-Milliarden-Dollar-Rettungspaket. Und so ist das Buch an vielen Stellen lesenswert, man sollte aber auch viele Aussagen kritisch hinterfragen. Indira Gurbaxani
George Soros:
Das Ende der Finanzmärkte
– und deren Zukunft.
Finanzbuch Verlag, München 2008, 174 Seiten, 24,90 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung exklusiv über www.sz-content.de
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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Arno Widmann empfiehlt George Soros' Analyse der Finanzmarktlage als eine "der aufregendsten Lektüren unserer Zeit". Gelesen hat er das Buch als eine Art finanz-philosophisches Manifest, als Warnung eines Spezialisten, der genau weiß, wie die Geschäfte laufen. Widmann hat von Soros "Reflexivitätstheorie" gelernt, dass man nicht mal etwas über den Markt sagen kann, ohne sein Geschehen zu beeinflussen. Logisch erscheint ihm daher Soros Erkenntnis, dass die Ökonomie keinenfalls eigenen Gesetzen folgt sondern höchst politisch ist. Doch das konnte sich Widmann schon denken, die Politik habe ja schließlich im 20. Jahrhundert der Deregulierung der Marktwirtschaft immer weiter zugespielt. Dennoch ist er fasziniert: Erstens findet er es erstaunlich, dass einer der erfolgreichsten Investoren der Welt sich als "Kritiker im Handgemenge" hervortut um die Lage der Welt zu verbessern. Zweitens, und das scheint Widmann wirklich zu beschäftigen, sieht er in Soros einen neuen Georg Lukacs: ein Kritiker, der nach den nötigen Erfahrungen mit der Realität nun den falschen Schein erkannt hat, "nicht anders als die Ahnenväter des Sozialismus". Die Wiederbelebung der Dialektik sieht Widmann hier und findet das ganz "erheiternd".

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