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Eine überzeugende Absage an den Pessimismus unserer Zeit. Die Geschichte der Menschheit ist eine großartige Erfolgsgeschichte, und es gibt keinen vernünftigen Grund für die - allerdings weitverbreitete - Annahme, dass urplötzlich in unserer Zeit der Fortschritt erlahmen, die Innovationskraft und Erfindungsgabe der Menschen versiegen und die Verbreitung von Wohlstand an ein Ende kommen soll. Die kulturelle Entwicklung des Menschen hat über Jahrtausende zu immer besseren Lebensbedingungen geführt. Der Schlüssel dafür waren die Arbeitsteilung und der Austausch von Ideen. Wenn wir nicht verzagen…mehr

Produktbeschreibung
Eine überzeugende Absage an den Pessimismus unserer Zeit. Die Geschichte der Menschheit ist eine großartige Erfolgsgeschichte, und es gibt keinen vernünftigen Grund für die - allerdings weitverbreitete - Annahme, dass urplötzlich in unserer Zeit der Fortschritt erlahmen, die Innovationskraft und Erfindungsgabe der Menschen versiegen und die Verbreitung von Wohlstand an ein Ende kommen soll. Die kulturelle Entwicklung des Menschen hat über Jahrtausende zu immer besseren Lebensbedingungen geführt. Der Schlüssel dafür waren die Arbeitsteilung und der Austausch von Ideen. Wenn wir nicht verzagen und die kreativen Kräfte der Menschen nicht behindert werden, dann kann uns ein 21. Jahrhundert bevorstehen, in dem der Wohlstand sich vermehrt, Armut zurückgeht, Krankheiten eingedämmt werden, die Überbevölkerung abnimmt, die technologische Entwicklung blüht, Wissen und Bildung immer mehr Menschen erreicht und Umweltbedingungen sich verbessern.
  • Produktdetails
  • Verlag: Börsenmedien; Plassen
  • Originaltitel: The Rational Optimist (Matt Ridley)
  • Seitenzahl: 480
  • Erscheinungstermin: 5. Juli 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 213mm x 136mm x 43mm
  • Gewicht: 664g
  • ISBN-13: 9783864705922
  • ISBN-10: 3864705924
  • Artikelnr.: 52449958
Autorenporträt
Ridley, Matt
Matt Ridley ist in Oxford promovierter Zoologe, er hat als Journalist beim »Economist« gearbeitet und war als Banker tätig. Als Buchautor ist er international erfolgreich und in mehr als 25 Sprachen übersetzt.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 11.10.2011

Die Welt wird besser mit jedem Tag
Keine Sorge, der Mensch hat die Fähigkeit zur Vernetzung! Der rationale Optimist Matt Ridley streitet gegen Pessimismus
und sieht die letzten Bastionen traditioneller Macht in Politik, Kultur und Wirtschaft wanken Von Andrian Kreye
Gegen Ende seines gut 500 Seiten starken wissenschaftlichen Plädoyers für einen vernunftgesteuerten Optimismus gerät der britische Zoologe und Ökonom Matt Ridley kurz ins Anekdotische. Er besucht die Buchhandlung eines amerikanischen Flughafens, als ihn beim Anblick der Sachbuchbestseller der Zorn packt. „Die Generation, die so viel Frieden, Freiheit, Freizeit, Bildung, Medizin, Reisen, Filme, Mobiltelefone und Massagen genießt, wie keine andere Generation vor ihr, wittert bei jeder Gelegenheit den Untergang“, schreibt er da. „Ich sah die Regale durch. Ich fand Titel von Noam Chomsky, Barbara Ehrenreich, Al Franken, Al Gore, John Gray, Naomi Klein, George Monbiot und Michael Moore, die alle mehr oder weniger behaupteten, dass (a) die Welt ein schrecklicher Ort ist; (b) es noch schlimmer werden wird; (c) dies vor allem der Wirtschaft zu verdanken ist; und (d) wir vor einem Wendepunkt stehen. Ich habe kein einziges optimistisches Buch gesehen.“
Matt Ridley hat nun eines geschrieben. Er greift damit eine diffuse Stimmung auf, die noch kein rechtes Zentrum hat, und gibt ihr ein wissenschaftliches Fundament. „Wenn Ideen Sex haben“ lautete der Titel der deutschen Ausgabe. Man darf sich davon nicht irritieren lassen, denn was klingt wie eine kalauernde Filmkomödie aus den siebziger Jahren, ist in Wahrheit ein kluges Buch. Im Titel des Originals hat Ridley dies auf einen wunderbar schlüssigen Begriff reduziert: „The Rational Optimist“.
Ridleys rationaler Optimismus ist eine doppelte Kampfansage. Zum einen hält er Kulturpessimismus für einen gefährlichen Anachronismus. Die Welt sei im Verlauf der Menschheitsgeschichte eine immer bessere geworden. Und es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass sich das in Zukunft ändern sollte. Zum anderen erklärt er den klassischen Optimismus, der sich auf Emotionen, Glaube oder Utopien stützt, für ein weltfremdes Zerrbild. Denn die positive Entwicklung der Menschheit sei wissenschaftlich beweisbar. In seiner Argumentation folgt Matt Ridley der Methodik der Third Culture.
Als er seine Thesen 2010 beim Ideenfestival der Ted Conference in Oxford vorstellte, brachte er diese Methodik auf eine schlichte Gleichung: „Als ich in den siebziger Jahren hier in Oxford studierte, sah es nicht gut aus für den Planeten Erde. Die Bevölkerungsexplosion war nicht aufzuhalten, weltweite Hungersnot war unvermeidbar, eine Krebsepidemie durch Chemikalien in der Umwelt sollte unsere Lebenserwartung verkürzen, saurer Regen fiel auf unsere Wälder, die Wüste breitete sich aus, Öl wurde knapp und ein nuklearer Winter sollte uns den Garaus bereiten. Nichts davon ist eingetreten. Das effektive Einkommen jedes Menschen auf der Erde hat sich verdreifacht, die Lebenserwartung ist um 30 Prozent gestiegen, Kindersterblichkeit um zwei Drittel gesunken und die Nahrungsmittelproduktion pro Kopf um ein Drittel gestiegen.“
Da führt also der kalte Blick des Naturwissenschaftlers auf komplexe Zusammenhänge, die bislang eher Domäne der Geisteswissenschaften waren, zu einem optimistischen Weltbild. Ridley ist nicht der einzige, der diese rhetorische Strategie derzeit verfolgt. Andere kommen zu ähnlichen Ergebnissen. Der Harvard-Psychologe Steven Pinker hat soeben seine umfassende Untersuchung der Gewalt mit dem Titel „The better angels of our nature“ herausgebracht. Seit dem Mittelalter, so weist er nach, hat das Gesamtniveau der Gewalt auf diesem Planeten kontinuierlich abgenommen. Geoffrey West, Physiker am Los Alamos Institute, hat in diesem Jahr eine Theorie vorgestellt, die zeigt, dass alle Städte nach kalkulierbaren Gesetzmäßigkeiten wachsen, egal ob es sich um eine mitteleuropäische Kleinstadt oder eine tropische Megacity handelt. Demnach sei auch die Urbanisierung der Welt keine Bedrohung, sondern eine Chance.
Matt Ridley geht einen Schritt weiter. Er begreift die gesamte Menschheitsgeschichte als ein Kontinuum mit einer zunehmend positiven Entwicklung. Und er hat die Zahlen, die das beweisen. Zwar schöpft Ridley aus einer Unzahl von Quellen. Als versierter Autor (zwischen seinem Studium der Zoologie und seiner Karriere als Banker arbeitete er für die Zeitschrift Economist , seit einigen Jahren schreibt er Wissenschaftsbestseller) versteht er sich darauf, seine komplexe Theorie in einen Fluss der Erzählstränge zu stellen, die ineinander greifen wie die Szenen eines gelungenen Drehbuchs. Er geht bis zu den Hominiden vor 500 000 Jahren zurück, um seine Theorien zu untermauern, und kommt dann immer wieder auf die Zahlen zurück, die vor seinem naturwissenschaftlichen wie vor seinem ökonomischen Hintergrund der einzig gültige Beweis sein können.
Seine Beweisführung für die unaufhaltsam positive Entwicklung der Menschheit kreist um die Fähigkeit des Menschen zur Vernetzung. Nur so habe er seine Kräfte bündeln, vervielfachen und optimieren können. Gängige Zivilisationstheorien zweifelt er an: „Ein größeres Gehirn, Sprache und Nachahmung sind noch keine Erklärung für Wohlstand, Fortschritt und Armut.“ Und er kommt schon bald auf die ideale Form der Vernetzung, den Handel. Der sei der Motor für die soziale Evolution. Antrieb für die kulturelle Evolution und somit für den Fortschritt sei die grandiose Nebenwirkung der Vernetzung: „Damit eine Kultur kumulativ wird, müssen Ideen aufeinander treffen und sich verknüpfen.“
Matt Ridley macht keinen Hehl daraus, dass Charles Darwin und Adam Smith seine geistigen Väter sind. Deren Ideen ziehen sich wie zwei rote Fäden durch die Argumentation. Manchmal wirkt das redundant. Wenn er beispielsweise die Emanzipation der Frauen in den Industrienationen auf die Entwicklung moderner Haushaltsmaschinen zurückführt, die den Überschuss an Zeit schufen, der eine Befreiung erlaubte. Oder wenn er Naturkatastrophen der letzten Jahre vergleicht und aufzeigt, dass die Erdbeben in Haiti mit 250 000 Toten und in Chile mit 500 Toten bei gleicher Stärke vor allem die Schwächen und Stärken beider Länder aufzeigten. Sein Fazit: Wohlstand bedeutet Überleben, bedeutet Freiheit, bedeutet Fortschritt. Das mögen Binsenweisheiten sein, doch wirkt der ganzheitliche Blick auf die Zahlen unangenehm vereinfachend, wenn er die zivilisatorischen Kräfte auf Marktmechanismen reduziert.
In den letzten drei der elf Kapitel verbeißt er sich in den Antagonisten seines Weltbildes, den Pessimisten. Bis dahin hat er schon schlüssig nachgewiesen, warum genmodifizierte Nahrung ein Segen ist, er hat die Endlichkeitstheorien von Robert Malthus widerlegt und die kollektiven Ängste des 20. Jahrhunderts als gesellschaftliche Panikattacken entlarvt. Wissenschaftlich sind seine Ausführungen tadellos. Er streift im letzten Kapitel auch kurz die „Bottom-Up-Welt“ des 21. Jahrhunderts. In dieser Welt vollzieht sich eine Machtverschiebung, die dem Einzelnen eine Macht gibt, die er zuvor nicht hatte. Die letzten Bastionen traditioneller Macht in Kultur, Politik und Wirtschaft sieht Ridley wanken.
Matt Ridleys rationaler Optimismus ist ein großartiger Impuls für einen Kulturwandel, in dem die Machbarkeit der Ideen mehr zählt als das theoretische Fundament, in der die Vernetzung einen Grad erreicht hat, den bisher nicht einmal die Wissenschaft verstanden hat. Er liegt richtig mit der Analyse, dass der gängige Pessimismus letztlich nichts anderes ist als eine Denkfaulheit. Selbst seine Anleihen beim Wirtschaftsliberalismus, beim „Libertarianism“ und bei Darwin haben in diesem Konstrukt eine berechtigte Funktion. „Wenn Ideen Sex haben“ ist also ein sehr lesenswertes Buch, das den Glauben an die Menschheit wissenschaftlich unterfüttert. Und doch verschenkt Matt Ridley die große Chance, das Grundlagenwerk eines neuen Zeitgeistes zu schreiben, der den Kulturpessimismus des 20. Jahrhunderts überwinden will. Ein Zeitgeist, der sich in den jungen Protestbewegungen des 21. Jahrhunderts ebenso findet wie in der Netzkultur der digitalen Welt. Da formiert sich ein neuer Intellektualismus, der prinzipiell sehr wohl eine optimistische Grundrichtung hat. Weil er vom Machbaren ausgeht und die Theorie ablehnt.
Doch es reicht nicht, Antagonismen zu zementieren. Matt Ridley bringt seinen großartigen Gedanken vom rationalen Optimismus letztlich doch nur gegen die Lähmung des Pessimismus ins Spiel. So aber vergrößert er die Kluft zwischen dem Pragmatismus der Natur- und Wirtschaftswissenschaften und den Theorien der Geisteswissenschaften. Ein solcher intellektueller Frontkampf wird aber letztlich nur zu einer Renaissance des Dogmas führen.
Dass es auch anders geht, führen Ridleys Kollegen ja gerade vor. Steven Pinker und Geoffrey West haben ihre Theorien nicht entwickelt, um intellektuelle Bilderstürmerei zu betreiben. Sie öffnen geisteswissenschaftliche Felder mit einem naturwissenschaftlichen Blick, der nicht nach den Fehlern im Bestehenden sucht, sondern um nach Mustern zu forschen, die positive Entwicklungen weiter vorantreiben können. Genau das aber ist nicht die Theorie des Optimismus, sondern seine Praxis.
Matt Ridley
Wenn Ideen Sex haben
Aus dem Englischen von Gabriele
Gockel, Barbara Steckhan und Maria Zybak. Deutsche Verlags-Anstalt,
München 2011. 544 Seiten, 24,99 Euro.
Wohlstand bedeutet Überleben,
bedeutet Freiheit,
bedeutet Fortschritt
Zoologe, Banker, Journalist: Matt Ridley, Jahrgang 1958. Foto: mauritius images
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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""Wenn Ideen Sex haben" ist ein sehr lesenswertes Buch, das den Glauben an die Menschheit wissenschaftlich unterfüttert." -- Süddeutsche Zeitung, 11.10.2011

"Immer wieder gelingt es Ridley, den Leser über "das Faszinierende am Tausch" staunen zu lassen." -- WELT ONLINE, 04.10.2011

"Der positive Sog, den er ausübt, würde mancher pessimistisch-fatalistischen Debatte gut tun." -- libri.de, lovelybooks.de, 18.10.2011/ 18.10.2011

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Vergessen Sie den Titel, dies ist ein "kluges" Buch, lobt Rezensent Andrian Kreye. Der britische Zoologe und Ökonom Matt Ridley streitet darin für einen Optimismus, der auf Fakten beruht und dem vor allem von Geisteswissenschaflern vertretenen Kulturpessimismus vehement widerspricht. Die Welt wird nämlich immer besser, lesen wir. Lebenserwartung und Einkommen steigen seit den siebziger Jahren - und zwar für alle Menschen. Der Grund dafür ist laut Ridley die wachsende Vernetzung, der Ideenaustausch, der durch den Handel gefördert wird. Kreye ist sehr beeindruckt. Ein "Grundlagenwerk" sei das Buch jedoch nicht geworden. Denn Ridley vertiefe mit seiner Attacke auf die Pessimisten die eh schon bestehende Kluft zwischen Geistes- und Naturwissenschaften. Dann bekämen wir am Ende nur ein neues Dogma, fürchtet Kreye.

© Perlentaucher Medien GmbH