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Nobelpreis für Ökonomie 1998
Das große Buch des Nobelpreisträgers: Eine Programmschrift, die ökonomische Vernunft, politischen Realismus und soziale Verantwortung zusammenführt. Mit diesem Buch hat Sen eine Schneise in die Globalisierungsdebatte geschlagen.
Als einer der bedeutenden Wirtschaftstheoretiker der Gegenwart fordert er die Moral in der Marktwirtschaft ein und packt das Weltproblem Nr. 1 an: die sich immer weiter öffnende Schere zwischen dem global agierenden Turbokapitalismus und der zunehmenden Arbeitslosigkeit und Verarmung.
Dieses engagierte Buch hat er für die breite
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Produktbeschreibung
Nobelpreis für Ökonomie 1998

Das große Buch des Nobelpreisträgers: Eine Programmschrift, die ökonomische Vernunft, politischen Realismus und soziale Verantwortung zusammenführt. Mit diesem Buch hat Sen eine Schneise in die Globalisierungsdebatte geschlagen.

Als einer der bedeutenden Wirtschaftstheoretiker der Gegenwart fordert er die Moral in der Marktwirtschaft ein und packt das Weltproblem Nr. 1 an: die sich immer weiter öffnende Schere zwischen dem global agierenden Turbokapitalismus und der zunehmenden Arbeitslosigkeit und Verarmung.

Dieses engagierte Buch hat er für die breite Öffentlichkeit geschrieben, eindringlich stellt er dar, daß Freiheit, Gleichheit und Solidarität keine abstrakten Ideale sind, sondern fundamentale Voraussetzungen für eine prosperierende, gerechte Weltwirtschaft.
  • Produktdetails
  • dtv Taschenbücher Bd.36264
  • Verlag: Dtv
  • Seitenzahl: 432
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 135mm x 31mm
  • Gewicht: 496g
  • ISBN-13: 9783423362641
  • ISBN-10: 3423362642
  • Artikelnr.: 09911485
Autorenporträt
Amartya Sen , geboren 1933 in Indien, lehrte in Delhi, London und Oxford. Seit 1988 ist er Professor für Philosophie und Ökonomie in Harvard, zwischenzeitlich war er von 1998-2004 Rektor des Trinity College in Cambridge. Für seine Arbeiten zur Wohlfahrtsökonomie und zur Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung erhielt er 1998 den Nobelpreis. 2007 wurde er außerdem mit dem Meister-Eckhart-Preis ausgezeichnet.
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 22.10.2005

Zum Thema
Aufklärung
Martin Wolf: Why Globalization Works. Yale Nota Bene London 2005, 416 Seiten, 16,90 Euro.
Ein im englischen Sprachraum sehr erfolgreiches Buch aus der Feder eines namhaften Kolumnisten der Financial Times. Wolf beschreibt vor einem sehr persönlichen Hintergrund das Wirken und den Erfolg globaler Märkte.
Freiheit
Amartya Sen: Ökonomie für den Menschen. Wege zu Gerechtigkeit und Solidarität in einer Marktwirtschaft. DTV München 2002, 424 S., 12,50 Euro.
In seinem populären Werk beschreibt der Nobelpreisträger, wie Freiheit einerseits Voraussetzung von Entwicklung ist und sie gleichzeitig antreibt.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 16.10.2000

Ökonomie für den Menschen
Individuelle Freiheit als Selbstzweck und Voraussetzung für Entwicklung

Amartya Sen: Ökonomie für den Menschen. Wege zu Gerechtigkeit und Solidarität in der Marktwirtschaft. Carl Hanser Verlag, München 2000, 424 Seiten, 45 DM.

Wenn es um die Vereinbarkeit von Wirtschaft und Moral geht, bieten sich zwei klassische Antworten an: Nein oder Ja. Entweder man erkennt keinerlei mögliche Verbindung zwischen den Regeln kühlen Rechnens und den Rufen heißer Herzen - dann reist man unbeschwert nach Seattle, Davos oder Prag, um dort im scheinheilig sozial motivierten Kampf gegen den globalen Kapitalismus Fensterscheiben einzuwerfen. Oder man definiert das Problem einfach weg und hält die Marktwirtschaft auch ganz "ohne Attribute" schon deshalb für moralisch, weil sie effizienter ist als die anderen Wirtschaftsformen.

Es gibt zum Glück aber auch differenziertere Ansätze in der Wirtschaftswissenschaft. Einen versöhnlichen Weg jenseits aller ideologischen Minenfelder beschreitet Amartya Sen, Träger des Nobel-Gedächtnispreises von 1998. In seinen Schriften rückt der Aspekt der Freiheit in den Mittelpunkt. Dabei vollführt Sen einen eleganten begrifflichen Spagat, indem er den aktiven Sozialstaat nicht nur als moralisch wünschenswert, sondern zugleich als Element der individuellen Grundfreiheiten definiert - und somit als Voraussetzung für eine gedeihliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung. Damit meidet er jeden kollektivistisch eingefärbten, die Freiheitsrechte bedenkenlos preisgebenden Umverteilungsfuror ebenso wie den scheinbaren Zynismus mancher Liberaler, die mehr an universalisierbaren Spielregeln interessiert sind als an einem - wie auch immer definierten - sozial gerechten Ergebnis des wirtschaftlichen Miteinanders.

Das Werk ist aus einer Reihe von sechs Vorlesungen hervorgegangen, die Sen vor der Weltbank in Washington gehalten hat - wobei er im Vorspann ohne zu triumphieren einräumt, die Weltbank habe nicht immer zu den von ihm besonders geschätzten Organisationen gezählt. Auch wenn die Vorlesungen überarbeitet und in zwölf Kapitel untergliedert worden sind - eine glückliche Zusammenfügung ist durch das Aneinanderreihen nicht entstanden. Bedauerlicherweise fehlt dem Buch der rote Faden, und die häufigen Redundanzen sind nur deshalb so gut zu ertragen, weil man all das Kluge, was Sen vorträgt, gar nicht oft genug sagen und lesen kann.

Seine Grundthese ist klar und einfach: Entwicklung stellt nichts anderes dar als einen Prozeß der Erweiterung realer Freiheiten, weit über die Beseitigung rein wirtschaftlicher Not hinaus. Sie setzt voraus, daß die Hauptursachen von Unfreiheit beseitigt werden: nicht nur Armut und fehlende wirtschaftliche Chancen, sondern auch Despotismus und totalitäre Kontrolle, systematischer sozialer Notstand, vernachlässigte öffentliche Einrichtungen und gesellschaftliche Intoleranz. Ökonomische Unfreiheit in Form extremer Armut könne einen Menschen zum hilflosen Opfer der Verletzung auch anderer Arten von Freiheit machen, schreibt Sen in Erinnerung an Kader Mia, einen Freund seiner Familie aus Dhaka (Bangladesh), der in einem Stadtviertel ermordet wurde, das er gemieden hätte, wenn er sich nicht dort als Tagelöhner hätte verdingen müssen. "Wirtschaftliche Unfreiheit kann zur Brutstätte für soziale Unfreiheit werden, so wie soziale oder politische Unfreiheit ihrerseits wirtschaftliche Unfreiheit befördern kann."

Aus dieser Beobachtung leitet Sen eine "konstitutive" und eine "instrumentelle" Bedeutung bürgerlicher Rechte, politischer Freiheiten und sozialstaatlicher Einrichtungen ab. Daß Freiheit eine Voraussetzung gedeihlichen Zusammenlebens ist, kann man in der Tat häufig hören, und auch Sen bestätigt, Freiheit stärke die Fähigkeit der Menschen, sich selbst zu helfen und auf die Welt einzuwirken. "Politische Freiheiten - in Gestalt von Meinungsfreiheit und freien Wahlen - tragen dazu bei, ökonomische Sicherheit zu fördern. Soziale Chancen - in Gestalt von Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen - erleichtern die Teilhabe am ökonomischen Prozeß. Wirtschaftliche Einrichtungen - in Gestalt der Chancen, am Handel und an der Produktion teilzunehmen - können sowohl persönlichen Wohlstand schaffen als auch die öffentlichen Mittel für soziale Einrichtungen reichlicher fließen lassen. Verschiedene Freiheiten können sich zusammenwirkend gegenseitig bestärken." Das ist nichts anderes als Walter Euckens "Interdependenz der Ordnungen".

Vordergründig aber ist die Freiheit in dieser Sicht nur ein Instrument. Was wäre nun, mag ein Advocatus diaboli fragen, wenn Liberalität in der Wirtschaft zu weniger statt zu mehr Effizienz führte? Das ist die Frage nach dem Wert der Freiheit, und Sen beantwortet sie ganz im Sinne der Liberalen: im Zweifel für die Freiheit. "Die positive Auswirkung des Marktmechanismus auf das Wirtschaftswachstum ist ohne Frage wichtig, doch diese Erwägung ist zweitrangig und greift erst, nachdem die unmittelbare Bedeutung der Freiheit - nämlich Worte, Güter, Geschenke auszutauschen - anerkannt worden ist." Diese Freiheit "muß nicht durch ihre günstigen, aber entfernten Wirkungen gerechtfertigt werden; sie gehört zu den Lebens- und Umgangsformen der Menschen in einer Gesellschaft". Wunderbarerweise ist die Realität freilich so beschaffen, daß man das eine nicht dem anderen zu opfern braucht.

Empfindlich reagiert Sen vor diesem Hintergrund auf die Behauptung, Bürgerrechten komme in Entwicklungsländern kein Vorrang zu; man könne schon einmal ein Auge zudrücken, denn eine autoritäre Politik sei durchaus in der Lage, das Wachstum zu fördern - wie einst in Chile unter Pinochet und heute in China. Als seriöser Wissenschaftler, der er ist, zieht Sen zudem empirische Evidenz heran, und die legt "nahe, daß Wirtschaftswachstum eher Folge eines freundlicheren Klimas ist denn eines rigiden politischen Systems". Sein Kronzeuge ist die Beobachtung, "daß die Weltgeschichte kein Beispiel für eine Hungersnot in einer funktionierenden Demokratie kennt".

KAREN HORN

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"Der indische Nobelpreisträger für Wirtschaftswissenschaften beschreibt auch für einen Nichtfachmann verständlich die Zusammenhänge zwischen wirtschaftlicher Entwicklung und sozialem Wandel." Radio Vatikan, Deutsche Abteilung

Man kann "all das Kluge, was Sen vorträgt, gar nicht oft genug sagen und lesen." Frankfurter Allgemeine Zeitung "Eine anregende Lektüre"Financial Times Deutschland "Wichtige und unbequeme Einsichten" Süddeutsche Zeitung

Perlentaucher-Notiz zur TAZ-Rezension

Für Warnfried Dettling ist dieses Buch "eine unverzichtbare Anregung für den aktuellen politischen Diskurs", und er wünscht sich, dass sich vor allem Politiker dieses Buch zu Herzen nehmen. Für den Rezensenten steht vor allem im Vordergrund, dass Sen aufzeigt, welche Ursachen im Kapitalismus für Erfolg oder Misserfolg neben den üblicherweise angeführten Aspekten wie Wettbewerb oder Gewinnmaximierung entscheidend sind. Für Sen sind dies, wie Dettling erläutert, u.a. auch Bildung, Gesundheit und verschiedenen Formen von Freiheit, wozu auch freie Entfaltung gehört, etwas, das auch in Industrienationen (z. B. bei Arbeitslosen) ein Manko sei. Sen blickt bei seinen Betrachtungen "hinter die Fassaden äußerlicher Erfolgsbilanzen", lobt Dettling, und macht darüber hinaus Vorschläge, wie aus den "Sackgassen auch der hiesigen Sozialpolitik" herauszukommen ist, was Dettling besonders deswegen zu schätzen weiß, weil viele der angewandten Armutsbekämpfungsmaßnahmen das Problem eher verschärften als beseitigten.

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