Luhmann Lektüren
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Als Hegel, mit dessen logischem Großunternehmen man Luhmanns Soziologie ja häufig verglichen hat, nach der absoluten Metapher für Philosophie suchte, kam er auf die Eule der Minerva, die erst in der hereinbrechenden Dämmerung ihren Flug beginnt. Und viele haben das so verstanden, als müssten wir erst auf die Weltphilosophie warten, um die Weltgesellschaft beschreiben zu können. Niklas Luhmann hat Hegels Metapher jedoch ganz anders verstanden: Philosophie, wenn es denn überhaupt noch eine geben sollte, steht nicht am Anfang, sondern am Ende der wissenschaftlichen Theoriebildung. Der letzte Satz…mehr

Produktbeschreibung
Als Hegel, mit dessen logischem Großunternehmen man Luhmanns Soziologie ja häufig verglichen hat, nach der absoluten Metapher für Philosophie suchte, kam er auf die Eule der Minerva, die erst in der hereinbrechenden Dämmerung ihren Flug beginnt. Und viele haben das so verstanden, als müssten wir erst auf die Weltphilosophie warten, um die Weltgesellschaft beschreiben zu können. Niklas Luhmann hat Hegels Metapher jedoch ganz anders verstanden: Philosophie, wenn es denn überhaupt noch eine geben sollte, steht nicht am Anfang, sondern am Ende der wissenschaftlichen Theoriebildung. Der letzte Satz der allgemeinen Theorie sozialer Systeme lautet deshalb: 'Wir können jetzt der Eule Mut zusprechen, nicht länger im Winkel zu schluchzen, sondern ihren Nachtflug zu beginnen. Wir haben Geräte, um ihn zu überwachen, und wir wissen, dass es um Erkundung der modernen Gesellschaft geht.'Dieser Band versammelt fünf gleichermaßen scharfsinnige wie scharfsichtige Erkundungen.
  • Produktdetails
  • Ableger Bd.6
  • Verlag: Kulturverlag Kadmos
  • Seitenzahl: 160
  • Erscheinungstermin: 15. Juni 2010
  • Deutsch
  • Abmessung: 190mm
  • Gewicht: 175g
  • ISBN-13: 9783865991133
  • ISBN-10: 3865991130
  • Artikelnr.: 28254826
Autorenporträt
Dirk Baecker, geboren 1955, Studium der Soziologie und Nationalökonomie in Köln und Paris, Promotion und Habilitation im Fach Soziologie an der Universität Bielefeld, Studienaufenthalte an der Stanford University, Johns Hopkins University, London School of Economics and Political Sciences, Heisenberg-Stipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft, seit 1996 zunächst Reinhard-Mohn-Professor für Unternehmensführung, Wirtschaftsethik und sozialen Wandel, dann Professor für Soziologie an der Universität Witten/Herdecke.

Prof. Dr. Hans Ulrich Gumbrecht studierte als Stipendiat der Stiftung Maximilianeum Romanistik, Germanistik, Philosophie und Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München und in Regensburg. Auslandsaufenthalte führten ihn nach Spanien an die Universität Salamanca und nach Italien an die Universität Pavia. Nach seinem Studium promovierte Gumbrecht in Konstanz bei Hans Robert Jauß, dessen wissenschaftlicher Mitarbeiter er wurde. Mit 26 Jahren wechselte er 1975 als Professor an die Universität Bochum, 1983 an die Universität Siegen. Er bewarb sich vergeblich um die Lehrstuhl-Nachfolge seines akademischen Lehrers Jauß und wurde 1989 auf den Lehrstuhl für Komparatistik an der Stanford University berufen. Seit der Jahrtausendwende besitzt Gumbrecht die amerikanische Staatsbürgerschaft. Im März 2009 trat er eine Gastprofessur an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen an. In den Jahren 2012 und 2013 ist Gumbrecht Fellow des Kollegs Friedrich Nietzsche in Weimar, wo er unter dem Vorlesungstitel »Riskantes Denken« seine Entwürfe einer »Genealogie des westlichen Intellektuellen« vorstellt. 2013 war Gumbrecht für den Ludwig-Börne-Preis sowohl Juror als auch Laudator für den Preisträger Peter Sloterdijk. Gumbrecht ist in zweiter Ehe verheiratet und Vater von 4 Kindern.

Prof. Dr. Peter Sloterdijk, 1947 geboren in Karlsruhe, 1968-74: Studium der Philosophie, Germanistik und Geschichte in München. 1975 Promotion in Hamburg mit einer Studie zur Philosophie und Geschichte moderner autobiographischer Literatur. Seit 1980 freier Schriftsteller, Veröffentlichung zahlreicher Arbeiten zu Fragen der Zeitdiagnostik, Kultur- und Religionsphilosophie, Kunsttheorie und Psychologie, seit 1992 Professor für Philosophie und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. 1989-2008 Leitung des Instituts für Kulturphilosophie an der Akademie der bildenden Künste in Wien, seit 2001 Rektor der HfG. Seit Januar 2002: Gemeinsam mit Rüdiger Safranski Leiter der Sendung »Das Philosophische Quartett« im ZDF, außerdem Gastdozenturen am Bard College, New York, am Collège International de Philosophie, Paris und an der Eidgenössischen Technischen Hochschule, Zürich.

Peter Fuchs ( 1949 in Dinkelsbühl), war von 1992 bis 2007 Professor für Allgemeine Soziologie und für Soziologie der Behinderung an der Hochschule Neubrandenburg. Er gilt neben Dirk Baecker, Rudolf Stichweh, André Kieserling, Armin Nassehi und Elena Esposito als einer der bekannteren Weiterentwickler der Gedankenwelt des Begründers der soziologischen Systemtheorie, Niklas Luhmann. Nach einer Ausbildung und Berufslaufbahn als Heilerziehungspfleger (1972 bis 1984) studierte Fuchs von 1986 bis 1989 Sozialwissenschaften und Soziologie in Bielefeld, Dortmund und Hagen. 1991 promovierte er an der Justus-Liebig-Universität Gießen mit einer Arbeit über »Die Erreichbarkeit der Gesellschaft: zur Konstruktion und Imagination gesellschaftlicher Einheit« zum Dr. rer. soc. Heute lebt er in Bad Sassendorf und betreibt ein Institut für Allgemeine Theorie der Sinnsysteme (iTAS).

Prof. Dr. Norbert W. Bolz ( 17. April 1953 in Ludwigshafen) ist ein deutscher Medien- und Kommunikationstheoretiker sowie Designwissenschaftler. Er lehrt als Professor für Medienwissenschaften an der TU Berlin.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Warum bloß ist Luhmann für uns so attraktiv? Diese Frage lässt sich laut Jens-Christian Rabe ganz gut mit diesem Band mit Luhmann-Aufsätzen von Norbert Bolz, Peter Fuchs, Peter Sloterdijk und anderen beantworten. Es geht um die Anwendbarkeit von Luhmanns Mitteln und Begriffen, die Rabe am besten in den Worten des Luhmann-Schülers Dirk Baecker beschrieben findet: Als Taktik, der Kritik (hier an Bürokratie und Management) recht zu geben, ohne den Kritikern recht geben zu müssen. Wenn das nicht ein Leckerbissen ist für uns kritische Zeitgenossen, meint Rabe.

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