Instinkt, Psyche, Geltung - Claessens, Dieter
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Den an den gewaltigen Umwälzungen unserer Zeit Interessierten bewegen heute in erster Linie die Probleme des sozialen Wandels - oder besser des dringend not wendigen Umbaus unserer Welt. Erst dahinter tritt seit einiger Zeit die Forderung nach dem Umbau des Menschen auf 1. Sie ist von der öffentlichkeit noch relativ wenig beachtet und offenbar als unangenehm fast tabuiert. Von den die Frage initiierenden Biologen ist diese Forderung aber durchaus ernst gemeint. Ihre Ten denz ist radikal. Außerhalb dieser Tendenz laufen aber bereits unentwegt Prozesse, die zuerst Eingriff in die Physis und…mehr

Produktbeschreibung
Den an den gewaltigen Umwälzungen unserer Zeit Interessierten bewegen heute in erster Linie die Probleme des sozialen Wandels - oder besser des dringend not wendigen Umbaus unserer Welt. Erst dahinter tritt seit einiger Zeit die Forderung nach dem Umbau des Menschen auf 1. Sie ist von der öffentlichkeit noch relativ wenig beachtet und offenbar als unangenehm fast tabuiert. Von den die Frage initiierenden Biologen ist diese Forderung aber durchaus ernst gemeint. Ihre Ten denz ist radikal. Außerhalb dieser Tendenz laufen aber bereits unentwegt Prozesse, die zuerst Eingriff in die Physis und Psyche des Menschen, dann eben doch schon Veränderung bedeuten oder bedeuten können. Der Massenausstoß von Chemikalien bis ins Trinkwasser und in die Zahnpasta hinein und die permanente massenhafte Massenbeeinflussung teilgeplanter Art, zum Beispiel durch Werbung, deren Wirkung (besonders insgesamt!) völlig unbekannt ist, ist damit gemeint. Hier setzt unser Interesse ein. Die Idee einer Veränderung des Menschen ist einmal überhaupt bewegend. Zum anderen gilt ihr deshalb unser Fachinteresse, weil eine an der Kulturanthropologie und der sogenannten Philosophischen Anthropologie orientierte Soziologie durch die Behauptung und Verbreitung des Konzeptes von der "Offenheit" und "Plasti zität", der unbegrenzten Beeinflußbarkeit und Lernfähigkeit des Menschen, zu sammen mit einer untheoretischen Evolutionstheorie erst den Hintergrund für die Idee der Möglichkeit eines "Umbaus" des Menschen geliefert hat. Ist der Mensch total offen, nicht festgelegt, dann kann er auch beliebig angepaßt werden.
Inhaltsangabe
I. Die "Philosophische Anthropologie" Max Schelers, Helmuth Plessners und Arnold Gehlens.- 1. Max Schelers Gedankengang.- 2. Helmuth Plessners Gedankengang.- 3. Arnold Gehlens Gedankengang.- 4. Die Position der Philosophischen Anthropologie.- II. Tierverhaltensforschung und Trieblehre. Konrad Lorenz, Freud und Legewie. Vegetative Motivation.- 1. Lorenz' Auffassung vom Instinkt und sein evolutionistischer Ansatz zur Erklärung des Menschen.- 2. Hermann Legewie.- 3. Zurück zu Freud.- 4. Evolutionstheoretische Aussagen.- III. Das weiterhin bestehende Problem: "Entwicklung".- 1. Vermittelnde Ansätze: Von Alsberg zu Hugh Miller. "Körperausschaltungsprinzipq und "Insulation gegen selektive Pression".- 2. Das Alsbergsche Theorem: "Prinzip der Körperausschaltung".- 3. Das Hugh Millersche Theorem: "Insulation gegen selektive Pression".- IV. Der kombinatorische Ansatz: Psyche und Instinkt.- 1. Das ungelöste Problem "Instinkt".- 2. Psyche und Instinkt: formale Aspekte des Instinktes.- 3. Der