26,90
versandkostenfrei*
Preis in Euro, inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln

    Gebundenes Buch

Jeremy Rifkin schreibt die Geschichte der Zivilisation neu und entwirft die Vision einer zukünftigen Ära. Der Schlüssel für unser Zusammenleben in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ist Empathie: die Gabe, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und bei allem, was wir tun, die Konsequenzen für andere zu bedenken. Wir sind nicht von Natur aus egoistische, aggressive Einzelkämpfer. Vielmehr sind Kooperation, Solidarität und Mitgefühl die Grundlagen unseres Zusammenlebens. Auch das menschliche Gehirn ist auf Vernetzung und Solidarität ausgelegt, wie die Neurowissenschaften bestätigen. Nach…mehr

Produktbeschreibung
Jeremy Rifkin schreibt die Geschichte der Zivilisation neu und entwirft die Vision einer zukünftigen Ära. Der Schlüssel für unser Zusammenleben in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ist Empathie: die Gabe, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und bei allem, was wir tun, die Konsequenzen für andere zu bedenken. Wir sind nicht von Natur aus egoistische, aggressive Einzelkämpfer. Vielmehr sind Kooperation, Solidarität und Mitgefühl die Grundlagen unseres Zusammenlebens. Auch das menschliche Gehirn ist auf Vernetzung und Solidarität ausgelegt, wie die Neurowissenschaften bestätigen. Nach der Agrar- und der Industriegesellschaft prophezeit Rifkin eine neue Ära: den dezentralisierten Kapitalismus. Herausforderungen wie die globale Wirtschaftskrise und der Klimawandel zeigen: Entscheidend ist, auf Interessen und Positionen anderer einzugehen. Nur die Fähigkeit zur Empathie erlaubt es, der verstärkten Komplexität unseres Lebens Rechnung zu tragen.
  • Produktdetails
  • Verlag: Campus Verlag
  • Seitenzahl: 468
  • Erscheinungstermin: 18. Januar 2010
  • Deutsch
  • Abmessung: 165mm x 235mm x 35mm
  • Gewicht: 872g
  • ISBN-13: 9783593385129
  • ISBN-10: 3593385120
  • Artikelnr.: 28068933
Autorenporträt
Jeremy Rifkin ist einer der bekanntesten gesellschaftlichen Vordenker unserer Zeit. Seine Bücher, in mehr als dreißig Sprachen übersetzt, bringen die großen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und politischen Zukunftsthemen auf den Punkt. Er ist Autor vieler Bestseller, darunter u.a. Der Europäische Traum (internationaler Buchpreis "Corine"), Das Ende der Arbeit, Das Biotechnische Zeitalter und Access (Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch). Jeremy Rifkin ist Gründer und Vorsitzender der Foundation on Economic Trends in Washington D.C. und unterrichtet an der renommierten Wharton School of Business. Außerdem ist Rifkin Berater für die Europäische Union und verschiedene Regierungen weltweit.
Inhaltsangabe
Inhalt Vorwort Teil I Homo empathicus 1. Der verborgene Widerspruch in der Geschichte der Menschheit Die Geschichte der Menschheit, die nie erzählt wurde Gesetze der Thermodynamik und menschliche Entwicklung Sinn und Bedeutung jenseits der Selbsterhaltung 2. Der neue Blick auf die menschliche Natur Freud: der letzte große Utilitarist Was Kinder wirklich wollen Der Mensch, ein durch und durch soziales Wesen 3. Eine empathische Deutung der Evolution Was uns Spiegelneuronen über Vererbung und äußere Einflüsse verraten Darwin, wie wir ihn bisher nicht kannten Spiel und Entwicklung Die empathischen Wurzeln der Sprache 4. Menschwerdung Die sechs Entwicklungsstufen des menschlichen Bewusstseins Der empathische Reifeprozess Altruismus versus Egoismus Kulturelle Einflüsse auf die empathische Entwicklung 5. Neubewertung der menschlichen Entwicklung Menschliches Handeln als verkörperte Erfahrung Eine neue Definition von Wirklichkeit und Wahrheit, Freiheit und Gleichheit Arrangements mit der Sterblichkeit Die Sein-Sollen-Dichotomie und ihre Überwindung Teil II Empathie und Zivilisation 6. Frühes theologisches Denken und patriarchalische Wirtschaft Am Anfang war das Wort Mythologisches Bewusstsein Domestizierung von Pflanzen, Tieren und Menschen Die Anfänge menschlicher Zivilisation Urbanes Leben in Sumer und die Geburt des Selbst Anfänge eines theologischen Bewusstseins Das Volk der Schrift Die Erfindung des Individuums Die Verbreitung der Goldenen Regel auf der Welt Der entropische Niedergang der Bewässerungskultur 7. Das kosmopolitische Rom und der Aufstieg des urbanen Christentums Urbanes Christentum und die große Welle der Empathie Die anderen Christen Eltern neuer Art Die Thermodynamik Roms 8. Die sanfte industrielle Revolution des Spätmittelalters und die Geburt des Humanismus Die wirtschaftliche Revolution des Spätmittelalters Die Druckrevolution Die Geburt des Humanismus Die Entdeckung des Selbstbewusstseins und der Eigenständigkeit Die radikale Idee der Kameradschaftsehe Die Entstehung der Kindheit Der Drang nach freien Märkten Die Entstehung von Nationalstaaten Die Bewusstseinsrevolution der frühen Moderne 9. Ideologisches Denken in einer modernen Marktwirtschaft Verstand und Gefühl Die Entropiekrise des Spätmittelalters Die erste industrielle Revolution Die Romantik Schopenhauers Glanzleistung Romantische Beziehungen Idealisierung der Kindheit Empathische Sozialreformen Die Revolutionen von 1848: der Völkerfrühling 10. Psychologisches Bewusstsein in einer postmodernen existenzialistischen Welt Elektrizität und die Anfänge psychologischen Bewusstseins Elektrifizierung, Erdöl und Automobile Überdenken von Zeit und Raum Das neue Konzept der Adoleszenz Vom guten Charakter zur guten Persönlichkeit Das Zeitalter des psychologischen Bewusstseins Gruppentherapie und Selbsthilfegruppen Humanistische Psychologie und die kulturelle Gegen- revolution der 1960er und 1970er Jahre Eine Selbsthilfegruppe für alle und jeden Bewusstseinspolitik Teil III Das Zeitalter der Empathie 11. Der Aufstieg zu höchster globaler Empathie Die Kosmopolitisierung der Menschheit Die neuen weltweiten Migranten Wir sind heute alle Touristen Die gleiche Sprache Weltweite empathische Trends Niemand ist mehr fremd Der Niedergang der Religion Die Globalisierung der Familie Empathie gegenüber anderen Arten Sechs Schritte bis zur globalen Empathie 12. Der entropische Abgrund Die Entropierechnung des Industriezeitalters Der atomare Weltuntergang Genetisch manipulierte Krankheitserreger Die Lösung für das Paradox der Menschheitsgeschichte 13. Das Zeitalter des dezentralisierten Kapitalismus Der langsame Niedergang der zweiten industriellen Revolution Die dritte industrielle Revolution Die Weisheit der Vielen Von Eigentumsrechten zu Zugangsrechten Vom Eigentum zur Zugehörigkeit Eine fürsorgliche, kollaborierende Welt Der neue Tr
Rezensionen
Besprechung von 22.03.2010
Die empathische Zivilisation
Jeremy Rifkin erzählt die Menschheitsgeschichte ganz neu

Der Soziologe und Ökonom Jeremy Rifkin entwirft eine Vision der Zukunft der menschlichen Gesellschaft. Ausgehend von der These, dass die Menschheit sich aus Eigennutz und zur Lustmaximierung entwickelt hat, zeichnet der Autor ein Bild, in dem die Empathie, also die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen, um zu empfinden, was der andere fühlen muss, im Mittelpunkt steht: die eigenen Gefühle kennen, um angemessen auf den anderen zu reagieren. In der Empathie sieht Rifkin die Zukunft für das Zusammenleben der Menschheit in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft.

Um zu diesem Ergebnis zu kommen, holt er weit aus. Denn um eine neue Interpretation der Geschichte der Zivilisation zu zeichnen, räumt der Autor erst einmal mit der Vorstellung auf, dass der Mensch von Beginn an eine aggressive, materialistische und egoistische Natur besitzt. Warum aber wurde der Empathie bisher so wenig Aufmerksamkeit geschenkt? Rifkin bezieht sich zum einen auf neuste Forschungsergebnisse von Hirnforschern und Entwicklungspsychologen, zum anderen stellt er die These auf, dass das empathische Bewusstsein bis heute nicht in allen anthropologischen und historischen Gesichtspunkten untersucht worden ist. So habe sich das empathische Bewusstsein in den vergangenen 175 000 Jahren der Geschichte des Homo sapiens nur langsam entwickelt. Aber solange es auch gedauert hat, schließlich entsteht, zusammengefügt aus einer Vielzahl von Quellen wie Literatur, Kunst, Theologie, Philosophie, Anthropologie, Soziologie, Politikwissenschaft und Kommunikationswissenschaft, ein neues soziales Zusammenleben: die emphatische Zivilisation. Diese erfordert grundlegend veränderte Denk-, Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle.

Unterteilt in drei Hauptkapitel, wird der Verlauf der Menschheitsgeschichte analysiert, um zu der Vision des zukünftigen Zusammenlebens zu gelangen. In Teil I wird das neue Menschenbild, das sich in den Natur- und Geisteswissenschaften mit der Entdeckung des Homo empathicus befasst, betrachtet. In Teil II "Empathie und Zivilisation" untersucht Jeremy Rifkin die Wellen der empathischen Entwicklungen sowie die großen Bewusstseinsänderungen, die mit jeder neuen und komplexeren Zivilisation einhergingen. Auf diese Weise soll die Geschichte der Menschheit und die Bedeutung der menschlichen Zivilisation neu bewertet werden. In Teil III widmet er sich dem Zeitalter der Empathie. Dabei geht es um den vom Autor empfundenen gegenwärtigen Wettlauf zwischen einem globalen Empathiemaximum und der immer schneller werdenden Zerstörung der Biosphäre der Erde.

Was hat diese Diskussion nun mit dem wirtschaftlichen Geschehen zu tun? Sehr viel! Denn im Rückblick auf die Menschheitsgeschichte wird gezeigt, dass ökonomisches Handeln das Zusammenleben seit je entscheidend beeinflusst hat. Immer wieder wird die Bedeutung des wirtschaftlichen Handelns für die Empathie herausgestellt. Rifkin beschreibt zum Beispiel, dass bereits im 6. Jahrhundert vor Christus in Indien und China ein empathisches Bewusstsein entstand. Aus Sorge über den Verlust traditioneller Werte, wachsender Gier der Kaufleute, einhergehend mit einem moralischen Verfall, wurde ein neuer Weg gesucht. Und als Drang nach freien Märkten bezeichnet der Autor die Entwicklung des Spätmittelalters in Europa. Galten bis dahin im Handwerk Zünfte, sorgten neue Technologien dafür, dass eine Kapitalistenklasse entstand, die ihr Handelsmodell in selbstregulierenden freien Märkten sah.

Die von Rifkin aufgezählten Beispiele der Bedeutung der Ökonomie im Verlauf der Geschichte der Menschheit - und damit der Empathie - lassen sich ohne Unterbrechung fortsetzen. Im dritten Teil wendet sich der Autor der zweiten und - noch jungen - dritten industriellen Revolution zu, die einem "dezentralen Kapitalismus" den Weg bereitet. Seiner Auffassung nach tritt die zweite industrielle Revolution in eine Endphase, an der Schwelle neuer Kommunikationsmöglichkeiten, dezentralisierter Informationstechnologien bei gleichzeitiger Erschließung neuer dezentraler Energiequellen. Solcher Energien also, die jeder vor seiner Haustür findet. Die globale Wirtschaft habe ihren Scheitelpunkt erreicht, so dass die Menschheit ihren Platz auf der Erde grundlegend neu definieren müsse.

Das Zeitalter der Empathie löst das Zeitalter der Vernunft ab. Die entscheidende Frage lautet für Rifkin: Wird die globale Empathie rechtzeitig erreicht, um den Zusammenbruch der Zivilisation zu verhindern und unseren Planeten zu retten? Die Notwendigkeit auf Interessen und Positionen anderer einzugehen, um die Probleme der Welt zu lösen, ist kein neuer Gedanke. Auch wenn der Autor nicht für all seine Behauptungen einen Nachweis erbringt, so ist es ihm gelungen, das Thema Menschenbild und Empathie von Grund auf aufzuarbeiten: Die Menschheitsgeschichte wird neu erzählt.

INDIRA GURBAXANI

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
…mehr

Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Rezensent Rudolf Walther weiß gar nicht, wo er anfangen soll, Jeremy Rifkins Thesen auseinanderzunehmen, so hanebüchen erscheint ihm das, was der amerikanische Trendforscher in seinem neuesten Buch alles zusammenbringt. Laut Rifkin ist der Mensch von Natur aus ein "liebevolles Wesen", was nicht nur Umfragen festgestellt haben sollen, sondern auch die Wissenschaft. Dafür werfe Rifkin sämtliche Gesellschaftstheorien der vergangenen zweieinhalb Jahrtausende über Bord und verquickt zum Entsetzen des Rezensenten die Menschheitsgeschichte auch noch auf recht forsche Art mit den Gesetzen der Thermodynamik.

© Perlentaucher Medien GmbH
Sind wir nicht alle ein bisschen Gutmensch?
"Plausible Thesen, gute Argumente, wesentliche Einsichten." (Falter, 03.02.2010)

"Wir müssen uns neu überlegen, was uns wirklich glücklich macht"
"Sich auf neuere neurowissenschaftliche Erkenntnisse stützend, entwickelt Rifkin eine Art Universaltheorie die alles, was man über die menschliche Natur zu wissen glaubt, über den Haufen wirft." (Tages-Anzeiger, 05.02.2010)

Gemeinsam in die Zukunft
"Jeremy Rifkin ist ein wandelnder Thinktank. Er ist ein Gedankenblitz in Menschengestalt ... Sein Buch ist wie eine Beschwörungsformel." (3sat Kulturzeit, 26.02.2010)

"Ich habe mich mit vielen angelegt"
"Jeremy Rifkin ist einer der großen Intellektuellen der USA." (Der Tagesspiegel, 28.02.2010)

Das Zeitalter der Empathie
"Ein Plädoyer für mehr Mitgefühl." (Emotion, 01.03.2010)

Die empathische Zivilisation
"Rifkin ist es gelungen, das Thema Menschenbild und Empathie von Grund auf aufzuarbeiten: Die Menschheitsgeschichte wird neu erzählt." (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.03.2010)

Abschied vom "Homo oeconomicus"
"Rifkins Perspektive ermöglicht neue Einsichten ... Anregend sind seine Ideen auf jeden Fall, nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch politisch." (Neues Deutschland, 24.03.2010)