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Der große EXILROMAN des salvadorianischen SchriftstellersCastellanos Moya ist der bedeutendste und engagierteste Schriftsteller El Salvadors. Zweimal aus dem Heimatland vertrieben, ist 'Der Traum von Rückkehr' ein persönlicher. Mit trockenem Humor und einer gehörigen Portion Selbstironie enthüllt sein Protagonist Erasmo Aragón eine ebenso spannende wie verworrene Geschichte. Der Bürgerkrieg hat wüste Spuren in ihm hinterlassen, die der betagte Arzt Don Chente mit einer Hypnosebehandlung offenlegen will. Doch Aragón beginnt, dem Arzt und bald auch der eigenen Erinnerung zu misstrauen. Das politische wird zum existentiellen Exil.…mehr

Produktbeschreibung
Der große EXILROMAN des salvadorianischen SchriftstellersCastellanos Moya ist der bedeutendste und engagierteste Schriftsteller El Salvadors. Zweimal aus dem Heimatland vertrieben, ist 'Der Traum von Rückkehr' ein persönlicher. Mit trockenem Humor und einer gehörigen Portion Selbstironie enthüllt sein Protagonist Erasmo Aragón eine ebenso spannende wie verworrene Geschichte. Der Bürgerkrieg hat wüste Spuren in ihm hinterlassen, die der betagte Arzt Don Chente mit einer Hypnosebehandlung offenlegen will. Doch Aragón beginnt, dem Arzt und bald auch der eigenen Erinnerung zu misstrauen. Das politische wird zum existentiellen Exil.
  • Produktdetails
  • Literatur (international)
  • Verlag: S. Fischer
  • Originaltitel: El Sueno del retorno
  • Artikelnr. des Verlages: 1019165
  • Seitenzahl: 176
  • Erscheinungstermin: 18. August 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 133mm x 19mm
  • Gewicht: 320g
  • ISBN-13: 9783100022851
  • ISBN-10: 3100022858
  • Artikelnr.: 42671240
Autorenporträt
Castellanos Moya, Horacio
Horacio Castellanos Moya, 1957 in Honduras geboren, lebte und studierte in El Salvador und Kanada, arbeitete zehn Jahre als Journalist in Costa Rica und Mexiko. Von 1981 bis 1984 engagierte er sich im salvadorianischen Bürgerkrieg auf Seiten der Guerilla. Für sein Werk erhielt er u.a. den renommierten Premio de Narrativa Manuel Rojas (2014). Auf die Veröffentlichung von 'El asco. Thomas Bernhard in San Salvador' (1997) folgten Morddrohungen; seither lebte er in Mexiko, Europa (u.a. in Frankfurt am Main im Rahmen des Programms 'Städte der Zuflucht') und derzeit in den USA. Bei S. FISCHER erschienen bislang auf Deutsch seine Romane 'Der schwarze Palast' (2010) und 'Der Traum von Rückkehr' (2015).
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Albrecht Buschmann nimmt sich eine ganze Seite Platz, um Horacio Castellanos Moya zu preisen, den er für die bedeutendste literarische Stimme Mittelamerikas hält. Moyas Werk sei geprägt von den Erfahrungen des Befreiungskampfes in El Salvador, von der Ernüchterung, von Todesdrohungen, Exil und gescheiterter Rückkehr, erklärt Buschmann, in dieser Literatur werde Überleben zu einer existenziellen Kategorie: Der Tod ist in Mittelamerika nicht Spannungselement, sondern reale Bedrohung; Ironie wird man vergeblich suchen. Der Traumatisierung seines Landes spürt Moya auch im "Traum von Rückkehr" nach, seinem mittlerweile fünften Roman um die Familie Aragón. Im Mittelpunkt steht diesmal Erasmo Aragón, der im Exil in Mexiko unter Hypnose einem Arzt seine Traumata von der Seele redet, nur um anschließend halb paranoid zu werden vor Angst, dieser Arzt könnte das an die falschen Leute weitertragen. In Erasmo Aragóns ununterbrochenem Redefluss erkennt der Rezensent die Hoffnung, erzählend zu überleben, was die Übersetzerin Stefanie gerhold hervorragend ins Deutsche transportiert habe. Der "schonungslose Blick auf scheiternde Gesellschaften" und die raue Kraft des Erzählens erinnern, findet Buschmann, zurecht an Roberto Bolaño.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 03.12.2015

Nachrichten aus einem unbekannten Land
Horacio Castellanos Moya schreibt in "Der Traum von Rückkehr" eine kleine Geschichte El Salvadors

Wer mit Leberschmerzen zum Arzt geht, den beißt vermutlich das Gewissen. Der Journalist Erasmo Aragón lässt sich im Verlauf des Romans über einen Salvadorianer im mexikanischen Exil jedenfalls nicht nur einmal so richtig volllaufen. So schön lebensecht ist schon lange kein Kater mehr beschrieben worden. Doch unser Journalist hat es nicht mit der Leber, sondern mit der Psyche. So viel ist klar, nachdem ihm sein Arzt, ein reicher Salvadorianer, einmal ein Pendel vor die Nase gehalten hat, das ihn in einen beredten Schlaf bugsiert. Der Doktor macht sich allerlei Notizen in sein Büchlein. Und was darin geschrieben steht, welche düsteren Geheimnisse Erasmo seinem Guru anvertraut hat, das wüsste er selbst bald gern. Denn eines Tages, heißt es, sei der Arzt in seine Heimat geflogen und dort verschwunden. Kein Tauwetter für Exilanten? Die Nachricht vom Verschwinden löst bei Erasmo eine doppelte Angst aus. Einerseits ahnt er, dass er den Pendelschwinger mit sensiblen Informationen ausgestattet hat. Andererseits ist jeder verschwundene Exil-Salvadorianer ein verschwundener Exil-Salvadorianer zu viel.

Erasmo selbst ist entschlossen, seinem Leben eine neue Richtung zu geben. Er will seine untreue Frau und die Tochter verlassen, um in der alten Heimat den Neubeginn zu wagen - das ist die Rahmenhandlung der Erzählung aus dem Leben eines Möchtegernoppositionellen. Der Leser erlebt ihn, wie er sich zwischen Imponiergehabe und Selbstmitleid durch Mexiko-Stadt bewegt - auf der Suche nach seinem Arzt und dem Liebhaber seiner Frau. Dem will er eine Lektion erteilen. Dafür muss man, zumal in Mexiko, nur die richtigen Leute kennen. Ein ehemaliger Guerrillero, nicht zimperlich im Umgang mit Waffen, ist erfreut, helfen zu können: "Dem Arschloch pusten wir die Rübe weg." Es soll nicht zu viel verraten werden, aber wie der Guerrillero mit rauchendem Schalldämpfer neben seinem Freund im Auto sitzt, ist großes Partisanenkino.

Darüber hinaus bietet der Roman auf beiläufige Weise Einblicke in die politische Vergangenheit El Salvadors. Auch dort gab es eine Militärdiktatur und einen Bürgerkrieg, der sich bis in die neunziger Jahre hinzog und siebzigtausend Todesopfer forderte. Moya, der selbst auf Seiten der Linken engagiert war und heute im Exil lebt, lässt das ganze Personal des oppositionellen Kampfes aufmarschieren. Immer steht der pendelschwingende Arzt Pate, dem nachgesagt wird, er habe mit der CIA kollaboriert. Zwischen bitterem Ernst und lakonischem Witz verhandelt der Roman die Geschichte eines mittelamerikanischen Landes, über das hier wenig bekannt ist. Die Leberschmerzen erledigen sich in den zahllosen Saufgelagen dabei von selbst. Die Literatur hat bekanntlich heilende Kräfte. Ganz nüchtern betrachtet.

KATHARINA TEUTSCH

Horacio Castellanos Moya: "Der Traum von Rückkehr". Roman.

Aus dem Spanischen von Stefanie Gerhold. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2015. 276 S., geb., 19,99 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Große berauschende Literatur. Hans-Jost Weyandt Spiegel Online 20151210