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14 Kundenbewertungen

Fantastisch und abenteuerlich! Ein Schmöker um geheimnisvolle Kräfte und ein fast vergessenes Volk Johannes traut seinen Augen kaum, als er im Hinterhof plötzlich zwei Kinder entdeckt, die so klein sind, dass sie ihm nur bis zu den Knien reichen. Nis und Moa sind Medlevinger - Kinder aus jenem Volk, das vor 500 Jahren in ein Land unter der Erde gezogen ist und den Kontakt zu den Menschen abgebrochen hat. Sie sind nach oben gekommen, um Antak, den Hüter der Geschichte, und Nis' Vater Vedur zu suchen. Und Johannes wird in ein unglaubliches Abenteuer hineingezogen, in dem es um Gold, Entführung…mehr

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Produktbeschreibung
Fantastisch und abenteuerlich! Ein Schmöker um geheimnisvolle Kräfte und ein fast vergessenes Volk Johannes traut seinen Augen kaum, als er im Hinterhof plötzlich zwei Kinder entdeckt, die so klein sind, dass sie ihm nur bis zu den Knien reichen. Nis und Moa sind Medlevinger - Kinder aus jenem Volk, das vor 500 Jahren in ein Land unter der Erde gezogen ist und den Kontakt zu den Menschen abgebrochen hat. Sie sind nach oben gekommen, um Antak, den Hüter der Geschichte, und Nis' Vater Vedur zu suchen. Und Johannes wird in ein unglaubliches Abenteuer hineingezogen, in dem es um Gold, Entführung und eine verschwundene Fibel geht. Bald weiß Johannes nicht mehr, wem er noch vertrauen kann ...

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Autorenporträt
Kirsten Boie ist eine der renommiertesten, erfolgreichsten und vielseitigsten deutschen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Sie wurde 1950 in Hamburg geboren, machte dort ihr Abitur und studierte Germanistik und Anglistik. Zwei Semester besuchte sie, gefördert durch ein Auslandsstipendium der Hamburger Universität, die Universität Southampton/Großbritannien. Nach dem ersten Staatsexamen in den Fächern Deutsch und Englisch promovierte sie im Fach Literaturwissenschaft über die frühe Prosa Bertolt Brechts. Sie arbeitete als Lehrerin in einem Gymnasium, wechselte auf eigenen Wunsch später an eine Gesamtschule. 1983 adoptierte sie mit ihrem Mann ihr erstes Kind. Auf Verlagen des vermittelnden Jugendamtes musste sie ihre Berufstätigkeit aufgeben, um sich ganz dem Kind widmen zu können. In dieser Zeit schrieb sie, inspiriert durch die eigene Situation, ihr erstes Kinderbuch mit dem Titel "Paule ist ein Glücksgriff". Ihr Debüt wurde ein beispielloser Erfolg ((Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis, Buch des Monats der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach; Ehrenliste des Österreichischen Staatspreises für Kinder- und Jugendliteratur). Und Kirsten Boie selbst erwies sich als Glücksfall für die deutsche Kinder- und Jugendliteratur. Inzwischen sind von Kirsten Boie weit mehr als hundert Bücher erschienen und in zahlreiche Sprachen übersetzt worden, Bücher, die keinen Zweifel daran lassen, dass die Autorin auf Seiten der Kinder steht. Dass sie dabei auch die Erwachsenen nicht vergisst, macht ihre Figuren so wahrhaftig und sympathisch, ihre Bücher so liebens- und lesenswert. Neben Kinder- und Jugendbüchern schreibt Kirsten Boie auch kleinere Drehbücher fürs Kinderfernsehen, außerdem Vorträge und Aufsätze zu verschiedenen Aspekten der Kinder- und Jugendliteratur. In den letzten Jahren unternimmt Sie zunehmend Reisen ins europäische und nichteuropäische Ausland im Auftrag des Goethe-Institutes. 2007 wurde sie für ihr Gesamtwerk mit dem Sonderpreis des Deutschen Jugendliteraturpreises ausgezeichnet. Kirsten Boie lebt mit ihrem Mann im Einzugsbereich von Hamburg. Zwei Dinge sind Kirsten Boie beim Schreiben besonders wichtig: Zum einen, dass Literatur für Kinder immer auch Literatur sein sollte; zum anderen, dass darüber nicht vergessen wird, an wen sie sich richtet, dass sie also Literatur für Kinder ist: "Bei dem Spagat zwischen beiden Anforderungen rutsche ich sicherlich einmal mehr zur einen, einmal zur anderen Seite hin aus. Aber hier die richtige Balance zu suchen, ist es gerade, was das Schreiben für Kinder für mich so aufregend macht." kirsten-boie.de
Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 24.03.2004

In Hamburg sind die Nächte lang
Kirsten Boie erzählt einen phantastischen, aufregenden Abenteuer-Krimi für ganz Ausgeschlafene: "Die Medlevinger"

Die Medlevinger sind ein kleines, hobbit-ähnliches Völkchen mit vielerlei ausgefallenen Talenten. Früher haben sie mit den Menschen zusammengelebt. Aber irgendwann wurden die Menschen ihnen zu grell, zu gierig und zu gewalttätig; und so zogen sie fort aus der Menschenwelt. Ein Verbindungstunnel zwischen diesen beiden Welten blieb über die Generationen hinweg aber bestehen. Er endet ausgerechnet im Hinterhof eines Mietshauses am Hamburger Hafen. Kirsten Boie beschreibt liebevoll die geruhsame Welt der Medlevinger, von denen doch einige ihre Neugier auf die Menschen und ihre kuriosen Erfindungen nicht bezähmen können. Sie begeben sich heimlich "nach oben" zu den Menschen, um sie mit eigenen Augen zu studieren. Das hat fatale Folgen, weil sie ausgerechnet auf ein besonders fieses Menschenexemplar stoßen, der die Medlevinger dazu zwingen will, für ihn Gold zu machen.

In dem Mietshaus leben aber auch der zwölfjährige Johannes und seine Mutter, und die sind beide zum Glück überhaupt nicht fies. Aber wie das so geht - ehe sie merken, was die merkwürdigen Löcher bei den Rosenbüschen im Hinterhof zu bedeuten haben, und ehe sie kapieren, wer die Medlevinger sind und was sie wollen, hat der Fiesling schon einige von ihnen gefangengesetzt. Außerdem haben Johannes und seine Mutter sowie seine Freundin Line und deren Vater ohnehin schon eine Menge Sorgen. Johannes gruselt sich vor seinem Englischlehrer. Schlimmer noch: Er wird von ein paar älteren Schülern mit Drohungen erpreßt. Er laviert sich durch, einesteils ganz tapfer und geschickt, aber manchmal auch so töricht, so daß man ihn wie die lebenskluge Line schon mal mächtig an den Ohren ziehen möchte.

Die Geschichte entwickelt sich auf mehreren Ebenen. In der idyllischen Welt der Medlevinger ahnt man die Bedrohung, weiß aber nicht recht, wie man sich dazu verhalten soll. In der Menschenwelt vermischen sich die kleinen und großen Alltagssorgen, und für viel anderes bleibt wenig Zeit und Energie. Aber dann macht Johannes die überraschende Entdeckung, daß es nicht nur solche Wesen wie die Medlevinger gibt, sondern daß sie auch auf seine Hilfe angewiesen sind. Von dem Moment an nimmt die Geschichte einen turbulenten Verlauf. Verdachtsmomente bauen sich auf und verflüchtigen sich wieder. Die Entlarvung des Fieslings ist ein hartes Stück kriminalistischer Arbeit bis in die Nächte hinein. Die Schule muß dafür ein wenig zurückstehen. Aber damit ist es noch nicht getan . . .

Fantasy-Bücher benötigen in der Regel viele Seiten, denn die Parallelwelt muß relativ ausführlich beschrieben werden, damit die Leser sich in sie hineinversetzen können. Krimis hingegen können zwar auch durch ausschweifende Detailschilderungen zu dicken Büchern aufgebläht werden. Aber entscheidend sind hier doch immer die Handlungen, seien es die der Täter oder derjenigen, die sie jagen. Fantasy-Romane gleiten dahin, Krimis sind sprunghaft. Die Mischung dieser Genres ist ein riskantes Unterfangen. Hier ist es glänzend gelungen. Kirsten Boie baut die beiden unterschiedlichen Lebenswelten der Menschen und der Medlevinger sehr geruhsam auf. Wenn es da am Anfang nicht den Verweis auf die Geschichte von Kain und Abel aus dem Alten Testament und bald darauf ein paar rätselhafte Einschübe mit angedeuteten Folterungen gäbe! Bald jedoch zieht das Erzähltempo an, und wer das Buch in aller Gemütsruhe zu lesen begonnen hat, wird jetzt immer kräftiger in den Bann der Mehrebenenhandlung gezogen. Kirsten Boie reichert die Haupthandlung ungemein geschickt mit einer ganzen Reihe von Nebenhandlungen an, die niemals ablenkend wirken, sondern im Gegenteil das Phantastische plausibel und "realistisch" machen. Hinzu kommt eine Menge Situationskomik. Die bewirkt kleine und meisterhaft eingesetzte Atempausen für das Mitbangen und das Erschrecken, das sich einstellt, wenn Johannes und seine Mitstreiter auf die richtige Lösung nicht kommen, wenn sie Fehler machen oder sich auch einmal kräftig mißverstehen.

Arno Schmidt nannte die Erfindung von Parallelwelten und ihre Verknüpfung mit der eigenen Lebenswelt ein "Längeres Gedankenspiel". Solche Lese- und Lebensspiele haben eine große Tradition. Wie lebendig diese Tradition ist, wie vergnüglich, spannend und unversehens (aber wirklich unversehens!) auch lehrreich sie sein kann, das hat Kirsten Boie mit diesem überzeugenden phantastischen Krimi bewiesen.

WILFRIED VON BREDOW

Kirsten Boie: "Die Medlevinger.". Mit Vignetten von Volker Fredrich. Oetinger Verlag, Hamburg 2004. 432 S., geb., 13,90 [Euro]. Ab 10 J.

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

"Vergnüglich, spannend und lehrreich findet Rezensent Wilfried von Bredow diesen fantastischen Kinderkrimi von Kirsten Boie, dessen Mischung der Genres Krimi und Fantasy er glänzend gelungen findet. Liebevoll werde ein "hobbit-ähnliches Völkchen mit vielerlei ausgefallen Talenten" beschrieben, die früher mit den Menschen zusammenlebten. Eines Tages dann seien sie fort aus der Menschenwelt gezogen, wo es ihnen zu gierig und gewalttätig wurde. Als Schauplatz wird ein Mietshaus beschrieben, in dem nicht bloß die Medlevinger, sondern auch der zwölfjährige Menschenjunge Johannes mit seiner Mutter sowie ein besonders fieses Menschenexemplar mit finsteren Absichten lebt. Die Geschichte entwickelt sich auf mehreren Ebenen mit steigendem Erzähltempo zu einem spannenden Krimi mit einer Menge Situationskomik, freut sich Bredow.

© Perlentaucher Medien GmbH"