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    Buch mit Leder-Einband

Erstmals 1511 gedruckt, ist Erasmus von Rotterdams «Lob der Torheit» ein Hauptwerk des Humanismus und bis heute ein Weltbestseller. Der Manesse Verlag feiert das Buchjubiläum mit einer bibliophilen Prachtausgabe - bereichert um eine exklusive Auswahl farbprächtiger Aquarelle von Cornelia Schleime. Wie Erasmus wirft auch die renommierte Gegenwartskünstlerin einen poetischen und provokanten Blick auf unsere Welt voller Torheiten.Wie kommen die Menschen dazu, über die Dummheit zu lachen? Gäbe es ohne sie doch keine Leidenschaft und keine Liebe. Keine Gesellschaft hätte Bestand, kein Mensch würde…mehr

Produktbeschreibung
Erstmals 1511 gedruckt, ist Erasmus von Rotterdams «Lob der Torheit» ein Hauptwerk des Humanismus und bis heute ein Weltbestseller. Der Manesse Verlag feiert das Buchjubiläum mit einer bibliophilen Prachtausgabe - bereichert um eine exklusive Auswahl farbprächtiger Aquarelle von Cornelia Schleime. Wie Erasmus wirft auch die renommierte Gegenwartskünstlerin einen poetischen und provokanten Blick auf unsere Welt voller Torheiten.Wie kommen die Menschen dazu, über die Dummheit zu lachen? Gäbe es ohne sie doch keine Leidenschaft und keine Liebe. Keine Gesellschaft hätte Bestand, kein Mensch würde dem anderen vertrauen. Erst ein gerüttelt Maß an «stultitia» - vulgo: Torheit - lässt unser Leben gelingen. Höchste Zeit also für eine Lobrede! Da sich kein anderer findet, ergreift in schönster Selbstüberschätzung Frau Stultitia persönlich das Wort. In geschliffener Sprache, dabei launig und hochironisch, führt sie uns vor Augen, was wir nicht sehen wollen: Ohne sie, die Torheit, wäre alles
nichts. Nur wenn es um Prunksucht und Selbstgefälligkeit in den Reihen der Kirche geht, kennt sie keinen Spaß. Vom einfachen Priester bis zum Papst: Stultitia stellt sie alle bloß.

  • Produktdetails
  • Verlag: Manesse
  • Seitenzahl: 176
  • Erscheinungstermin: 24. Oktober 2011
  • Deutsch
  • Abmessung: 305mm x 205mm x 30mm
  • Gewicht: 1106g
  • ISBN-13: 9783717540878
  • ISBN-10: 3717540874
  • Artikelnr.: 33719609
Autorenporträt
Rotterdam, Erasmus von
Erasmus von Rotterdam wurde vermutlich 1469 als Sohn eines Priesters in Rotterdam geboren. 1487 trat er in das Augustinerkloster Steyn bei Gouda ein, 1492 wurde er zum Priester geweiht. Ab 1495 studierte er in Paris und England Theologie, Philosophie, Griechisch und Hebräisch. 1506 wurde er in Turin zum Doktor der Theologie promoviert. Zunächst stand er der Reformationsbewegung nahe und wurde wegen seiner kirchenkritischen Äußerungen 1517 durch den Papst von seinem Klostergelübde entbunden. Später überwarf er sich jedoch mit Luther. Erasmus starb 1536 in Basel an Typhus.Erasmus war einer der bedeutendsten Repräsentanten des europäischen Humanismus und gilt als Vorreiter der Reformation, die er als Theologe durch seine kirchenkritische Haltung vorbereitete. Eine Spaltung der Kirche lehnte er jedoch ab. Er war Universalgelehrter, Philologe und Verfasser des einflussreichen Werks "Lob der Torheit".
Rezensionen

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 11.10.2011

Der Humanist
vor dem Spiegel
Erasmus lobt die Torheit
Erasmus von Rotterdam gehört zu den ungelesensten unter den berühmten oder zu den berühmtesten unter den ungelesenen Schriftstellern Europas. Der Manesse-Verlag, bekannt für seine schlanken Klassiker-Editionen, ist angetreten, das zu ändern; und zwar diesmal nicht durch eine Dünndruck-, sondern durch eine prächtige Großausgabe von Erasmus’ wirkungsmächtigstem Werk „Lob der Torheit“, im Original „Moriae Encomium id est Stultitiae Laus“. Das Nachwort von Kurt Steinmann preist es als sprachlich brillant, als ein unterhaltsames Buch, das uns noch heute zum Lachen bringe, als ironisch-polemisches Meisterwerk. Ist es das? Die Schönheit des Bandes (mit Aquarellen von Cornelia Schleime) ermuntert dazu, es endlich einmal selbst herauszufinden. Die viel bewunderte sprachliche Brillanz tritt in die deutsche Version jedenfalls nicht hinüber – und zwar nicht, weil Steinmanns Übersetzung hinter ihr zurückbliebe, sondern einfach, weil der zeitverhaftete (und sagen wir es offen: unfruchtbare) Stolz des Humanisten, so gut Latein zu können wie Cicero, bei uns heute nur als das Normalniveau des literarischen Deutschen ankommt. Dieser Text ist viel zu sehr mit dem Genuss seiner selbst beschäftigt; er gleicht einem Menschen, der vor einem Spiegel tanzt. Er verspottet die Gelehrten, die lediglich ihre Lesefrüchte ausbreiten, tut aber, wenn er zwanzig antike und stark kommentarbedürftige Eigennamen pro Seite ausbreitet, durchaus nichts anderes.
Darüber hinaus ist er nicht gut komponiert. Es spricht, als allegorische Personifikation, die Torheit selbst. Aber sie bleibt nicht bei sich; sie ist dreimal etwas völlig anderes. Zuerst figuriert sie als die notwendige Illusion, die die Menschen sich machen müssen, um es in diesem vermaledeiten Leben auszuhalten, als Leidenschaft, als Nachsicht, die sich die Ehepartner schenken müssen, um einander überhaupt zu ertragen und so weiter. Das ist menschenfreundlich gedacht; aber nicht in der nötigen Tiefe, sonst hätte Erasmus Bedürfnis und Praxis gewiss auf einen anderen Namen als ausgerechnet den der Torheit getauft.
Darauf erscheint, zweitens, der Sittentadel, geschult an den Satiren des Horaz, jedoch im spätmittelalterlichen Geist der Gilde verfasst, so scharf und witzig wie es halt geht, wenn man ganz im Allgemeinen bleiben will; insgesamt, trotz seiner Kühnheiten gegen die alte katholische Kirche, der langweiligste der drei Teile. Und schließlich noch jene christliche Torheit, die der Apostel Paulus meint, wenn er schreibt: Die Juden nehmen Anstoß, die Griechen rufen: Torheit – wir aber predigen Christus den Gekreuzigten! Hier hat die Torheit mit der Narrenkappe, um die es doch eigentlich gehen sollte, nichts mehr zu suchen.
Dieses Buch, so lässt sich abschließend sagen, hätte das Zeug zu einem wahrhaft humanen Werk gehabt. So ist es leider bloß ein humanistisches geworden.
BURKHARD MÜLLER
Erasmus von Rotterdam
Das Lob der Torheit
Eine Lehrrede. Aus dem Lateinischen übersetzt, kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Kurt Steinmann. Mit Bildern von Cornelia Schleime. Manesse Verlag, Zürich 2011. 176 Seiten, 59,95 Euro.
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"Das Loblied der Torheit ... trifft auch heutige Popanze und lässt die von Kurt Steinmann neu aus dem Lateinischen übersetzte Satire noch immer funkeln." Die Furche, Wien