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Mit sich selbst befreundet zu sein, davon sprach schon Aristoteles. Daran anknüpfend, erzählt der Philosoph und Erfolgsautor Wilhelm Schmid, wie man den Umgang mit sich selbst lernen kann. Seine Überlegungen zur Lebenskunst versuchen auf die Herausforderungen unserer Zeit zu antworten.

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Produktbeschreibung
Mit sich selbst befreundet zu sein, davon sprach schon Aristoteles. Daran anknüpfend, erzählt der Philosoph und Erfolgsautor Wilhelm Schmid, wie man den Umgang mit sich selbst lernen kann. Seine Überlegungen zur Lebenskunst versuchen auf die Herausforderungen unserer Zeit zu antworten.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, D ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Suhrkamp Verlag AG
  • Seitenzahl: 466
  • Erscheinungstermin: 17. September 2012
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783518796306
  • Artikelnr.: 37092171
Autorenporträt
Wilhelm Schmid, geb. 1953, lebt als freier Philosoph in Berlin und lehrt Philosophie als außerplanmäßiger Professor an der Universität Erfurt. Viele Jahre lang war er als Gastdozent in Riga/Lettland und Tiflis/Georgien, sowie als »philosophischer Seelsorger« an einem Krankenhaus bei Zürich/Schweiz tätig. Umfangreiche Vortragstätigkeit, seit 2010 auch in China und Südkorea. 2012 wurde er mit dem Meckatzer-Philosophie-Preis und 2013 mit dem Egnér-Preis ausgezeichnet.

Rezensionen

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 09.08.2004

Schön ist es mit dem Kernselbst nicht
Dieses Buch ersetzt ein Leben: Wilhelm Schmid löffelt die Suppe aus, die wir uns einbrocken

Diogenes saß in der Tonne. Wilhelm Schmid sitzt in der Sauna. Er sagt: Das Selbst soll sich selbst ein guter Freund sein. Wie schafft das Selbst das, sich selbst zu drücken und zu umarmen? Indem das Selbst in sich selbst einkehrt. Nicht wie ein Gast beim Wirt, sondern wie die Schnecke im Gehäuse. Im Selbst soll das Selbst mit Umsicht sich umschauen und vor allem die Ecken und Kanten seiner selbst ausmachen. Nicht um sich daran zu stoßen, sondern um sie zu loben und zu einem Kernselbst zu bündeln. Das Selbst im Zustand der Selbstbesinnung fragt sich selbst nach seinen wichtigsten Beziehungen, nach seinen wichtigsten Erfahrungen, nach Traum, Ideal und Ziel des eigenen Lebens, nach den Werten, die ihm am Herzen liegen, nach liebenswerten eigenen Charakterzügen und Gewohnheiten, nach Traumata und Ängsten und vor allem: nach dem Schönen. Denn die Schönheit macht den Sinn. Wilhelm Schmid kennt: das Beziehungsschöne, das Verhältnisschöne, das Erlebnisschöne, das Dingschöne, das Phantasieschöne, das Abstraktschöne und das Negativschöne (er meint, "unschöne Situationen" zu bewältigen kann eine "bejahenswerte Erfahrung" sein).

Das Selbst soll auf sich achten, den Körper pflegen, sich gut ernähren, es soll atmen, singen und tanzen lernen, das richtige Maß zwischen den Extremen suchen, den Beckenboden nicht vergessen, grundsätzlich die fünf Sinne gebrauchen und vor allem: Gerechtigkeit gegenüber sich selbst walten lassen. Wer gerecht gegenüber sich selbst ist, der wird es auch gegenüber anderen sein - allein schon deshalb, weil ansonsten das harmonische Gefühl gestört ist. Die Grundlage einer Ethik der Wellness ist eine Ästhetik des Lebens. Jeder Handgriff in diese Richtung ist Arbeit am Selbst. Schmid nennt das "Lebensarbeit". Wer auf diesem Weg zu sich selbst kommen mag, der wird nicht arbeitslos, sondern gelassen. Nun: Auch das Lachen ist eine Kunst und möchte gelernt sein, nicht bei jeder Gelegenheit, empfiehlt Schmid, dafür aber von Herzen.

Wilhelm Schmid lebt in der "Re-Zeit": Retrospektive, Recycling, Renaturierung, Reduktion, Renaissance, Reorganisation und Reform. Davor war das Pro-Zeitalter: Progreß, Progression, Programme, Prognosen, Projekte, Prospekte, Profite, Produzenten, Produktivität und Profanität. Das heißt: Schmid lebt in Deutschland. Mit sich befreundet sein und mit sich befreundet bleiben - das mag auch die Philosophie des amtierenden Bundeskanzlers sein. Kennen die beiden sich?

Das Selbst muß die Suppe auslöffeln, die es sich mit sich selbst und seinen Einsichten und Erfahrungen eingebrockt hat. Das ist ein sehr negativer Gedanke aus dem Pro-Zeitalter. Schöner leben in der Re-Zeit heißt denn auch, die Suppe anders zu nehmen: als die Basisnahrung der Selbstreformierten. "Suppe zu essen ist die maßvolle Lust der Autarkie, die der Askese Genüge tut; sie ist eine entsagungsvolle Ernährung, die doch auch die Ekstase ermöglicht, denn das Selbst kann außer sich geraten bei ihrem Anblick und ihrem Genuß." Weit weg im Süden, wo die Bevölkerung ohne Schmid das Leben offenbar einigermaßen zu genießen in der Lage ist, dehnen sich jetzt die fruchtbaren Hügel der Toskana, wo deutsche Fraktionen ehemals beisammensaßen und kritisch klönten.

Wo eine Suppe ist, dort schwimmt auch das Prophetenhaar des Fastens. Den Gürtel enger zu schnallen bedeutet eine Einübung in die Entsagung, dank deren sich dann im Selbst drinnen "der Grund der Selbstmächtigkeit" festigt. Wer auf diese und andere Weise selbstmächtig ist, der schließt auch ein generelles Verbot der Gentechnik mit dem Hinweis auf den Einzelfall aus. An das eigene Selbst soll sich der Begriff der menschlichen Würde lehnen, die ja "eine Frage der Festlegung" ist. Der Selbstkünstler muß hellwach bleiben, damit er die Sorge um sich selbst nicht verschläft.

Dabei bietet ihm gerade die heutige Zeit, auch wenn sie eine Re-Zeit ist, Gründe genug, zu resignieren und alle Illusionen in den Wind zu schießen. Wilhelm Schmid liebäugelt deswegen mit einer "Kunst der Resignation": "in moderner Zeit könnte dies attraktiv erscheinen, um einem hemmungslosen Optimismus und manischen Perfektionismus frontal zu widersprechen, denn es gibt Gründe dafür, das Leben anders als nur ,positiv' zu sehen, ja, eine ,negativere' Sichtweise für die ehrlichere zu halten". Einer totalen Resignation (Deutschland geht den Bach runter) zieht Schmid, in Sorge um den Bestand des Selbst, eine selektive Resignation (die Rente geht flöten) vor. Noch einmal gefragt: Kennen sich die beiden, der Philosoph der Re-Zeit und der Reform-Kanzler?

Nach der Lektüre würden auch wir liebend gerne die selektive Resignation (soll doch Schmid die Sauna loben) der totalen Resignation (das Selbst dampft vor sich hin als Reformaufguß) vorziehen - und ziehen dabei den kürzeren. Wahrscheinlich weil wir uns nicht genug darauf konzentrieren, daß zwischen uns beiden, zwischen uns und unserem Selbst, ein Freundschaftsbund sei? Wahrscheinlich.

EBERHARD RATHGEB

Wilhelm Schmid: "Mit sich selbst befreundet sein". Von der Lebenskunst im Umgang mit sich selbst. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004. 433 S., geb., 19,80 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 06.09.2004

Das Material unserer Pflicht
Im gut bestückten Multioptionsregal sucht Wilhelm Schmid nach Lebensklugheit ohne Regeln und Skepsis
Einen Menschen, der in den Tag hinein lebt, geregelte Tätigkeiten eher verachtet und den „Ernst des Lebens” belächelt, pflegt man einen „Lebenskünstler” zu nennen. Seine Lebensweise mag den Charme des Improvisierten haben und Neidempfindungen wecken. Aber die geplagten Statussucher in modernen Leistungsgesellschaften werden zu einem anderen Urteil tendieren. Derart sorglos durchs Leben zu segeln, kann für ihre Begriffe nicht rechtens sein. Die Welt ist eben kein Ort des Müßiggangs, vielmehr tritt sie dem Ich - so meinte es der Kant-Schüler Johann Gottlieb Fichte bereits im 18. Jahrhundert sehen zu müssen - als „das Material seiner Pflicht” entgegen. So gänzlich anders stellt sich die Sachlage auch heute nicht dar.
Rigorismen der Fichteschen Art sind einem publizistisch erfolgreichen Philosophen wie Wilhelm Schmid fremd. Wäre bei ihm, der mit wöchentlichen Zeitungsglossen und dickleibigen Büchern fleißigst für die Wiederentdeckung einer „philosophischen Lebenskunst” wirbt, überhaupt von Pflichten die Rede, so könnten es allenfalls jene sein, die wir gegen uns selbst wahrzunehmen haben: also dem Körper und seinen Bedürfnissen mit Achtsamkeit zu begegnen, die Lüste nicht zu verhehlen, ihnen freilich nur in Maßen nachzugehen, den Schmerz nicht zu fliehen, ihn aber auch nicht obsiegen zu lassen. Und vielleicht würde Schmid in der Tradition der Stoa, auf die der in griechischen wie lateinischen Tugendtraktaten nicht ganz unbewanderte Autor eher leichthändig anspielt als historisch streng Bezug nimmt, noch mit Cicero hinzufügen, dass nur derjenige, der solche Pflichten gegen sich selbst befolgt, auch in der Lage sei, den Pflichten gegen andere zu genügen. Der reflektierte Lebenskünstler, wie ihn Schmids allerjüngstes Buch propagiert, ist jedenfalls kein frivoler Bruder Leichtfuß.
In Wahrheit will Schmid aber um gar keinen Preis als Moralphilosoph verstanden werden. Dafür sorgt schon ein bündiges Mantra, das sein lebenskünstlerisches Vademecum in ermüdender Repetition durchzieht. Es gibt keine Normen für das Selbst in der Moderne, sondern nur noch Optionen. Deshalb bastelt Schmid an einer Ethik des Optativen. Er will denen Rat geben, die am gar nicht so komfortablen Dasein vor dem gut bestückten Multioptionsregal irre zu werden drohen. Und die sind wir. Weder das für alle und jedermann Richtige, noch eine die Gesellschaft als ganze betreffende Gerechtigkeit rückt ins Thema, vielmehr dreht sich die Sache um das individuell jeweils Gebotene. Gesucht ist Lebensklugheit, die sich allerdings bei Lichte besehen gar nicht auf Regeln bringen lässt, denn Schmid weiß ja schon, dass noch so kluge Maximen wieder nur Optionen für seine Leser wären. Dem Schatten des verdammten Regals entkommt man nicht. Imperative des Handelns verbieten sich folglich, wie überhaupt Aussagen, die mit universalistischem Geltungsanspruch auftreten, den Geschmack eines Mannes verletzen, der Wert auf den Umstand legt, ein „freier”, zwar akademisch approbierter, wiewohl nicht installierter Freund der Weisheit zu sein.
Mit dem, was einmal „Schulphilosophie” hieß, steht er auf schlechtem Fuß, nicht immer zum Vorteil der analytischen Mühen, die Schmid sich auferlegt. Bei den unfreien, universitär bestallten Philosophen hätte er Einiges für seine ungemein bescheiden ausfallenden Versuche lernen können, Gescheites über so vertrackte Fragen wie die nach der Selbstbeziehung oder nach der Natur des Normativen zu sagen. Von daher ist es nur folgerichtig, wiewohl sachlich nicht immer stimmig, wenn die Helden seines philosophischen Stils allesamt als Brüder von Michel de Montaigne auftreten.
Von Epikur bis Michel Foucault spricht die Philosophie bei Wilhelm Schmid stets mit der erbaulichen, die Qual des Arguments scheuenden Stimme einer wohlmeinenden Kompetenz, die sich aus den öffentlichen Angelegenheiten und ihrem lästigen Gezerre zurückgezogenen hat. Ein zumindest für Montaignes Schreiben charakteristisches Element fehlt indes, die Skepsis. Selbstverständlich wird mit schnellen Strichen die für „die Moderne” angeblich typische Gewissheit des Wissens verabschiedet, auch wird eine „Hermeneutik der Existenz” skizziert, die der Wahrheit nicht mehr bedarf, weil ihr „Evidenz” und „Plausibilität” genügen. Nur was solche Begriffe für existentielle Selbsterhellungen bedeuten, die im endlichen Leben orientieren und Sinn, der für Schmid einfach synonym mit „Zusammenhang” ist, vermitteln sollen, bleibt völlig ungeklärt. Nein, die Macht, die stets vermeint, ist einer Philosophie unbekannt, die in der Tugend der Selbstbefreundung den Inbegriff des ethisch Vortrefflichen feiert. Wilhelm Schmid denkt nie gegen sich. Der Blick aufs Optative fällt aus einem Turmzimmer, das hell und freundlich eingerichtet, gegen denLärm der Nachbarn isoliert und mutmaßlich auch gut belüftet sein wird. Ganz wie die Schreibstube des Freiherrn von Montaigne wird es wohl auch von Dachbalken durchzogen sein, auf denen sich ermutigende Sentenzen eingeschnitzt finden.
MARTIN BAUER
WILHELM SCHMID: Mit sich selbst befreundet sein. Von der Lebenskunst im Umgang mit sich selbst. Suhrkamp, Frankfurt a. M. 2004. 433 S., 14,50 Euro.
SZdigital: Alle Rechte vorbehalten - Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Eine Dienstleistung der DIZ München GmbH
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Perlentaucher-Notiz zur Süddeutsche Zeitung-Rezension

Nein, als "Moralphilosoph" will Wilhelm Schmid, der sich auch in seinem neuesten Buch für die "Wiederentdeckung einer philosophischen Lebenskunst" stark macht, nicht verstanden wissen, erklärt Martin Bauer. Stattdessen wende sich der Autor an das ratlose Individuum, dem er seinen Begriff des mit "sich selbst befreundeten" "reflektierten Lebenskünstlers" anträgt. Dass es dabei zu "ermüdenden" Widerholungen kommt, verschweigt der Rezensent ebenso wenig wie er seine Ansicht verhehlen kann, es hätte der Darlegung dieser "Ethik des Optativen" nicht schlecht getan, auch die von ihm so geschmähten Vertreter der "Schulphilosophie" hin und wieder zu Rate zu ziehen. Denn die "analytischen Mühen", so der Rezensent unzufrieden, sind insgesamt doch eher "bescheiden ausgefallen". Bauer vermisst die "Qualen des Arguments" und eine gewisse Montaigne'sche "Skepsis" bei den Ausführungen, die stattdessen eher von "wohlmeinender Kompetenz" geprägt sind, wie der Rezensent nicht recht überzeugt feststellt.

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