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In diesem sprühenden Roman zeigt Arthur Larrue mit viel Komik ein ernstes Bild des heutigen Russlands, in dem sich mutige Künstler gegen die rigide Staatsmacht auflehnen. Eine Nacht in Sankt Petersburg. Genervt verlässt der Erzähler seine Freundin mitten in der Nacht, um in der Wohnung einer Bekannten unterzuschlüpfen. Doch schon im Treppenhaus begegnet ihm die Nachbarin, ein altes Weiblein, das mit Marihuana handelt und offenbar durch die Wände sehen kann. Und die Wohnung selbst ist nicht leer. Wer dort in der Küche sitzt, die mittels des Gasherds auf Körpertemperatur hochgeheizt wird, ist…mehr

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Produktbeschreibung
In diesem sprühenden Roman zeigt Arthur Larrue mit viel Komik ein ernstes Bild des heutigen Russlands, in dem sich mutige Künstler gegen die rigide Staatsmacht auflehnen. Eine Nacht in Sankt Petersburg. Genervt verlässt der Erzähler seine Freundin mitten in der Nacht, um in der Wohnung einer Bekannten unterzuschlüpfen. Doch schon im Treppenhaus begegnet ihm die Nachbarin, ein altes Weiblein, das mit Marihuana handelt und offenbar durch die Wände sehen kann. Und die Wohnung selbst ist nicht leer. Wer dort in der Küche sitzt, die mittels des Gasherds auf Körpertemperatur hochgeheizt wird, ist ihm sofort klar. Die anarchische Künstlergruppe Wojna, berühmt, berüchtigt und gesucht, hat sich eingenistet und plant offenbar neue Aktionen. Sie sind radikal, absolut und kompromisslos politisch.* Kommissar Komarow verbringt die Nacht im Büro, erfolglos darum bemüht, seine heimliche Sympathie für Wojna vor sich selbst zu verbergen und alle Hinweise auf ihr Versteck zu übersehen. Doch die alte Nachbarin mit der Hanf-Plantage fasst einen hinterhältigen Plan. *faz.net/aktuell/feuilleton/das-kunstkollektiv-woina-wahre-kunst-bedeutet-krieg-11612866.html

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  • Produktdetails
  • Verlag: Verlag Klaus Wagenbach
  • Seitenzahl: 112
  • Erscheinungstermin: 10.03.2014
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783803141507
  • Artikelnr.: 45030360
Autorenporträt
Arthur Larrue, geboren 1984 in Paris, unterrichtete vier Jahre lang an der Universität in Sankt Petersburg. Er hat drei Monate mit den Künstlern im Untergrund gelebt. Wegen der Veröffentlichung seines ersten Romans Wojna verlor er seine Stelle und das Visum.
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur NZZ-Rezension

Wer Russland kennenlernen möchte, der lese den Roman von Arthur Larrue, rät unser Rezensent. Den mit Zitaten großer russischer Autoren, wie Gogol oder Belyjs, angereicherten Text liest Philippe Panizzon als finstre Novelle über St. Petersburg und Russland insgesamt, erhellt durch Larrues witzsprühende Sprache und seine "schrecklich-schönen" Beschreibungen der Stadt. Dass die an Gewalt nicht eben arme Geschichte um die anarchistische Künstlergruppe "Wojna" auf teils durch des Autors eigene Erlebnisse verbürgten Tatsachen basiert, lässt Panizzons Blut in den Adern gefrieren.

© Perlentaucher Medien GmbH
Besprechung von 02.04.2014
Krieg gegen die Angst
Der französische Autor Arthur Larrue berichtet aus dem Inneren Russlands, einer Nation im Konflikt mit sich selbst
Die Vorgänge in der Ukraine reißen nicht nur beinah vergessene politisch-historische Bruchlinien innerhalb Europas auf, sondern beleben auch in der westlichen Analyse fast 25 Jahre nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion leidenschaftlich geführte Lagerdebatten. Chruschtschows launige Übergabe der Krim-Halbinsel an die Ukraine im Jahre 1954 oder Putins postsowjetisch-imperiale Träume von der Eurasischen Union – so eindeutig, wie manch einer gleich welchen Lagers es gerne hätte, ist Weltgeschichte (leider) nicht. „Die Literatur schreibt die Geschichten besser als die Wirklichkeit“, glaubt der französische Autor Arthur Larrue. In seinem gerade erschienenen Roman „Wojna“ über die oppositionelle Künstlerszene in Russland ist Larrue der Wahrheit zwischen den Zeilen auf der Spur.
  Der erst 29-jährige Autor hat vier Jahre lang an der Universität Sankt Petersburg als Dozent für Literatur gearbeitet. Kurz nach der Veröffentlichung des Romans über seine Erlebnisse mit dem gleichnamigen Künstlerkollektiv verlor er sowohl sein Russland-Visum als auch seine Anstellung an der Petersburger Universität.
  Auf die Künstlergruppe stieß Larrue durch Zufall. Eine Freundin in Sankt Petersburg hatte ihm für einige Zeit ihre Wohnung überlassen, und als er dort einziehen wollte, war „die Küche besetzt mit ziemlich elend aussehenden Gestalten.“ Drei Monate lebte Larrue mit den Guerilla-Künstlern zusammen, die sich hier vor den gefürchteten Terrorbekämpfern der Sondermiliz „Omon“ versteckten. Die anarchistische Künstlergruppe hatte in den Jahren 2011 und 2012 mit spektakulären Aktionen in der Öffentlichkeit und mit viel Komik den russischen Staatsapparat provoziert. Auf die Petersburger Liteiny-Zugbrücke pinselte das Kollektiv in einer Blitzaktion einen 65 Meter hohen Phallus, der sich bei der Öffnung der Brückenflügel direkt gegenüber der Geheimdienstzentrale aufrichtete. Anderntags sprangen die Aktivisten mitten im Verkehr mit einem blauen Eimer als Blaulicht-Attrappe auf dem Kopf über eine Reihe Moskauer Luxuskarossen und mokierten sich so über die Privilegien der russischen Eliten.
  „Mich interessierte nicht ihre Kunstform, sondern der ,Krieg‘ (russ.: wojna), den sie führten“, sagt Larrue. „Es ging mir um die radikale Bedingungslosigkeit, mit der sie Kälte, Hunger, Angst und Misshandlung in Kauf nahmen, um das russische Regime der Lächerlichkeit preiszugeben. Diese Leute, egal was man von ihrer Kunst hält, haben der Welt etwas mitzuteilen.“ In seinem Roman taucht der Autor ab in eine kalte, nebelige Petersburger Nacht; in der Luft über der Newa liegt ein Hauch von Benzol und Bratfett. Während die Aktivisten Olga, Lena, Leonid und Kosa samt Kleinkind Kasper in der konspirativen Wohnung ihre nächsten Aktionen planen, hören wir durch ein Arsenal archetypischer Figuren verschiedene Stimmen der russischen Gesellschaft.
  Bereits auf dem Weg in die Wohnung, die sein Leben verändern wird, klärt ein Taxifahrer den Franzosen auf, in Russland sterbe man zwar jung, dafür sei es aber wenigstens nie langweilig. Aktivist Oleg, der seinen „Kummer mit Alkohol und schlechtem Essen herunterspülte“, erklärt ihm darauf, dass jede Stadt ihr eigenes Problem habe. „Paris macht aggressiv, New York tritt auf der Stelle, und Petersburg saugt das Leben aus dir heraus. Hier lebt man nicht, hier lässt man sich treiben.“
  Kurz darauf bietet ihm Anna Zobonka, das einsame Mütterchen aus der Nachbarschaft, ein Päckchen Drogen an, mit denen sie mangels Krankenversorgung ihr steifes Bein beruhigt. „Das russische Volk hatte sich ergeben, und der Stolz der Menschen war tief verletzt, ihr Selbstwertgefühl war dahin. Russland war vom Meister zum Sklaven geworden, und Zobonka hatte nichts dagegen getan.“ Es sind szenische Miniaturen wie diese, mit denen Arthur Larrue in den stärksten Passagen seines Romans mehr über die russische Gesellschaft erklärt, als aus den Meldungen der Nachrichtenticker zu erfahren wäre.
  Das Wojna-Kollektiv hatte bei seiner Gründung der „Angst des russischen Volkes“ den „Krieg“ erklärt. Den Hauptgegner dieses Angstkrieges verkörpert in Larrues Roman Kommissar Komarow, ein Wodka-Liebhaber mit kurzrasiertem Schädel, der Kunst für „langweiligen und unverständlichen Tuntenkram“ und Politik und Rechtsstaat für sinnlos hält. Larrue lässt Komarow, der zunächst als Abziehbild des vulgär-staatstreuen Beamten herhalten könnte, reflektieren: „Er fühlte sich Wojna sogar verbunden, sah darin den klaren Ausdruck jener schrecklich-schönen, ja diabolischen Kraft, die, so dachte er stolz, typisch russisch war.“ Putins Devise vom „Land der Möglichkeiten“ hingegen findet der folgsame Beamte ziemlich komisch. „Komisch und anstrengend.“
  Wer Larrue ein überzeichnetes Portrait der russischen Gesellschaft vorwirft, wie einige französische Kritiker, hat sein Buch womöglich nicht genau genug gelesen. Im russischen Polizeiapparat habe er jede Menge Komarows erlebt, versichert der Autor. Diese Sorte Beamter sei weitaus intelligenter und gebildeter, als man vielleicht annehme. Menschen wie Komarow machten sich eben nur keine Illusionen über das Putin-Regime.
  Die Wojna-Künstler hatten den Franzosen gerade deswegen fasziniert, weil sie mit ihren komischen, provozierenden Aktionen Apathie und Angst vor der Staatsautorität durchbrachen. Nachdem sein Roman in Frankreich erschienen war, hat auch er selbst diese Angst zu spüren bekommen. „Es hat einige Zeit gedauert, bis ich verstanden hatte, dass meine Zeit in Russland abgelaufen war. Man hat mich ja nicht mit der Pistole im Anschlag aus dem Land gejagt. Es hieß nur: mit der Verlängerung des Visums wird es schwierig. Das haben wir leider nicht in der Hand. Kollegen, mit denen ich über vier Jahre eng zusammengearbeitet habe, konnten und wollten mir plötzlich nicht mehr helfen. Politische Tyrannei braucht Feigheit und Trägheit, um zu funktionieren.“
  Am Ende von Larrues Petersburger Nacht verrät die vom sowjetischen Niedergang verbitterte Nachbarin die Wojna-Aktivisten aus dem Hinterhaus. Kommissar Komarow kann seinem Vorgesetzten endlich einen Ermittlungserfolg vermelden und transportiert die Spaß-Guerilla samt Kleinkind zum „Spezialverhör“ aufs Revier. Ein abruptes, pessimistisches Ende dieses kurzen Romans über die Kraft oppositioneller Kunst, könnte man meinen. Doch das wäre zu kurz gedacht.
  „Diesen Krieg gewinnt man nicht mit Waffen. Fragen Sie einen jungen Russen, ob er lieber in Moskau oder in einer Stadt wie Berlin oder Paris leben möchte“, sagt Larrue. Sein Kontakt zu den Wojna-Künstlern ist inzwischen abgebrochen. Während sie ins Ausland geflüchtet sind, wird ihnen in Moskau der Prozess gemacht. Seinen Roman, der ja ihre eigene Geschichte erzählt, haben sie immerhin gelesen, auch wenn er offiziell nie auf Russisch erscheinen wird.
CORNELIUS WÜLLENKEMPER
Arthur Larrue: Wojna. Aus dem Französischen von Max Stadler. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2014. 112 Seiten, 12,90 Euro.
Arthur Larrue , geboren 1984 in Paris, unterrichtete vier Jahre lang an der Universität von Sankt Petersburg. Wegen der Veröffentlichung seines Debütromans „Wojna“ verlor er seine Stelle und das Visum.
Foto: Raphaël Lugassy
2010 malte die Künstler-Gruppe Wojna einen Phallus auf die Liteiny-Zugbrücke in Sankt Petersburg.
Foto: picture alliance/ITAR-TASS
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