Stand up - Korbik, Julia
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Die Antwort ist ganz einfach: Wir sind von echter Gleichberechtigung noch meilenweit entfernt. Solange Heidi Klum im Fernsehen ihre dressierten Mädchen vorführt, solange die sozialen Medien alte Rollenbilder wieder neu beleben und Mädchen denken, es sei wichtiger, hübsch als klug zu sein, solange die Zahl der Schönheitsoperationen weiter wächst, solange Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld bekommen als Männer - so lange ist nicht alles gut. Julia Korbik hat ein Handbuch für junge Frauen geschrieben, die endlich etwas verändern wollen: bunt, unterhaltsam, informativ, auf dem neuesten…mehr

Produktbeschreibung
Die Antwort ist ganz einfach: Wir sind von echter Gleichberechtigung noch meilenweit entfernt. Solange Heidi Klum im Fernsehen ihre dressierten Mädchen vorführt, solange die sozialen Medien alte Rollenbilder wieder neu beleben und Mädchen denken, es sei wichtiger, hübsch als klug zu sein, solange die Zahl der Schönheitsoperationen weiter wächst, solange Frauen für die gleiche Arbeit weniger Geld bekommen als Männer - so lange ist nicht alles gut. Julia Korbik hat ein Handbuch für junge Frauen geschrieben, die endlich etwas verändern wollen: bunt, unterhaltsam, informativ, auf dem neuesten Stand. Mit neuen Interviews und Porträts von starken Frauen, die heute Vorbilder sind: Emma Watson, Taylor Swift, Margarete Stokowski, Sophie Passmann, Chimamanda Ngozi Adichie, Beyoncé und vielen mehr.
  • Produktdetails
  • Verlag: Kein & Aber
  • Seitenzahl: 432
  • Altersempfehlung: ab 13 Jahren
  • Erscheinungstermin: 13. August 2019
  • Deutsch
  • Abmessung: 220mm x 156mm x 27mm
  • Gewicht: 684g
  • ISBN-13: 9783036958156
  • ISBN-10: 3036958150
  • Artikelnr.: 56301329
Autorenporträt
Korbik, Julia
Julia Korbik wurde 1988 im Ruhrgebiet geboren. In Frankreich und Deutschland studierte sie European Studies, Kommunikationswissenschaften und Journalismus und ärgerte sich über Leselisten, die nur männliche Autoren enthielten. Heute lebt Korbik als Autorin und freie Journalistin in Berlin und schreibt am liebsten über Politik und Popkultur aus feministischer Sicht. 2018 wurde sie in Darmstadt mit dem Luise-Büchner-Preis für Publizistik ausgezeichnet. Neben Stand up (Erstausgabe 2014) sind bisher von ihr erschienen: Oh, Simone! Warum wir Beauvoir wiederentdecken sollten (2017) und How to be a Girl. Stark, frei und ganz du selbst (2018).
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Julia Korbiks kleine Einführung in den zeitgenössischen Feminismus "Stand up" dürfte eine ziemlich kleine Zielgruppe haben, vermutet Alexandra Belopolsky, Frauen zwischen Sechzehn und Dreißig, die sich bereits als Feministinnen wahrnehmen und eine kapitalismuskritische Einstellung haben. Für diese hält das Buch eine Geschichte des Feminismus in Deutschland bereit, einen Einblick in die aktuellen Debatten um Körperbilder, 'typische' Weiblich- und Männlichkeit, Identität und Gewalt, fasst die Rezensentin zusammen. Das Buch liefert wenig Argumente, kommt Belopolsky wie ein Manifest vor, das weniger überzeugen als "feministische Alltagspower" freisetzen will. Auch werden Männer als potentielle Feministen weitestgehend ignoriert, die Probleme von Identitätsfestschreibungen streng nach Geschlecht getrennt behandelt und die Vielfalt feministischer Strömungen durch die Engführung auf eine kapitalismuskritische Variante unterschlagen, bedauert die Rezensentin.

© Perlentaucher Medien GmbH

Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 01.08.2014

Für harte Mädchen
Ein ziemlich exklusives Feminismus-Buch

Die sechsundzwanzigjährige Journalistin und Feministin Julia Korbik versucht in ihrem ersten Buch darüber aufzuklären, was Feminismus, abgesehen von seinem Image, eigentlich ist. Dabei spricht sie Stereotypen und Mythen an und stellt mehrere Themen vor, die Feministinnen heutzutage beschäftigen: Vorstellungen vom "typisch Weiblichen" und "Männlichen", Körperbilder, Gewalt gegen Frauen, Frauen in der Politik und in der Pop-Kultur. Das alles wird begleitet von knallig pink-orangefarbene Illustrationen aus feministischen Internetseiten, kurzen Interviews mit bekannten Feministinnen, Kurzbiographien von prominenten Mitgliedern der feministischen Bewegung und Lesetipps.

Auf den ersten Blick stellt sich das Buch - trotz seines Comicstils - als Fachlektüre dar. Es fasst die Geschichte des Feminismus, mit einem Schwerpunkt auf Deutschland, zusammen, bietet ein Grundwissen über Gender-Theorien an und liefert zahlreiche Daten zur Lage der Frauen in bunten Grafiken. Allerdings hat die Autorin ganz offensichtlich nicht vor, eine Diskussion über ihre Urteile in Gang zu bringen. Im Grunde handelt es sich um ein Manifest. Nach Lektüre sollen die Leser sich zum Feminismus bekennen und ihr "frisch erworbenes Wissen in feministische Alltagspower" umwandeln. Ob das Buch darum "ein Wegweiser für alle - auch für harte Jungs" ist, kann bezweifelt werden. Den harten Jungen, der sich die Devise "I love Feminism" zu eigen machte, darf man sich zwar wünschen. Sollte er existieren, würde er aber wohl nicht lange in diesem Buch lesen. Denn schon im ersten Kapitel verliert Korbik den männlichen Leser aus den Augen, indem sie die Ansprache "Junge Dame" als sexistisch bezeichnet, ohne an den analogen Spruch "Junger Mann" zu denken.

Außer im Kapitel "Männer im Feminismus" sind Männer überhaupt nur Objekte, aber nicht Adressaten des Buches. Dass beide Geschlechter von der Kosmetikindustrie bearbeitet werden, dass der sogenannten "Pinkifizierung" der Mädchen das Stereotyp entspricht, Jungs, hätten Blau zu tragen - in dem entsprechenden Kapitel umgeht Korbik diese Befunde. An ihnen aber leiden Jungs, die sich für Ballett und Puppen interessieren, genauso wie Mädchen, die gerne auf Bäume klettern und mit Autos spielen.

Nirgendwo aber macht sich die Ignoranz gegenüber dem männlichen Geschlecht so bemerkbar wie im Kapitel über das Verbrechen der Vergewaltigung - eines, das meistens gegen Frauen und fast ausschließlich von Männern begangen wird. Korbik erwähnt die existierenden Mythen, klärt aber die Leser, die damit zum ersten Mal konfrontiert werden, nicht ausreichend auf, was genau an dem Denkmuster falsch und wie er umzuwandeln ist.

So fehlt, zum Beispiel, die genaue Statistik über die nichtige Anzahl der Falschanzeigen (eine der vorgenannten unbewiesenen Aussagen). Oder, bei dem Mythos "Die Frauen sind schuld", wissenschaftliche Angaben über die tatsächlichen Gründe, die Vergewaltiger bewegen, und über Vergewaltigungen in konservativen Gesellschaften - stattdessen erfährt man über die Slutwalks, die gegen den Mythos protestieren. Oder eine befriedigende Erklärung, warum "Nein" eigentlich "Ja" bedeutet, falsch ist, anstatt einer aggressiven "Ihr. Liegt. Falsch." Feststellung . Wo man die Gelegenheit nutzen könnte, über Konsens und seine wichtige Rolle im feministischen Denken zu sprechen, widmet sich Korbik dem Sarkasmus.

Damit könnte das Buch schon wenigstens für bereits feministisch überzeugte Frauen zwischen 16 und 30 interessant sein. Das heißt allerdings nur für diejenigen, die einen Vergleich zwischen ihren Genitalien und "frischen Brötchen" nicht abstoßend finden. Und die Zielgruppe wird noch kleiner: Feministinnen, die nichts gegen den Kapitalismus haben, würden sich nämlich auch nicht wiederfinden. Im Unterkapitel "Feminismus für die Elite: Die neue F-Klasse" ordnet Korbik diese als Postfeministinnen ein. "War Neoliberalismus früher ein Wirtschaftskonzept, so ist er heute auch eine politische und kulturelle Ideologie, die die (Entscheidungs-)Freiheit des Individuums betont", schreibt Korbik. "Das Private ist privat."

Für Frauen, die solche Freiheit und Privatheit schätzen, findet Korbik, ist Feminismus nur ein "Lifestyle-Accessoire". Dass es libertäre und sogar neoliberale Feministinnen gibt - und es gibt sie -, möchte Korbik nicht wahrnehmen. Dass viele unterschiedliche Arten von Feminismus existieren und man nicht in jeder Frage übereinstimmen muss, bleibt hier insofern ein reines Lippenbekenntnis.

ALEXANDRA BELOPOLSKY

Julia Korbik: "Stand Up". Feminismus für Anfänger und Fortgeschrittene.

Rogner & Bernhard Verlag, Berlin 2014. 416 S., Abb., br., 22,95 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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