Bindung und menschliche Entwicklung
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Das Interesse an der Bindungstheorie und Bindungsforschung hat in jüngster Zeit rasant zugenommen. Man vergißt dabei leicht, daß der Vater der Bindungstherorie, der Psychoanalytiker Bowlby, von seiner Zunft viele Jahre weitgehend ignoriert wurde, weil er mit seinen Gedanken einige Grundannahmen Freuds in Frage stellte. Seine Schülerin Mary Ainsworth hat die bis heute zentralen, beobachtenden und experimentellen Grundlagenforschungen betrieben und gilt als die Entdeckerin der drei unterschiedlichen Bindungsmuster sowie der "sicheren Basis" als Grundlage der Entwicklung psychischer…mehr

Produktbeschreibung
Das Interesse an der Bindungstheorie und Bindungsforschung hat in jüngster Zeit rasant zugenommen. Man vergißt dabei leicht, daß der Vater der Bindungstherorie, der Psychoanalytiker Bowlby, von seiner Zunft viele Jahre weitgehend ignoriert wurde, weil er mit seinen Gedanken einige Grundannahmen Freuds in Frage stellte. Seine Schülerin Mary Ainsworth hat die bis heute zentralen, beobachtenden und experimentellen Grundlagenforschungen betrieben und gilt als die Entdeckerin der drei unterschiedlichen Bindungsmuster sowie der "sicheren Basis" als Grundlage der Entwicklung psychischer Sicherheit.

Trotzdem ist ein Großteil ihres wissenschaftlichen Denkens selbst auf Englisch schwer zugänglich. Die Herausgeber haben daher die 16 wichtigsten, dem deutschsprachigen Leser noch nicht bekannten Urtexte von Bowlby und Ainsworth zusammengestellt und durch einleitende Kommentare in den aktuellen bindungstheoretischen Zusammenhang gestellt - auch mit dem Ziel, der zunehmenden Unschärfe und der unverbindlichen Allgegenwärtigkeit des Bindungskonzepts entgegenzutreten.

Wer sich ernsthaft mit Bindungsforschung beschäftigt, wird an diesem Buch in Zukunft nicht vorbeikommen.
  • Produktdetails
  • Fachbuch
  • Verlag: Klett-Cotta
  • 5. Aufl.
  • Seitenzahl: 443
  • Erscheinungstermin: 6. Februar 2015
  • Deutsch
  • Abmessung: 233mm x 164mm x 32mm
  • Gewicht: 726g
  • ISBN-13: 9783608949360
  • ISBN-10: 3608949364
  • Artikelnr.: 42230287
Autorenporträt
Klaus E. Grossmann, Dr. phil., Dipl.-Psych., ist Lehrstuhlinhaber am Institut für Psychologie an der Universität Regensburg. Karin Grossmann, Dr. phil., Dipl.-Psych., Freie Wissenschaftlerin, ist am Psychologischen Institut der Universi- tät Regensburg assoziiert und Lehrbeauftragte der Universität Salzburg. Seit 1974 betreibt sie gemeinsam mit ihrem Mann grundlegende Forschungen zur Bindungstheorie.
Inhaltsangabe
Teil I: Überblick 1. Beiträge zur Bindungsforschung von Mary Ainsworth und John Bowlby: Eine Einführung 2. John Bowlby: Bindung (1987) Teil II: Evolutionsbiologische Orientierung von Bindung 3. Bindung: Von der Psychoanalyse zur Evolutionären Psychologie 4. John Bowlby: Mit der Ethologie heraus aus der Psychoanalyse: Ein Kreuzungsexperiment (1980) 5. John Bowlby: Ethologisches Licht auf psychoanalytische Probleme (1991) 6. Mary D. S. Ainsworth und John Bowlby: Ein ethologischer Zugang zur Persönlichkeitsentwicklung (1991) Teil III: Sichere und unsichere Bindungsmuster 7. Die Verhaltensorganisation sicherer und unsicherer Bindungserfahrungen in einer kontrollierten Situation 8. Mary D. S. Ainsworth: Muster von Bindungsverhalten, die vom Kind in der Interaktion mit seiner Mutter gezeigt werden (1964) 9. Mary D. S. Ainsworth & Barbara Wittig: Bindungs- und Explorationsverhalten einjähriger Kinder in einer Fremden Situation (1969) 10. Mary D. S. Ainsworth und Silvia Bell: Bindung, Exploration und Trennung am Beispiel des Verhaltens einjähriger Kinder in einer "Fremden Situation" (1970) 11. Mary D. S. Ainsworth, Silvia M. V. Bell und Donelda J. Stayton: Individuelle Unterschiede im Verhalten in der Fremden Situation bei ein Jahr alten Kindern (1971) Teil IV: Einflüsse der Mutter auf die Bindungsentwicklung 12. Bedingungen für die individuelle Entwicklung von Bindungsqualität: Sozialisation von Kompetenz durch feinfühliges Beantworten kindlicher Signale 13. Mary D. S. Ainsworth und Silvia M. Bell: Die Interaktion von Mutter und Säugling und die Entwicklung von Kompetenz (1974) 14. Mary D. S Ainsworth, Silvia M. Bell und Donelda J. Stayton: Bindung zwischen Mutter und Kind und soziale Entwicklung: "Sozialisation" als Ergebnis gegenseitigen Beantwortens von Signalen (1974) 15. Weinen beim Kleinkind: Vorläufer für menschliche Intentionalität oder operantes Verhalten? Der Paradigmenstreit zwischen neuer evolutionärer Sicht und lerntheoretischer Tradition 16. Mary D. S. Ainsworth und Silvia M. Bell: Weinen bei Kindern und Reaktionen der Mütter: Eine Erwiderung auf Gewirtz und Boyd (1977) Teil V: Bindung über den Lebenslauf 17. Bindung, innere Arbeitsmodelle und psychologische Anpassung 18. Mary D. S. Ainsworth: Mutter-Kind-Bindungsmuster: Vorausgegangene Ereignisse und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung (1985) 19. Mary D. S. Ainsworth: Bindungen im Verlauf des Lebens (1985) 20. Mary D. Salter Ainsworth: Epilog. Einige Überlegungen zur Theorie und über bindungsrelevante Erfassungen nach der Kleinkindzeit (1990) 21. John Bowlby: Postskript (1991) Teil VI: Anhang 22. Klaus E. Grossmann: Skalen zur Erfassung mütterlichen Verhaltens von Mary D. S. Ainsworth (1977/2003) 23. Mary D. S. Ainsworth: Feinfühligkeit versus Unfeinfühligkeit gegenüber den Mitteilungen des Babys (1974) 24. Skala "Zusammenspiel versus Beeinträchtigung" (1971) 25. Skala "Annahme versus Zurückweisung des Kindes" (1971) Quellennachweis
Rezensionen
"Für Studierende aller sozialwissenschaftlichen Richtung ist das Buch Pflicht in der Entdeckung der Originalbeiträge über so manche Rezeption und Zusammenfassung hinaus."
Stefan Müller-Teusler, socialnet.de, Juni 2015

"Ein Standardwerk auf aktuellem Forschungsstand, aber keine leichte Kost. Für alle, die die Vergangenheit verstehen wollen, um die Zukunft zu verändern."
Emotion, März 2014

"Ein Standardwerk, aber keine leichte Kost. Für wen? Leserinnen, die Tiefer in die Psychologie der Bindungen einsteigen möchten."
emotion, 04/2010