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Sind es nur die Gene, die unser Wesen bestimmen? Welche Rolle spielen dabei Erfahrungen, Erlebnisse und das, was wir »Seele« nennen? Das Wechselspiel zwischen Erbanlagen und Lebensumständen beschäftigt die moderne Medizin bis heute. Joachim Bauer macht dieses Zusammenwirken von Geist und Genen erstmals populär verständlich – und setzt sich ein für einen bewussteren Umgang mit der menschlichen Seele. Jetzt in aktualisierter und erweiterter Ausgabe.…mehr

Produktbeschreibung
Sind es nur die Gene, die unser Wesen bestimmen? Welche Rolle spielen dabei Erfahrungen, Erlebnisse und das, was wir »Seele« nennen? Das Wechselspiel zwischen Erbanlagen und Lebensumständen beschäftigt die moderne Medizin bis heute. Joachim Bauer macht dieses Zusammenwirken von Geist und Genen erstmals populär verständlich – und setzt sich ein für einen bewussteren Umgang mit der menschlichen Seele. Jetzt in aktualisierter und erweiterter Ausgabe.

Dieser Download kann aus rechtlichen Gründen nur mit Rechnungsadresse in A, B, D, I, L, NL ausgeliefert werden.

  • Produktdetails
  • Verlag: Piper ebooks
  • Seitenzahl: 272
  • 2014
  • Deutsch
  • ISBN-13: 9783492968799
  • ISBN-10: 3492968791
  • Best.Nr.: 41726296
Autorenporträt
Joachim Bauer, geboren 1951, war nach dem Medizinstudium in der molekularbiologischen Forschung tätig. Heute arbeitet er als Internist, Psychiater und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin am Universitätsklinikum Freiburg, wo er als Professor und Oberarzt in der Abteilung Psychosomatische Medizin tätig ist.
Rezensionen
Besprechung von 08.10.2002
Grau ist alle Therapie
Joachim Bauer steuert die Lesegene / Von Achim Bahnen

Gene sind immer gut. Für Schlagzeilen. "Killer-Gen entdeckt": So etwas wollen die Menschen lesen, sonst würde es nicht groß gedruckt. Es ist doch beruhigend, wenn man weiß, woher das Übel in der Welt kommt. Krankheit, krumme Beine, kriminelles Verhalten. Die Doppelhelix löst das Theodizee-Problem. Keine Frage: Gene sind schlecht. Zum Teil auch schlecht fürs Geschäft.

Für Seelendoktoren zum Beispiel. Wozu noch viele Worte machen, wenn die Gene alles steuern? Genomforschung statt Gesprächstherapie, heißt die drohende Devise. Höchste Zeit also, die Kybernetik des Daseins wieder vom Kopf auf die Füße zu stellen. Wir sind es selbst, die unsere Gene steuern, behauptet Joachim Bauer im Untertitel seines Buches - durch "Beziehungen und Lebensstile".

Wer nun aber hofft, durch Partnerwechsel oder einen Umzug in ländliches Gebiet sein Genom auf neuen Kurs zu bringen, der wird erst einmal enttäuscht. "Zusammenfassend" klingt Bauers These viel moderater: "Wir selbst wirken durch die Gestaltung unserer zwischenmenschlichen Beziehungen entscheidend daran mit, was sich biologisch in uns abspielt." Früher hat man das Psychosomatik genannt, und wer sich daran noch ein wenig erinnern kann, wird in Bauers genetischem Überwurf des Kaisers neue Kleider erkennen. Der modische und verkaufsfördernde Verkleidungsakt hat ein durchsichtiges Ziel: die Rehabilitierung der Psychotherapie, die unter dem Feigenblatt der Naturwissenschaft jedoch reichlich verschämt daherkommt.

Mit seinem Grundanliegen rückt der Freiburger Oberarzt und Professor für Psychoneuroimmunologie erst spät heraus, wenn er im Schlußkapitel "eine sachliche Debatte" über Psychotherapie fordert, frei "vom Dunst der Stammtische". Groß ist der Ertrag des Buches für die Debatte aber nicht: "Psychotherapie", so Bauers Resümee, "kann dazu führen, daß sich neurobiologische Veränderungen, die sich begleitend zu einer seelischen Gesundheitsstörung entwickelt haben, zurückbilden. So gesehen, ist Psychotherapie eine Heilmethode, die nicht nur die Seele, sondern auch den Körper ,erreicht'."

Nicht nur aus Kostengründen ist es freilich unwahrscheinlich, daß Bauer seine Patienten künftig nach jeder Sitzung in den Positronenemissionstomatographen schieben und ihnen zurufen wird: Schau her, es wirkt, nun fühle dich auch so! Der biologische Wirksamkeitsbeweis soll vielmehr ein für allemal die Erfolgsaussicht der Psychotherapie beglaubigen. Wirkung aber ist noch nicht Erfolg, und welcher Therapeut wird sein Wirken schon an der Konzentration des zentralen Streßfaktors CRH und nicht direkt am Wohlbefinden des Patienten orientieren? Aber gut, wenn es der Zunft das offenkundig schwache Selbstbewußtsein stärkt (die erwähnten Arbeiten werden daher wenn nicht als "genial", so stets als "bahnbrechend" oder wenigstens "aufsehenerregend" angepriesen), so sei zur Güte festgehalten: Psychische Einflüsse rufen physische Veränderungen hervor - und umgekehrt.

Der Leser wird sich fragen, ob sich für solch ein mageres Ergebnis die Lektüre eines ganzen Buches lohnt. Immerhin wird zwischendrin eine ganze Menge Wissen ausgebreitet, über Genregulation, Depressionen oder das Immunsystem. Nur leider ist das Buch recht schlecht geschrieben. Kein Lektor hat den Autor etwa darauf hingewiesen, daß eine Einleitung gewöhnlich dazu dient, das Thema des Buches zu umreißen. Denn das macht Bauer zwar im ersten Kapitel, fügt aber unentwegt (genauer: achtmal auf knapp fünf äußerst geräumig bedruckten Seiten) hinzu: "Dieser Frage ist dieses Buch gewidmet", "Die Beiträge dieses Buches widmen sich ...", "Die Absicht dieses Buches ist es ..." et cetera. Ermüdende, zum Teil unsinnige Wiederholungen sind neben der inflationären und oft völlig unmotivierten Verwendung von Anführungszeichen das bevorzugte "Stilmittel" des Autors, der sich auch sonst wenig stilsicher und im Gebrauch von Bildern unbeholfen zeigt.

Das Lektorat hat dies wohl für Oberarztprosa lege artis gehalten und sich daher in der Notaufnahme für Manuskripte unterlassener Hilfeleistung schuldig gemacht. Trauriges Beispiel: die Erklärung der beiden Varianten von Gensequenzen, die für die Aktivierung der eigentlichen Gene verantwortlich sind. Obwohl der Autor den Unterschied in der Sache sogleich als "ohne Belang" abtut, nennt er die Bedeutung beider englischer Begriffe. Nun mag man gelten lassen, daß "Promoter" im Englischen so heißen, weil sie "aktivieren"; aber daß "Enhancer" (zu enhance: steigern, erhöhen, erweitern) "übersetzt im Grunde das Gleiche bedeutet", davon fehlt in Wörterbüchern jede Spur.

Wer sich an weiteren sinnarmen Formulierungen wie einer "fast unendlich langen" Folge von Nukleotiden im Erbgut, das "quasi im Miniaturformat" im Zellkern aufbewahrt wird, nicht stört, bekommt genügend Lesestoff über Traumen oder das Burnout-Syndrom, um sich den nächsten Gang zum Kiosk für eine Zeitschrift über Psychologie heute zu sparen. Und wer sich nicht wundert, inmitten der "faszinierenden Zusammenhänge" auch ungefragt "Fünf Ratschläge, mit (Beziehungs-)Streß umzugehen" vorgesetzt zu bekommen, der mag sogar überprüfen, ob das Buch für die Praxis taugt. Falls nicht, so tröstet Bauer, "ist das Leben noch lange nicht zu Ende". Es gibt ja noch die Psychotherapie.

Joachim Bauer: "Das Gedächtnis des Körpers". Wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern. Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2002. 265 S., Abb., geb., 19,90 [Euro].

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur FR-Rezension

Joachim Bauer beschäftigt sich als Psychoneuroimmunologe mit den "wechselseitigen Einflüssen von Psyche, Nerven- und Immunsystem" - und genau in diesen Zusammenhang stellt er das Wirken der Gene, erzählt Rezensentin Manuela Lenzen. Keineswegs, betont er, handelt es sich im Verhältnis von Genen und dem Körper wie der Psyche um eine deterministische Einbahnstraße. Die Gene selbst unterliegen nämlich, so sein zentrales Argument, der Regulation durch psychische Ereignisse, etwa traumatische Erlebnisse in der Kindheit. Welches Gen zur Wirkung kommt, ist dabei beinahe wichtiger als sein schieres Vorhandensein. Daraus folgt: die Umwelt hat beträchtlichen Einfluss auf die Entwicklung des Individuums gerade in ihren Auswirkungen auf die Aktivierung oder Deaktivierung von Genen. Bauer mache mit seinem Buch, so die Rezensentin, "eindrucksvoll deutlich", dass die Seele und ihre Bedeutung sich auch und gerade aus der Sicht des Biologen nicht ohne weiteres wegerklären lassen.

© Perlentaucher Medien GmbH
"Spannend, verständlich und dicht am Alltag der Leser."(Hörzu, Juni 2010)