Von Moskau nach Wladiwostok - Litwina, Alexandra
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9288 Kilometer führt die Transsibirische Eisenbahn einmal quer durch Russland. Über 140 Bahnhöfe befinden sich an der Strecke, Millionen von Menschen leben in den kleinen Orten und großen Metropolen entlang der Trasse. In diesem Buch stellen rund 80 von ihnen - die meisten Kinder - ihre Heimat vor. Sie erzählen, wo sie gerne hingehen, was sie in ihrer Freizeit machen und welche Sehenswürdigkeiten und Spezialitäten es hier gibt. Und sie verraten wertvolle Tipps für die Fahrt mit der Transsib!Ein einzigartiger Reisebericht, der uns das ferne Russland und die Menschen, die dort leben, ganz nah bringt.…mehr

Produktbeschreibung
9288 Kilometer führt die Transsibirische Eisenbahn einmal quer durch Russland. Über 140 Bahnhöfe befinden sich an der Strecke, Millionen von Menschen leben in den kleinen Orten und großen Metropolen entlang der Trasse. In diesem Buch stellen rund 80 von ihnen - die meisten Kinder - ihre Heimat vor. Sie erzählen, wo sie gerne hingehen, was sie in ihrer Freizeit machen und welche Sehenswürdigkeiten und Spezialitäten es hier gibt. Und sie verraten wertvolle Tipps für die Fahrt mit der Transsib!Ein einzigartiger Reisebericht, der uns das ferne Russland und die Menschen, die dort leben, ganz nah bringt.
  • Produktdetails
  • Verlag: Gerstenberg Verlag
  • Seitenzahl: 80
  • Altersempfehlung: ab 10 Jahren
  • Erscheinungstermin: Juli 2021
  • Deutsch
  • Abmessung: 341mm x 268mm x 15mm
  • Gewicht: 986g
  • ISBN-13: 9783836961295
  • ISBN-10: 3836961296
  • Artikelnr.: 61427188
Rezensionen

Perlentaucher-Notiz zur ZEIT-Rezension

Ein bemerkenswertes Kindersachbuch haben Alexandra Litwina und die Illustratorin Anna Desnitskaya da herausgebracht, findet Rezensentin Judith Scholter. In "Von Moskau nach Wladiwostok" könne man nämlich nicht nur viel über das Reisen mit der Transsibirischen Eisenbahn, sondern auch über die in Russland lebenden Menschen von Moskau bis in den Ural lernen, erklärt Scholter. Die Illustrationen Desnitskayas betonen der Rezensentin zufolge dabei die verschiedenen Atmosphären und Temperaturen der Landschaften auf einfache, aber wirkungsvolle Weise. Der einzige Schwachpunkt des Buches sei das stellenweise zu komplizierte Vokabular, aber dafür gibt es laut Scholter ein Glossar mit Begriffserklärungen am Ende des Buches. Da ist für jedes Alter etwas dabei, findet die Rezensentin, die viel Freude an dem Buch hat und es als Einstieg für Menschen, die eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn planen, nur empfehlen kann.

© Perlentaucher Medien GmbH

Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 13.08.2021

Haustiere nur in Waggons mit Pfote
Eine Reise in der Transsibirischen Eisenbahn „Von Moskau nach Wladiwostok“ erzählt
vom Leben in den Städten und den Landschaften, die man mit dem Zug durchquert
VON SONJA ZEKRI
Es läuft ja schon seit einiger Zeit nicht mehr so gut zwischen Deutschland und Russland: Vorwürfe, Misstrauen – und dann wieder großes Bedauern. Warum nicht mal alle Beteiligten eine Woche in die Transsib setzen? Da hätten sie Zeit zu reden, endlose Stunden, in denen draußen jede Menge Tundra und Städte mit gutturalen Namen wie Kungur oder Ujar vorbeifliegen. An den Bahnhöfen könnte man sich Essen von Lieferdiensten an den Zug bringen lassen oder Zirbelkerne kaufen. Und wenn der eine beim anderen Salz für die hart gekochten Eier leihen muss, dürften wohl auch die verstocktesten Geopolitiker begreifen, dass eben doch alle aufeinander angewiesen sind.
Der Trick mit den Lieferdiensten ist einer der wunderbar nützlichen Hinweise in Alexandra Litwinas und Anna Desnitskayas Transsib-Buch „Von Moskau nach Wladiwostok“. Andere zeigen den richtigen Umgang mit Erfrierungen (auf keinen Fall mit Schnee einreiben) oder die Mitfahrt von Haustieren (nur in Waggons mit Pfote). Zwei Jahre lang haben sie Post von Menschen entlang der Strecke gesammelt, vor allem von Kindern und Jugendlichen, die der Transsib familiär verbunden sind, weil ganze Familien und ihre Vorfahren für die Eisenbahn arbeiteten: als Landvermesser, Weichensteller, Ingenieure oder als Bahnhofsschaffnerin mit Zuständigkeit für den „Siedewasser-Pavillon“, in dem man früher kochendes Wasser für Tee oder Grütze bekam. Die Transsib, das merkt man rasch, ist kein Zug, sondern ein Lebensstil, und zwar nicht nur für die Passagiere, sondern auch für die Menschen, die neben ihr, mit ihr und von ihr leben. Wer käme sonst auf die Idee, eine Fahrt „samtig“ zu nennen, wenn der Zug nicht ruckelt? Die Transsib hat eine eigene Kulturpraxis des Eisenbahnreisens, nun, nicht erfunden, aber verlängert und sozusagen ins Weltumspannende vergrößert.
Das geht nur, weil sich einst die Sowjetunion, aber auch Russland über zwei Kontinente und viele Zeitzonen erstreckt. Allein die ostsibirische Taiga ist das größte ursprüngliche Waldgebiet der Welt, schreiben die Autorinnen. Ohnehin legen sie großen Wert auf die Pracht am Streckenrand, auf den Reichtum der Sprachen – wer hat je vom Tofolarischen gehört, wer vom Enzischen? –, der Küche, der Architektur. Das ist nicht falsch. Andererseits ist es nicht so, dass die Transsib nur glückliche Menschen durch blühende Natur transportiert hätte. Verbannte, Gulag-Gefangene, Weiße, Rote, Partisanen, Panzer, alle fuhren Zug, was die Autorinnen aber fast nebenbei erzählen.
Schon die Entstehung war nicht sehr heiter, auch wenn sie im Vorwort von Wladimir Kaminer fast märchenhaft klingt: „Die Deutschen mögen es sehr, mit der Transsib zu reisen. Viele deutsche Rentner haben an der 9288 Kilometer langen Strecke mitgebaut, ob als Kriegsgefangene (ihre Erinnerungen sind sicher wenig romantisch) oder später als Arbeiterbrigaden aus der DDR (die fahren heute gerne mit der Transsib, um sich an die alten Zeiten zu erinnern, als die Menschen noch ohne Lohn arbeiten gingen, abends am Feuer tanzten und Wodka aus der Flasche tranken).“
Aber solche kleinen Einschränkungen trüben das Vergnügen nicht. „Von Moskau nach Wladiwostok“ ist ein hochunterhaltsames Lese- und Bilderbuch, das sich an jeder Stelle auf- und wieder zuschlagen lässt, auch dank der Zeichnungen von Anna Desnitskaya, die für Stadtpanoramen, Abteilszenen oder Grafiken einen modernen, klaren Strich gefunden hat. Das Buch ist, kurz, die ideale Reiselektüre. Fehlt nur noch die Abfahrtszeit. (ab 10 Jahre)
Alexandra Litwina, Anna Desnitskaya: Von Moskau nach Wladiwostok. Eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn. Aus dem Russischen von Lorenz Hoffmann, Thomas Weiler. Gerstenberg, 2021. 80 Seiten, 26 Euro.
Die Transsib hat die Kulturpraxis
des Eisenbahnfahrens
ins Weltumspannende vergrößert
Illustration aus Alexandra Litwina / Anna Desnitskaya: Von Moskau nach Wladiwostok
DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
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Frankfurter Allgemeine Zeitung - Rezension
Frankfurter Allgemeine Zeitung | Besprechung von 18.11.2021

Irgendetwas passiert immer

Die Strecke der Transsibirischen Eisenbahn ist 9288 Kilometer lang, 174 Stunden dauert die Fahrt. Wenn man zwischendurch aussteigt, braucht man noch länger als die eine Woche, die der Zug von Moskau bis Wladiwostok unterwegs ist. Was in diesen 174 Stunden passieren kann, wen man trifft und was man alles sieht, darauf bereitet einen das vermutlich schönste Kinderbuch des Herbstes vor, das man auch als Erwachsener gern zur Hand nimmt. Es gibt darin nützliche Tipps für das Zugfahren - "Schaffnerin: ansprechen und anfreunden" - und die Orte unterwegs. In Irkutsk schaut man sich Holzhäuser an, in der burjatischen Hauptstadt Ulan Ude isst man Teigtaschen, und in Chabarowsk badet man wegen der Strömung besser in den Seen als im breiten Amur. Dort gibt es Tiger, und in Wladiwostok gibt es Algenschokolade. Das vielleicht Beste sind die wimmeligen Zeichnungen, die einen durchaus realistischen Eindruck vom Leben im Zug vermitteln. Ja, da fahren wirklich manchmal Katzen mit, das ist schließlich Russland, und Russen lieben Katzen und bauen ihnen Denkmäler. Das haben die Katzen mit den russischen Zügen gemein, auch sie werden geliebt und verehrt. Was nicht nur daran liegt, dass sie im Gegensatz zu deutschen Zügen auch bei Eis und Schnee pünktlich sind. dien.

"Von Moskau nach Wladiwostok. Eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn" von Alexandra Litwina und Anna Desnitskaya.

Gerstenberg Verlag, Hildesheim 2021. 80 Seiten, zahlreiche Illustrationen. Gebunden, 26 Euro.

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