Gut gebaut

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In "Gut gebaut" stellen Architekturschaffende aus dem Landkreis Miesbach ihre Meisterwerke der Baukunst des Voralpenlandes vor. Sie beschreiben, wie die überlieferten Grundsätze der alpenländischen Tradition modern interpretiert werden - mit vielen einheimischen Materialien.
Alle dargestellten Werke eint die Wechselwirkung zwischen Menschen, Gebäuden und Landschaft. Der Mensch formt schon seit Jahrhunderten die wunderbare Landschaft des Oberlandes mit Bergen und Seen; aber auch die natürlichen Gegebenheiten der Landschaft bestimmen, wie die Menschen leben und arbeiten. In dem Buch stehen…mehr

Produktbeschreibung
In "Gut gebaut" stellen Architekturschaffende aus dem Landkreis Miesbach ihre Meisterwerke der Baukunst des Voralpenlandes vor. Sie beschreiben, wie die überlieferten Grundsätze der alpenländischen Tradition modern interpretiert werden - mit vielen einheimischen Materialien.

Alle dargestellten Werke eint die Wechselwirkung zwischen Menschen, Gebäuden und Landschaft. Der Mensch formt
schon seit Jahrhunderten die wunderbare Landschaft des Oberlandes mit Bergen und Seen; aber auch die natürlichen Gegebenheiten der Landschaft bestimmen, wie die Menschen leben und arbeiten. In dem Buch stehen Seite an Seite Einfamilienhäuser, die modern und traditionell sind; Fabrikgebäude, die trotzdem alpenländische Architektur verkörpern oder der Neubau, der ein uraltes Kloster wieder vervollständigt, ohne zu historisieren.

Geprägt wird das Buch von den großen Fotos der profilierten Architektur-Fotografin Petra Steiner. Der Kabarettist Gerhard Polt - wohnhaft in der Gemeinde Schliersee im Landkreis Miesbach - kommentiert das Schema des Buches in einem Vorwort. Und um das Ganze abzurunden, kommt das Papier des prächtigen Bildbandes aus der Papierfabrik in Gmund am Tegernsee,
  • Produktdetails
  • Verlag: Volk, München
  • Seitenzahl: 227
  • Erscheinungstermin: Oktober 2018
  • Deutsch
  • Abmessung: 246mm x 217mm x 25mm
  • Gewicht: 896g
  • ISBN-13: 9783862222766
  • ISBN-10: 3862222764
  • Artikelnr.: 50603439
Rezensionen
Besprechung von 07.12.2018
Berge, Bäume, Bauten
Im reizvollen Oberbayern haben im Laufe der vergangenen Jahrzehnte reichlich architektonische Sünden ihren Platz gefunden.
Dass es aber auch anders – stilvoll und passend – geht, zeigen zwei neue Bücher mit positiven Beispielen
VON MATTHIAS KÖPF
München – Die ersten Bilder zeigen das, worum es geht, obwohl darauf vor allem Landschaft zu sehen ist. Wasser, Wolken und Wiesen, Bäume, Hügel und Berge, dazwischen zwei Aufnahmen der zerklüfteten Gesichter von Gerhard Polt und Werner Pawlovsky. Nur Häuser sind kaum zu sehen, höchstens winzig und in weiter Ferne. So sieht es aus im Landkreis Miesbach, wenn einer am richtigen Ort in die richtige Richtung schaut. Gebäude gibt es auch, mancherorts recht viele, und zuweilen ziemlich protzige, wie fast überall in Oberbayern. Doch Häuser, die sich in den Vordergrund spielen, sollen gerade nicht zu sehen sein in diesen Büchern über das Bauen. Sondern die anderen, die sich fügen zu Wäldern, Wiesen, Hügeln und Hängen.
Als imaginäre Landschaft, als Tourismuskulisse und als premiumbayerisches Postkartenphantasma ist das ländliche Oberbayern noch keine 200 Jahre alt. Und doch waren die Berge immer schon da, und auch manche Höfe stehen schon seit vielen Generationen. Die Nachkommen haben jeweils das Ihre hinzugefügt, und kaum je wurde hier in so kurzer Zeit so viel gebaut wie in diesem jungen Jahrhundert, das sich so sehr nach der Heimat sehnt, dass es sie regelrecht zustellt mit Eigenheimen aller Art, zuzüglich Gewerbegebiet. Wenn das alles in dem Stil so weitergeht, dann werde es bald auch im Ruhrgebiet einmal so schön sein wie im Landkreis Miesbach, schreibt der dort ansässige Gerhard Polt, den das Architekturforum Miesbacher Kreis, ein Zusammenschluss regionaler Architekten, für ein Vorwort in seinem neuen Buch gewonnen hat. Vor allem für dieses Buch hat sich das einst eher lose Forum die Form eines eingetragenen Vereins gegeben, und auch sonst geben sich die Mitglieder rund um den neuerdings ehemaligen, frisch pensionierten Miesbacher Kreisbaumeister Pawlovsky viel Mühe auf ihrer Suche nach guten Beispielen. „Gut gebaut. Häuser im Landkreis Miesbach“ heißt das Ergebnis in Buchform.
Die 50 ausgewählten und von der Fotografin Petra Steiner in Szene gesetzten Beispiele bleiben auch Geschmackssache, wenn sie von ambitionierten Architekten ausgewählt werden. Aber auf viel Holz und auf flache Satteldächer, wie sie die Einfirsthöfe im oberbayerischen Voralpenland seit Jahrhunderten haben, können sich alle einigen – und auch darauf, dass noch flachere Walmdächer über fast quadratischen Grundrissen auch in Zukunft vor allem bestens in die Toskana passen werden.
Oberbayerns Bezirksheimatpfleger Norbert Göttler braucht man mit dem Toskanastil nicht zu kommen, und dem Landesverein für Heimatpflege auch nicht. Aus dessen beispielgebenden Häuserfahrten ist ein Buch über „Zeitgemäßes Bauen im ländlichen Oberbayern“ entstanden, das nun praktisch gleichzeitig und ebenfalls im Münchner Volk Verlag erschienen ist und 43 Beispiele versammelt. Beide Bücher verstehen unter zeitgemäßem Bauen auch das neue Nutzen des Vorhandenen, etwa das Umbauen von Höfen, die in den Dorfkernen leer stünden und weichen müssten, weil die Bauern ihren neuen Laufställen hinterhergezogen sind und ihr landwirtschaftliches Bauprivileg auf der grünen Wiese in Anspruch genommen haben. Dass es auch in Oberbayern ganz unterschiedliche Bautraditionen gibt, zeigen in Göttlers Buch nicht nur die vielen Fotos von Norbert Kiening, sondern auch ein Aufsatz von Vinzent Dufter vom Landesverein für Heimatpflege, der die Elemente jedes Hauses einzeln in den Blick nimmt und zum Beispiel die flachen Dächer im schneereichen Alpenvorland damit erklärt, dass so die hölzernen Schindeln nicht so leicht von den Dächern rutschten, während die früher oft mit Stroh oder Schilf gedeckten Dächer im nördlichen Oberbayern viel steiler gebaut werden konnten.
Norbert Göttler: Zeitgemäßes Bauen im ländlichen Oberbayern, 204 S., 29,90 Euro.
Architekturforum Miesbacher Kreis: Gut gebaut. Häuser im Landkreis Miesbach, 228 S., 29,90 Euro.
In jedem der Hüttentürme bei Bayrischzell sind drei Hotelzimmer aufgestapelt (rechts). Hinter dem alten Scheunentor in Gmund liegen Wohnräume (oben), genau wie in den modernisierten Häusern in Aiterbach (unten li.) und Schönbrunn. Fotos: Norbert Kiening (3), Petra Steiner (oh)
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