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Sandro, ein verheirateter Mittdreißiger aus der Hauptstadt Tbilissi, zählt als Mitbesitzer einer großen Pflaumensaucenfabrik zu den wirtschaftlichen Gewinnern in Georgien. Aber was nützt finanzieller Erfolg in einer patriarchalen Gesellschaft, wenn der Mann nach einem anstrengenden Arbeitstag den Feierabend mit Frau und Kind zu Hause verbringt? Seine Freizeit widmet Sandro diversen Eroberungen, die er in einer sorgfältig geführten Liste verwaltet: "die Heiratsfixierten", "die Standfesten" und "die Billigen". Mit allen Mitteln der modernen Kommunikation werden diese Affären so organisiert, dass…mehr

Produktbeschreibung
Sandro, ein verheirateter Mittdreißiger aus der Hauptstadt Tbilissi, zählt als Mitbesitzer einer großen Pflaumensaucenfabrik zu den wirtschaftlichen Gewinnern in Georgien. Aber was nützt finanzieller Erfolg in einer patriarchalen Gesellschaft, wenn der Mann nach einem anstrengenden Arbeitstag den Feierabend mit Frau und Kind zu Hause verbringt? Seine Freizeit widmet Sandro diversen Eroberungen, die er in einer sorgfältig geführten Liste verwaltet: "die Heiratsfixierten", "die Standfesten" und "die Billigen". Mit allen Mitteln der modernen Kommunikation werden diese Affären so organisiert, dass weder jene voneinander noch seine Frau Keti von all dem Wind kriegen. "Lucrecia515" ist das Passwort, mit dem er seine amourösen Abenteuer und Seitensprünge schützt - bis es kommt, wie es kommen muss: Sandros Frau Keti beschließt, das Passwort ihres treulosen Gatten zu knacken ...
Lucrecia515 ist eine erotische Gesellschaftssatire, eine Komödie mit Tiefgang; Lasha Bugadze nimmt auf hochamüsante Weise die Doppelmoral der georgischen Gesellschaft aufs Korn - bissig, stellenweise böse, doch wie immer bei Bugadze überstrahlt von einer unerschütterlichen Liebe zu den Menschen und zu seinen Figuren.
  • Produktdetails
  • Verlag: Frankfurter Verlagsanstalt
  • Seitenzahl: 320
  • Erscheinungstermin: 25. August 2017
  • Deutsch
  • Abmessung: 210mm x 134mm x 31mm
  • Gewicht: 496g
  • ISBN-13: 9783627002435
  • ISBN-10: 3627002431
  • Artikelnr.: 51523974
Autorenporträt
Haratischwili, Nino
Nino Haratischwili, geboren 1983 in Tbilissi, ist preisgekrönte Theaterautorin, -regisseurin und Autorin des hochgelobten Familienepos »Das achte Leben (Für Brilka)« (FVA 2014), das in zahlreiche Sprachen übersetzt und u. a. mit dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft und dem Anna-Seghers-Literaturpreis ausgezeichnet wurde.

Büttner, Martin
Martin Büttner wurde 1972 in Argentinien geboren und wuchs in Deutschland auf. Er studierte Germanistik und Philosophie, arbeitete als Regieassistent und Journalist. Seit 2013 ist er freier Lektor und Übersetzer und lebt in Hamburg.
Rezensionen
Casanovas App

Schlechter Witz: Lasha Bugadzes
Roman „Lucrecia515“

„Kann man eigentlich sein ganzes Leben wegen eines Hinterns und des eigenen Hochmuts auf den Kopf stellen?“, fragt der Held dieses Romans und er beantwortet die Frage wie folgt: „Anscheinend ja. In meinem Fall war es ja so.“ Bis zu dieser Erkenntnis führt der 1977 in Tiflis geborene georgische Autor und Cartoonist Lasha Bugadze seinen Helden durch eine ziemlich üble Geschichte von sexueller Not und krankhaftem Bestätigungszwang.

Der verheiratete Mittdreißiger Sandro, ein post-sowjetischer Gewinner-Typ in Tiflis, versucht sich als Turbo-Casanova. Leider vergisst er eine Grundregel des Venezianers: Die Verführte selbst muss sich als eigentliche Verführerin fühlen. Bei Sandro findet sich von solcher Raffinesse leider nicht die geringste Spur. Die Lügen, mithilfe derer er seine Affären mit der Fernsehjournalistin Ana und vielen anderen zu koordinieren versucht, fliegen auf, als seine Frau Keti seine Kommunikations-Apps hacken lässt.

Da helfen auch Sandros penibel geführten Listen über die Opfer seiner maximal vulgären Verführungsversuche zwischen „Standfesten“, „Heiratsfixierten“ und „Billigen“ nicht mehr. „Der sarkastische, bisweilen hysterische Humor ist typisch für die georgische Kultur“, sagte Lasha Bugadze vor ein paar Jahren über seinen wirklich urkomischen Roman „Der Literaturexpress“, in dem er eine Lesereise durch die europäische Kulturbürokratie schilderte.

In „Lucrecia515“ ist von seinem Talent zum Schelmenroman außer in den grotesken Passagen über moderne Emoji-Kommunikation leider kaum etwas zu spüren. Wo Frauenhintern „optimistisch auf und ab wackeln“, sich Ehefrau und Geliebte darüber streiten, wo der Mann was reinsteckt und letzterer offensichtlich abgeneigte Damen auf der Café-Toilette zum Oralsex drängt, da fragt man sich irgendwann: Soll das ein Witz sein?

CORNELIUS WÜLLENKEMPER

Lasha Bugadze: Lucrecia515. Roman. Aus dem Georgischen von Nino Haratischwili und Martin Büttner. Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2017. 313 Seiten, 24 Euro. E-Book 15,99 Euro.

DIZdigital: Alle Rechte vorbehalten – Süddeutsche Zeitung GmbH, München
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über www.sz-content.de

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Süddeutsche Zeitung - Rezension
Süddeutsche Zeitung | Besprechung von 23.01.2018

Casanovas App
Schlechter Witz: Lasha Bugadzes
Roman „Lucrecia515“
„Kann man eigentlich sein ganzes Leben wegen eines Hinterns und des eigenen Hochmuts auf den Kopf stellen?“, fragt der Held dieses Romans und er beantwortet die Frage wie folgt: „Anscheinend ja. In meinem Fall war es ja so.“ Bis zu dieser Erkenntnis führt der 1977 in Tiflis geborene georgische Autor und Cartoonist Lasha Bugadze seinen Helden durch eine ziemlich üble Geschichte von sexueller Not und krankhaftem Bestätigungszwang.
Der verheiratete Mittdreißiger Sandro, ein post-sowjetischer Gewinner-Typ in Tiflis, versucht sich als Turbo-Casanova. Leider vergisst er eine Grundregel des Venezianers: Die Verführte selbst muss sich als eigentliche Verführerin fühlen. Bei Sandro findet sich von solcher Raffinesse leider nicht die geringste Spur. Die Lügen, mithilfe derer er seine Affären mit der Fernsehjournalistin Ana und vielen anderen zu koordinieren versucht, fliegen auf, als seine Frau Keti seine Kommunikations-Apps hacken lässt.
Da helfen auch Sandros penibel geführten Listen über die Opfer seiner maximal vulgären Verführungsversuche zwischen „Standfesten“, „Heiratsfixierten“ und „Billigen“ nicht mehr. „Der sarkastische, bisweilen hysterische Humor ist typisch für die georgische Kultur“, sagte Lasha Bugadze vor ein paar Jahren über seinen wirklich urkomischen Roman „Der Literaturexpress“, in dem er eine Lesereise durch die europäische Kulturbürokratie schilderte.
In „Lucrecia515“ ist von seinem Talent zum Schelmenroman außer in den grotesken Passagen über moderne Emoji-Kommunikation leider kaum etwas zu spüren. Wo Frauenhintern „optimistisch auf und ab wackeln“, sich Ehefrau und Geliebte darüber streiten, wo der Mann was reinsteckt und letzterer offensichtlich abgeneigte Damen auf der Café-Toilette zum Oralsex drängt, da fragt man sich irgendwann: Soll das ein Witz sein?
CORNELIUS WÜLLENKEMPER
Lasha Bugadze: Lucrecia515. Roman. Aus dem Georgischen von Nino Haratischwili und Martin Büttner. Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2017. 313 Seiten, 24 Euro. E-Book 15,99 Euro.
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