Quellen zur deutschen Innenpolitik 1933-1939

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Die Politik des Nationalsozialismus hatte zum Ziel, mit Deutschland die Welt zu verändern. Dies bestimmte auch die innenpolitischen Entscheidungen. Günter Wollstein verfolgt in 91 Quellen die Innenpolitik des 'Dritten Reiches' von 1933 bis 1939 unter Berücksichtigung aller wesentlichen Stationen und Politikfelder. Von einer unvergleichlichen politischen Dichte geprägt lassen sich diese Jahre - wenn überhaupt - nur durch den Blick auf die Quellen verstehen.…mehr

Produktbeschreibung
Die Politik des Nationalsozialismus hatte zum Ziel, mit Deutschland die Welt zu verändern. Dies bestimmte auch die innenpolitischen Entscheidungen. Günter Wollstein verfolgt in 91 Quellen die Innenpolitik des 'Dritten Reiches' von 1933 bis 1939 unter Berücksichtigung aller wesentlichen Stationen und Politikfelder. Von einer unvergleichlichen politischen Dichte geprägt lassen sich diese Jahre - wenn überhaupt - nur durch den Blick auf die Quellen verstehen.
  • Produktdetails
  • Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe (FSGA), Reihe B Bd.33
  • Verlag: Wissenschaftliche Buchgesellschaft
  • 2001
  • Ausstattung/Bilder: 2001. XXII, 321 S.
  • Deutsch
  • Abmessung: 226mm x 152mm x 25mm
  • Gewicht: 554g
  • ISBN-13: 9783534085729
  • ISBN-10: 3534085728
  • Best.Nr.: 09794145
Rezensionen
Besprechung von 07.05.2002
Volksgemeinschaft und Terror
Gelungene Quellensammlung über das Doppelgesicht des "Dritten Reiches"

Günter Wollstein (Herausgeber): Quellen zur deutschen Innenpolitik 1933-1939. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2001. XXII und 321 Seiten, 59,90 Euro.

Anfang Juli 1933 berichtete der französische Botschafter in Berlin, André François-Poncet, nach Paris: "Adolf Hitler hat gewonnenes Spiel, und er hat diese Partie mit geringem Aufwand gewonnen: Er mußte nur pusten - das Gebäude der deutschen Politik stürzte zusammen wie ein Kartenhaus."

Wer noch einmal aus zeitgenössischen Zeugnissen die Technik nationalsozialistischer Gleichschaltung und Herrschaftssicherung begreifen und nachvollziehen möchte, wie Deutschland damals in wenigen Monaten sein Gesicht gründlich verändert hat, findet in der gelungenen Quellensammlung von Günter Wollstein eine Fülle authentischer Informationen zu mehreren zentralen Politikfeldern. In einer präzisen und auf das Wesentliche ausgerichteten Einleitung führt der Kölner Historiker den Leser auf die thematischen Schwerpunkte und herausragenden Ereignisse nationalsozialistischer Innenpolitik bis 1939, die dann in einer repräsentativen Auswahl von Quellen konkret werden und Farbe gewinnen. Die Wirtschafts- und Sozialgeschichte sind einem gesonderten Band vorbehalten.

Kennzeichnend für die Durchsetzung und Festigung nationalsozialistischer Macht war eine wohldosierte Mischung von Terror und Gewalt von unten und ihrer staatlich-gesetzlichen Sanktionierung von oben, von Verfolgung und Ausgrenzung der "Volksfeinde" wie Juden, Kommunisten, Erbkranke, "Asoziale" und viele andere und Verführung der "Volksgenossen" mit attraktiven Angeboten. Jede der Ebenen von Gewalt und Verführung wird in den Quellen vorgestellt. Auskunft geben sie über die Herrschaftsstruktur des "Führerstaates", über die Diktaturgewalt Hitlers und den um ihn aufgebauten "Führerkult", über die zuarbeitende Rolle der NSDAP, der Wehrmacht unter Reichswehrminister Werner von Blomberg im Zeichen der Wiederwehrhaftmachung und Kriegsvorbereitung, der konservativen Steigbügelhalter um Franz von Papen, der Regierung, der Verwaltung und Justiz, der SA, SS und Polizei.

Die Dokumente vermitteln einen Eindruck von dem bisweilen chaotischen Kompetenzgerangel der Führungsinstanzen untereinander, das den "Führerstaat" auszeichnete und seinem "Führer" zusätzlich eine moderierende und integrierende Funktion zuwachsen ließ. Zahlreiche Quellen beleuchten die brutale Ausgrenzungspolitik gegenüber Juden, politischen Feinden, den Kirchen, Erbkranken und anderen Opfern. Breiter Raum ist der Volksgemeinschaftspolitik mit ihren verführerischen Angeboten etwa in Freizeit und Sport, der gesellschaftlichen Gleichschaltung und der organisatorischen Erfassung der Menschen gewidmet. Neben vielen bekannten sind auch einige unbekannte Schriftstücke aufgenommen. Zusätzliche Informationen und Quellenauszüge in den Anmerkungen sowie ein thematisches Quellenverzeichnis erleichtern auch dem historisch interessierten Laien die Arbeit mit diesem empfehlenswerten Band.

BERND JÜRGEN WENDT

Alle Rechte vorbehalten. © F.A.Z. GmbH, Frankfurt am Main
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Perlentaucher-Notiz zur F.A.Z.-Rezension

Repräsentativ, gelungen. Wer sich mittels zeitgenössischer Zeugnisse noch einmal die Technik nationalsozialistischer Gleichschaltung und Herrschaftssicherung vergegenwärtigen möchte, dem empfiehlt Bernd Jürgen Wendt den vorliegenden Band des Kölner Historikers Günter Wollstein. "Repräsentativ" nennt Werndt die Quellenauswahl: Jede Ebene von Gewalt und Verführung, von der brutalen Ausgrenzungspolitik gegen Juden bis zur Volksgemeinschaftspolitik, werde vorgestellt und in Anmerkungen auch dem Laien verständlich gemacht. Angetan zeigt sich Wendt ferner von einer "präzisen und auf das Wesentliche ausgerichteten" Einleitung.

© Perlentaucher Medien GmbH