Spectaculum 75. Sechs moderne Theaterstücke und Materialien - Artaud, Antonin; Graser, Jörg; Hensel, Kai; Kater, Fritz; Sabato, Simona; Turrini, Peter

20,00
versandkostenfrei*
Preis in Euro, inkl. MwSt.
Sofort lieferbar
0 °P sammeln

    Gebundenes Buch

Antonin Artaud: Die Cenci Deutsch von Bernd Mattheus
In diesem Stück geht es um einen Patriarchen, seine Frau und seine Kinder, einen Kardinal, zwei stumme Mörder, es geht um Herrschaft und Gewalt und es löste in seiner scheinbaren Amoralität bei der Uraufführung in Paris einen Skandal aus. Jörg Graser: Jailhouse Blues
Zwei Stunden vor seiner Hinrichtung herrscht in Motils Todeszelle Hochbetrieb. Der Pfarrer überredet ihn zur Schnelltaufe, die Pflichtverteidigerin will seine Hinrichtung vermarkten und der Sheriff von Desert Stone, Texas, legt ihm gleich 14 Mordbekenntnisse zur
…mehr

Produktbeschreibung
Antonin Artaud: Die Cenci
Deutsch von Bernd Mattheus

In diesem Stück geht es um einen Patriarchen, seine Frau und seine Kinder, einen Kardinal, zwei stumme Mörder, es geht um Herrschaft und Gewalt und es löste in seiner scheinbaren Amoralität bei der Uraufführung in Paris einen Skandal aus.
Jörg Graser: Jailhouse Blues

Zwei Stunden vor seiner Hinrichtung herrscht in Motils Todeszelle Hochbetrieb. Der Pfarrer überredet ihn zur Schnelltaufe, die Pflichtverteidigerin will seine Hinrichtung vermarkten und der Sheriff von Desert Stone, Texas, legt ihm gleich 14 Mordbekenntnisse zur Unterschrift vor. Daß es in dieser Komödie ganz so wie in einer griechischen oder texanischen Tragödie am Ende nicht ohne einen Deus ex Machina geht, liegt auf der Hand.

Kai Hensel: Klamms Krieg

"Schule ist Zwang und Lehrer wie Schüler verdanken diesem Zwang ihre gemeinsame Existenz." Die Schüler des Leistungskurses haben Klamm den Krieg erklärt, die totale Verweigerung. Sie lasten ihm den Selbstmord eines Schülers an. Dieses spannende Psychogramm, das den Ursachen von Gewalt in einem System von Abhängigkeit und Unterdrückung auf den Grund geht, ist eines der meistgespielten Stücke des Jahres.

Fritz Kater: zeit zu leben zeit zu sterben
Frei nach Motiven des Films 'time stands still' von Péter Gothár

Die Mauer ist längst weg und auch die Gruppe von Menschen, die damals ihre Jugend kurz vor der Wende in der DDR erlebte, hat sich aufgelöst. Das Stück erzählt die Geschichte von einer Generation zwischen Aufbruch und Stillstand, erzählt vom Sterben größerer Träume und der Ankunft in einer einsamen Gegenwart. Fritz Kater hat für dieses Stück den Mülheimer Dramatikerpreis 2003 erhalten.

Simona Sabato: Gotland

Wohnst Du noch oder lebst Du schon? Was hat Marion mit dem todkranken Mann mit Ikea zu tun? Was hat Heidi, die mit dem Psychiater liiert ist und in Nachmittags-Talkshows auftritt, mit Ikea zu tun? Was hat Ray, der einen Mann im Obdachlosenheim erstickt hat, mit Ikea zu tun? Sie alle treffen sich bei Simona Sabato im Interieur 1 und feiern eine Party.

Peter Turrini: Ich liebe dieses Land
(Klagenfurter Fassung)

Der junge Beni aus Nigeria stößt in Deutschland als Asylsuchender auf Zurückweisung und Haß, die Menschen, die ihn im Abschiebegewahrsam aufsuchen, sind taub für sein Bemühen, Angst und Bedrohung zu überwinden, taub für den einzigen Satz, an den er sich klammert: Ich liebe dieses Land.
Jahrelang hat die Annahme gegolten, das moderne Drama habe keine Leser. Spectaculum I und II haben diese Annahme widerlegt; die beiden Bände haben ein Aufsehen erregt, das weit über den Kreis der Fachkundigen hinausging; über hunderttausend Bände fanden ihre Käufer. Die Welt, in der wir leben, im Dialog vorzustellen, Texte zu bringen, in denen der Puls unserer und vielleicht einer kommenden Zeit schlägt, und dem modernen Theater als einer Institution zu dienen, in der menschliche Freiheit sich heute wie nirgends sonst unmittelbar ausdrückt - dies war unsere Absicht. Ihr ist begeistert zugestimmt worden: "Die gegenwärtige Lage des deutschsprachigen Theaters ist nicht allzu ermutigend. Wer für das moderne Theater ist, der wird den Wunsch hegen, daß der Suhrkamp Verlag diese dankenswerte Bemühung für das moderne Drama fortsetzt." Österreichischer Rundfunk. - "In einer Zeit, in der die epische Literatur unseren Büchermarkt mit Romanen überschwemmt, daß die Tatsache der 'Neuerscheinung' oft wichtiger geworden ist als die Bedeutung einer Veröffentlichung, wird die Dramensammlung des Suhrkamp Verlages Ereignis. Sie geht den umgekehrten Weg: aus der Flut der Uraufführungen, die oft genug um der Uraufführung willen vonstatten gehen, Wesentliches zu retten. Wir bedürfen der Sicherung dieses Schaffens durch Publikation um so mehr, als wir Klarheit über die Situation unseres Theaters gewinnen müssen, in dem zuweilen die Regieleistung mehr beachtet wird als die Dichtung. Das Spectaculum möge auch mit diesem zweiten Bande nicht abgeschlossen werden." Darmstädter Tagblatt. Wenn wir uns jetzt entschließen, das Unternehmen Spectaculum zu einer ständigen Einrichtung - wenigstens für die kommenden fünf Jahre - werden zu lassen, geschieht dies aus der Überlegung, daß modernes Theater nicht möglich ist ohne die Kenntnis des modernen Theaters. Das moderne Drama wendet sich an den Zuschauer und an den Leser, bei vielen modernen Stücken wird die vom Autor angestrebte Wirkung sich erst auf der inneren Bühne des Lesers vollziehen. Brecht maß dem Lesen von Dramen große Bedeutung bei; er trat immer wieder für die "Literarisierung" des Theaters ein, für das Durchsetzen des Gestalteten mit Formuliertem, für das durch Lektüre bewirkte komplexe Sehen; Brecht wünschte sich den kritischen Zuschauer, der durch Lesen zum Fachmann geworden ist, denn das Theater soll von Fachleuten besucht sein, "wie man Sporthallen voll von Fachleuten" hat, und die größere Kennerschaft schafft das größere Vergnügen in jenem "Reich des Wohlgefälligen". Die Resonanz unserer Bände, die, einmal zusammengenommen, eine Art Kompendium des dramatischen Schaffens unserer Zeit ergeben sollen, wird dann auch daran mitwirken, dem poetischen Drama im deutschsprachigen Raum neue Geltung zu verschaffen, und es den Intendanten erleichtern, mehr als bisher solche Stücke aufzuführen. Jeder Band wird Stücke enthalten, die innerhalb dieses Jahreszeitraums aufgeführt oder diskutiert sind, und solche Texte, die vorbereitend neue dramatische Wege weisen. Jeder Band bringt ein Stück von Bertolt Brecht, um die überragende Position dieses bedeutendsten Dramatikers unserer Zeit hervorzuheben. Vorgesehen sind weitere Stücke von Beckett, Eliot, Frisch, Ionesco, Jahnn, Majakowski, Pirandello, Sartre, Wilder, Shaw sowie Stücke anderer dramatischer Autoren, sofern sie dieser Umgebung standhalten. Um an gültigen Beispielen Orientierung zu geben, werden wir uns der strengsten Maßstäbe bei der Auswahl und Komposition der einzelnen Bände bedienen. Es geht uns ausschließlich um literarisch relevante Texte. Wir hoffen, damit den Künsten, denen Spectaculum gewidmet ist, kundigere und kritischere Zuschauer zuzuführen, die Praxis der Spielpläne zu befruchten und dem schönen Augenblick der Aufführung Dauer zu verleihen, damit all diese Künste, Drama, Film, Oper und Ballett, nach dem Wort Brechts beitragen "zur größten aller Künste, zur Lebenskunst".
  • Produktdetails
  • Verlag: Suhrkamp
  • Artikelnr. des Verlages: 41618
  • Seitenzahl: 271
  • Erscheinungstermin: 17. Mai 2004
  • Deutsch
  • Abmessung: 244mm x 172mm x 35mm
  • Gewicht: 730g
  • ISBN-13: 9783518416181
  • ISBN-10: 3518416189
  • Artikelnr.: 12515015
Autorenporträt
Graser, Jörg
Jörg Graser, geboren 1951 in Heidelberg, ist Politologe und Absolvent der Münchner Filmhochschule. Er hat als Film- und Fernsehregisseur gearbeitet und schreibt Drehbücher, Theaterstücke und Hörspiele. Graser hat zahlreiche Preise erhalten, u. a. den Bundesfilmpreis, den Publikumspreis der Filmfestspiele in Cannes, den Adolf-Grimme-Preis. Er lebt in München und im Bayerischen Wald.

Sabato, Simona
Simona Sabato, 1964 in Berlin geboren, arbeitete als Kamerafrau, studierte Kunstgeschichte und Szenisches Schreiben. Für ihre Arbeit als Autorin wurde sie mit dem Ernst-Willner-Preis in Klagenfurt und dem Jürgen-Ponto-Förderpreis ausgezeichnet. Sie lebt in Berlin.

Turrini, Peter
Peter Turrini, geboren 1944 in Sankt Margarethen in Kärnten. Lebt in Kleinriedenthal bei Retz. Seit 1971 freier Schriftsteller, schreibt Theaterstücke, Drehbücher, Essays, Gedichte. Seine Werke wurden in über dreißig Sprachen übersetzt. Seine Stücke werden weltweit gespielt.