Unterwerfung

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Paris 2022. François (Edgar Selge) ist Literaturwissenschaftler und Trinker. Seine Beziehungen zu Frauen sind auf ein Jahr befristet, sein Leben ist ausreichend glücklich. Bis zu dem Tag, als der charismatische muslimische Politiker Mohamed Ben Abbes in Frankreich Staatspräsident wird, das Patriarchat und die Polygamie einführt und François seine Anstellung verliert. In seiner unehmenden Vereinsamung erreicht ihn das Angebot des Rektors Rediger (Matthias Brandt), seine Lehrtätigkeit an der Sorbonne wieder aufzunehmen, unter einer Bedingung: Er muss zum Islam konvertieren.
Titus Selges
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Produktbeschreibung
Paris 2022. François (Edgar Selge) ist Literaturwissenschaftler und Trinker. Seine Beziehungen zu Frauen sind auf ein Jahr befristet, sein Leben ist ausreichend glücklich. Bis zu dem Tag, als der charismatische muslimische Politiker Mohamed Ben Abbes in Frankreich Staatspräsident wird, das Patriarchat und die Polygamie einführt und François seine Anstellung verliert. In seiner unehmenden Vereinsamung erreicht ihn das Angebot des Rektors Rediger (Matthias Brandt), seine Lehrtätigkeit an der Sorbonne wieder aufzunehmen, unter einer Bedingung: Er muss zum Islam konvertieren.
Titus Selges Adaption von Houellebecq Romans ist der kühne, aber auch etwas angestrengte Versuch, Bühne, Film und Wirklichkeit miteinander in Einklang zu bringen.

Es ist ebenso erstaunlich wie beachtlich, dass die ARD dieses Drama zur besten Sendezeit ausstrahlt: "Unterwerfung" ist eine Mischung aus Film und Bühneninszenierung, besteht größtenteils aus einem Monolog und ist gleich in mehrfacher Hinsicht anstrengend. Für Titus Selge, bekannt geworden durch seine höchst vergnüglichen Bad Homburger "Polizeiruf"-Krimis mit Jan-Gregor Kremp (2004 bis 2008), ist "Unterwerfung" ein ausgesprochen ungewöhnlicher Stoff. Sein Drehbuch basiert einerseits auf dem 2015 erschienenen Roman von Michel Houellebecq, der zumindest in den europäischen Kulturkreisen eine Diskussion provoziert hat wie lange kein Buch zuvor, und andererseits auf der Inszenierung von Karin Beier am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Sie bildet den Handlungsrahmen, wobei Selge von Anfang an einen raffinierten Reizpunkt setzt, indem er seinen Onkel Edgar Selge, mit dem er zum ersten Mal überhaupt zusammengearbeitet hat, gewissermaßen in drei verschiedenen Rollen präsentiert.

Der Film beginnt damit, dass Edgar Selge zur Arbeit geht. Er sucht das Schauspielhaus auf und nähert sich innerlich wie äußerlich seiner Rolle als Hauptdarsteller des Stücks an. Derweil entwickelt sich in außerhalb des Theaters exakt jene bürgerkriegsähnliche Stimmung, wie sie der Franzose in seinem Roman beschreibt. Es war Zufall, dass sich die Tumulte rund um den G20-Gipfel im letzten Jahr zum Zeitpunkt der Dreharbeiten ereigneten, aber Selge hat die dokumentarischen Aufnahmen kurzerhand in den Film integriert. Zur gleichen Zeit verwandelt sich Edgar Selge auf der Bühne verwandelt in François, die Hauptfigur, die als Erzähler durch die Handlung führt. Der etwas verwahrloste Sorbonne-Professor, der sich seine Lebenszeit mit Studentinnen und gutem Wein vertreibt, dient Houellebecq als Repräsentant eines schon lange saturierten Bürgertums. Die Handlung des Romans spielt im Jahr 2022, ein Drittel der Franzosen sähe Marine Le Pen gern als neue Staatspräsidentin, aber dann gehen Katholiken und Muslime eine bizarre Allianz ein; sie hat zur Folge, dass Frankreich ein islamischer Staat wird. Der areligiöse François wird entlassen, aber der neue Universitätsleiter Rediger (Matthias Brandt) überredet ihn schließlich zur Rückkehr. Die Aussicht auf Polygamie ist dabei ein nicht unwichtiges Argument, und seinem hedonistischen Lebenswandel dürfte der Literaturprofessor auch weiterhin frönen.

Die Faszination dieser Konstruktion liegt auf der Hand, doch sie ist vor allem akademischer Natur: Künstlerisch ist der Film reizvoll, aber seine Künstlichkeit verhindert eine emotionale Anteilnahme, zumal François nicht unbedingt als Identifikationsfigur taugt; selbst dem formidablen Selge, der auf der Bühne auch körperlich alles gibt, gelingt es nicht, aus dem zunehmend mit seinem Schicksal hadernden und sich in Selbstmitleid suhlenden Professor einen Sympathieträger zu machen. Das gelingt Matthias Brandt dafür mit scheinbar spielender Leichtigkeit; er verkörpert Rediger als eloquenten Mephisto, sodass dessen These von der Unterwerfung der Frau unter den Mann sowie des Menschen unter Gott plausibel und in der Tat als höchstes Glück erscheint. Die gemeinsamen Szenen von Selge und Brandt bilden die einsamen Höhepunkte des in Paris an den Originalschauplätzen des Romans entstandenen Films, was nicht zuletzt daran liegt, dass all' das andere intellektuelle Geplänkel bei weitem nicht die darstellerische Intensität dieser beiden Ausnahmeschauspieler erreicht. Für viele Zuschauer dürfte zudem der ständige Wechsel zwischen Theaterbühne und Paris, mit dem Selge mutwillig jede Illusion einer filmischen Realität zunichte macht, allzu gewöhnungsbedürftig sein, um sich diesem Wechselbad tatsächlich hinzugeben. tpg.
Quelle/Copyright: Entertainment Media Verlag
  • Produktdetails
  • Anzahl: 1 DVD
  • Hersteller: Studio Hamburg
  • Gesamtlaufzeit: 90 Min.
  • Erscheinungstermin: 08.06.2018
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren gemäß §14 JuSchG
  • Sprachen: Deutsch
  • Bildformat: 1:1, 78/16:9
  • Tonformat: Dolby Digital 2.0
  • EAN: 4052912111127
  • Artikelnr.: 52654944