Die Dämonen - Dostojewski, Fjodor Michailowitsch
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"Der einzige Psychologe, von dem ich etwas zu lernen hatte: Er gehört zu den schönsten Glücksfällen meines Lebens." Friedrich Nietzsche Ein "revolutionäres Komitee" will sämtliche Autoritäten stürzen. Dämonen gleich überzieht es eine Sstadt mit einem Spinnennetz von Intri¬gen und aufrührerischen Ideen und zeichnet am Ende für Feuersbrunst und Mord verantwortlich. Nach verschiedenen Misserfolgen in Petersburg haben sich die vermögende Generalswitwe Warwara Petrowna und der Schöngeist Stepan Trofimowitsch, der sich wegen seiner unbotmäßigen Ansichten ständig vom Staat verfolgt glaubte, vor…mehr

Produktbeschreibung
"Der einzige Psychologe, von dem ich etwas zu lernen hatte: Er gehört zu den schönsten Glücksfällen meines Lebens." Friedrich Nietzsche Ein "revolutionäres Komitee" will sämtliche Autoritäten stürzen. Dämonen gleich überzieht es eine Sstadt mit einem Spinnennetz von Intri¬gen und aufrührerischen Ideen und zeichnet am Ende für Feuersbrunst und Mord verantwortlich. Nach verschiedenen Misserfolgen in Petersburg haben sich die vermögende Generalswitwe Warwara Petrowna und der Schöngeist Stepan Trofimowitsch, der sich wegen seiner unbotmäßigen Ansichten ständig vom Staat verfolgt glaubte, vor Jahren in die Ruhe einer russischen Gourvernementsstadt zurückgezogen. Unerwartet tauchen ihre in¬zwischen erwachsenen Söhne dort auf, überziehen die Stadt, Dämonen gleich, mit einem Spinnennetz von Intrigen und aufrührerischen Ideen und zeichnen am Ende für Feuersbrunst und Mord verantwortlich. Angeregt von dem Fall des Anarchisten Netschajew, gegen den es 1871 zu einem aufsehenerregenden Prozess kam, entwickelt Dostojewski in "Die Dämonen" sein Bild von der russischen Revolution. Ein Roman über die vernichtende Kraft des Anarchismus und Nihilismus.
  • Produktdetails
  • Verlag: Aufbau Verlag / Aufbau Verlag GmbH
  • Erscheinungstermin: 1. September 1994
  • Deutsch
  • Abmessung: 215mm x 140mm x 75mm
  • Gewicht: 1246g
  • ISBN-13: 9783351023096
  • ISBN-10: 335102309X
  • Artikelnr.: 05473357
Autorenporträt
Russischer Prosadichter, Moskau 11.11.1821 - Petersburg 9.2.1881; Sohn eines Armenarztes, besuchte die Ingenieursschule der Petersburger Militärakademie, widemte sich seit 1845 ganz der schriftstellerischen Tätigkeit. Dostojewski verhielt sich kritisch zum zaristischen Staat, fühlte mit den unterdrückten Klassen des russischen Volkes und verurteilte die wachsende soziale Ungleichheit. Er gestaltete in seinem erzählerischen Werk tragische Einzelschicksale in der Gesellschaft und erweist sich als unerbittlicher Kritiker der bürgerlich-kapitalistischen Ordnung.
Rezensionen
Besprechung von 02.07.1996
1873
Fjodor M. Dostojewskij "Die Dämonen"

Dostojewskijs große Romane müssen so dick sein, man würde sich sonst niemals so wunderbar meschugge machen lassen von dem Wahngemenge aus Schuld, Liebe, Gott und Mord und Leid und Rußland, aus dem er, wie aus der alten Ursuppe, Figuren kocht. Er wäre auch viel unerträglicher, als er schon ist, wenn er daneben nicht so sehr viel witziger wäre, als seine Bewunderer meistens vermuten lassen. Diesen sarkastischen und leidenschaftlichen Politthriller aus der russischen Provinz läßt er sehr raffiniert von einem Manne berichten, der eigentlich niemals so ganz auf der Höhe der Ereignisse ist (herrlich etwa der Anfang im Tone einer nun doppelt scheinbaren Betulichkeit - vielleicht tut nämlich der Erzähler auch bloß naiv; oder der Autor tut's, das bleibt offen). Und so setzen sich die komplexen Charaktere des Romans erst im Leser wie aus lauter Spiegelungen zusammen, die Erzählung selber dagegen kann jenen leicht abständigen Duktus behalten, in welchem dann später Dostojewskijs Bewunderer Gide so schön schwelgen konnte - selbst dessen irgendwie "grundlose Taten", die berühmten "actes gratuits", sind hier schon vorbereitet. Gide verzichtet lediglich (lediglich!) auf die Metaphysik, diesen gewissermaßen uneinsehbaren Grund aller Taten, auf den aber Dostojewskij baut - auch in diesem Politthriller, wenn sich in ihm als die tiefere Unwahrheit aller Subversivität der Unglaube entpuppt, und als das schlimme Geheimnis der Schönheit, wenn sie verführt, ohne die Moral zu wecken, dasselbe: nämlich, daß sie ohne Gott auskommen will. Man kann diesem Roman kaum widerstehn, wenn man ihn angefangen hat, und wird verführt, im Menschen und sich selber nicht eigentlich die Abgründe zu entdecken, die man ja schon kannte, aber in den Abgründen Riesengespenster, von denen man nur noch wenig wußte. (Fjodor Dostojewskij: "Die Dämonen". Roman. Aus dem Russischen übersetzt von Marianne Kegel. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 1994. 844 S., br., 22,90 DM.) R.V.

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